Bilderstürmer der Gegenwart

  • Du hast hier sehr viele recht! Aber gibt auch viele Staaten, wo dies Subjekte keine uebergrosse Einfluss haben. Darum wird Polen, Czechia, Ungarn, Slovakia, Russland und und so in Media so dagegen gekaempft. Es gibt zwei Modellen und es wird jede entscheiden koenne welche Modelle das bessere ist. Ich fuer mich, habe schon entschieden und halbe Europa auch. Soll bessere Modell gewinnen. Wohin fuehrt kann jede sehen ;-)

  • Um ehrlich zu sein, habe ich schon lange gewartet, dass die Taten des Leopolds II (Belgien) aufgearbeitet werden. Millionen Menschen starben im Kongo, gestorben nur durch skrupellose Gier. Sorry, ihn muss man nicht mit Statuen ehren. Mir tut es nicht leid, wenn sie abgebaut werden.

    Anders ist die Forderung des Professors Jürgen Zimmerer

    . Das erschreckendste Beispiel hierfür ist der Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer, der gestern in der 3Sat-Kulturzeit erneut den aktuellen Bildersturm rechtfertigte.

    Ich habe mal seinen Twitter-Kanal quer gelesen. Anscheinend wird er von den Medien jetzt durchgereicht.

    So wie ich es rausgelesen habe, geht es ihm nicht um eine Aufarbeitung, die ja schon längst statt fand. Ich wusste schon lange vorher was mit den Aufständischen in Namibia passiert ist, sondern um Sichtbarmachung in der Öffentlichkeit. Meine Güte, was ist in einem Museum nicht transparent?

    Ich bin absolut gegen seine Vorschläge.

    Was macht es mit einem Schulkind, welches jeden Tag an einer besudelten Figur, das auf dem Kopf steht, zur Schule gehen muss?

    Sieht es tatsächlich immer nur den bösen Sklavenhalter oder dringt es nicht irgendwann ins Unterbewusstsein ein, dass man einen Menschen geschändet darstellen darf?

    Ist das seine Idee zu einer humanistischen offenen Gesellschaft?

  • Eine strenge aber wohlmeinende Demokratur.

    äh.... wohlmeinend?

    Nie und nimmer!

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ja, es ist eine radikale Minderheit. Erbärmlich ist nur, dass man dieser immer wieder nachgibt. Dabei gilt der Satz, dass man versucht, diejenigen zufriedenzustellen, die sich niemals zufriedenstellen lassen. Auf eine erfüllte Forderung folgt die nächste.

    Zum Thema der radikalen Minderheit empfehle ich jedem dieser ausgezeichnete Abhandlung. Man sieht danach vieles mit anderen Augen.


    https://medium.com/incerto/the…all-minority-3f1f83ce4e15

  • Um ehrlich gesagt finde es nicht so gut, wenn man Links postet, wo man überhaupt nicht weiß, um was es geht und welche Assoziationen zu diesem Thema gemeint sind.

  • Das "Proletariat als revolutionäres Subjekt", sprich als Träger der Revolution, wurde schon längst ersetzt durch Minderheiten ethnischer und sexueller Art, sowie durch die "Klimabewegung".

    Nur mal um ein populäres Missverständnis auszuräumen: Die Arbeiter*innen wurden nicht ersetzt. Heute gibt es aber zum einen nicht einfach mehr Proletariat und Bourgeoisie wie vielleicht zu Marxens Zeiten (die meisten scheinen ohnehin bürgerlich verkleidete Halbproletarier), aber der Punkt ist viel mehr, dass man in einem langen und bei weitem nicht widerspruchsfreien Prozess unter Linken langsam gewahr wird, dass die Linie zwischen Unterdrückten und Unterdrückern eben nicht nur entlang der Klassenfrage verläuft, sondern auch von Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus, Homo-und Trans*feindlichkeit, Ableismus etc. geprägt wird. Dabei korrellieren Diskriminierungen (zB. Rassismus) auch mit einem höheren Armutsrisiko, schlechterer Gesundheit, schlechterer Bildung etc, d.H. die Klassenfrage und die Frage des sozialen Standes ist auch da eben besonders entscheidend und eben nicht irrelevant. Wenn Menschen von mehreren Diskriminierungsformen betroffen sind (zB. als schwarze Lesbe im Rollstuhl) spricht man im Bezug darauf auch von Intersektionalismus. Dass Menschen, die von intersektionalen Diskriminierungen betroffen sind (und das sind wieder auffallend viele unter den schon Benachteiligten) besonders von der Klassenfrage berührt werden liegt auf der Hand und natürlich werden, wenn man sich diesen Menschen widmet, auch Menschen sichtbar, die voher unsichtbar waren. Homosexuelle, Transmenschen, Menschen mit Behinderung etc. deren Existenz und deren Drängen auf Würde und Gleichberechetigung dann manchen alten weißen Mann zu überfordern scheint.

    Das sog. Kulturlinke keine Kapitalismuskritik üben würden und damit entgegen urlinke Interessen stehen würden (diesem Missverständnis ist auch schon der Spezialdemokrat Sigmar Gabriel unterlegen) ist damit schlicht falsch, auch wenn das häufig selbst von Altlinken kolportiert wird und manche sog. Kulturlinke vielleicht wirklich etwas blind gegenüber der Klassenfrage sind.

    Minderheitenrechte sind Arbeiter*innenrechte sind Menschenrechte, das eine ist ohne das andere nicht zu denken, weil sie den egalitären Anspruch der Menschenrechte karrikieren würde, genauso wenig wie Kapitalismuskritik ohne Menschenrechte nicht zu denken ist, weil wir dann schnell bei Stalin, Mao und Pol Pot wären.

  • Um ehrlich gesagt finde es nicht so gut, wenn man Links postet, wo man überhaupt nicht weiß, um was es geht und welche Assoziationen zu diesem Thema gemeint sind.

    Es handelt sich um eine Text des Logikers Nassim Nicholas Taleb, in dem er analysiert, wie eine zahlenmäßig kleine, aber radikale Minderheit der toleranten Mehrheit über die Zeit ihre Ansichten und Wünsche aufzwingen kann, illustriert mit Beispielen aus Geschichte und Gesellschaft.

  • äh.... wohlmeinend?

    Nie und nimmer!

    In der Tat, das Adjektiv wohlmeinend trifft es nicht gut.


    Eine sanfte Demokratur, die über vermeintlich hehre Ziele wie beispielsweise: Geschlechter- und Rassengerechtigkeit, Kampf gegen die Klimakastrophe und gegen Pandemien die Bevölkerung hinter sich versammelt und die Aufmerksamkeit der Menschen in die gewünschten Richtungen lenkt. (Diese Richtungen können sich durchaus kurzfristig ändern, bzw. ins Gegenteil verkehren, s, "1984" von G. Orwell)


    Diese sanfte Demokratur verzichtet auf vordergründig repressive Mittel, welche totalitäre Systeme der Vergangenheit auszeichneten. Ihr Wille wird von den komplett konditionierten Menschen an die nicht vollständig konditionierten Mitmenschen weitergegeben.


    Die natürgemäß begrenzte, tägliche intelektuelle Aufnahmefähigkeit der Menschen wird mit news, entertainment, sports und sex mehr als ausgefüllt


    Die Propaganda ist allumfassend und wird daher von den wenigsten als solche empfunden.

    Abweichler werden sozial ausgegrenzt und ggf. medikamentös ruhig gestellt. (A. Huxley äusserte sich, bzw. machte mal Andeutungen in dieser Richtung)

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)


  • Werte Kaoru, du bist offensichtlich ein wandelnder Beweis dafür, dass die Agenda-Anpassung der neu-marxistischen Vordenker bei der westlichen Linken vollzogen und somit gelungen ist.


    Vor dem historischen Hintergrund des Scheiterns der Revolutionen der Arbeiterbewegung nach dem Ersten Weltkrieg und des Aufstiegs des Nationalsozialismus in einer zivilisierten Nation begannen Horkheimer und Adorno die Marx’schen Gedanken daraufhin zu untersuchen, inwiefern sie zur Analyse von sozialen Verhältnissen geeignet seien, wie sie zu Marx’ Lebzeiten noch nicht bestanden hatten.


    Offenbar waren diese "linken" Vordenker enttäuscht darüber, dass im ersten Weltkrieg, bzw. nach dessen Ende die Weltrevolution ausblieb.

    Mehr noch, diese marxistischen Intellektuellen waren insbesonder enttäuscht vom west- und mitteleuropäischen Proletarier, dem einst von Marx als Träger der Weltrevolution ausgemachten Subjekt.


    Denn die Arbeiter in den westlichen Industriestaaten hatten sich im ersten Weltkrieg und danach mit ihren Nationen, ihren Völkern, kurz mit ihrer Heimat identifiziert und nicht mit ihren internationalen Klassengenossen. Die erhoffte Weltrevolution blieb aus.



    Diese Bande galt es also zu überwinden, sprich das kulturelle Gerüst einer jeden Gesellschaft: Sprache, Religion, das Bild der Familie, Geschlechterrolle, Kindererziehung, etc. aufzulösen.


    Darüber hinaus wurde - wie bereits erwähnt - der Proletarier als Träger (Auslöser und Umsetzer) der Weltrevolution durch Anhänger von ethnischen, religiösen und sexuellen Minderheiten ersetzt.


    Daher ging der Fokus vermeintlich linker Bewegungen folgerichtig weg von den Sorgen und Nöten der Industriearbeiter hin zu den Belangen oben genannter Minderheiten. Deren Wohlergehen steht seither über allem anderen.


    Der gegenwärtige Bildersturm ist ein Teil dieses lang angelegten Programms ...

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Offenbar waren diese "linken" Vordenker enttäuscht darüber, dass im ersten Weltkrieg, bzw. nach dessen Ende die Weltrevolution ausblieb.

    Ich weiß nicht, was falsch daran ist, politische Theorien und Analysen aktuellen Verhältnissen anzupassen, sie sind stets nur Instrument und wenn ein Instrument nicht taugt, ändert man es ab oder nimmt ein neues. Man kann ja auch mit Stäbchen ganz hervorragend Sushi essen und trotzdem tut man sich schwer, damit ein Steak zu schneiden. Darum sind Stäbchen aber noch lange nicht als Essbesteck gänzlich untauglich. Man versucht ja auch nicht, sich mit einem Thermometer zu wiegen, weil man das früher vielleicht einmal so gemacht hat ;) .

    Übrigens war der homophobe Adorno ganz bestimmt nicht an den Interessen von Homosexuellen und manchen anderen Minderheiten interessiert. Übrigens sind auch Marx, Weber, Horkheimer und wie sie alle heißen längst Gegenstand kritischen Linken Diskurses geworden (aber dann scheint diesmal wohl statt Adorno ein Soros, eine Butler und eine bell hooks die intellektuellen Strippen der Diskurshoheit zu ziehen, denn wir können ja alle nicht frei denken sondern sind komplett verblendet, danke dafür).


    Und meine Kernthese, dass Diskriminierung von Minderheiten auch eine Klassenfrage ist (denn sie sind Teil der unterdrückten Klasse, auch wenn diese heute weniger leicht fasslich ist als damals), diese These hast du auch noch nicht angegriffen, gut so, denn sie ist richtig.

  • manchen alten weißen Mann zu überfordern scheint

    Bitte in diesem Forum sexistische Stereotypisierungen vermeiden. Hier äußert sich auch niemand abfällig über "alte weiße Frauen".

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Wenn alte weiße Frauen sich blöd verhalten kann ich sie auch als alte weiße Frauen benennen, nur komischerweise beobachte ich dabei eher weiße alte Männer. Außerdem ist das "Not all white men" oft einfach nur eine Ausrede um sich selbst nicht verantwortlich zu fühlen und strukturelle Kritiken unbekümmert von sich abperlen zu lassen.

    . Wenn ich sage ein Autofahrer hat jemanden überfahren (oder "so und so viele Menschen wurden durch Autofahrer getötet"), diskriminiere ich ja auch nicht alle Autofahrer und muss dazu nicht noch sagen, dass es natürlich genug vernünftige und verantwortungsvolle Autofahrer gibt. Bei "Ausländerkriminalität" findet hier im Forum wohl auch niemand allein den Begriff diskriminierend, gleichwohl er viel Rassismus transportiert. genauso wenig wie sich jemand an dem Satz zuckt "der muslimische Flüchtling hat jemanden erstochen". Wenn ich aber sage (aus eigener Beboachtung) alte weiße Männer neigen dazu so und so zu sein (aus Gründen der Sozilaisitation, der Biologie oder was auch immer sei hier vollkommen irrelevant), dann ist das plötzlich diskriminierend. Das ist so diskriminierend wie wenn ich sage, dass alte Männer zu Haarausfall neigen, wenn ihr sagt, das Schwarze (und ihre weißen Verbündeten) Denkmäler zerstören, oder mir ein junger weißer Mann lieber ist als ein alter weißer Mann und das lass ich mir auch nicht durch eine Sprachpolizei verbieten.

  • In London hat der Bürgermeister Khan nun die "Kommission für Diversität im öffentlichen Raum" gegründet zur Beseitigung von Statuen, Straßennamen und Plaketten, welche dem neuen, multikulturellen London nicht mehr entsprechen. Als Anlass wird die vorherige Randale genannt, wieder dieselbe alternativlose Logik wie in Kalifornien.



  • Gleichzeitig sorgen die radikalen Deutungsmonopolisten schon fleißig dafür, dass jetzt ihre Idole ein Denkmal bekommen. In Gelsenkirchen gibt es jetzt neuerdings ein Lenin-Denkmal. Als nächstes in ein Marx-Denkmal geplant. Sodann könnten eigentlich noch Honecker und Mielke folgen...

    „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ (Madame de Stael)

    „Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern was wir mit uns machen lassen“ (Nena)

  • In Gelsenkirchen gibt es jetzt neuerdings ein Lenin-Denkmal.

    Ob die Genossen wohl wissen, dass die Bolschewistische Revolution vom Großkapital in NYC und London finanziert wurde? Trotzki und Lenin waren hofierte Gäste im Finanzadel. Der Bankier Jacob Schiff finanzierte zunächst Japan im Krieg gegen das zarische Russland und später die Revolutionäre, alles um den Zaren zu stürzen.


    https://upload.wikimedia.org/w…inor-Dee-Lighted-1911.png

    Karikatur von 1911 zeigt Marx mit Finanzkapitalisten Hand in hand

  • mir ein junger weißer Mann lieber ist als ein alter weißer Mann

    das ist eben wirklich in dieser Pauschalität eine vehement abzulehnende Diskriminierung.


    dass Schwarze (und ihre weißen Verbündeten) Denkmäler zerstören

    Das würde ich in dieser Form wirklich nicht schreiben, da es mE so in dieser Form kaum den Tatsachen entspricht. Die Schwarzen sind eindeutig nur Mitläufer. Auch das ist natürlich nicht ganz frei von Vorwurf.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Außerdem ist das "Not all white men" oft einfach nur eine Ausrede um sich selbst nicht verantwortlich zu fühlen und strukturelle Kritiken unbekümmert von sich abperlen zu lassen ...


    ... und das lass ich mir auch nicht durch eine Sprachpolizei verbieten.


    Wer hat denn hier etwas von "Not all white men" geschrieben? Das scheint mir tatsächlich eine Floskel aus deinem Milieu, aus deiner Echokammer zu sein.


    Ich halte deinen Ansatz von grundauf verdreht (ehrlich gesagt, sogar für irrsinnig) und insofern käme es mir nie in den Sinn einem von euch mit solch einem Slogan zu antworten.


    Das du zudem den Begriff Sprachpolizei hier anführst, entbehrt nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik, angesichts deiner ausgeprägten Neigung, so viele Wörter wie nur irgendmöglich politisch-überkorrekt durchzugendern, Arbeiter*innenrechte usw.


    Gut, jetzt ist Zeit fürs Abendessen und so werde mir jetzt erst mal ein Zigeunerschnitzel reinpfeifen, zum Dessert einen Mohrenkopf verspeisen und zum krönenden Abschluss lass ich mir von meiner Frau ein kühles Bier auftragen ...


    ... das hat sich der hier schreibende, alte weiße Mann redlich verdient, nachdem er den Nachmittag mit seinem neunjährigen Sohn auf dem Fussballplatz verbracht hat.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Quote

    Wer hat denn hier etwas von "Not all white men" geschrieben? Das scheint mir tatsächlich eine Floskel aus deinem Milieu, aus deiner Echokammer zu sein.

    Das bezog sich auf die moderative Ermahnung von Snork, weil ich alte weiße Männer diffamiert hätte, hatte nichts mit deinen Aussagen zu tun

    Quote

    Das du zudem den Begriff Sprachpolizei hier anführst, entbehrt nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik, angesichts deiner ausgeprägten Neigung, so viele Wörter wie nur irgendmöglich politisch-überkorrekt durchzugendern, Arbeiter*innenrechte usw.

    Ich bin nun wirklich keine Sprachpolizei, wenn ich Leute für etwas korrigiere, dann hat das formale oder inhaltliche Gründe, aber keine sprachpolizeilichen Bestrebungen. Im Übrigen, kennst du den Unterschied zwischen Anwenden und Verbieten? Was für eine Autorität hätte ich überhaupt dazu? Wenn ich gendere heißt dass nicht, dass ich dir das generische Maskulinium verbiete. Übrigens muss man nicht über jedes Stöckchen springen was einem hingehalten wird ;)

    Gut, jetzt ist Zeit fürs Abendessen und so werde mir jetzt erst mal ein Zigeunerschnitzel reinpfeifen, zum Dessert einen Mohrenkopf verspeisen und zum krönenden Abschluss lass ich mir von meiner Frau ein kühles Bier auftragen ...

    Wenns dich glücklich macht und dir hilft ;) Ich unterhalte mich derweil mit Dokus über Oberösterreich:


  • Columbus wird weiter landesweit entfernt.




    Text wurde entfernt, da er sich auf einen entfernten Beitrag bezog (Franka)

  • Columbus wird weiter landesweit entfernt.

    Robert Hughes schreibt es in dem Buch "Political Correctness" ganz gut, wie man Columbus - einst ein Mythos, eine Heldengestalt des 19. Jahrhunderts (überall wurden Statuen errichtet), heute zum einem Art Hitler in der Karavelle stilisiert - der raffgierig und von apokalyptischen Phantasien erfüllt, wie ein Virus über die arglosen Menschen der neuen Welt herfiel. Natürlich waren die Folgen der Ankunft der Europäer für die Völker verheerend. Er führte Europa nach Amerika. Aber trifft ihn persönlich Schuld daran? Hat er die Ausrottung durch Schwert und Krankheiten geplant? Zumal er aus einer Kultur Spaniens des fünfzehnten Jahrhunderts entstammte, zu dessen gottesfürchtigen Obsessionen wir keinen Zugang mehr haben.

    Zu Cooks Zeiten (Zeit der Aufklärung - 300 Jahre später) machte man bereits einen Unterschied zwischen Entdeckung und Eroberung. Zu Kolumbus Zeiten gab es das nicht. Auch bringt Robert Hughes viele Beispiele, dass es die heile Welt auch im präkolumbianischen Mittelamerika nicht gab. Mord, Folter, Materialismus, Umweltzerstörung, Sklaverei gab es schon vor der Ankunft der Europäer (Mayas, Azteken). Was die Gräueltaten der Eroberung/Besiedlung nicht in Abrede stellen soll.


    Wie auch immer: Geschichte ist nicht statisch und wird wohl immer neu interpretiert werden. So etwas wie ein letztes Wort gibt es nicht.