Städte und Sehenswürdigkeiten - die größten Enttäuschungen

  • Ja, war ich vor...3 Jahren oder so? Ist ne ganz andere Nummer. Gute Mischung aus Alt- und Neustadt. Wobei dort außerhalb des Rings (abgesehen von dem Jugendstilviertel) auch noch einiges gemacht werden muss. Fand diese einetagigen Holzhütten zwischen den Jugendstilbauten ne interessante Kombi.

    Stimmt, die Preisunterschiede sind auf jeden Fall signifikant. In Tallinn war ich abends in Resturants und Helsinki im Supermarkt :D. Aber wenn ich alleine essen gehe, kann ich mich eh nie entscheiden.

  • Fur mich war Basel eine grosse entäuschung -ich hatte da zu hohe Erwartungen und die Stadt war so eine unharmonische Mischung aus Gegenwart, mehr Gegenwart und ein paar Traditionsinseln - da kommt Augsburg und Freiburg kompletter ruber oder jede andere Grossstadt im Schweiz

  • Ich habe das auch schon mal geschrieben. Basel hat schöne Altstadtgassen. Aber außerhalb des Kernbezirks sieht es dank Abrissen aus wie eine beliebige westdeutsche Stadt, die unter Krieg und Nachkriegszeit gelitten hat. Je stärker man an den Stadtrand gelangt, umso modernistischer und monströser wird alles. Ich war regelrecht schockiert, weil ich doch mit der Erwartung dorthin fuhr, in eine Art kriegsunversehrte Idylle zu geraten. Dennoch war die Reise schön, und sie war mit einem besonderen Erlebnis verbunden: dem Morgestraich.

  • Quote from Heimdall
    Je stärker man an den Stadtrand gelangt, umso modernistischer und monströser wird alles.

    Hm, wohl ein ganz spezifisch basileisches Problem...

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ich habe das auch schon mal geschrieben. Basel hat schöne Altstadtgassen. Aber außerhalb des Kernbezirks sieht es dank Abrissen aus wie eine beliebige westdeutsche Stadt, die unter Krieg und Nachkriegszeit gelitten hat. Je stärker man an den Stadtrand gelangt, umso modernistischer und monströser wird alles. Ich war regelrecht schockiert, weil ich doch mit der Erwartung dorthin fuhr, in eine Art kriegsunversehrte Idylle zu geraten. Dennoch war die Reise schön, und sie war mit einem besonderen Erlebnis verbunden: dem Morgestraich.

    Ich fand auch die Kernzone um die Marktplatz auch sehr gemischt und enttäuschend. Es ist nicht so dass es potthässlich ist. Aber war man in Strassburg oder Freiburg zum Besuch da muss man nicht unbedingt nach Basel fahren.

    35 Freie Str.

    https://maps.app.goo.gl/SvWcjitdiJcmaw1t8

  • Hannover hätte ich mir besser vorgestellt - wirklich nicht viel zu sehen für eine Landeshauptstadt und wenig Bemühungen, dies zu verbessern.

    Peking hat praktisch keine Altstadt, wahrscheinlich nie nennenswert gehabt. In der Mitte der sehenswerte Kaiserpalast mit Gartenanlagen umgeben von Kreisen aus Neubauten aus den 50er bis 2000er Jahren.

    In Italien hatte ich von Genua eine andere Vorstellung gehabt. Die Altstadt besteht aus engen an den Berg getriebenen Straßenschluchten mit eingeengten Barockpalästen. Der Übergang zum Maximalhistorismus am Ferrari platz ist so abrupt als ob man eine andere Stadt betritt. Die Hafenanlage ist als solche kaum zu erfassen, auch kein Strand verfügbar. Der kleine Dom und sein noch kleinerer Platz sind aber wieder sehenswert eben weil er so ungewöhnlich ist.

  • In Genua ist natürlich schade, dass die Hafen/-/Uferpromenade durch die Hochstraße zusätzlich verhunzt wurde. Ein paar repräsentative Bauten gibt es ja dort.

  • Hannover hätte ich mir besser vorgestellt - wirklich nicht viel zu sehen für eine Landeshauptstadt und wenig Bemühungen, dies zu verbessern.

    Peking hat praktisch keine Altstadt, wahrscheinlich nie nennenswert gehabt. In der Mitte der sehenswerte Kaiserpalast mit Gartenanlagen umgeben von Kreisen aus Neubauten aus den 50er bis 2000er Jahren.

    In Italien hatte ich von Genua eine andere Vorstellung gehabt. Die Altstadt besteht aus engen an den Berg getriebenen Straßenschluchten mit eingeengten Barockpalästen. Der Übergang zum Maximalhistorismus am Ferrari platz ist so abrupt als ob man eine andere Stadt betritt. Die Hafenanlage ist als solche kaum zu erfassen, auch kein Strand verfügbar. Der kleine Dom und sein noch kleinerer Platz sind aber wieder sehenswert eben weil er so ungewöhnlich ist.

    Peking hat im Tat eine Altstadt aber es ist die Vorstadt die direkt ausserhalb die Stadtmauer liegt. Man findet auch Gassen im Hutongs. Ich habe cirka 2000 Fotos von Pekings Altstadt...

  • Hätt ich von meinem Bildwissen her jetzt eigentlich auch mehr Substanz erwartet. Natürlich ist die Frage, ob Pompej überhaupt als "Stadt" durchgeht.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Im Ernst: Ohne kundigen Führer geht in Pompeji gar nichts. Dann latscht man nur ratlos durch die Ruinenlandschaft, und wenn man Pech hat, so wie ich, auch noch bei 40 Grad im Schatten. Die allermeisten Kunstschätze, mit denen die Villen der Stadt einst ausstaffiert waren - wie das berühmte Mosaik der Alexanderschlacht - befinden sich längst gut verwahrt in Museen, vor allem dem Archäologischen Nationalmuseum in Neapel, dessen Besuch ich seinerzeit leider verpasst habe. Was bleibt, sind Säulenstümpfe und Mauerreste - und eine grandiose Kulisse mit dem dräuenden Vesuv im Hintergrund.

    Unbedingt sollte man sich, wenn man schon da unten ist, das kleinere Herculaneum (Ercolano) anschauen. Es hat, finde ich, auf wesentlich kleinerem Raum mehr fürs Auge zu bieten, ist nicht so überlaufen und leicht zu erreichen. Vom Bahnhof sind es nur wenige hundert Meter bis zum Ausgrabungsgelände. Drum herum breitet sich das moderne Ercolano aus (aber was heißt in Süditalien schon "modern"?). Allein wegen dieses - sorry, es passt hier so gut - "spannenden Kontrasts" lohnt sich der Abstecher.

  • Ich hab mir nur Neapel angeschaut- eine schwer fassbare, sprich kaum überschaubare Stadt, mit der man nie fertig wird, so gesehen ein Alptraum aus rein touristischer Sicht. Aber ganz sicher keine Enttäuschung. Lebendige Städte haben mich immer mehr interessiert als antike Ruinen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Die Altstadt besteht aus engen an den Berg getriebenen Straßenschluchten mit eingeengten Barockpalästen.

    Genau das ist das Groß- und Einzigartige an Genua. Ein solches Raumerlebnis gibt es praktisch in keiner anderen europäischen Stadt.

  • Eine der größten Enttäuschungen ever: Pompeji. Ich dachte, ich bekomme eine intakte römische Stadt zu sehen. Stattdessen nur Ruinen. Aber seht selbst.

    Ich dachte zunächst, du nimmst uns auf dem Arm. Aber du meinst das wirklich ernst? Pompeji IST eine Ruinenstadt, insofern bekommt man dort nur Ruinen zu sehen. Übrigens: Solltest noch nie auf dem Forum Romanum gewesen sein, dann möchte ich dir eine Enttäuschung ersparen: Auch dort gibt es kein intaktes Forum zu sehen, sondern nur Ruinen. Eine intakte römische Stadt gibt es nicht. An keinem Ort der Erde.

    Kunsthistoriker, Historiker, Webdesigner und Fachreferent für Kulturtourismus und Kulturmarketing

    Mein Bezug zu Stadtbild Deutschland: Habe die Website des Vereins erstellt und war zeitweise als Webmaster für Forum und Website verantwortlich. Meine Artikel zu den Themen des Vereins: Rekonstruktion / Denkmalschutz / Architektur / Kulturreisen

  • Ich denke, der Vergleich mit dem Forum Romanum trifft es: dort ragt nämlich tatsächlich noch viel in die Höhe, dazu ist beileibe nicht alles ruinös, wie zB die Triumphbögen. Wenn man sich so etwas in Pompeji erwartet hat, wurde man wohl enttäuscht.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ich dachte zunächst, du nimmst uns auf dem Arm.

    Ich kann Dich beruhigen: Die Enttäuschung war nur gespielt (ich glaube, die meisten haben das auch so verstanden). Allerdings ist mir von dem Besuch vor allem die mörderische Hitze in Erinnerung geblieben. Das ganze Areal bietet in Ermangelung intakter Dachlandschaften einfach verdammt wenig Schatten. Es erging mir wie Cäsar: Ich kam, sah und schwitzte.

    Vom Forum Romanum, das ich als Schüler (Abschlussfahrt!) in Augenschein nahm, nehmen musste, war ich übrigens wirklich enttäuscht. Was für ein trauriger Haufen Steine! Von hier soll eines der größten Reiche der Geschichte regiert worden sein? Bei solchen Trümmerbergen streikt meine Phantasie. Deshalb sind mir auch die Hinterlassenschaften der ollen Griechen in Delphi, Olympia und anderswo „wumpe“, wie der Gräcist sagt. Dort soll es ja auch sehr heiß sein.

    Wir waren damals auch in Ostia (Antica). Hat mir viel besser gefallen. Vor allem auch wegen des nahen Meeres, das für Abkühlung sorgte.

  • Es ist auffallend wie sehr eure Eindrücke von den persönlichen Reiseumständen geprägt sind. Schon interessant, was ein bisschen Hitze oder Regen das Urteil über eine ganze Stadt oder ein gar ein ganzes Land stehen und fallen lassen können.
    Meine Haupterinnerung an Venedig: Man treibt in ungeheuren Touristenmassen unter strömendem Dauerregen durch viel zu enge, dunkle, feuchte Gassen ohne jede Orientierung um dann doch irgendwie zum Markusplatz zu kommen um dort endlich von seiner Weite erlöst zu werden, etwas zumindest. Genua hat mir trozt strömendem Regen sehr gut gefallen, eine unglaublich belebte, hochurbane, authentische, schön-hässliche und an Kunst unglaublich reiche Metropole die sich mondän und verwittert in vergangener Noblesse und Reichtum hüllt, wie eine alte feine Dame und Diva.

    Zwei Tage nach unserer Abfahrt brachte ein verheerendes Unwetter schwere Zerstörung in weiten Teilen Norditaliens, die Straße unserer Ferienwohnung stand meterhoch unter Wasser. Das erinnert mich etwas daran, wie wir den Wirren des Arabischen Frühlings nur fünf Tage vorher rein zufällig durch die planmäßige Beendigung des Ägyptenurlaubes entkommen konnten, auf belebten Straßen, auf denen wir vorher friedlich und eisessend flanierten, wurden Tage darauf dutzende Menschen einfach niedergeschossen oder massakriert. Das war für mich damals nur schwer fasslich.

  • Zwei Tage nach unserer Abfahrt brachte ein verheerendes Unwetter schwere Zerstörung in weiten Teilen Norditaliens, die Straße unserer Ferienwohnung stand meterhoch unter Wasser. Das erinnert mich etwas daran, wie wir den Wirren des Arabischen Frühlings nur fünf Tage vorher rein zufällig durch die planmäßige Beendigung des Ägyptenurlaubes entkommen konnten, auf belebten Straßen, auf denen wir vorher friedlich und eisessend flanierten, wurden Tage darauf dutzende Menschen einfach niedergeschossen oder massakriert. Das war für mich damals nur schwer fasslich.

    Mir scheint, die Orte, die Du besuchst, werden kurze Zeit später stets von furchtbaren Schicksalsschlägen heimgesucht. Ich bin ja nicht abergläubisch, aber vielleicht hältst Du Dich von unseren Altstädten besser fern ^^

  • Bis jetzt ist da noch nichts kaputt gegangen. Jedenfalls nichts im Zusammenhang mit mir, bin also hoffentlich kein Todesengel ;)