Bremen

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Es ist schon Wahnsinn, was in Bremen alles los ist zur Zeit. Das ehemalige Bundesbankgebäude, auf dessen Areal das neue Wohngebäude entstehen soll, sieht so aus:



      Ein wahnsinnig hässlicher Klotz. Während der Projektteil zur Salvador-Allende-Straße tatsächlich fast als Unverschämtheit aufgefasst werden muss mit seinem 90er-Jahre-Studentenwohnheimlook, hat der eigentliche Hauptteil zumindest am Hochpunkt durchaus Charme mit seiner erdigen Klinkerfassade und diversen frühmodernen Gestaltungselementen. Die Straßenfront kann man hier in zwei Beiträgen ganz gut erkennen, sie erscheint dann wieder eher banal. Die Dimensionen sind natürlich gerade für Bremer Verhältnisse im Moment enorm, aber es gibt zur Zeit viele solcher oder ähnlicher innerstädtischer der innenstadtnaher Umnutzungsprojekte. Wenn das alles ab 2019/2020 in die Umsetzung geht zusammen mit den eigentlichen Kernprojekten des Innenstadtumbaus (Balgequartier, Abriss Parkhaus Mitte, Sparkassenareal), dann wird der von der Lokalpresse verwendete Begriff "Kranballett" in der Tat keine Übertreibung sein.

      Die Gesamtrichtung ist auch gestalterisch bislang zumindest nicht katastrophal, wobei auch noch einiges fehlt oder die Wettbewerbe noch laufen. Mit wenigen Ausnahmen bleiben uns zumindest Aluschlitzfassaden oder WDVS-Monstrositäten erspart. Insgesamt setzt sich Klinker oder Naturstein als Fassadenmaterial durch, was nicht per se schon "gut" ist, aber doch auch banalere Entwürfe zumindest erträglich macht. Überhaupt nicht allerdings geht es in Richtung einer neuklassischen Wende wie in manchen anderen Städten, Referenzpunkt sind fast immer eher die 20er Jahre denn die kaiserzeitliche Architektur.

      Für mich insgesamt eine gemischte Geschichte. Auf der einen Seite eine ganz zweifellos beeindruckende Renaissance Bremens als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort mit einer enormen Zahl an wirklich großen Projekten in der "Pipeline", auf der anderen Seite nach unseren Kriterien natürlich auch verpasste Chancen en masse.
    • Ende Mai 2018.

      Die sich immer mehr abzeichnende Dudlerei am Bahnhofsplatz.



      Wall, das ehem. Kaufhaus Harms wird samt Nebengebäuden rigoros und rückstandslos (man überlese bitte die wertenden und durchaus politisch-deutbaren Adverbien) abgerissen.






      Obernstraße - Jacobs-Haus


      Weiterführend: Bremen wird neu

      Die Rückseite...


      ...welche sich im Hofbereich der überaus großartigen Stadtwaage an der Langenstraße befindet.


      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Wenn man schon die Fassade von Harms abreißt dann bitte auch den linken Nachbarn......finden sich dort nicht auch ein paar Brandspuren? Ich finde es nur noch lächerlich das die Fassade weg muss. In Leipzig rekonstruiert man Häuser bei denen wirklich teilweise nicht mal mehr das Erdgeschoss stand vollständig und in Bremen muss man diese Fassade für einen Moderen 08/15 Bau opfern. Rot/Grüne identitätslose Politik hat hässliche Spuren in der Stadt hinterlassen und jetzt werden diese Schandflecken auch noch für eine halbe Ewigkeit in Beton gegossen.
    • Vielleicht aktuell sehr passend:

      "Im Archiv der Bremer Denkmalpflege liegen geheimnisvolle Kisten, schwer und groß. Darin sind Fotos aus Bremen, gemacht von der preußischen Messbildstelle. Die Bilder zeigen Bremen kurz nach 1900. Auf der Spur der alten Bilder entdecken wir ein Archiv der verschwundenen Kulturdenkmäler – die eines Tages vielleicht sogar für die zerstörten Tempel von Palmyra von Bedeutung sein könnten. Ein Beitrag von Susanne Brahms.Mittwoch, 23. Dezember 2015, buten un binnen, Radio Bremen TV"




      Sollte der Bericht jedoch schon hier vorhanden sein, dann bitte diesen wieder entfernen.
    • Nimmermüde seine nicht vorhandene Zeit verplempernd auf der Suche nach interessanten Sanierungen stolperte ich jüngst über folgende Maßnahme, die mich doch sehr positiv überrascht hat. Wir hatten ja hier nun schon mehrfach des Bremers Neigung, recht flexibel mit Fassaden(teilen) umzugehen. Obendrein hatten wir als beherrschendes Thema ebenso mehrfach Christian Jacobs' Umbaupläne, in dessen Zug es zum Abriss des ehemaligen Jacobshauses in der Obernstraße gekommen war:



      Die kleinen Figuren, die die Mühen der Kaffeeernte und -herstellung darstellen sollen, werden am Neubau ihren Platz wiederfinden, soweit, so bekannt.

      ABER, hier kommt jetzt die Neuigkeit, auch die Sandsteinfassade des Erdgeschosses wurde entweder transloziert oder ziemlich identisch im Haus am östlichen Ende dieses Blocks repliziert:

      Zur Erinnerung: Dies war der Block mit den vier schlichten, aber gelungenen Häusern aus der Zeit um 1950:



      Geschehen ist nun folgendes:



      Die Erdgeschossfassade des alten Jacobshauses wird nun an das östlichste der 4 Häuser (von denen die rechten zwei längst abgerissen sind) transloziert (oder, wie gesagt eine sehr ähnliche Fassade repliziert):



      Von näherem:



      Bei näherer Betrachtung ist es wohl doch eher eine Replikation denn eine Translozierung, die Ähnlichkeiten der beiden Fassaden ist jedoch frappant. Vielleicht wurde der Sandstein auch nur "gekärchert" und sieht deshalb heller aus als beim Original, aber sonst erkenne ich außer einem minimal anders gestalteten Umfassung des mittigen Eingangs eigentlich keinen Unterschied. Genauer wird man es erst nach der Entrüstung des Gebäudes beurteilen können. Allemal eine witzige Geschichte!