Eine Chance für den Städtebau? - Schließung von "Galeria Karstadt Kaufhof"-Filialen

  • Für 2 der 3 der Standorte in Hamburg gibt es Entscheidungen bzw. sogar schon den Beginn der Umsetzung:

    Innenstadt: Der große, "moderne" Karstadt-Anbau in der Kleinen Rosenstraße wird bis auf das Stahlbetonskelett abgetragen, ein Lichthof hineingeschnitten, die Brücke zum Gebäude in der Mönckebergstraße abgerissen. In die unteren Geschosse werden Einzelhandel und Büros einziehen, die oberen Geschosse werden abgerissen und durch Wohnungen ersetzt.

    Das (- leider stark überformte) Vorkriegs-Kaufhaus in der Mönckebergstraße bleibt in seiner Funktion als Kaufhaus bestehen.

    Bauherr: SIGNA.

    Wandsbek: Abriss der modernen Gebäude, erhalten bleibt lediglich der relativ kleine Vorkriegs-Gebäudeteil, stattdessen Neuschaffung einer "Markthalle", Flächen für Einzelhandel, Wohnungen und Büros.

    Bauherr: UNION INVESTENT.

    Bericht Norddeutscher Rundfunk (Hamburg Journal).

    Insgesamt macht die Hamburger Entwicklung Mut. Man hat offenbar weitgehend begriffen, dass die bestehende Architektur der Gebäude ein Teil der Problems ist und geht mit der notwendigen Entschlossenheit vor. Für den Standort Harburg gehe ich davon aus, dass der Vorschlag der CDU nicht das letzte Wort, sondern der Beginn der Debatte ist, und dass eine bessere Lösung gefunden wird.

  • buarque:

    Der Pustet-Bau hat mich auch immer sehr gestört, dass vorher dort auch nicht "eigentliche Altstadt" war, sondern ein Fabrikgebäude. Diesem Bau wurde somit eigentlich nichts geopfert. Und dass man dort was Schöneres hätte hinstellen können, ist ein angesichts jener Zeit ziemlich unrealistischer Gedanke. Der Supermarkt am Neupfarrplatz ist hingegen eine Riesensauerei, die man in einer derartigen Stadt nicht für möglich halten sollte.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Mich interessierte, was einst vor dem Galeria-Kaufhof-Gebäude zwischen der Königstrasse und Pfannenschmiedsgasse in Nürnberg stand. Obwohl dort keine Rekonstruktionsbestrebungen im Raum stehen, habe ich trotzdem eine Liste der ehemaligen Bauten samt fotografischer Dokumentation des Quartiers erstellt und im Baukulturforum veröffentlicht:

    https://club.baukultur.pictures/forum/index.php?thread/9356-nürnberg-galeria-kaufhof-was-stand-vorher-dort/

    Eine Diskussion um die rekonstruktionswürdigen Bauten - und auch in welchem zeitlichen Zustand - wäre trotzdem spannend. Wie so oft in zentralen, bahnhofnahen Altstadtgebieten setzte hier eine Überformung schon im 19. Jahrhundert stärker ein als in Altstadtteilen wie unterhalb der Kaiserburg.

  • Eventuell zieht in das ein oder andere leerstehende Kaufhaus ja auch Woolworth ein:

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

    Aber auch bei Woolworth wirkt, was ich weiter oben schon beschrieben habe, entsprechend wird gleich reagiert: Es werden vornehmlich günstige Mietlagen außerhalb der Innenstädte gesucht.

  • Ein kritischer Artikel über die Signa-Projekte im rbb:

    Wie die geplanten Bauprojekte des René Benko Schatten auf die Stadt werfen

    Quote

    Die Bauprojekte von Signa-Investor René Benko sind imposant - das unternehmerische Handeln des Galeria-Karstadt-Kaufhof-Eigners umstritten. Die einen sehen in ihm den Retter der Warenhäuser - die anderen werfen ihm vor, genau diese in den Ruin zu treiben. Von Oda Tischewski

    • Als Immobilienentwicklerin und Eigentümerin des Warenhausbetreibers Galeria Karstadt Kaufhof will die österreichische Signa Holding das Berliner Stadtbild prägen
    • Nach der zweiten Galeria-Insolvenz innerhalb von zwei Jahren kommen Zweifel auf, ob Signa für den Erhalt der Warenhäuser genug tut
    • Einige Landespolitiker fühlen sich vom Investor unter Druck gesetzt, andere halten an Idee einer Zusammenarbeit fest
    • Mitarbeitende der Kaufhäuser erwarten ihre Kündigung; Anwohnerinnen und Anwohner befürchten Verdrängung
  • Der Kaufhof in Mönchengladbach beginnt mit dem Ausverkauf, Ende Januar ist die Schließung. Sinn Leffers wird der Nachmieter und das wäre eine gute Nachricht für die Oberstadt. Auch wenn sich das merkwürdig anhört, aber das Gebäude von Sinn Leffers ist nicht besonders schön und die Stadt hatte immer Interesse an einer angepassten Bebauung mit Gibel. Hoffentlich wird er bald Realität, wenn das Gebäude leersteht.

    Der Artikel, aber leider mit Bezahlschranke.

    Schließung in Mönchengladbach: So lief der erste Ausverkauf-Tag bei Galeria-Kaufhof
    Der Schließungsverkauf der Galeria-Filiale an der Hindenburgstraße hat begonnen. Immerhin steht offenbar ein Nachmieter fest. Wie langjährige Mitarbeiter den…
    rp-online.de
  • Querverweis auf meinen Beitrag im Strang Siegburg. Unternehmer haben die Vision, das Kaufhofgebäude nach der Schließung abzureißen und ein Stadtquartier zu bauen, dass sich an mittelalterlicher Architektur orientiert. Als Vorbild für das Projekt dient unter anderem die Neue Frankfurter Altstadt.

  • "Das Kaufhaus stirbt: Was passiert mit den Gebäuden? Zwischennutzung. Capriccio, BR "

    External Content youtu.be
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

  • Frage: Wurden die vorhandenen Kaufhäuser vor 40 Jahren und älter mit Stahlbeton gebaut? Ist der Stahl nicht schon erodiert - oder mit anderen Worten, müssen die aufgegebenen Kaufhäuser nicht sowieso abgerissen werden?

    ...

  • Frage: Wurden die vorhandenen Kaufhäuser vor 40 Jahren und älter mit Stahlbeton gebaut? Ist der Stahl nicht schon erodiert - oder mit anderen Worten, müssen die aufgegebenen Kaufhäuser nicht sowieso abgerissen werden?

    Nein!

    Korrekt verbauter Stahlbeton hält praktisch ewig. Beton ist ein stark basisches Material, wodurch eine Korrision des Stahls verhindert wird.

  • Ist halt die Frage, ob der Stahlbeton korrekt verbaut ist. Wenn ich weiß, dass damals grundsätzlich kein Augenmerk auf eine große Deckschicht bei allen Betonteilen gelegt wurde, es Probleme mit aufsteigender Feuchtigkeit gibt, weil die damaligen Sperren heute das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben, würde ich grundsätzlich eher nicht von Idealbedingungen ausgehen.

  • Ich würde mir diesbezüglich keine allzu großen Hoffnungen machen. Die tragenden Stahbetonskelette befinden sich ja im Regelfall gut geschützt im Inneren der Gebäude. Wenn es Wasser wirklich bis dorthin schafft, dann fällt das auch auf - und das Problem wird beseitigt.

  • Von dem ursprünglich 1962 eröffneten Hertie-Kaufhaus an der Mainzer Ludwigsstraße wurde im letzten Jahr ein erstes (vermutlich jüngeres) Teilgebäude zum Gutenbergplatz hin abgerissen. In diesem Gebäude befand sich lange Jahre Karstadt-Sport. Auf diesem Teilbereich haben nun erste Bauarbeiten für ein neues Kaufhaus mit erweiterter Nutzung, wie z.B. Gastronomie, Hotel, Atrium begonnen. Die Bestandsgebäude werden großteils abgerissen und ersetzt. Ein Parkhaus am Bischofspatz, für das das Bischöfliche Palais abgerissen wurde, bleibt erhalten, wird in den Komplex mit einbezogen und umgestaltet. Ebenfalls erhalten bleibt ein bisheriger Büro- und Gebäuderiegel der Deutschen Bank an der Weißliliengasse, der in den Komplex mit einbezogen wird.

    Neues Einkaufsquartier in Mainz: Bald geht's los an der LU
    Shoppen auf der Mainzer Ludwigsstraße soll attraktiver werden. Bald kann gebaut wgerden.
    www.swr.de

    Karstadt befand sich in meiner Jugend am Mainzer Höfchen und zog dann in das ehemalige Hertie-Gebäude an der Ludwigsstaße um. Heute befindet sich Galeria in einem ehemaligen "Kaufhof"-Kaufhausgebäude an der Schusterstraße. Im ursprünglichen Karstadt-Gebäude betreibt heute die Müller-Kette eine Filiale.

  • Handel in Mönchengladbach: Wie es mit Sinn im Galeria-Gebäude aussieht
    Am Donnerstagmorgen, 4. April, wurde die neue Sinn-Filiale im ehemaligen Kaufhof-Gebäude offiziell eröffnet. Ein drohender Leerstand der Immobilie im
    rp-online.de


    Ich bin sehr zufrieden. Das ehemalige Kaufhof-Gebäude gehört sicher nicht zu den Schandflecken in der Innenstadt und das Monstrum auf der oberen Hindenburgstraße ist endlich leer. Ich hoffe jetzt einfach auf einen Abriss.