Ingolstadt (Galerie)

  • Gewiss nicht mehr so schön wie zu Zeiten von Drechslermeister Jakob Sandtner, aber trotz grober Fehler in der Nachkriegszeit noch immer eine sehr sehenswerte, wenn auch leider unterschätzte bis völlig unbekannte Stadt, die mit einem recht umfangreichen Bestand alter, markanter Bürgerhäuser aufwarten kann - freilich weit hinter Landshut liegend, aber aufgrund der Größe der Altstadt womöglich vorm besser erhaltenen, aber kleineren Straubing. Vielen Dank für die wie immer hervorragenden Bilder.

    "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
    Arthur Schopenhauer

  • Danke für die schönen Bilder einer sehenswerten Stadt. Was bitte ist das für ein völlig aus dem städtischen Kontext geratener Flach-Bau auf Rathausplatz. Das ist Stadtreparatur wie wir sie aus den siebziger Jahren kennen. Unglaublich das in der heutigen Zeit sowas gebaut wird.

  • An sich unglaublich, aber so meint man jetzt wieder in den Altstädten Ingolstädts, Münchens, Nürnbergs, Augsburgs, Würzburgs etc. bauen zu müssen, um so altstadtuntauglicher, destruktiver, provozierender und hässlicher (wobei natürlich alles subjektiv ist oder auch wieder nicht), desto besser, alles schon gehabt Ende der 60er/Anfang der 70er, bleibt nur zu hoffen, das in spätestens 10 Jahren zumindest wieder die 80er kommen...(wobei mir die Zeit Ende der 70er/Anfang der 80er in vieler Hinsicht, nicht nur musikalischer, sehr sympathisch war und ist)



    Wohnhaus Theresienstraße 19



    Weiter geht es mit dem Rundgang durch Ingolstadt in der Theresienstraße. Das zweite Haus von links die Nr. 19, das ehem. Kastenamt des Klosters Niederschönenfeld, in den letzten Jahren beim Tag des offenen Denkmals zugängig, die Sanierung jetzt abgeschlossen. Ein typisch Ingolstädter Wohnhaus mit Vor- und und Rückgebäude, ein weitgehender Neubau des ausgehenden 18. Jh. Die Aufnahmen von 2009.


    Ausführlicher hier in der Beschreibung zum Tag des offenen Denkmals 2010:
    http://www2.ingolstadt.de/media/custom/465_6011_1.PDF?loadDocument&ObjSvrID=465&ObjID=6011&ObjLa=1&Ext=PDF&La=1&object=med|465.6011.1&_ts=1282123642\r
    www2.ingolstadt.de/media/custom/ ... 1282123642


    Archivforschung zur Geschichte des Bürgerhauses Theresienstraße 19 (pdf)
    http://www.theresienstrasse.eu/Theresien19.pdf\r
    http://www.theresienstrasse.eu/Theresien19.pdf


    Der Tag des offenen Denkmals in Ingolstadt 2009 vom Angebot mir sehr zusagend (gleiches galt auch für frühere Jahre und 2010), die Objekte waren auch alle gut besucht, erstaunlich viele Ingolstädter klapperten die einzelnen Stationen mit dem Rad ab.



    die Fassade zur Theresienstraße





    Raum mit Stuckdecke



    die neu gestaltete Rückfront des Vorderhauses





    die Verbindung zum Rückhaus, alles ganz hübsch und wohnlich



    Ausblick von der Terrasse nach W zum Liebfrauenmünster, links die Nr. 25 angeschnitten, unten die Fortsetzung nach N mit dem langgestreckten Bau des ehem. Jesuitenkollegs.





    Ausblick vom Dachgeschoss in die Theresienstraße und auf die Moritzkirche:



    das ehem. Schoberhaus und jetzige Hotel Adler (Nr. 22):



    Vorkriegsluftbild noch mit u.a. Heiliggeistspital, Salzstadel und Augustinerkirche

  • kath. Pfarrkirche St. Moritz


    Die älteste Pfarrkirche Ingolstadts, das Patrozinium wohl in Verbindung mit dem Kloster Niederalteich zu sehen.


    Sankt Moritz von N, rechts der Pfeifturm (städt. Wachtturm)



    das heutige Innere Ergebnis des Wiederaufbaues nach Kriegsschäden im Chor (Gewölbe, Fenster) und nachfolgender Purifizierung der neugotischen Ausstattung (der im 19. Jh. die barocke zum Opfer fiel)



    Altar um 1630 mit späterer, silberner Immaculata, am Ende des nördlichen Seitenschiffs




    der Tabernakel vom Hochaltar Werk eines Augsburger Goldschmiedes, darüber die Hll. Mauritius und Gereon



    zur Ausstattung zählen eine Schnitzfigur des Salvators aus der 2. H. des 14. Jh. und eine steinerne Muttergottes von Mitte 14. Jh.


  • Rundgang Altstadt Fortsetzung


    Wir sind wieder in der Theresienstraße





    das hübsche Wohnhaus Theresienstraße 12 mit barockem Giebel und zwei für das alte Ingolstadt charakteristischen Konsolerkern, unten der rechte mit offenbar nachts bestrahlten Figuren





    die Nordseite, rechts Theresienstraße 23, die Fassade mit zwei Kastenerkern und neubarockem Giebel Anfang 20. Jh.


    Es folgt nach W das ehem. Landschaftsgebäude (Nr. 25), ein nobler, barocker Bau, die Fassade 1771-73, auch recht hübsch die Tür:



    3 Häuser weiter am Eck des ehem. Gasthofs Tafelmeier und heutigen Sausalitos:


    eine Patrona Bavariae:





    Kastenerker vom Hotel Adler (Theresienstraße 22), ehem. Wohnhaus der Patrizierfamilie Schober, ziemlich überformt im 19. Jh.


  • Das letzte Bild der vorletzten Beitrags über die Moritzkirche ist sehr ingolstadttypisch. Es stellt die für die Stadt typischen Elemente zusammen: Die gepflegte, saubere Altstadt mit ihren überweiegend giebelständigen Häusern, diese allerdings durchsetzt von so manchem modernen Bau (hier ist es das Neue Rathaus am rechten Bildrand), im Mittelpunkt die Moritzkirche und der Pfeifturm, dahinter Herzogskasten und Theater, wiederum dahinter der Turm Triva, dazwischen das Grün des Glacis und der Auwälder, und im Hintergrund die Schornsteine der Raffinerien. Dass das Bild vom Münsterturm aus aufgenommen wurde, bindet auch diesen historischen Großbau in das Ensemble ein.


    Anmerkung: Als ich diesen Beitrag schrieb, vertippte ich mich bei "die gepflegte Altstadt" und schrieb "die geplagte Altstadt". Ja, irgendwie auch wahr...

  • das Neue Rathaus sieht aus wie eine Parkgarage. Da ist doch jetzt auch noch so ein runder, flacher Vorbau davor, der wurde auf den beiden Bildern wohl gerade erst noch gebaut.

  • Kath. Bürgersaal Maria de Victoria


    Ausführlich zur Kirche und dem gewaltigen Deckenfresko:
    http://www.ingolstadt.de/stadtmuseum/scheuerer/ing/mdv-kirc.htm\r
    http://www.ingolstadt.de/stadtmuseum/sc ... v-kirc.htm


    die Fassade zur Neubaustraße:




    1732-36 als Versammlungsraum und Betsaal der Marianischen Kongregation erbaut. 42m langer, 17m breiter und 10,5m hoher Saal,
    das berühmte Deckenfresko von Cosman Damian Asam 1734 geschaffen, erstreckt sich über die gesamte Länge.





    das 490qm große Deckenfresko mit der »incarnatio dominica«, die Menschwerdung des Herrn. Die auf Maria und die ganze Welt einbrechende Gnade durchfährt im Bilde als Lichtstrahl (»radii divinitatis«) in asymmetrischem Zickzack die ganze Deckenfläche.



    Sodann bricht der Lichtstrahl auf Maria ein, die im Tempel kniet.
    Die Tempelszenerie, begleitet vom elfenbeinernen Turm und dem Turm Davids mit den Stufen und der Quelle, die aus dem Tempelberg hervorbricht gemäß der Vision Ezechiels: Alles wird leben, wohin dieses Wasser kommt.




    die Europaecke mit dem Anspruch Bayerns auf die Kaiserkrone, die Karl Albrecht tatsächlich erhielt. Ebenfalls dargestellt einige Repräsentanten der Universität Ingolstadt.



    der einen überall im Raum verfolgende Bogenschütze

  • Ein unglaublicher Raumeindruck und was für eine herrlich pompöse Inszenierung...:anbeten: :engel: Allein schon dieses gigantischen Deckenfreskos wegen wäre die Stadt einen Besuch wert.

    "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
    Arthur Schopenhauer


  • Neubaustraße 2, sog. Tillyhaus (bei der vorigen Aufnahme rechts angeschnitten)


    Der Kastenerker:




    Marienfigur am ehem. Jesuitenkolleg



    Kreuzstraße 4, ehem. Kongregationsgebäude der Bruderschaft Maria de Victoria, Renaissanceportal



    Brunnenhausgasse 5


    zu wohnlichen Wohnungen umgebauter Wehrturm am Oberen Graben



    Kreuztor


    Kreuztor und Liebfrauenmünster im Abendlicht:

  • Südwestliche Altstadt


    Alte Anatomie mit dem Heilpflanzengarten:



    Richtung Hohe Schule


    Taschentorturm:



    Taschenturmstraße, links die Nr. 2 mit altem Blendengiebel (vgl. Reiterkasernstraße 3)



    Bei der Schleifmühle 1, ein Eckhaus mit gut erhaltenem Stabwerkgiebel, um 1500



    Bei der Schleifmühle 2, 4, 6, 8
    Die Nr. 4, ein ehem. Wagnereigebäude mit über Konsolen vorkragendem Überschuß-OG



    Bei der Schleifmühle 5a, dieser Bereich ein ehem. Handwerkerviertel beiderseits der früher hier freilaufenden Schutter, der rosa Giebel der Hohen Schule dahinter



    Bei der Schleifmühle 13, 11, 9, 7
    Die Nr. 13 ein ehem. Gerberhaus (das letzte verbliebene in IN) aus dem 18. Jh., die 11 mit merkwürdigen Öffnungen im Giebel

  • Südliche Altstadt



    Bei der Schleifmühle 15, 13 und 11



    Bei der Schleifmühle 13, ehem. Gerberhaus



    Bei der Schleifmühle 15



    Bei der Schleifmühle 17 („Birnbaumhäusl“), gotisches Handwerkerhaus, 1473 als Gerberhaus in Fachwerkbauweise errichtet, 1992/93 instandgesetzt





    Schäffbräustraße 21, 19 und 17



    Stadtmauer im S, innerhalb dahinter neue, sehr schmale und äußerlich recht hässliche Studentenwohnungen



  • S-Ecke mit Münzbergtor



    Münzbergtor nahe dem Donauufer, um 1390



    Donaustraße, Steuartstraße 1 und 2

    Kanalstraße 6, nur die Fassade erhalten



    Kanalstraße 12 mit neugotischem Treppengiebel



    Gaststätte Daniel, Roseneckstraße 1

  • Das Liebfrauenmünster fehlt noch in der Ingolstadt-Galerie.


    Zuerst eine Außenaufnahme:


    „Wechselhaft war der Ruhm der Einwölbungen der Seitenkapellen des Langhauses im Lauf der Jahrhunderte, in unseren Tagen sehen wir ihn erneut aufleben.“ So steht es im Kirchenführer, ein kleiner Beitrag nachfolgend zum Aufleben.



    Die Abfolge extravaganter Gewölbe, Rippenfigurationen und Abhänglinge in den 6 Seitenkapellen des Liebfrauenmünsters entstand ab 1509, die Ausführung oblag wohl Erhard und Ulrich Heidenreich „aus dem Regensburg Albrecht Altdorfers“.





  • Sehr interessante Giebel. Und auch das Innere der Kirchen zeigt eine ungewöhnliche Opulenz. Vor allem diese ganz außergewöhnliche Decke im Liebfrauenmünster. Vielen Dank für die Fotos.

  • Markus: vielen Dank für deine Ergänzungen. Die filigranen Luftrippengewölbe scheinen mir einen letzten Höhepunkt des gotischen Dekorationsreichtums darzustellen und sind in dieser Form wohl nur selten in Deutschland zu finden.