Städte und Sehenswürdigkeiten - die größten Enttäuschungen

  • Ich weiß nicht, ob ich mal eine Reise machen soll nach Nürnberg mit Fürth, Ansbach, Amberg etc, da wäre sicher viel zu entdecken, aber irgendwie sträubt sich da was in mir.


    Nürnberg/Fürth/Ansbach liegen in Mittelfranken.


    Amberg würde ich eher verbinden mit Waldsassen, Weiden und Regensburg. Dann hast du einen Überblick der Oberpfalz von Nord/Mitte/Süd und von Waldsassen ist es ein Katzensprung nach Eger/Cheb.


    (Gewiss, einen Abstecher nach Nürnberg kannst du immer machen, steht ja doch noch genug sehenswertes. Um beim Strangthema zu bleiben: Diese Stadt zählt allerdings - natürlich aufgrund höherer Erwartungen - zu meiner ersten Enttäuschung, als ich als Heranwachsender einst mit zwei Burschen mit dem Zug dorthin fuhr und wir auf's Geratewohl umherspazierten. Viele Bausünden, bzw. belanglose Bebauung, selbst am Hauptmarkt etc. ... ist hier ja alles bekannt ... bei den Mädels hingegen war Nürnberg als Shopping-Stadt immer beliebt. Mich zog es dann eher in das von AM gleich weit entfernte Regensburg und zum Studium später nach Leipzig)


    Mit dem Radl gibt es zudem einen schönen und entspannten Weg von AM über Kallmünz nach R.


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    P.S.: Und auf halben Weg von AM nach N befindet sich die mittelfränkisch-malerische Kleinstadt Hersbruck.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Vor allem Brüssel hat mich (mal abgesehen vom Marktplatz) ziemlich enttäuscht, und auch Köln gefiel mir beim ersten Besuch gar nicht. Mittlerweile weiß sich aber, dass man in diesen Städten einfach nach verstecken Perlen suchen muss, die es dann zum Glück auch genügend gibt. Von Duisburg und Wesel dagegen hatte ich gar keine Erwartungen, also wurde ich dort auch kaum enttäuscht. :)

  • Peking hat im Tat eine Altstadt aber es ist die Vorstadt die direkt ausserhalb die Stadtmauer liegt. Man findet auch Gassen im Hutongs. Ich habe cirka 2000 Fotos von Pekings Altstadt...

    Ich war vor ca. 10 Jahren dort und hatte ein paar Bilder gemacht.


    Ich hatte gehofft, so würde die Altstadt aussehen (sind aber die Dächer der Kaiserpalastanlage)



    In der Realität dann eher so: ein paar einstöckige, graue Garagenhäuser als Altstadt und moderne Hochhäuser ringförmig um die Altstadt angeordnet


  • @Kaoru , Venedig hab ich auch nur als ziemlich übel in Erinnerung. Wir waren Silvester 2003 dort, es regnete und die Stadt roch übel nach Moder. Vor der Markuskirche stand ne riesen Schlange und die wollten 20 € Eintritt haben! Sich in den Gassen mal beim Capucino (für 5 € ) sich aufzuwärmen, war unmöglich, da es in diesen Kaffees etwa genau so kalt war wie draußen. Zudem wurd man beständig überall von Rosenverkäufern und anderen Gelichter genervt. Völlig durchgefroren gönnten wir uns dann am Markusplatz eine geheizte Wirtschaft - die Tasse Tee 9 € und für die laienhaft gespielte Musik wurden ebenfalls noch mal 18 € berechnet.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Also wenn man uber die Altstadt von Beijing reden darf - es ist ja extrem unubersichtlich - im Altstadtgebiet wohnen immer fast 1,8 Millionen einwohner. Historisch sind die Häuser im Tat einstöckisch.


    Diese findet man im grossen Zahl um Houhai Hutong, Drum/Bell tower hutong, nnanluoguxiang hutong oder die eigentliche Geschäftszentrum um Qianmen Dajie/Dashilar hutong.


    Historische Zentrum um Qianmen

    https://www.chinadragontours.c…in-Beijing-07-788x396.jpg


    https://media-cdn.tripadvisor.…s/16/f4/8a/34/caption.jpg


    https://lh3.googleusercontent.…zJrVxtUSMuCaM4R9pzlYhRICI

  • Onkel Henry

    Seltsamerweise haben wir es in Venedig geschafft, sämtlichen Tourismusfallen zu entkommen. Das Quartier war zwar etwas angegammelt, sonst aber, auch preislich vollkommen okay, und die paar Mal die wir in der Altstadt gegessen haben, waren auch in Ordnung, für deinen Teepreis haben wir zumindest eine große Pizza bekommen. Aber von deinen Erfahrungen habe ich auch schon oft gehört.

  • Das grausamste in Venedig war ja - mich verspürte ein recht eiliges Bedürfnis und mit öffentlichen Örtlichkeiten sah es da nicht so gut aus (Gut, ich war zwar ohnehin schon von unten so wie von oben naß da wär das auch nicht mehr aufgefallen, aber ich ziehe mich für solche Zweck doch ganz gern zurück). Ich steuerte also auf so eine Wuhan Kneipe zu (oder was auch immer das war, jedenfalls vom Personal her doch arg fernöstlich) und gedacht nun höflich um die Benutzung des stillen Örtchens zu bitten - deutsch konnten die nicht, ich wiederum nicht ihre Sprache und so versuchte ich mich dem englischen und bat höflich "can i pissed hier? " , worauf hin ich sehr mit Nachdruck vom Personal wieder an die frische (Regen)Luft geschoben wurde. :schockiert:

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • In Italien kann man in jeder Caffè-Bar jederzeit zur Toilette gehen, und wenn man nicht dreist wirken möchte, bestellt man halt für 70, 80 oder 100 Cent einen Kaffee dazu (man muss ja nicht gerade am Markusplatz einkehren). Kein Grund jedenfalls, um sich ein Stadterlebnis verhageln zu lassen. Mit ein paar Brocken Italienisch ("Buongiorno, scusate, per il gabinetto...?") wird man selten unhöflich behandelt.

  • es ist überhaupt absurd, sich von überwältigen Städten enttäuscht zu fühlen, nur weil man draufkommt, dass sich auch andere für diese interessieren. Schließlich ist man auch selbst Teil des Massentourismus.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ich war zweimal in Venedig und jedesmal begeistert. Die Touristenmassen konzentrieren sich auf wenige Straßen, sodass man etwas abseits schnell seine relative Ruhe hat. Das gilt auch für die Touristenfallen unter den Restaurants und Cafés.

  • es ist überhaupt absurd, sich von überwältigen Städten enttäuscht zu fühlen, nur weil man draufkommt, dass sich auch andere für diese interessieren. Schließlich ist man auch selbst Teil des Massentourismus.

    Es gibt einen Unterschied z. B. zwischen Reisende, die ständig auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs sind und innerhalb von 10 Jahren fünf mal auf dem Markusplatz ausgespült werden, ohne sich wirklich für die Stadt zu interessieren und auf der anderen Seite Reisende, die als Individualtouristen einmal in 20 Jahren Venedig besuchen und dabei sich tiefgreifend für die Stadt interessieren. Erstere würde ich als Massentouristen bezeichnen.

  • Klar. Das Kreuzfahrtwesen ist ein Unding wie der Flugtourismus. Hoffentlich geht da viel durch Corona in Konkurs. Aber grundsätzlich ändert das nichts daran, dass man nicht der einzige auf der Welt ist, der Prag oder Venedig schön findet.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Klar. Das Kreuzfahrtwesen ist ein Unding wie der Flugtourismus. Hoffentlich geht da viel durch Corona in Konkurs. Aber grundsätzlich ändert das nichts daran, dass man nicht der einzige auf der Welt ist, der Prag oder Venedig schön findet.

    Das stimmt :wink:

    MODERNExit

  • Ich habe Venedig auch zweimal besucht, das erste mal war wirklich wunderbar. Die Anreise erfolgte mit dem Zug, mitten im Winter - ich glaube es war Mitte/Ende Februar, der Karneval schon vorbei. In München war es noch bewölkt dann klarte es in Richtung Alpen immer mehr auf und blieb bis zur Rückkehr richtig sonnig. Ich fuhr also dem Versprechen des Südens entgegen. Sehr schön war auch die Fahrt durchs sonnige Südtirol, mit den tiefblauen Himmel. In Venedig war das Wetter angenehm, nicht zu kalt, nicht windig, streng gerochen hat überhaupt nichts. Die Touristenströme hielten sich sehr in Grenzen. Man wurde nirgends überrannt, außer vor dem Bahnhof und vor San Marco traf man auf keine größeren Menschenmassen. Wenn man abbog in eine der unzähligen Gassen abseits der Hauptrouten wurde es sofort still, manchmal fühlte es sich eher nach einem abgelegenen italienischen Bergdorf an als in Venedig zu sein. Die generell weniger besuchten Teile der Stadt waren ab dem frühen Nachmittag quasi tot. Teilweise war das dann doch eine recht düsterer Eindruck. Mit einer sehr netten Begleitung habe ich stundenlang die Stadt erkundet. Unvergesslich. Und diese holde Maid konnte ich auch noch ablichten, früh morgens am Piazza San Marco, als sie sich für ein Fotoshooting am Laternenmast rekelte:


    venpiazzasanmarcor1jti.jpg



    Der zweite Besuch war nur eine Abstecher mit einem Kumpel den man sich hätte sparen können, aber Venedig lag verführerisch nah an unserer eigentlichen Destination. Es war Herbst, es goss ununterbrochen in Strömen (kurz vor Mestre schien noch die Sonne!) und die Stadt war zum bersten mit Leuten gefüllt. Nach drei Stunden sind wir wieder zurück aufs Festland...

  • Ich war zweimal in Venedig und jedesmal begeistert. Die Touristenmassen konzentrieren sich auf wenige Straßen, sodass man etwas abseits schnell seine relative Ruhe hat. Das gilt auch für die Touristenfallen unter den Restaurants und Cafés.

    Das war auch unsere Erfahrung: die Strecke von der Rialto Brücke bis zum Piazza San Marco ist die allerschlimmste, aber abseits, z. B. im ehemaligen Ghetto, ist es wesentlich besser. Florenz ist eigentlich schwieriger, finde ich, weil die meisten Touristen sich wohl länger in der Stadt aufhalten, und sich alle bemühen sich dieselben Kunststätten zu besuchen. Es stimmt, daß man In beiden Städten sehr aufpassen muß gute Restaurants zu finden.


    Man muß sich auch Zeit lassen um die Städte persönlich zu entdecken. Und natürlich Hochsommer vermeiden.

  • Ich war gestern - leider nur über Tag - in Prag und war begeistert, wie leer und ruhig die Stadt war! Keine Massen wie sonst um diese Zeit. Um es kurz zu machen, wer von Euch noch nie in Prag war, der sollte das dieses Jahr tun, denn so ruhig und gelassen wie jetzt war es in Prag MItte des letzten Jahrhunderts! Das gleiche gilt sicherlich auch heuer vermutlich für Venedig, weil das gerade hier Thema ist. Die glasklaren Kanäle allein wären es schon wert und kein stundenlanges Anstehen bei der einen oder anderen Sehenswürdigkeit!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Mein Pragbild wurde doch in der CSSR geprägt und eigentlich bin ich froh darüber. Ich hab die alte Dachlandschaft noch geschaut und die alten Kalkputzfassaden, die alten noch nicht gar so übervölkerten Innenstadtgassen - richtig leer hat man die Karlsbrücke natürlich nie erlebt. Das heutige Prag geht mir irgendwie auf die Nerven, ohne dass ich das genau artikulieren könnte.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.