Essen (Katernberg)

  • Eine merkwürdige Mischung. Erstaunlich viel Altbaubestand, aber zumeist in einem bemitleidenswerten Zustand - wie in so vielen anderen Gegenden des Potts. Auf jeden Fall kommt man im Ruhrgebiet immer wieder ins Grübeln, wenn man die "das beste Deutschland aller Zeiten"-Rhetorik im Hinterkopf hat.


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  • Was ließe sich mit liebevoller Sanierung, Entfernung hässlicher An- und Umbauten im EG, gesprossten Holzfenstern, Reko fehlender Gesimse und Tumhauben etc aus diesen Straßenzügen herausholen.....?!? Stattdessen macht man diese eher platt, weil Sanierung "unwirtschaftlich" und setzt nen hässlichen Neubaukasten hin....

  • Wie wahr! Während die ehemalige DDR und deren Städte heute in weiten Teilen wie der Phönix aus der Asche stieg, ist die BRD irgendwie die neue DDR geworden. Manche Städte sind besser nur noch großräumig zu umfahren, damit einem das Herz bei deren Anblick nicht tief in die Hose fällt. Als Wessi wäre ich vermutlich schon längst in den Osten übergesiedelt. Irgendwie bräuchte es im Westen einen ähnlichen (bau)kulturellen Elan wie es ihn nach der Revolution und auch irgendwie auch heute dort noch gibt!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ich würde von einem zu einfachen Ossi-Wessi-Vergleich abraten. Essen Katernberg ist sicherlich nicht mit kleinnen Ortschaften z.B. in Baden vergleichbar. Zum Einen ist Essen eine Region, die immer noch mit Strukturwandel-Problemen zu kämpfen hat. Zum Anderen erkenne ich schon an einigen "Gardinen" (bisweilen eher Stofflaken) und Wohnungstüren einiger Häuser, dass das ein Viertel mit vielen Migranten ist, die in günstigen Buden leben, deren Eigentümer sich nicht sehr um ihre Immobilie scheren (bei der geringen Miete vermutlich auch selbst bei einem Willen dazu wohl kaum Spielräume für aufwändigere Sanierungen hätten). Ausschließlich deutsche Staatsangehörige (darunter sicherlich auch viele ehemalige Einwanderer, die eingebürgert wurden) in Essen 2018 73,5% in Katernberg 62%. Man bekommt dort teils 80 Quadratmeter-Wohnungen im sanierten Altbau für 400 Euro kalt. Der Normalwert der Miete beträgt lt. Mietspiegel 6,90 Euro / Quadratmeter. (Siehe hier)


    Dass die dem Bundesinnenministerium unterstehende "Bundeszentrale für politische Bildung" das alles als reines Imageproblem darzustellen versucht, wähend solche Problemviertel doch in Wirklichkeit von Herzlichkeit geprägt seien und künftige Szeneviertel würden, steht auf einem anderen Blatt Papier geschrieben. Auch Katernberg zähle demnach zu den "Quartierstypen, die im Zuge der sogenannten Reurbanisierung von Aufwertungstendenzen erfasst" würden. (Siehe hier) "Avillers" Bilder dokumentieren das ja auch deutlich. :zwinkern: