Architekten der Nachkriegsmoderne - Frei Otto

Die Wahl des Gebäudes des Jahres 2020 findet statt. Bis 28.02. habt ihr Gelegenheit abzustimmen. Vereinsmitglieder schauen mal in ihrem Email-Postfach nach, Forenmitglieder können hier im Forum auf Abstimmung des Gebäudes 2020 abstimmen.
  • Trotz der überwiegend destruktiven Tendenzen, welche die Architektur in der Nachkriegszeit aufwies, gab es auch Architekten, die den Sinn für Ästhetik nicht verloren haben. Dazu gehörte für mich Frei Otto (1925-2015).


    Ottos Werke sind stark geprägt von seiner eigenen Sichtweise auf die Natur. Seine schwebeartigen Dachkonstruktionen und Gebäude haben weltweit Anerkennung gefunden. In diesem Strang möchte ich in unregelmässigen Abständen seine Werke vorstellen.



    Kirche St. Lukas, Bremen-Grolland (1963/64)


    Zusammen mit Carsten Schröck realisierte Otto diese Kirche mit geschwungenem Dachkörper im Bremer Stadtteil Grolland. Die Fenster zeigen Szenen aus dem Neuen Testament. Ein äusserst gelungener 60er Jahre Bau.



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    Bremen-Grolland St-Lukas 01Joern M / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)




    Quote

    Ungewöhnlich wirkt das Bauwerk mit seinen gerundeten Seitenwänden und dem weit heruntergezogenen, sattelförmig gebogenen Kupferdach schon. Doch drängt es sich in seiner Umgebung, einer Doppelhaus-Siedlung aus den 1930er Jahren, keineswegs in den Vordergrund. In seiner Proportion und mit seinen Materialien bleibt es bescheiden. Die Überraschung kommt, wenn man den Kirchenraum betritt – einen Raum von konstruktiver Klarheit und beinahe heiterer Ausstrahlung. Diese formvollendete Seilnetzkirche entstand 1964 aus der Zusammenarbeit des Bremer Architekten Carsten Schröck mit Frei Otto, dem Schöpfer leichter Flächentragwerke.


    Bremen - St. Lukas

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • es ist aber sehr der "schwangeren Auster"(Kongresshalle) in Berlin nachempfunden. Trotz alledem ein modernistisches Bauwerk mit dem man irgendwie leben kann.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Hier sollte unbedingt auch Ulrich Müther erwähnt werden, der "Superstar" der DDR-Architektur, wenn man so will. Seine Bauten dürften jedem bekannt sein, egal ob die Gaststätte "Ahornblatt", die Bauten am Fuße des Fernsehturms oder eben der "Teepott" in Warnemünde:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_M%C3%BCther


    Inwiefern Frei Otto von Ulrich Müther beeinflusst war, oder eben umgekehrt, vermag ich nicht zu sagen. Ich freue mich auf jeden Fall auf diesen Strang hier. Vielen Dank, Löbenichter.