Städte und Sehenswürdigkeiten - die größten positiven Überraschungen

  • Sie können sich sehen und bezeichnen, wie sie wollen. Dennoch sind sie alle deutsch. Bezogen auf den Kulturraum.


    Deutsch-Schweizer sprechen nicht "eidgenössisch". Letzebuergisch ist keine eigene Sprache, auch wenn sie das gerne hören wollen. Die Deutsch-Belgier nennen sich "deutschsprachig", weil sie mehrmals auf die Schnauze bekommen haben und sich nun im belgischen Staat eingerichtet haben (ohne je frei dazu gefragt worden zu sein), nachdem sie aus dessen Sprachkampf zwischen Flamen und Wallonen als lachender Dritter ihren Nektar bezüglich Autonomie ziehen konnten. Die Österreicher wurden auch zweimal vom Ausland an der Vereinigung mit dem "Altreich" gehindert. Und sie haben dann nach 1955 gesehen, dass sie angesichts des Ost-West-Konflikts als neutrale Zone ohne Besatzungssoldaten nun auch davon mal profitieren.


    Und irgendwann gewöhnen sich junge Leute an alles. Wenn die BRD irgendwann in "Schland", "EU-Zone Mitte" oder "Fuck duits" umbenannt wird, werden sie auch das irgendwann für "normal" halten. Ein entschlossener politischer Wille, von den Medien entsprechend forciert, und sie klatschen dann auch irgendwann wieder, wenn sie sich mit Deutschland vereinigen können. Unvorstellbar? Glaubte mein Kumpel auch, der sich einst gar nicht vorstellen konnte, dass man irgendwann ganz selbstverständlich "Euro" statt "Mark" sagen würde.


    Das heißt selbstverständlich nicht, dass diese Landstriche und deren Bewohner heute Teile der BRD wären oder eines eng gefassten Nationalstaates.


    Für die Zukunft würde ich mir einen neuen Deutschen Bund wünschen, eine Art lockere Verbindung der verschiedenen deutschen Staaten. Von mir aus gerne mit Wien als Hauptstadt und einem gemeinsamen, von allen Bundeseinwohnern gewählten, dort sitzenden Bundespräsidenten oder Kaiser. Die restlichen staatlichen Strukturen können sie weitgehend behalten. Und aus Schloss Bellevue können wir dann gerne ein Museum für Linguistik machen.

  • Heimdall: Ich habe das ja nicht bewertet, sondern einfach eine Tatsache beschrieben. Ja, es gibt einen deutschen Kulturraum, der früher durch Theaterstücke, Literatur und Musik, heute auch durch deutschsprachiges Fernsehen und Onlineangebote geprägt ist. Trotzdem hat eine Entfernung der meisten deutschsprachigen Gruppen von diesem Kulturraum stattgefunden, der aus meiner Sicht irreversibel ist. Früher gab es z.B. eine ganze Menge gemeinsam produzierter Fernsehsendungen, ich weiß nicht, ob es jenseits des "Tatorts", der langsam fossiliert, noch solche gemeinsamen Fernsehprojekte mit der Schweiz und Österreich gibt, sehe allerdings auch fast kein Fernsehen mehr. Ältere Niederländer können u.a. noch so viel besser deutsch, weil sie mit deutschem (Kinder)fernsehen aufgewachsen sind. Heute schaut wohl kaum noch ein Niederländer deutsches Fernsehen, außer eben ältere Leuten in den Grenzregionen, die Musikantenstadl kucken. Ich bin immer überrascht, wie viel mehr Austausch es bis in die 60er/70er Jahre noch gegeben hat, wie viel Strahlkraft deutsche Stars auch im Ausland hatten - alles weg, und das liegt nicht an der mangelnden Qualität (war ohnehin viel Seichtes dabei), sondern irgendwie an dieser Renationalisierung, die parallel zur europäischen Einigung stattgefunden hat. Würde auch sagen, dass Deutschlands kulturelle Strahlkraft auch in Österreich sehr stark nachgelassen hat, ich weiß nicht, wie viele deutschsprachige Bands Österreich überhaupt noch auf dem Zettel haben und umgekehrt.


    Das heißt nicht, dass ich das gut finde, es ist einfach eine Feststellung. Mit "den Medien" hat das alles gar nichts zu tun, es ist -wenn man so will- eine noch weitergehende Nationalisierung der Angelegenheiten. Und einen Luxemburger wirst Du nicht vom Deutschsein überzeugen, wenn Du die Existenz seiner Sprache in Abrede stellst. Durch derartiges Getue wird allenfalls das Französische weiter an Grund gewinnen, wie auch mit dem Beharren darauf, dass Elsässer eigentlich ja Deutsche seien. Viel schneller kriegst Du die nicht auf den Baum als mit solchen Sprüchen.


    Insofern scheint mir eher ein wenig Demut sinnvoll, ein selbstbewusstes, nicht in Verlustängsten und Vergangenheitsglorifizierung gefangenes Deutschland wirkt auch hier wohl deutlich attraktiver, wenn einem eine Art überstaatlicher deutscher Kulturraum vorschwebt.

  • Viel schneller kriegst Du die nicht auf den Baum als mit solchen Sprüchen.

    Bloß wäre mir das ja dann gar nicht so wichtig. Es ist ja niemand gezwungen, seine deutsche Identität zu bewahren. Wenn sie nicht deutsch sprechen wollen, sollen sie es eben lassen. Die Elsässer sind ohnehin an Frankreich verloren. Wenn die Luxemburger solche Angst vor dem Deutsch-Sein haben, sollen sie doch einfach französisch sprechen und in der letzten Konsequenz Franzosen werden. Dann hat das mit diesem absurden Dialekt-Geschreibsel und der lächerlichen Kleinstaaten-Nationsbildung ein konsequentes Ende gefunden. Also, wer gehen will, soll einfach abhauen.


    Und letztlich sind wir ja auch nicht sicher, ob es in 100 Jahren überhaupt noch so etwas wie "deutsch" gibt, abseits einer Art Pidgin-Sprachverständigung. Wenn ich im Freundeskreis sitze, zwischen Bios und solchen "mit Migrationshintergrund", ist, wenn Witze über Deutsche gemacht werden, nur ich gemeint. Die anderen Bio-Deutschen lachen über mich mit, sind bereits wie Luft, neutrale Einzelpersonen, wie aufgelöst, sehen sich selbst allenfalls durch ihren Perso bedingt noch formal als "deutsch" und werden von den Migranten auch nicht explizit so wahrgenommen. Insofern, was haben wir Angst vor ein paar Luxemburgern, die sich in die Hose machen und auf den Baum klettern? :wink:


    Aber, ehe die Moderation durchdreht und auf den Baum springt, lasst uns die Kurve bekommen und positive Stadtüberraschungen posten.


    Also, angetan war ich natürlich von Paris, als ich als 19-Jähriger nach dem Abitur dorthin reiste. Die Stadt hat mich mehr berührt als Rom, wo ich zuvor war. Das kann aber auch zum Teil am regnerischen Wetter und dem stimmig grauen Himmel in Paris gelegen haben, was ich mag. In Deutschland hat mich damals Hamburg überrascht. Ich bin als Twen mit einer damals guten Bekannten ohne jede große Erwartung hingefahren. Dann die Speicherstadt, Harrys Hafenbasar (der alte), das Karoviertel.... Wow, sagte ich, das ist meine Stadt...

  • Es wäre vielleicht einmal ein Anfang, wenn die Deutschen ganz einfach Deutsche sein könnten mit den für sie eigentümlichen Tugenden Höflichkeit, Fleiß, Pünktlichkeit, wissenschaftlicher Geist (1/3 aller weltweit wissenschaftlicher Publikationen wurden auf Deutsch publiziert (sic!)), Erfindertum und Ordnung für die sie seinerzeit auf der ganzen Welt bewundert wurden und man sie sogar als Kolonisten überall und prioritär ansiedelte, damit sie einen fruchtbaren Einfluss in urbarzumachende Regionen dort ausüben. Wenn die Deutschen ihre alten Werte wieder hochalten würden, dann würden auch viele, deren "Deutschsein" verschüttet ist, sich auch wieder darauf beziehen wollen, aber das Bild, das die heutigen Deutschen nach außen hin und ihren Nachbarn in Europa gegenüber abgeben ist leider und zumindest aktuell kein Beispiel mehr, an dem man sich selbst orientieren möchte. Das könnte auch eine Erklärung sein, weshalb man sich andere Vorbilder sucht bzw sich eine neue, eigene Identität zulegt.


    Aber man kann sich auch fragen, warum sich alles immer nur um das große BRD-Deutschland drehen soll, als wenn das der Nabel der "deutschen Welt" wäre? Es gibt in Europa auch kleine, viel besser organisierte Deutschländer wie Österreich, Liechtenstein und noch viel mehr die Schweiz, die als Vorbilder dienen könnten - just food for thougt ;) .


    Quote from Heimdall

    Aber, ehe die Moderation durchdreht und auf den Baum springt, lasst uns die Kurve bekommen und positive Stadtüberraschungen posten.


    Passt irgendwie auch hier zum Thema positive Stadtüberraschungen: Ich war total begeistert von Siebenbürgen mit seinen Kirchenburgen udn abseits der Hauptrouten gelegenen Dörfern, die aussehen wie bei uns vor 100 Jahren! Zwar kannte ich schon unzählige Filem udn bücher über diese Gegend, aber dort zu sein und alles 1:1 zu inhalieren ist eine Erlebnis das man unebdingt noch bald nachholen sollte, bevor dort die vermeintlich guten "westlichen Errungenschaften" Einzug halten. Schon eine asphaltierte Sraße durch so ein Dorf kann das unbeschreibliche Flair zerstören.

  • Oh, heute früh haben die Kulturpessimisten hier aber wieder das Sagen. Die deutsche Sprache ist in Bezug auf den Wortschatz weiterhin eine der produktivsten der Welt und extrem vital, trotz mancher kurzlebiger Anglizismen, die mich auch manchmal nerven. Wenn hier vom Sprachverfall geredet wird, möchte ich doch einmal darauf hinweisen, dass bis weit ins 20. Jhdt. hinein die meisten Berliner den Dativ nicht vom Akkusativ unterscheiden konnten und es in ganz Süddeutschland kein Präteritum und keinen Genitiv mehr gab. Im 19. Jhdt. war das, was wir heute bedroht empfinden, die Sprache einer sehr kleinen Elite, "das Volk" hat immer verballhornt, verpidgint und Komplexität reduziert.


    Ich erlebe die deutsche Sprache im Schriftbereich zur Zeit als extrem reich, allein, wenn ich wie zur Zeit häufig Kinderbücher vorlese, herrlich, was man alles machen kann im Deutschen, macht richtig Spaß. Die paar "isch"-Autoprolls in Offenbach gab es früher genauso, nur dass sie hellere Haare hatten und mit ihren Mopeds prollten. Und selbst, was im von Migranten geprägten deutschen Hiphop läuft, ist nicht nur arm, sondern tlw. richtig kreativ, auch hier spürt man die Lust an der Sprache, am Reimen, am Spiel - es ist eben nur etwas anders als bei Thomas Mann oder Theodor Storm.


    Und Exilwiener: Mein Eindruck ist genau umgekehrt, war ja klar ;). Deutschlands Strahlkraft auch im kulturellen Bereich wird sicherlich nicht durch Deutschtümelei und Vergangenheitssehnsucht größer, ich hoffe außerdem, dass Dir in Deiner Blase nicht entgangen ist, dass das Bild Deutschlands im Ausland in den letzten 10 Jahren deutlich verbessert wurde. Deutschland zählt in vielen Umfragen zu den beliebtesten und angesehensten Ländern der Welt, Angela Merkel ist bei den Briten beliebter als der eigene Premier und das gilt noch für viele andere Länder genauso. Deutschland verzeichnet mittlerweile Wanderungsüberschüsse mit Ländern wie Kanada, Australien und den USA, zum ersten Mal in seiner Geschichte. Auch die Nettoauswanderung Deutscher hat entgegen den tapfer herbeigewünschten Geschichten im "konservativen" Milieu mit zu Hunderttausenden vor Muttis Politik fliehenden Menschen massiv abgenommen und liegt auf einem der tiefsten Niveaus der letzten Jahrzehnte, v.a. unter Berücksichtigung der Tatsache, dass diese Statistik in den 90er und 00er Jahren massiv zugunsten Deutschlands verfälscht durch den Zuzug von Aussiedlern aus Osteuropa, die als Deutsche gezählt wurden und so die Nettoauswanderung massiv verringerten. Da ändern ein paar ostdeutsche Rentner, die an den Plattensee ziehen, original gar nichts dran.


    Euer Narrativ vom ewigen Niedergang ist nicht nur unbegründet, sondern auch schlicht falsch. Der Weg führt ganz sicher nicht über eine Rückkehr zu alten (Sekundär)-Tugenden, sondern über eine Melange aus den positiven Dingen des Deutschseins, derer es viele gibt und einer Öffnung für Neues, im Prinzip also genau dem, das nun geschieht.

  • Red mal mit Mittelosteuropäern, was die von "euch" halten.

    Heinzer, man muss nicht andere derart mit einem billigen BRD-Hurra-Patriotismus provozieren, indem man eine - gelinde gesagt- höchst umstrittene Politikerin, die nach einer nicht ganz unwesentlichen Gegenansicht als Sargnagel Europas angesehen wird, so in den Himmel hebt. Auch das ist politische Stänkerei und gehört gelöscht.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Wie können Fakten provozieren? Dass es bei unseren ostmitteleuropäischen Nachbarn unter der Oberfläche antideutsche Reflexe gibt, dürfte sich aus der Geschichte erklären. Wir sind eben der große, immer schon dominante Nachbar, der vor nicht allzulanger Zeit die Region in einen katastrophalen Konflikt gestürzt hat, der dann zur Unterjochung der Großregion unter das Sowjetregime geführt hat. Mich wundert eher, wie grundsätzlich positiv und aufgeschlossen die meisten Menschen dort Deutschland gegenüber sind. Aber da braucht es nicht viel, so etwas wieder hochkochen zu lassen, und das wissen die Strategen dort auch.


    Überall dort, wo selbsternannte Konservative das Zepter übernehmen, brodeln alte Konflikte hoch und werden Ressentiments bedient, das geht gar nicht anders. Siehe die lustige Geschichte zwischen Salvini und der FPÖ, als letztere auf die Idee kam, Südtirolern die österreichische Staatsbürgerschaft anzubieten - auf eine solche Schnapsidee muss man erstmal kommen, einen wirklich und nach Jahrzehnten der Auseinandersetzungen halbwegs gelösten Konflikt völlig ohne Not wieder aufreißen, das können sie ganz hervorragend. Der Migrationsheld Salvini fand das plötzlich gar nicht mehr so witzig, so einen Vorschlag unter politischen Brüdern. Wie gesagt, von außen betrachtet ist die Fähigkeit dieser Kasper, alte Konflikte wieder anzuheizen, unübertreffbar.


    Die PiS war auch schon vor "2015" glühend antideutsch und spielte zu gerne mit Ressentiments, genau wie im Westen der RN das alte Bild des Erzfeinds wiederaufleben lässt. Das Thema zweisprachiger Unterricht im Elsass und die Haltung des RN dazu hatten wir hier ja erst neulich.


    Wie gesagt, wer ein Europa der alten Konflikte möchte, kann gerne so weitermachen. Gottseidank sehen das in Deutschland weiterhin sehr wenige Leute so.

  • Was für Fakten? Jene, die du wohlweislich auslässt?

    Wenn es durchgezogen wird, dass Politik hier nix zu suchen hat, dann haben auch solche Phrasen zu unterbleiben:

    Angela Merkel ist bei den Briten beliebter als der eigene Premier

    da muss man schon ein sehr verbissener Parteigänger sein, um so was zu verzapfen. Noch nie vom Brexit und seinen Ursachen gehört?

    Merkel ist ein einziger Alptraum für Europa, und ihr Name wird für künftige Generationen ein Fluch sein.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Okay, lass uns das hier nicht ausarten lassen, sonst wird wieder alles gelöscht. Das, was ich schrieb, war meine Meinung, die aus meiner Sicht durch viele Fakten belegt zumindest nicht völlig falsch sein kann. Hier mal eine aktuelle Umfrage aus dem UK zum Thema Angela Merkel:


    Umfrage zu Merkel


    Sie ist im Vereinigten Königreich trotz des Geklingels um den Brexit die zweitbeliebteste ausländische Politikerin (inklusive natürlich allen Politikern).


    Du hast eine andere Meinung, vollkommen in Ordnung.


    Positive Überraschungen:

    Hamburg (zum zweiten Mal erst in den 2010er Jahren entdeckt)

    Düsseldorf

    Leipzig


    bei den großen Städten in Deutschland. Schön fand ich viele, war aber eben nicht positiv überrascht, weil ich schon vorher viel gelesen hatte.

  • Kulturpessimisten ... "das Volk" ... Deutschtümelei ... Blase

    Ui, da hat aber Satzbausteinautomat wieder ein Stakkato abgefeuert.


    Das Volk in Anführungszeichen gesetzt, das scheint neuerdings en vogue zu sein, wie auch eine Twittermeldung des Auswärtigen Amtes zeigt (hier oder hier)


    Euer Narrativ vom ewigen Niedergang ist nicht nur unbegründet, sondern auch schlicht falsch


    Die städtebauliche Strahlkraft der deutschen Städte geht mE hauptsächlich von dem vor 1918 entstandenen baulichen Erbe aus. Insofern ist insbesondere seit den 1960er tatsächlich ein architektonischer Niedergang zu verzeichnen.


    Betrachtet man zudem die Entwicklung der schulischen Leistungen von Grund- und Hauptschülern, Gymnasiasten und auch von Lehrlingen, Gesellen und Meistern, so ist auch hier über die letzten Jahrzehnte hinweg ein deutlicher Verlust an Niveau zu konstatieren. Mag sein, dass sich dies in Bremen anders darstellt.


    Lesemuffel auf dem Niveau von Analphabeten

    Jeder fünfte fünfzehnjährige Schüler in Deutschland kann nur einfache Sätze lesen und verstehen.


    Und in Deutschland war man einst mal stolz darauf, weltweit über die geringste Quote an Analphabeten zu verfügen. Lang ist's her ...


    Wie sieht es mit Spitzenleistungen in Wissenschaft, technischen Erfindungsreichtum und Kultur aus. Vergleicht man die zeitgenössische BRD mit dem späten kaiserlichen Deutschland, so fällt der Vergleich für erstere dürftig aus. Gut, wer Migranten-Rap mit Thomas Mann auf eine Stufe stellt, hat offensichtlich einen anderen Massstab als ich.


    Der Weg führt ganz sicher nicht über eine Rückkehr zu alten (Sekundär)-Tugenden


    Die Tugenden, die nach meinem Verständnis das deutsche Wesen auszeichneten, sind: Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, Treue, Gerechtigkeitssinn, Freiheitsliebe, Hingabe, Beharrlichkeit, "einer Sache auf den Grund gehen" ...


    Und irgendwann gewöhnen sich junge Leute an alles. Wenn die BRD irgendwann in "Schland", "EU-Zone Mitte" oder "Fuck duits" umbenannt wird, werden sie auch das irgendwann für "normal" halten

    Ich glaube tatsächlich, dass sich Heinzer & Konsorten recht schnell an den Namen "Schland" gewöhnen würden, bietet er doch in deren Augen viele Vorteile. Der anachronistische, wenig integrative (und gewiss auch rassistisch aufgeladene) Bestandteil "Deutsch" fällt bis auf den auch für Neubürger leicht auszusprechenden "Sch"-Laut weg. Darüber hinaus wird der deutsche Diphtong "eu" auch kaum in Afrika verwendet, also abermals Ausgrenzung und Rassismus.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Ich bin übrigens der Meinung, dass deine Ergüsse sehr wohl gelöscht gehören, einfach, weil sie eine Provokation darstellen. Umfragen sind immer so eine Sache. Welche ausländischen Politiker kennen denn die Briten, wer stand da großartig zur Wahl? Trump, Putin, Salvini etc?

    Das eindrucksvollste Votum haben sie beim Brexit abgegeben.

    Und der Verweis auf rechtsstehende Parteien wie die PiS ist Themenverfehlung. Es sind die besonnenen, bürgerlichen Kräfte, die über euch den Kopf schütteln und die nicht wollen, dass ihr Land zur Turd-World wird.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • .....dass das Bild Deutschlands im Ausland in den letzten 10 Jahren deutlich verbessert wurde. Deutschland zählt in vielen Umfragen zu den beliebtesten und angesehensten Ländern der Welt, Angela Merkel ist bei den Briten beliebter als der eigene Premier und das gilt noch für viele andere Länder genauso. ...

    Nicht Deine ernst hoffe ich ?. Frau Merkel ist in Beliebtheit in Polen ungefaehr fast wie Putin bei uns, wenn auch andere Gruende. Leider muss ich Gegenteil bestaetigen. Vielleicht auch Zeitung aus andere Laender bitte lesen. Deutschland ist in unsere Augen auf keinen gute Weg. Wir Polen sind abgeschreckt von deutsche Grosstaedten. Meine nicht die Architektur.


    Und Umfragen...Honecker und unsere Jaruzelski hatten 99,9 Prozent ?

  • Zum Thema:


    Also, für mich war im letzten Jahr Danzig eine positive Überraschung. Ich hatte mir das städtebaulich rekonstruierte Areal viel kleiner vorgestellt. Mir haben die Gassen mit ihren teils pittoresken Giebelhäusern sehr gut gefallen, auch die architektonischen Neuinterpretationen.

  • Nicht Deine ernst hoffe ich ?. Frau Merkel ist in Beliebtheit in Polen ungefaehr fast wie Putin bei uns, wenn auch andere Gruende. Leider muss ich Gegenteil bestaetigen. Vielleicht auch Zeitung aus andere Laender bitte lesen. Deutschland ist in unsere Augen auf keinen gute Weg. Wir Polen sind abgeschreckt von deutsche Grosstaedten. Meine nicht die Architektur.


    Und Umfragen...Honecker und unsere Jaruzelski hatten 99,9 Prozent ?

    Hast Du dafür einen Beleg außer Gefühlen aus Deiner Blase? Die Polen, mit denen ich rede, sehen das eher anders und schämen sich eher ihrer eigenen Regierung. So können wir uns nun mit Gefühlen aus unseren respektiven Blasen gegenseitig malträtieren, an den Tatsachen ändert das aber nichts. Dass PiS mit sehr fragwürdigen Methoden Stimmung gegen Deutschland macht, und das wahrlich nicht erst seit "2015", habe ich außerdem oben erwähnt. Wie schlau es ist, sich in der geostrategischen Position Polens mit gleich beiden seiner großen Nachbarn anzulegen, steht auf einem anderen Blatt.

  • Zum Thema:


    Als ich im Sommer 1993 zum ersten mal mit einem Freund in Ungarn war und wir seine Familie (seine Mutter ist Ungarin) in der Nähe von Szeged besuchten, fuhren wir auch nach Szeged hinein.


    Ich war an sich noch relativ unbefleckt von architektonischen und städtebaulichen Themen und hatte auch überhaupt keine Idee von dieser Stadt und umso überrraschter war ich vom prächtigen kuk-Erbe.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Die Deutschen sind immer sehr verkrampft, wenn es um das nationale Empfinden geht. Deshalb finde ich es gut, dass wir hier mal darüber reden. Ich denke, die Moderation sollte die Diskussion hier laufen lassen und nicht abwürgen oder auskoppeln. Diese Diskussion in angenehmem Ton ist ein seltener Glücksfall.


    Erstaunlich, dass selbst Konservative so mit Deutschland fremdeln.

    Russland heißt aber im Russischen eben anders, nicht mit dem ideenlosen -land am Schluss.

    Russland heißt im Russischen - gesprochen - "Rassija" - mit offenem a in der ersten Silbe und stark betontem i in der zweiten. Das Wort wird gebildet aus dem bedeutungstragenden Wortstamm "ross" und der produktiven Endung zur Bildung von Ländernamen "-ija". Dieser entspricht im Deutschen die Endung "-ien". Vergleiche dt./russ: Tschech-ien / Tschech-ija oder Armen-ien / Armen-ija. Analog zur russischen Wortbildung Rossija müsste Deutschland im Deutschen also Deutsch-ien heißen. Wenn das nicht banal ist. Germanien, was der Name für Deutschland im Russischen (Germanija) und einigen anderen Sprachen ist, geht im Deutschen nicht, weil "germanisch", "Germanien" bei uns eine andere Bedeutung hat. Die Bezeichnung für Sprache und Volk ist nun mal "deutsch". Deutsch-land = deutsches Land = Land der Deutschen. Das passt doch.


    Die Ungarn lieben ihre Sprache und den Namen ihres Landes. "Magyarország" ist eine ebenso einfache Zusammensetzung wie "Deutschland". Aus "magyar" (Ungar, ungarisch) und "ország" (Land). Wörtlich übersetzt also "Ungarland". Kein Ungar käme auf die Idee, den Landesnamen für "ideenlos" oder unschön zu halten.


    "Deutschland" als heiliges Wort? Nie und nimmer. Dazu fehlt es bereits an historischer Tiefe. Kein Mensch kann sagen, was das genau ist, wo es genau liegt.

    Das ist eigentlich ein Konstrukt antinationaler linker Kreise. Der moderne deutsche Nationalstaat beginnt 1867 mit dem Norddeutschen Bund. Doch gab es Deutschland selbstverständlich vorher auch schon. Dass sich die Grenzen im Laufe der Zeiten ändern und nicht immer genau bestimmen lassen, ist in der Geschichte europäischer Nationen nicht ungewöhnlich. Man kann sich im Frühmittelalter an der germanisch-romanischen Sprachgrenze und an der germanisch-slawischen Sprachgrenze (sowie nach der ungarischen Landnahme der germanisch-ungarischen Sprachgrenze) orientieren. Desweiteren spielt die Unterordnung unter das ostfränkische Königtum eine Rolle, durch die eine zumindest lockere staatliche Zusammenfassung gegeben war. In den skandinavischen Ländern hatte es eigene, vom Ostfrankenreich unabhängige Staatenbildungen gegeben. Der ostfränkische/frühdeutsche Staat entwickelte sich dann weiter. Es geht letztlich um ein zusammenhängendes Territorium mit einer gemeinsamen politischen Geschichte und Sprache. Wobei politisches Territorium und Sprachgebiet nicht deckungsgleich sind. Aber das ist nichts Besonderes in der Geschichte.


    Und um was zum Strangthema zu sagen: Ungarn hat nicht nur eine schöne Sprache, sondern hat mir auch landschaftlich und kulturell gut gefallen.

  • Heizer, auch wenn du leider nicht merkst, aber mit deine einfache Antwort zeigest du, das manche Deutsche seit Krieg nicht wirklich geändert haben. Polen hat sich diese mal nicht mit Deutschland angelegt. Deutschland hat sich 180 grad geaendert unter Merkel. Leider. Wir koennen aber beide gluecklich seien. Du in deine linke Blase und ich in meine rechte Blase. Alles gut. Keine von uns will mit andere tausche . Wir brauche uns hier nicht streite, das tue schon unsere dumme Politiker selbst.

  • Die Deutschen sind immer sehr verkrampft, wenn es um das nationale Empfinden geht. Deshalb finde ich es gut, dass wir hier mal darüber reden. Ich denke, die Moderation sollte die Diskussion hier laufen lassen und nicht abwürgen oder auskoppeln. Diese Diskussion in angenehmem Ton ist ein seltener Glücksfall.


    Erstaunlich, dass selbst Konservative so mit Deutschland fremdeln.

    Konservative fremdeln mit diesem Deutschland. Das sind die kognitiven Dissonanzen, die man einfach braucht heutzutage. Auf der einen Seite ist Deutschland immer Opfer, wird ausgenommen von der wahlweise turbokapitalistischen oder sozialistischen EU, den bösen Ausländern oder faulen Südeuropäern, wird künstlich kleingehalten von einer antideutschen kulturmarxistischen Politelite, auf der anderen Seite ist es arrogant und selbstgefällig, zu dominant. Auch "am deutschen Wesen soll die Welt genesen" hört man früher oder später dann ironischerweise immer von rechts, wenn ich es nicht selbst gesagt hätte, wäre es bestimmt gleich gekommen.


    Das eine (Opfer, Schuldkult, Zahlmeister) passt nicht zum anderen (arrogant, dominant, sendungsbewusst), aber das stört nur peripher. Aus diesem Grund führt aus meiner Sicht kein Weg an einem positiven, entspannten und gleichzeitig selbstbewussten Deutschland vorbei. Nicht alle vor Angst auf dem Baum vorm Niedergang und Selbsthass, aber trotzdem behutsam die komplexen Befindlichkeiten der Nachbarn im Blick behaltend. Dass so ein Prozess niemals geradlinig und reibungslos verläuft, ist vollkommen klar, der alte und neue Hegemon wird immer kritisch beäugt, und zwar zurecht. Insofern ist es auch vollkommen in Ordnung, Deutschland zu kritisieren, auch für das ungeschickte Verhalten 2015 und die etwas moralinsaure Empörung damals. Trotzdem muss es weitergehen, und eine Kritik, der sich allein an einer Person und einem Thema abarbeitet, verliert spätestens nach 5 Jahren etwas an Reiz und wirkt erstarrt, rückwärtsgewandt, langweilig.


    Ich bin weiterhin ganz optimistisch, was Deutschland angeht, wenn es nicht den Rattenfängern auf den Leim geht. Aber auch diese Gefahr scheint deutlich rückläufig zur Zeit und Vernunft doch wieder einzuziehen nach der extremen Emotionalisierung, die das Elixier der neuen politischen Bewegungen ist auf beiden Seiten des politischen Spektrums.

  • Dass Konservative mit diesem Deutschland fremdeln, ist richtig. Es ist ja nicht ihres. Wenn eine andere Agenda herrschen würde, würden Liberale und Linke wieder mit jenem Deutschland fremdeln. Und selbst der aggressivste antideutsche "Antifa" würde vermutlich entspannter auf den Begriff "deutsch" reagieren, wenn das Land von einem der Seinen regiert würde und im Parlament zu 100% nur die Parteien "Antira", "Autonome Feminist*Innen" und "Antif.Aktion" sitzen würden. Das ist also jetzt nichts neues.

    Ich bin weiterhin ganz optimistisch, was Deutschland angeht, wenn es nicht den Rattenfängern auf den Leim geht.

    Erstens haben wir da natürlich ein gerne durch die Medien geliefertes Erklärungsmuster, dass die regierenden Politiker aus ihrer Verantwortung entlassen soll. Wenn etwas schief läuft, waren früher die "Ju..." oder die "Bourgeoisen Saboteure" schuld, heute sind es die "Populisten" oder Nagetierfänger. Die sind dann sogar verantwortlich für die Scherben, die ihre Vorgänger hinterlassen.

    Zweitens werde ich mir den ersten Teil des Satzes mal kopieren und aufbewahren. Ich erlaube mir, ihn bei Bedarf immer mal zu zitieren, wenn wir in den nächsten Jahren mit den neuen Schulden, außen- und innenpolitischen Verwerfungen konfrontiert werden. Spätestens wenn es in Richtung Rente geht. :zwinkern:

    (Ich bin mal wieder böse heute... :P^^:D)

  • als letztere auf die Idee kam, Südtirolern die österreichische Staatsbürgerschaft anzubieten - auf eine solche Schnapsidee muss man erstmal kommen, einen wirklich und nach Jahrzehnten der Auseinandersetzungen halbwegs gelösten Konflikt völlig ohne Not wieder aufreißen, das können sie ganz hervorragend.

    Zunächst einmal ist das eine alte Idee der Südtiroler Volkspartei, die nach langem Drängen von der österreichischen Regierung aufgenommen wurde. Und zum anderen ist ja unstrittig, daß deutsch- und ladinischsprachige Südtiroler österreichischer Abstammung sind (die "Trentiner" natürlich auch) - zumal ja umgekehrt Italien selbst sehr umfassend Auslandsitaliener einbürgert:


    Einerseits in Kroatien (Istrien, Dalmatien und Rijeka), siehe hier (ganz unten: La Legge 8 marzo 2006, n. 124 prevede ...) - sind aber zugegebenermaßen nur etwa 25.000 Pässe.


    Weitaus größzügiger ist man da mit der Paßvergabe in Richtung Südamerika, wo rund eine halbe Million Einbürgerungen speziell in Brasilien und Argentinien erfolgten und allein eine Viertelmillion Südamerikaner auf der Warteliste steht (siehe z. B. hier).


    Einzige Voraussetzung: Der Ur-Ur-Urgroßvater darf nicht vor 1912 ausgewandert sein (siehe Cittadinanza italiana: guida pratica su come ottenerla), Gesetzestext von 1971 siehe hier.


    Man regt sich also über etwas auf, das man selbst noch viel großzügiger handhabt.