Bremen

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    • campus solis schrieb:

      Allerdings sieht das weiße BLB-Schild am Haupteingang etwas billig aus. Da hätte man sich etwas eleganteres einfallen lassen müssen; Ober- (BLB-Schild) und Unterteil (Tür) passen nicht so richtig zusammen.
      Ja, das stimmt, beim genauen Betrachten. Das 'BLB' auf weißem Grund wirkt ein bisschen zu nüchtern, zu schlicht. Die Buchstaben sind zu klein und unscheinbar; von Weitem sieht man sie fast gar nicht. Etwas größer aus der Fläche hervortretend und in einem glänzenden Bronzeton, passend zum Türrahmen, wären sie als Blickfang besser gewesen. Aber vielleicht ist vielen Passanten die Unscheinbarkeit des jetzigen 'BLB' schon aufgefallen und es wird nachträglich noch geändert - auch im Sinne der Gewinnung von neuen Bankkunden. ;)
    • Nur nochmal was Kleines zur allgemeinen Entwicklung in Bremen:

      Hier in der Gegend laufen zur Zeit gerade wieder einige "Rückrenovierungen" an Bremer Häusern, d.h., dass ehemalige, tlw. bis zur Unkenntlichkeit kaputtrenovierte Häuser (Verklinkerung, Fensterstürze tieferlegen/Fenster horizontalisieren, entstucken) im Zuge von Eigentümerwechseln rückgängig gemacht werden.

      Eines der Häuser habe sogar ich (doch mit einem gewissen Kennerblick ausgestattet) bisher als Nachkriegsbau verkannt, dabei hatte wohl nur das Dach einen Treffer abbekommen, und der zweigeschossige Rest wurde verklinkert. Jedenfalls werden innen die alte Raumhöhe wiederhergestellt, die verschlossenen alten Schiebentüren wieder freigelegt und Vorbereitungen für neue, höhere Fensteröffnungen mit den alten Abmessungen gemacht. Dazu wird das Gebäude auf die ursprüngliche Höhe aufgestockt.

      Parallel, auch das soll nicht verschwiegen werden und MAK hat bereits darüber berichtet, sind allein im letzten Jahr und in den Stadtteilen, in denen ich häufiger bin, drei Bremer Häuser abgerissen worden, eines am Dobben/Ecke Humboldtstraße (bereits im Neubau), eines in der Achimer Straße (Abriss beendet) und das von MAK genannte in der Graf-Moltke-Straße gegenüber dem hier mehrfach gezeigten Ensemble. So hat der allgemeine Immobilienboom eine gute (es lohnt sich wieder, in sein Haus zu investieren) und eine schlechte Seite (der Renditedruck ist so hoch, dass mehr Fläche/qm Grundstück rausgeholt werden muss, was Abrisse von Altbauten mit ihrem verschwenderischen Umgang mit Fläche wirtschaftlich lohnend macht).
    • Nee, leider nicht ;). Sind zwei dort nicht gezeigte im Stadtteil Peterswerder. Ich habe gerade mit Schrecken festgestellt, dass Google Earth bei mir nicht mehr für jede Straße funktioniert.... wie auch immer, ich mach mal Fotos, möchte aber vorweg vor zuviel Euphorie warnen. Qualitativ hat das alles wenig bis nichts mit den grandiosen Instandsetzungen von Gründerzeitbauten z.B. in Leipzig zu tun. Dort hat sich über Jahre ein enormes handwerkliches Know How entwickelt, auf was zu achten ist bei solchen Projekten.

      Hier in Bremen wurstelt jeder Eigentümer weiter vor sich hin, wiewohl es durchaus Architektenbüros gibt, die sich auf Renovierung/Wiederherstellung Bremer Häuser spezialisiert haben. Es sind allenfalls kleine Schritte - hier wird eine Fassade wiederbestuckt, dort neue Fenster, hier der Klinker ab, dort der Wintergarten wiederaufgebaut. Insgesamt verbessert sich das Straßenbild so aber kontinuierlich, zumindest in den sozioökonomisch durchstartenden Stadtteilen wie Neustadt, östliche Vorstadt, tlw. Findorff etc.
    • So kurze Runde durch den Stadtteil mit einigen Beispielen. Insgesamt wird gefühlt an jeder Ecke gebaut, renoviert, getan, allein in unserer kurzen Straße sind im Moment 3 Häuser eingerüstet, das wird aber in anderen Städten wohl ähnlich sein.

      Als erstes einer der besagten Abrisse. Das Haus war kein klassisches Bremer Haus, sondern ein "normales", recht schmuckloses Mehrparteienhaus aus dem Jahr 1909. Trotzdem schade, zumal man ja ahnt, was kommt:



      Dann weiter in die Nienburger Straße, wo einem verklinkerten Nachkriegsprovisorium zu neuem Glanz verholfen wird (Aufstockung zu sehen, war vorher ein Flachdach !!, rechts daneben übrigens ebenfalls frisch renoviert, neue Fenster, neuer Wintergarten (nur angeschnitten)):



      Näher ran, man sieht die Aussparungen für die neue, höhere Haustür und die Fenster:



      Und nun geht es Richtung Hamburger Straße, der Hauptachse des Stadtteils. Hier tut sich auch einiges, bislang war diese Straße von sehr gemischtem Charakter, es mehren sich aber qualitativ ansprechende Renovierungen:

      Zunächst nochmal ein abschreckendes Beispiel für eine wertmindernde Renovierung: Klinker, der Wintergarten massiv und dunkel, ein einfach hässliches Haus (obwohl ganz klar ein Original Bremer Haus):



      Hier sieht man, was ein schöner Wintergarten und rückgebaute Fenster alles bringen. Der Wintergarten ist noch neu, die Fenster sind schon vor einigen Jahren gemacht worden, vorher sah das linke Haus so aus wie das rechte:




      Solche Dinger, aufgestockt, entstuckt, und tlw. horizontalisiert (1. Geschoss), stehen noch einige in der Straße:




      Ein Beispiel für eine misslungene Aufstockung (vorne links), 2 weiter hinten ein kürzlich einigermaßen gut renoviertes Mehrfamilienhaus (vorher schmutzigweiß, keine geteilten Fenster, kein Stuck, nun immerhin teilbestuckt und farblich abgehobene Leisten):




      Bei diesem Haus wurden unten die alten Fensterproportionen wiederhergestellt (vorher ein großes Querfenster) und es wurde im Stil des Hauses aufgestockt:





      Auch am schönen Brommyplatz ....





      ... tut sich was. Dieses Eckhaus wird renoviert und das Nachbarhaus aufgestockt:





      Aber auch solche Sorgenkinder gibts noch in der Straße. Hier kann man nur hoffen, dass ein evtl. neuer Eigentümer nicht der Versuchung erliegt, dieses eigentlich schöne alte Eckhaus abzureißen:






      Als letztes noch die Hildesheimer Straße, wo auch eine kleine Welle qualitativ hochwertiger Renovierungen angestoßen wurde: Das Haus mit dem im Bau befindlichen Wintergarten wurde erst vor kurzem wiederhergestellt (sah vorher so aus wie das links daneben) und auch weiße das Haus rechts am Rand sah vorher so aus wie sein Kollege links davon. Genau wie bei den zerstörenden Renovierungswellen der 60er und 70er Jahre gibt es auch bei den Wiederherstellungen einen Dominoeffekt: wenn die Nachbarn erstmal sehen, wie schön man das Haus instand setzen kann, sind sie auch mutiger, so etwas bei ihrem eigenen Haus zu probieren:





      Als allerletztes noch ein weiterer, taufrischer Wintergarten im Bremer Stil, so wie es sie zu tausenden gab in der Stadt. Der Rest des Hauses braucht aber noch etwas Zeit und Geld ;):




      Dit soll et ersma jewesen sein. Wie angedroht alles nix großes, aber mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Jede einzelne dieser Maßnahmen sorgt für eine optische Verbesserung des Straßenbildes.
    • Bei der Brandruine am Wall (Kaufhaus Harms) wird alles noch länger dauern. Fest steht nur der Abriss des Gebäudes, bei den bedrohten Nebengebäuden ist die Entscheidung wohl noch nicht endgültig gefallen. Immerhin sollen die erhaltenen Fassadenteile vom Harms-Bau eingelagert werden - ob sich damit eine Wiederherstellung der Fassade andeutet? Zu wünschen wäre es sehr...


      Das Harms-Modehaus bleibt vorerst stehen - Weserkurier
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Am vergangenen Wochenende war ich das erste Mal im Nordwesten der Republik unterwegs und konnte dort ein paar kulturelle Lücken füllen :wink: Auch die alte Hansestadt Bremen stand auf dem Besichtigungsprogramm. Hier hab ich gleich mal die neue Bremer Landesbank in Augenschein genommen und konnte mich auch von dem Bau positiv überzeugen! Schade, dass man sich wieder mal für Staffelgeschosse, statt für ein kupfernes Dach entschieden hat.

      Gesamtansicht mit Neptunbrunnen ( 8| ) im Vordergrund:


      Schwachpunkt Eingangsportal: Das weiße Feld war wohl nur eine Schutzfolie für das Glas. Aber trotzdem sieht das Portal mit der kupfernen Tür und dem großen Glasbogen sehr unharmonisch und plumb aus.



      Hier ist zu sehen, was den meisten Neubauten fehlt: Tiefgang!



      Hier noch das neu eingedeckte Rathausdach:

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    • Mir gefällt die wellenförmige Klinkerfassade der Landesbank auch sehr gut! Sie ist von norddeutschem Charakter. Das Staffelgeschoss darüber finde ich völlig unpassend, denn dadurch wirkt der prachtvolle Altbau rechts daneben so niedrig und gedrungen... Ein den anderen Gebäuden angeglichenes Dach hätte ich auch besser gefunden. Das Rathaus mit dem neuen Kupferdach sieht super aus! :thumbup:
    • Der BLB-Neubau ist grandios! Neo-Expressionismus vom feinsten.

      Solche Lösungen will ich viel öfter in unseren historischen Innenstädten sehen, wenn es keine Rekonstruktionen gibt.
      Ortsbezogen, selbstbewusst, mit Liebe zum Detail, hochwertige und lokal passende Materialien, Akzente setzend und doch ins Ensemble passend. So sollte das neue Neue Bauen aussehen! :thumbup:

      Meines Erachtens ein ganz heißer Kandidat für einen jährlichen Stadtbildpreis für einen neuen Entwurf, die Bremer Landesbank.
    • Die Stadt Bremen unterstützt die Sanierung der mittelalterlichen Wasserburg Blomendal mit 1,2 Mio. €.

      Die Architektin beruhigt den Hausherrn: „Die Schäden sind elementar, doch die Burg ist nicht vom Einsturz bedroht.“ Für 1,2 Millionen Euro sollen Haupthaus und Nebengebäude saniert werden. Apmann: „Im April 2017 legen wir los. Die Bauarbeiten dauern rund zwei Jahre.“

      Bremens letzte Ritterburg bröckelt

      Burg Blomendal
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Kleiner Ausflug nach Gröpelingen:

      In diesem ehemaligen Arbeiterstadtteil, mittlerweile durch eine neudeutsch "sozioökonomisch herausgeforderte Bewohnerschaft mit hohem Migrationsanteil" gekennzeichnet, liegt ein städtebaulicher Schatz begraben, der viel zu spät von den verantwortlichen Denkmalschützern entdeckt wurde, so spät, dass je nach Straße bis zu 80% des Schatzes hinter grauen Spaltriemchen, Plastikfenstern und Aluhaustüren versteckt werden konnte (dies allerdings noch von der Urbevölkerung in den 60er und 70er Jahren).

      Mit 55% weist Gröpelingen nach der östlichen Vorstadt von allen Bremer Stadtbezirken den zweithöchsten Anteil an Bestandsgebäuden mit Baujahr vor 1949 auf, hier ist also einiges zu holen, das scheint nun endlich auch die Stadtgemeinde erkannt zu haben, die nun in mehreren besonders schützenswerten Quartieren die Wiederherstellung von Fassaden durch die Hauseigentümer unterstützen möchte, ich zitiere aus einer Broschüre zum Denkmalschutz: "Eine Förderung der Investitionen von Eigentümern bei der Anpassung der Straßenfront wird voraussichtlich ab Herbst 2016 möglich sein."

      Im Zuge eines integrierten Entwicklungskonzepts, in dem die architektonische Wiederherstellung oder Erhaltung einzigartiger Denkmäler der bremischen Wohnarchitektur für Arbeiter - vom klassischen gründerzeitlichen Bremer Haus bis zu den Siedlungsbauten der 20er und 30er Jahre - eine erfreulich prominente Rolle spielt, sollen nun einige Probleme dieser Gebiete angepackt werden, um eine -dem allgemeinen Trend auch in Bremen- zuwiderlaufende Abwertungsentwicklung endlich aufhalten zu können.

      Mehr Infos und die IEK-Broschüre hier: Stadterneuerung Gröpelingen

      Vielleicht entwickelt sich ja hieraus etwas.
    • ^ Wunderbare Impressionen!

      Leider soll offenbar eines der wenigen Ensembles aus den 40ern nach dem Krieg in Bremen weichen, zumal ein recht gelungenes und klassisch-eingepasst daherkommendes - das Jacobs-Stammhaus samt einem Nebengebäude:

      Langenstraße und Obernstraße: Jacobs-Hof soll erneurt werden

      Die angedachte Quartiersentwicklung ist dort sicher sinnvoll, der Entwurf wirkt allerdings zu grobschlächtig dort in der Bremer Altstadt mE, auch wenn er immerhin Rundbögen im Erdgeschoss hat:

      weser-kurier.de/bremen/bremen-…bs-Hof-_arid,1547439.html
    • Ja, erbse, das sehe ich ganz genauso. Der frühe Wiederaufbau bis etwa Mitte der 50er Jahre war in Bremen nämlich durchaus ansehnlich, wie die Sögestraße oder eben die marktplatznahe Obernstraße zeigen. Die beiden nun zum Abriss geplanten Häuser von 1949 stellen für mich tatsächlich eines der wenigen Highlights der Obernstraße dar, die nun durch einen Staffelgeschosskomplex, wie er ursprünglich mal für das schreckliche, jetzt "renovierte" Volksbankgebäude an der Domsheide vorgesehen war, ersetzt werden soll.

      An der Domsheide hätte sowas als Gegenstück zur Glocke durchaus passen können, hier wird es jedoch leider eine Verschlechterung der Situation darstellen, auch wenn die grundlegende Idee, den schmuddeligen Stadtwaagehinterhof erlebbar zu machen, natürlich richtig ist. Auch die weiteren Pläne der Jacobs-Mäzenen lassen aufhorchen, plant die Familie doch noch den Kauf den Kontorhauses am Markt und langfristig einen Durchbruch Richtung Martinistraße, die von ihnen richtig als entwicklungsblockierend identifiziert wurde. Die Trennungswirkung dieser unhistorisch durch die Altstadt geschlagenen, vierspurigen und von in ihrem hinteren Teil von fürchterlichen 70er und tlw. 80er Jahre-Jahre Blöcken gesäumten Straße soll durch diverse Maßnahmen reduziert werden, da sie die Altstadt vom Weserufer und der Schlechte trennt.

      Da scheint einiges auf uns zuzukommen, was zumindest vorläufig als positiv gewertet werden muss, auch wenn der Startschuss leider auch für mich ein Fehler ist.
    • Zwei Fragen an die Bremenexperten:

      Welche Häuser müssten denn dem Neubau weichen, das Eckhaus ("Fossil") und dessen linker Nachbar?

      Sind in den Gebäuden noch Reste der Vorkriegsbebauung und wenn ja, aus welcher Zeit

      Auch mir scheint zumindest das Eckhaus recht gelungen, so dass es Schade wäre dieses nicht in das Neubauvorhaben zu intergieren. Die Aufwertung des Hinterhofes durch die Neugestaltung ist allerdings auf jeden Fall zu begrüßen.