Städte und Sehenswürdigkeiten - die größten Enttäuschungen

  • Was mich oft in viele Altstädte enttäuscht und da ist es nicht länderspecifisch aber es gibt oft in deutschsprachige Raum wie z. B Graz oder Bamberg oder bei uns wo die Altstadt Einkaufcentrum ist. Die Ladenzonen hat man oft komplett zerstört mit Geschäfte wie Pimkie oder Rossmann.


    Beispiel Graz

    2 Sporgasse

    https://maps.app.goo.gl/YXc4jPB5AXVLxkCbA


    Bamberg

    https://maps.app.goo.gl/ENzrf31g2AABGb8V6


    Das ist nur Beispiele und gibt uberall - die Fenster, die Eingängen und auch die Innenräumen passen oft nicht zu restliches Haus. Es ist mich ausgefallen wenn ich durch Stockholms Altstadt gehe - und besonders negativ ausfällt wo die Touristen unterwegs sind (Västerlånggatan)


    30 Västerlånggatan

    https://maps.app.goo.gl/xvh1A1PKUvw2wWKp9



    Positiven finde ich Rothenburg die die Ladenzonen viel besser reguliert. Das hat mich positiv uberrascht.



    Große Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber

    https://maps.app.goo.gl/brYUd8XWZyc261S67


    An schlimmsten finde ich es in Fachwerkstädten wie Wolfenbuttel.


    Herzog Apotheke

    https://maps.app.goo.gl/JfDwRQYjeKnZFAUT8


    Stahlmann Mode für Männer

    https://maps.app.goo.gl/LSwsi5dRRuxnF8oj8

  • In Graz stammt diese Unsitte schon aus der Gründerzeit. Nach 45 wäre das in der Sporgasse mE nicht mehr möglich gewesen,

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Das Thema ist hier ja "Ent-Täuschung". Niemand hat behauptet, dass Magdeburg besonders schön ist.

    Das Wort "Enttäuschung" impliziert, dass man die Realität eben nicht kannte. Sonst kann man schwerlich enttäuscht werden. So ist das nicht nur bei Magdeburg, sondern bei jedem einzelnen Beispiel hier.

    98% of everything that is built and designed today is pure shit. There's no sense of design, no respect for humanity or for anything else. Frank Gehry

  • Besonders enttäuscht war ich von Erfurt. Ich bin mit der Erwartung hingekommen, eine unzerstörte Großstadt zu bekommen. Die Realität sah dann so aus, dass unser Busfahrer meinte „wir sind gleich da, bitte fertigmachen zum aussteigen“. Just in diesem Moment sah ich links und rechts die Hochhäuser am Juri-Gagarin-Ring, kurze Zeit später den Theaterplatz. Beides kannte ich bis dahin nicht. Die Nähe zur Innenstadt war ein Schock.

    Ein Spaziergang durch die Altstadt linderte natürlich den Schmerz, nichtsdestotrotz blieb ein fader Beigeschmack.

  • Besonders enttäuscht war ich von Erfurt.

    Ja, kann ich absolut nachvollziehen, wenn auch aus anderen Gründen. Natürlich, Erfurt ist grandios an den zentralen Orten: Domplatz, Marktstraße, Fischmarkt, Anger. Da hat man wirklich geschlossene historische Bausubstanz, die sich zu großartigem Ensemble vereint. Aber genau das ist es, was ich ansonsten in Erfurt vermisst habe: Das Ensemble. Wenn man einmal die angesprochenen Magistralen verlässt, verflüchtigt sich der Altstadtcharakter recht schnell - man tritt nicht in ein heimeliges Gassengewirr ein, nicht in einen wirklich kohärenten Stadtraum, sondern stattdessen in etwas, was eher den Charakter der Vorstadt trägt, was zugig und wenig zusammenhängend wirkt. An den Hauptplätzen erscheint Erfurt wie eine Metropole aus Mittelalter und Früher Neuzeit, deren Fassaden die alte Bedeutung widerspiegeln - verlässt man jedoch das unmittelbare Zentrum, fühlt man sich schlagartig in eine x-beliebige Kleinstadt versetzt.

  • Oldenburg hat mich etwas enttäuscht. Eigentlich eine angenehme und auch vornehme Stadt, aber ich habe es mir interessanter und besser erhalten vorgestellt, auch wirkte alles ein bisschen langweilig und mir blieb nur wenig in Erinnerung.

    Das ist spannend und eigentlich nicht das, was ich sonst von Auswärtigen zu Oldenburg höre. Ich habe sieben Jahre lang in Oldenburg gearbeitet, vis-a-vis zum Stadtschloss. Ich habe jährlich Dutzende Kursteilnehmer "durchgeschleust", die Oldenburg überwiegend nicht kannten und fast ausschließlich positive Reaktionen erlebt. Oldenburg ist charmant, wirkt nicht wie eine Großstadt, bietet aber auch keine pittoreske, sehr wohl aber kleinteilige, vom Krieg verschonte Altstadt. Uns es fehlen auch die großen bauhistorischen Highlights.


    Enttäuscht? Ich war - steinigt mich dafür - von Budapest und Wien enttäuscht, weil ich wohl das Falsche erwartet habe. Ich hoffte wohl zu sehr ein zweites Prag zu bekommen mit seinen Altstadtgassen und seiner mittelalterlichen Bausubstanz. Bei einem zweiten Besuch würde ich wohl anders darauf schauen.

    Kunsthistoriker, Historiker, Webdesigner und Fachreferent für Kulturtourismus und Kulturmarketing


    Hat die Website für Stadtbild Deutschland erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich.
    Meine Artikel zum Thema Rekonstruktion / Denkmalschutz / Architektur / Kulturreisen

  • Interessanter Thread! Meine größte Enttäuschung war eigentlich London, wo ich zuletzt im Juni 2018 war. Ich hatte es von einem Besuch zusammen mit meinem Vater als 12-jähriger noch in guter Erinnerung - die schönen, vornehmen Straßen von Kensington, die herrlichen Parkanlagen. Nun, die Parks sind immer noch wunderschön, aber für die Stadt selbst muss man wohl sagen: hier regiert das Geld. Besonders schlimm war es im Bereich Victoria Station, wo man unfassbar monströse, hässliche, jeden Maßstab sprengende Neubauten hingeknallt hat, während daneben wertvolle Gründerzeitler vernachlässigt leerstehen und offenbar für den Abriss vorgesehen sind. In geschlossen erhaltene Straßenzüge mit viktorianischen Reihenhäusern werden grauenhafte Neubauten gesetzt. Schlimm auch das Straßenbild in den größeren Geschäfts- und Ausfallstraßen: heruntergekommene, mit großflächigen Werbeanbringungen verunstaltete Altbauten, billigste Neubauten. Das alles lässt eine tief verwurzelte Gleichgültigkeit gegenüber dem historisch gewachsenen Stadtbild erkennen, für welches es offenbar kaum (noch) Fürsprecher in Politik, Bürgertum, geschweige denn aus der Wirtschaft gibt. So ist London auf dem Weg zu einer beliebigen und gesichtlosen modernen Metropole. Mir graut vor einer solchen Entwicklung auch bei uns.


    Umfeld der Victoria Station:




    Bei vielen Altbauten scheint nur noch die Erdgeschosszone zu vermietet werden:




    Viele Dächer sind erkennbar seit der Erbauungszeit nicht mehr renoviert worden:




    Und eine eklatante Bausünde von Chipperfield, direkt am Hydepark, One Kensington Road:


    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • London.
    Wenn es um die größten, bedeutendsten und touristisch attraktivsten Städte geht, dann stechen in Europa zwei Kandidaten besonders heraus: Paris und London. Beides uralte Städte, beides riesige Städte, beides reiche Städte, beides über viele Jahrhunderte die Zentren mächtiger Weltreiche. Paris spiegelt das noch heute ganz klar wieder. Historische Größe und Pracht wo man nur hinschaut...aber was ist mit London passiert?
    Allgemein wirkt alles in London eine Nummer kleiner und bescheidener als in anderen europäischen Kapitalen. Es mangelt and den breiten Boulevards und großzügigen Plätzen von Paris, Wien, Madrid, Sankt Petersburg, Berlin und sogar dem sehr viel kleineren München.
    Es fehlt der Überfluss an prächtigen, königlichen Palästen und Kirchen, und das in einer Stadt, die so berühmt für ihre Royals ist. Es gibt natürlich einige herausragende Sehenwürdigkeiten wie Saint Pauls, Westminster Abbey und Buckingham Palace. Aber für eine Stadt dieses Alters, dieser Größe, geschichtlicher und kultureller Bedeutung und verglichen mit anderen großen Kapitalen Europas ist es eher enttäuschend.
    Dazu kommt das London sehr viel historische Bausubstanz verloren hat, im Krieg, aber auch durch rigorosen Nachkriegsstädtebau. Sogar noch heute werden regelmäßig historische Straßenzüge plattgemacht für große, neue Bürohäuser und Wolkenkratzer. Moderne Wolkenkratzerskylines beeindrucken mich persönlich nicht sehr.
    Selbst Areale wo noch viel historische Bausubstanz erhalten ist, sind nicht wirklich "schön". Selbst in München und in den besonders geschundenen Städten Dresden und Berlin gibt es historische (oder rekonstruierte) Stadtbilder und Gebäudeensemble die einfach schön sind, wo man gerne verweilt und den Blick streifen lässt. In London fällt mir selbst in historischen Arealen auf Anhieb nichts besonders schönes ein, vielleicht der bekannte Blick durch den St. James Park zu Whitehall mit seinen vielen Türmchen und Kuppeln? Aber wie gesagt, für eine so große und bedeutende Stadt ist das eher wenig und als ich London zum ersten Mal besucht hatte, empfand ich es als ziemlich enttäuschend.

    Lustig, nun hat auch Snork London genannt. Als ich anfing meinen Beitrag zu verfassen, hatte Snork seinen Beitrag noch nicht abgeschickt. ;)

  • Umso enttäuschter war ich natürlich, als ich von den Renovierungsplänen hörte und davon, dass es offenbar niemanden (auch hier im Verein nicht) gibt, der sich für eine historisch korrekte Paulskirche einsetzt.

    Die Bürger Für Frankfurt (BFF) haben es ansatzweise versucht.


    https://www.bff-frankfurt.de/artikel/index.php?id=1427


    https://www.stvv.frankfurt.de/download/NR_921_2019.pdf


    Ergebnis der entscheidenden Abstimmung in der Stadtverordnetenversammlung:

    Abgelehnt durch CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FRAKTION und FRANKFURTER gegen AfD (= Annahme im Rahmen NR 970) und BFF (= Annahme).

  • Weiß jemand, wie stark London im 2. WK zerstört wurde, eventuell in Bezug auf die Fläche? Ich war nämlich auch etwas enttäuscht, Wien und Paris kamen mir da viel stolzer und mächtiger vor, wenngleich ich Paris als sehr verdreckt empfand. Paris wurde im 2. WK überhaupt nicht zerstört, oder?

  • London ist eine Enttäuschung wenn man erwartes etwas wie Wien oder Paris - man muss die Erwartung runterschrauben und schätzen was es dort gibt


    London wird jedes Jahr leider hässlicher und hässlicher - und wenn ich in UK wohnte stand ich ein Tag da am Thames and schaute traurig auf die chaotische Meer von Hochhäuser. Fast wie Asien geworden.


    Ich mochte London persöhnlich gern aber am moment muss man hoffen dass die Stadt uberlebt.


    Klar die alte Teilen gibt es immer noch aber schaut mal die Chaos von oben.


    Ehemalige Altstadt

    http://www.constructionenquire…019-01-03-at-11.42.33.png


    https://www.facebook.com/group…476156582699995/?sfnsn=mo


    Intressante Lesung

    https://www.theguardian.com/bu…dings-london-skyline-2019

  • @Solinger
    London wurde über einen langen Zeitraum immer wieder in kleineren Attacken bombardiert. Es wurde viel zerstört, besonders in der City, und berühmte Bauwerke wie Saint Pauls, die Houses of Parliament und Buckingham Palace haben einige Treffer abbekommen, aber insgesamt wurde London weit weniger zerstört als deutsche Großstädte. Google gibt uns ein paar genaue Zahlen: Mehr als 70,000 Gebäude wurden komplett zerstört und über 1.7 millionen wurden zumindest beschädigt.

    Paris wurde tatsächlich bombardiert, aber das verursachte nur einen sehr kleinen Schaden. (Wenn man von einem sehr kleinen Schaden reden kann, wenn immerhin einige hundert Menschen dadurch umgekommen sind. )

    Ich stimme voll und ganz zu, dass Paris und Wien weitaus historischer, großzügiger und schöner wirken als London. Ich würde sogar noch München und die wenn auch sehr kleine Altstadt von Dresden als prachtvoller, schöner und königlicher bezeichnen.

  • Noch eine Ergänzung zu London: man kann dort im Bereich der Victoria-Station auch einen weiteren, verhängnisvollen Effekt beobachten, den es in ähnlicher Form auch in Deutschland in der Nachkriegszeit gegeben hat und der heute noch nachwirkt. Es ist eine Art Verlust-Paradoxie, ein Rutschbahn-Effekt der Stadtzerstörung: erste Altbauten in einem intakten Ensemble gehen verloren - und der Effekt ist nicht etwa, dass die verbliebenen (hier: gründerzeitlichen) Häuser dafür umso mehr wertgeschätzt und gepflegt werden. Nein, das Gegenteil ist der Fall: da der ideelle Gesamtwert des ungestörten, intakten Ensembles verloren gegangen ist, verlieren auch die verbleibenden Altbauten an Wert; man weiß weniger mit ihnen anzufangen und verwendet weniger Mühe auf ihre Erhaltung, die Denkmalbehörden tun sich schwer. So kam es, dass die teils wenigen nach dem Krieg verbliebenen Altbauten in manchen deutschen Innenstädten auch noch entstuckt wurden, die Dachgeschosse lieblos verhunzt (wie in Berlin, Frankfurt/Main), statt dass man die verbliebenen Reste gehegt und gepflegt und nach Möglichkeit den originalen Zustand wiederhergestellt hätte.

    Auch deshalb ist es so wichtig, dass erst gar keine Lücken in intakte Altbau-Ensembles gerissen werden, damit es nicht zu einer Entwertung aller anderen Altbauten und einem "Broken-Window-Effekt" für das Stadtbild kommt.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Das ist spannend und eigentlich nicht das, was ich sonst von Auswärtigen zu Oldenburg höre. Ich habe sieben Jahre lang in Oldenburg gearbeitet, vis-a-vis zum Stadtschloss. Ich habe jährlich Dutzende Kursteilnehmer "durchgeschleust", die Oldenburg überwiegend nicht kannten und fast ausschließlich positive Reaktionen erlebt.

    Eben darum wollte ich dort hin, wir waren auf der Durchreise und ich hatte sehr viel positives von Oldenburg gehört, dementsprechend groß war die Erwartung und diese musste also enttäuscht werden. Ich weiß auch nicht, was ich erwartet habe, vielleicht eine bescheidenere Version von Lüneburg, ich wusste auch gar nichts über Oldenburg, ich kannte lediglich den Namen und die Lage und dass es als ehemalige Residenz- und Hauptstadt wohl auch ein bedeutendes Stadtbild haben müsste.

    Ich will Oldenburg auch nicht schlecht machen, wirklich gestört haben mich aber nur einige sehr störenende Kaufhausblöcke in der Altstadt die mir an besonders unglücklichen Stellen platziert schienen.

  • Städte, von denen ich enttäuscht war zuletzt, waren zum Teil Zwischenziele auf dem Weg zu anderen Zielen und deshalb nur halbtags

    Besuche und vielleicht tue ich ihnen Unrecht aber:


    Namur; trotz hohem Altbau Bestand und der sehenswerten Festung, der Kathedrale, fand ich die Stadt jetzt nicht so wirklich besonders sehenswert. Ich könnte nicht mal sagen, warum genau. Alles interessant, aber vieles nicht schön (mit Ausnahmen!).


    Luxemburg. Eigentlich auch sehr sehenswert, vor allem die Lage mit den erhaltenen Festungsteilen der Zitadelle und dem Justizpalast & dem Großherzoglichen Palais. Aber irgendwie hatte ich etwas insgesamt prächtigeres erwartet. Immerhin kam der Herzog samt Frau aus dem Palais gefahren mit Eskorte und winkte mir zu, immerhin. ;)


    Münster. Prinzipalmarkt, Dom und Münster sind schon toll; viele Einzelbauten auch. Aber zb. diese Ruinenreste mitten in der Stadt, die Reste vom Theater und der Neubau drumherum... und ausgestiegen aus dem Auto bin ich in dem Aegidiimarkt Komplex, eine Art 70er/80er Jahre Kleinstadtzentrum. Da bin ich so komisch ohne Plan gelaufen, dass das erste was ich sah, die Münsterarkaden und die modernen Bauten an der Stubengasse, der Karstadt und das 50er Aufbauflair drumherum waren. Den Vorplatz vom Schloss empfand ich auch als trostlos.

  • Die Städte, die mich als Kind am meisten enttäuscht haben, sind Metz und Hagenau, kurz hinter der deutsch-französischen Grenze. In der Erwartung pittoresker Altstädte wie in Wissembourg empfand ich Hagenau als unschön verbaut, mit zu weitläufigen, zu wenig "verwinkelten" Straßen. In Metz war ich mit meinem Vater vom Deutschen Tor aus unterwegs durch ein damals recht heruntergekommenes Altbauviertel in Richtung Zentrum. Vielleicht kamen wir dabei auch an diesem gruseligen Betonklotz (mitten in der Altstadt, nicht weit weg von der Kathedrale) vorbei. Die Häuser auf dem Weg waren eigentlich alle Altbauten, aber in sehr eintöniger Farbwahl. Einfache, klassizistische (?) Häuser, die im Grunde alle gleich aussahen. Die Kathedrale von Metz und der Platz darum waren dann tatsächlich ziemlich beeindruckend, dort traf ich allerdings in einem Café auf alle meine Lehrer, die an diesem für mich schulfreien Tag ihren Studienausflug ausgerechnet in die selbe Stadt gemacht hatten. Damit war der Tag wohl endgültig ruiniert ^^


    Auch mit etwas Abstand betrachtet: So schön wie das nahe Nancy mit seinen umwerfenden Platzanlagen halte ich Metz in keinem Fall.


    In den letzten Jahren am stärksten enttäuscht war ich von Salzburg, vielleicht aufgrund zu hoher Erwartungen. Sehr schlichte Fassaden in häufig eintönigen Grautönen (könnte auch am Wetter gelegen haben), der berühmte Dom hat nur die eine schmale "gestaltete" Fassade und ist sonst ein grauer Steinblock. Der Innenraum des Domes hat tolle Deckengemälde und schönen Marmor, aber die gigantomanische Dimension des Raumes fand ich etwas abschreckend, es fühlte sich an, als hätte man die Kirche für Riesen gebaut ... oder für irgendjemanden, dem solche Bögen gerade angemessen groß sind. Der Petersfriedhof war von Touristen überlaufen und wirkte auf mich auch recht langweilig (vielleicht entfaltet er seine Wirkung erst im Winter wie auf diesem Gemälde von Bürkel aus dem 19. Jahrhundert). Positiv überrascht hat mich bei meinem ersten Besuch nur der Sebastiansfriedhof, ein grandioser Camposanto, nicht nur wegen dem Grab von Mozarts Frau und Vater einen Besuch wert. Bei meinem zweiten Besuch gefiel mir die Stadt dafür schon deutlich besser, trotz genauso schlechtem Wetter wie vorher. Zunehmend habe ich die schlichten Gebäude eher als harmonisches, authentisches Ensemble wahrgenommen. Auch die Lage gefiel mir mittlerweile besser, das Flusstal ist nicht allzu spektakulär, aber die Festung Hohensalzburg ein beeindruckender Nachbar.

  • Wie kann man denn von Magdeburg und Kaliningrad enttäuscht sein? Dass sie schwer zerstört wurden, ist doch allgemein bekannt. Und dass Kaliningrad in Puncto Wiederaufbau und Stadtentwicklung nach 1945 extrem benachteiligt war, ist doch auch klar.


    ...

    Rastrelli Den Thread den ich eröffnet habe heißt "Städte und Sehenswürdigkeiten - die größten Enttäuschungen". Wenn @Berkowitz von Magdeburg und Kaliningrad enttäuscht ist, dann ist es halt so. Hier geht es nicht um "Richtig" oder "Falsch", sondern um eine persönliche Meinung. Eine ausschweifende Belehrung finde ich in diesem Sinne nicht passend, denn in diesem Thread geht es nicht darum, jemanden von seiner Meinung zu überzeugen , sondern mitzuteilen, von welcher Stadt oder Sehenswürdigkeit man enttäuscht ist (weil man sich vielleicht vorher mehr von der Stadt/Sehenswürdigkeit versprochen hat).

    Deine Ausführungen Rastrelli zur Baukultur in der ehemaligen DDR finde ich interessant, sprengen jedoch meiner Meinung nach diesen Strang.

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!

  • Rastrelli Dein Beispiel mit der Semperoper finde ich sehr interessant. Das wusste ich nicht. Eröffne doch einen Strang dazu. Man müsste im Vorfeld festlegen, dass die Diskussion nur auf die Projekte begrenzt ist, um sich nicht total zu verzetteln.

    Beauty matters!

  • Den Thread den ich eröffnet habe heißt "Städte und Sehenswürdigkeiten - die größten Enttäuschungen". Wenn Berkowitz von Magdeburg und Kaliningrad enttäuscht ist, dann ist es halt so. Hier geht es nicht um "Richtig" oder "Falsch", sondern um eine persönliche Meinung.

    Von der Logik her ist das schon richtig. Andererseits ist es aber auch nicht ungewöhnlich, dass sich jemand von einer Äußerung, die er so nicht erwartet hatte, überrascht zeigt. In lebendigen Gesprächssituationen kommt das recht häufig vor. Letztlich hatte ich nur diese meine Überraschtheit kundgetan. Deine Interpretation meiner Äußerung als "Belehrung" ist zu sehr im Sinne einer strengen Logik gedacht und lässt außer Acht, dass reale Kommunikation zwischen Menschen mit Verkürzungen arbeitet. Das hat mit Sprachökonomie zu tun. Um mich ganz präzise auszudrücken hätte ich wohl ungefähr so formulieren sollen: "Ich bin der Meinung, dass ich überrascht bin, dass jemand mit der Erwartungshaltung xy an die Städte M. und K. herangegangen ist, da ich bisher gedacht hatte, dass den meisten Menschen bekannt sei, dass man von M. und K. nicht viel erwarten kann."


    Wie einige Foristen meine nicht gerade schmeichelhaften Äußerungen über beide Städte offenbar als "Parteinahme für den Sozialismus" missverstehen konnten, ist dann wieder ein anderes Beispiel für das unerschöpfliche Thema "Missverständnisse in der zwischenmenschlichen Kommunikation".