Berlin Marzahn-Hellersdorf

  • Kriegerdenkmäler sind doch rääächts. Für sowas gibt es kein Geld, schon gar nicht in Berlin.

  • Es mag sein, dass die Initiative zur Errichtung solcher Kriegerdenkmäler vorwiegend von rechtsgerichteten Veteranenvereinen ausging, denn weite Teile der Gesellschaft haben das Thema nach dem Krieg verdrängt. Doch auf solchen Denkmälern sind die Namen der Gefallenen aus dem jeweiligen Ort festgehalten. Und das waren die ganz normalen Söhne der Gesellschaft - keine Anhänger einer bestimmten Ideologie. Letztlich ist jedes Kriegerdenkmal ein Mahnmal gegen den Krieg. Die Kirchen sind die natürlichen Orte des Totengedenkens. Sie sollten stets die allgemeinen menschlichen Aspekte in den Vordergrund stellen.


    Hier ein Beitrag dazu in der "Berliner Woche" aus dem November 2012.


    Als Obelisk ohne Adler funktioniert das Denkmal bereits. Man kann geteilter Meinung sein, ob der Adler zurückkehren sollte. Adler auf Obelisken finden wir in der Kunstgeschichte häufiger. Ich würde ihn hier als ein Symbol der Trauer deuten, der Trauer um gefallene Helden. Das Pathetische und Heroische eines solchen Denkmals ist vielen heute suspekt. Aber ich denke, dass viele Kriegsveteranen das Kriegserlebnis kaum anders verarbeiten konnten. Wie sollten sie damit fertig werden, dass ihre Anstrengungen, ihr Kampf, ihr Leiden falsch und sinnlos gewesen sein sollen? Die Diskrepanz zwischen dem, was viele Kriegsheimkehrer im Kopf hatten und dem Lebensgefühl in der Heimat war und ist kein spezifisch deutsches Phänomen. Unheroische Kriegsdenkmäler sind selten. Ernst Barlach hat einige geschaffen. Letztlich geht es beim Biesdorfer Denkmal um die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und um das Erinnern. Dies ist mit und ohne Adler möglich.


    Berlin-Biesdorf, Kriegerdenkmal an der Dorfkirche (Gnadenkirche) (Foto: Harald Rossa, 2006, CC-BY-SA-2.5)