Bremen - Bahnhofsvorstadt

  • Vielen Dank, Pagentorn, dass Sie die Alte Feuerwache aufarbeiten konnten.
    Im Beitrag 17 finde ich das Foto mit der versammelten Feuerwehrbesatzung recht interessant.
    Aus dieser Perspektive hätte man im Hintergrund das Alte Gymnasium sehen müssen. Dieses wurde 1914-16 erbaut. Ebenso die Staatliche Kunstgewerbeschule. (die ich in meinem vorherigen Beitrag despektierlich Nebengebäude genannt habe) Sie wurde 1922 erbaut. Das Foto der Feuerwache muss also vor 1914 entstanden sein.


    Hierzu kann ich noch ein Foto von ca. 1960 beisteuern, worauf die Alte Feuerwache im oberen Bereich zu sehen ist. Rechts unten steht noch die Ruine der Michaeliskirche.
    Hinter dem Kirchturm ist die verschwundene Bürenstrasse zu sehen. Es scheint, als ob diese 1960 als Verbindung vom Doventor (rechts ausserhalb des Fotos) zum Doventorsdeich (links von der Kirche) vorgesehen war, denn sie scheint in wiederhergestelltem Zustand zu sein. Dagegen verläuft die Daniel-von-Büren-Strasse (mittig quer) am rechten Ende ins Leere.


    Heute sieht das anders aus.

  • BremerMann, ich möchte noch zwei Fotos von der Falkenstraße einstellen - es geht ja immer ein bisschen flott hier, Deine Falken-Fotos sind ja jetzt auch schon Geschichte.....aber trotzdem, meine Mühe verlangt nach Belohnung...


    Zuerst das wohl einzige Gebäude in der Falkenstraße, das erhalten geblieben ist. Mit dem neuen Dachaufbau kann man leben. Es gibt schlimmere Fälle. Ich schätze mal Jugendstil, links und rechts dann die ästhetischen Vorstellungen unserer grandiosen modernen Architektenschaft...Der untere Teil passt sich dem schon an - Anpassungsdruck. Warum nicht umgekehrt?



    Giebelständig - traufständig - unanständig?, wenn Modernisten zuschlagen.


  • Als nächstes versuche ich - mich an einen Wunsch Heinzers erinnernd - die historische Doventorsbebauung ins Bild zu bringen.
    Das nachfolgende Bild habe ich dem Buch "Bremen und seine Bauten" entnommen. Der Blick geht durch die Wallanlagen auf die Doventorscontrescarpe und zeigt, welch edle Gegend man hier mal an den Wallanlagen vorfand - vor vielleicht 120 Jahren?
    Wir sehen das "Wohnhaus Rickmers", eine alteingesessene Bremer Reeder- oder Werftenfamilie, wenn ich mich nicht irre. Das Aufnahme ist leider etwas verschwommen, vermittelt uns aber schon ein wenig von dem italienischen Mittelmeerfeeling vergangener Zeiten.



    Und dann schaun wir mal, was unsere modernen Stadtplaner, die das Rad neu erfinden wollten und sich in diesem Fall ganz an Le Corbusiers "Charta von Athen" gehalten hatten, daraus gemacht haben: DIE AUTOGERECHTE STADT!


    Eine Schande. Blick auf die Doventorscontrescarpe heute, fotografiert vom Rande der Wallanlagen:


  • Bezugnehmend auf Dein Bild des "letzten Altbaus" in der Falkenstraße, findorffer... der ist mir natürlich auch schon aufgefallen auf meinen Streifzügen. Interessant ist auch, dass er ein recht großes, ebenfalls erhaltenes Hinterhaus hat, man kommt durch die von Dir abgebildete Toreinfahrt auf den Innenhof:



    Das Gebäude wirkt von nahem recht gut renoviert, ist also kein Abrisskandidat und scheint bewohnt zu sein. Die Bornstraße um die Ecke gehört auch zu den interessanteren Wiederaufbaustraßen in der westlichen Bahnhofsvorstadt. Sie weist zum einen für Bremen atypischen kleinen Hof zur Straße auf, die man sonst in Hamburg öfter sieht und den es auch vor dem Kriege so ähnlich dort gegeben haben muss:



    Im meine den hofbildenden Versatz im Blockrand, der sich auf dem obigen GoogleEarth-Bild unten links befindet. Außerdem gibt es in der Straße noch weitere interessante Häuser. Bei diesem bin ich mir nicht ganz sicher, ob es sich um einen traditionellen Wiederaufbau oder um ein Haus aus den 20er/30er Jahren handelt:



    Wahrscheinlich ist das Gebäude aus den ganz frühen Nachkriegsjahren, möglicherweise auf ein teilerhaltenes Erdgeschoss (andere Geschosshöhe) aufgesetzt. Außerdem gibt es hier diese beiden etwas aus der Reihe tanzenden Häuser:



    die ich auf die frühen Neunziger taxieren würde und die zumindest klassische Gestaltungselemente aufweisen.


    Ein kleiner Blick in die "traditioneller" wiederaufgebaute Vietorstraße, hier wurde zumindest das Grundprinzip einer Reihenhausbebauung wiederaufgenommen, gibt auch im Bremer Westen viele solcher freudlos-schlichten, aber wenigstens noch Respekt vor der alten Stadtstruktur aufweisenden Straßen (Waller Wied, Viertel südlich des Steffenswegs):



    Zu guter letzt noch das erhaltene Arbeitsamt direkt an der alten Bürenstraße (siehe Beiträge des BremerManns weiter oben), eines der letzten kaum verändert erhaltenen Gebäude aus dem westlichen Teil der Bahnhofsvorstadt. Mit dieser Zwischenkriegsarchitektur wurde nach dem Krieg durchweg schonender verfahren, die Gebäude hatten möglicherweise auch eine bessere Bausubstanz, v.a. aber galten sie als moderner und somit erhaltenswerter und wurden tlw. mit erheblichem Aufwand wiederhergestellt:



    Insgesamt natürlich traurig, was aus diesem Viertel geworden ist. Man kann sich immerhin noch trösten, dass hier abgesehen von der Michaeliskirche wirklich nur wenig teilerhalten war und muss sich nicht schwarzärgern wie über die bis ins Herz der Altstadt oder im Ostertor für die Verkehrsplanung in großer Zahl durchgeführten Nachkriegsabrisse. Hier stand über weite Strecken wirklich kaum noch ein Stein auf dem anderen.


    Trotzdem vermitteln die wenigen erhaltenen Bremer Häuser in der Ellhornstraße (auch schon gezeigt weiter oben) etwas von der Grandezza dieses Viertels, das sich vom Charakter her wohl kaum von den lauschigen und tlw. erhaltenen großbürgerlichen Straßen des Ostertors unterschied (Fedelhören, Kohlhökerstraße, Contrescarpe, Am Dobben etc.) und nun eine Gegend mit absolut NULL Aufenthaltsqualität ist, von zugigen baumarmen Verkehrsschneisen und ärmlicher, gestalterisch toter Nachkriegsarchitektur aller Epochen geprägt ist.

  • Wow. Nun hat mich Heinzer während des Schreibens überholt. Trotzdem mein Comment zu Beitrag 22:


    Tja, findorffer, vor diesem Haus (Beitrag 22 Bild 1) habe ich auf meiner Tour auch lange ratlos gestanden. (haben uns wohl knapp verpasst) Sieht aus als ob jeder eine Etage gestalten durfte während die anderen Etagen abgedeckt waren. Hier stimmen ja nicht mal die senkrechten Fensterfluchten, von den unterschiedlichen Fensterformen mal ganz zu schweigen. Und vom EG reden wir besser garnicht. An die Farbgebung muss ich mich auch erst mal gewöhnen.


    Inwieweit das noch Vorkriegsbestand ist, weiß ich nicht. In diesem Bereich sind höchstens Grundstücksgrenzen, Gründung und maximal Erdgeschoss geblieben.
    Aber da wir schon mal hier sind; gehen wir mal nach links, dann links abbiegen und befinden uns in der Bgm-Smit-Strasse. Hier ist mir die Nr. 13 aufgefallen (Nordseite). Kann mir jemand sagen, aus welcher Zeit dieses EG stammen könnte? Das würde mich bei Recherchen zu dieser Strasse weiterbringen.

  • Und nun hast Du mich, BremerMann, wiederum während der Formulierung meines Textes überholt (vermutlich schreibt jetzt gerade Heinzer, in dessen Sicht ich mich jetzt "vordränge").

    Heinzer schreibt: Außerdem gibt es hier diese beiden etwas aus der Reihe tanzenden Häuser, die ich auf die frühen Neunziger taxieren würde und die zumindest klassische Gestaltungselemente aufweisen.


    Diese beiden Gebäude, Heinzer, sind nicht in den 1990er-Jahren entstanden, sondern bestimmt etwa 100 Jahre alt. Die beiden Fassaden sind vor ca. 15 Jahren "modernisiert", also geglättet worden, ich meine, man hatte seinerzeit irgendwelche Paltten davor gesetzt. Ich weiß das so genau, weil ich da früher immer vorbeigefahren bin und mir diese Häuser immer wieder - im Urzustand - aufgefallen waren - sie sahen einfach attraktiver aus als der Rest, der dort in der Straße steht. Auch dies ist also eine kleine zweite Zerstörung. Ich habe mich übrigens später geärgert, dass ich vorher keine Fotos gemacht hatte.

  • Noch `ne Überholung:
    Danke, Heinzer, für die selektiven Fotos. Insbesondere Bild 3 aus Beitrag 24 ist beeindruckend. Sieht nach Baujahr 1930er aus. Den Hof an der Bornstrasse gab es schon 1938. Damals noch halbrund, nicht rechteckig wie heute.

  • BremerMann: Ich glaube, dass es sich bei dem gelblich gestrichenen, teilerhaltenen Jugendstilbau in findorffers Beitrag um das in Deinem Nachkriegsluftbild links Deiner Markierung befindliche Gebäude handelt und das Haus somit durchaus überlebt haben dürfte. Der neue Eckbau zieht sich viel länger in die Falkenstraße hinein und nimmt das vollkommen ausgebombte Grundstück noch mit ein.


    Bzgl. Deiner Bilder 2 und 3 aus Beitrag 25 (das verklinkerte Erdgeschoss in der Bgm.-Smidt-Straße) würde ich auf ein aufgestocktes Nachkriegsprovisorium tippen, aber völlig ohne Gewähr. Solche Strukturen sieht man in den flächig zerstörten Gebieten häufiger, ich glaube nicht, dass das ein Vorkriegsbau ist (gedrungene Geschosshöhe).


    findorffer: Ok, das wusste ich nicht. Hier wären Vorherbilder wirklich mal gut. Auf BremerManns Luftbild stehen in diesem Bereich aber auch nur noch Fassadenteile, das müsste also eine echt gute Wiederaufbauleistung gewesen sein. Etwas verwundert bin ich über die echt gut erhaltene Straßenfront der Straße "Am Wandrahm" hin. Davon sieht man heute nicht mehr so viel, wiewohl man trotz der brutalen Entstuckung bei ein paar der Häuser noch ahnt, dass diese Vorkriegsbauten sind:



    Interessante Beiträge mal wieder! Und frohe Weihnachten von mir.

  • Unerwarteter Festgruß



    Da die Weihnachtszeit ja - streng genommen - bis Mariä Lichtmess andauert, wir also gerade erst am Anfang dieser festlichen Phase des Kirchenjahres stehen, habe ich keine Probleme damit, die weihnachtlichen Grüße, die mir heute bei einer kleinen Exkursion in die Bahnhofsvorstadt ganz unvermittelt in die Augen sprangen, an die lieben Forums-Freunde weiterzugeben.


    Diese Grüße sind an der Fassade der alten Kunstgewerbeschule am Wandrahm zu bewundern...


    Lage der Kunstgewerbeschule auf der Stadtkarte von 1938.



    Der engere Bereich um die Kunstgewerbeschule. Die Hauptfassade liegt nach Süden zu, an der Straße 'Am Wandrahm'.



    Die Südfassade (der 'Weihnachtsgruß' ist rot eingekreist).



    Christkind blickt auf den Stern von Bethlehem am Himmel. Es ist umgeben von Tannengrün, den Geschenken der hl. drei Könige (links) und einer Palme (oder einer leuchtenden Kerze) rechts.
    In den Zwickeln des Giebels jeweils noch ein kleiner Stern.
    Füllung des zweitwestlichsten Fenstergiebels in der ersten Etage.




    (alle Fotos von mir am 29.12.2019 aufgenommen)

  • Dann möchte ich hierzu auch noch etwas Besinnliches beitragen.


    Nur wenige Schritte von Pagentorn`s Standpunkt entfernt stand ab 1890 auf dem Rosenplatz der vermutlich schönste Kandelaber Bremens vor dem Wohnhaus von Bürgermeister Marcus.

    und der steht heute, 130 Jahre später immer noch am gleichen Platz und funktioniert.

  • Lieber BremerMann,


    Sie werden lachen: auch meine Wenigkeit kam heute am Rosenplatz vorbei und kann folglich mit einem Vergleichsfoto vom heutigen Aussehen des Nachfolgebaus der Marcus-Villa aufwarten. Daran ersieht man: Das Verschwinden des Ziergitters um Kandelaber und Rosenbeet ist nicht die gravierendste Veränderung vor Ort...



    Leuchten und dürres Geäst.



    'II 509': Ob dies die seinerzeitige Nummer des - ursprünglich Gas befeuerten - Kandelabers war ?



    Die Greifen am Fuß des Kandelabers geizen nicht mit ihren Reizen...



    Lage des Rosenbeetes mit dem Kandelaber auf der Stadtkarte von 1938 (rot markiert).



    Engere Umgebung des Rosenplatzes.



  • Bürgermeister-Smidt-Strasse.

    In meinem Bestreben die Vorkriegsgeschichte der Doventorstadt / westliche Bahnhofsvorstadt zu ergründen komme ich nicht weiter. Ist bis auf wenige Ausnahmen (Feuerwache 1 Am Wandrahm) ein geheimnisvolles Viertel. (für mich)


    Vielleicht muss man das Viertel aus einer ganz anderen Sichtweise angehen. (Siehe Strang Bremen – Altstadt - Steffenstadt, Beiträge 69, 79, 80)


    Deshalb reduziere ich meine Suche auf die heutige Bürgermeister-Smidt-Strasse.


    Zur Historie:
    Das nördliche Ende (Bahnhof – Wall) ist erstmalig auf einem Stadtplan von 1865 als Georgstrasse verzeichnet. Sie begann am Breitenweg vor dem Hannoverschen Bahnhof der von 1847 bis 1885 bestand. (Dieser Bahnhof wurde 1889 durch den noch heute bestehenden Central-Bahnhof einige 100 Meter weiter östlich ersetzt.)


    Die Georgstrasse führte zum Ansgaritor dann gings weiter durch die Ansgaritorstrasse nach Ansgari, also ins Zentrum. Von hier ging westlich die Hutfilterstrasse, östlich die Obernstrasse ab. Daher auch die heute willkürlich anmutende Trennung Hutfilter- Obernstrasse. Geradeaus durch die Kurze Wallfahrt bis zur Langenstrasse.


    1873-75 wurde dann die Schneise `Kaiserstrasse´ vom Angaritor zur Weser geschlagen und die Kaiserbrücke in die Neustadt gebaut was zur ersten Trennung zwischen City und Stephaniviertel führte. Hierdurch wurde die Führung durch die Ansgaritorstrasse zweitrangig. Die Strasse hieß also ab 1875: Georgstrasse (Bahnhof-Wall), Kaiserstrasse (Wall-Weser), Kaiserbrücke, Große Allee (Neustadt)


    Auf einem Ausschnitt des Stadtplans von 1865 habe ich die Kaiserstrasse / Kaiserbrücke mal eingezeichnet.



    1938 bis 1945 hieß der Abschnitt Bahnhof – Weser General-Ludendorff-Strasse, nach dem Krieg dann Bürgermeister-Smidt-Strasse.



    Dies führte zu einer merkwürdigen X-Kreuzung am Ansgaritor. (oben rechts)


    Foto zwischen 1916 und 1940

    Viel viel später wurde daraus kurzzeitig ein Kreisverkehr. (genannt Turbinenkreuzung)


    Foto 1963 Blickrichtung > Bahnhof
    Heute ist dort die s.g. AOK-Kreuzung und der Flyover. (Strasse Am Wall über die Bgm.-Smidt-Strasse)


    Nun komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen: Ich suche den MISSING LINK.



    Ich habe 2 Fotos der Georgstrasse


    Vom Breitenweg Richtung Süd
    Vom Ansgaritor Richtung Nord. rechts Georgstr, links Bornstr.
    Beide Fotos Anfang 1900er. Da die Strassenbahn schon elektrifiziert war nach 1902.


    Aus der homogenen Bebauung in bestem Historismus schliesse ich, das die Strasse relativ zeitgleich bebaut wurde.
    Da die Bäume noch recht klein sind, kann die Bebauung auch noch nicht lange her gewesen sein.



    Die nächsten fotographischen Hinweise fand ich erst von 1945 südlich des Ansgaritors (ehem. Finanzamt, heute Parkhaus Am Brill)

    Der Baustil passt.


    Bei der aktuellen Suche nach Relikten dieser Zeit fand ich nicht mehr viel.


    Erstens: Bgm.-Smidt-Str. 31


    Ich hatte das Foto schon mal eingestellt, Jemand vermutete, dass es sich hier um ein Nachkriegsprovisorium handeln könnte, ich glaube nicht. Für ein Provisorium finde ich die Türlaibung zu aufwändig. (Hinter dem Rolltor ist noch mal die gleiche Laibung, nur breiter.) Ausserdem sehen die Bricks nicht nach recycletem Material und die Sorgfalt der Verarbeitung nicht nach Provisorium aus.



    Zweitens dieses Haus Ecke Bgm-Smidt-Str. – Birkenstr.


    Ist dies ein Vorkriegsgebäude

    Sollte eins der zwei letzvorgestellte Bauten ein Vorkriegsbau sein, dann hat die Zerstörung der Idylle von Bild 04 und 05 in diesem Beitrag schon vor dem Krieg stattgefunden !


    • MISSING LINK


    Ich bitte um fachkundige Hilfe.


  • Bürgermeister-Smidt-Straße 31 / General-Ludendorff-Straße 31


    Lieber BremerMann, Ihre Frage nach der Erdgeschoßzone des gegenwärtigen Gebäudes Bürgermeister-Smidt-Straße Nr. 31...


    Ihr Foto:



    Luftbild des Gebäudes:



    ... möchte ich wie folgt beantworten:


    Nach der Neunummerierung der Häuser im Zuge der Zusammenlegung von Georg- und Kaiserstraße zur General-Ludendorff-Straße, ist keine weitere Neuvergabe der Hausnummern erfolgt. Auch die Grundstücksgrenzen sind in diesem Bereich des in Rede stehenden Straßenzuges nach dem Kriege - soweit ersichtlich - nicht verändert worden. Eine Verschiebung von Hausnummern aufgrund Nichtbebauung von Nachbargrundstücken (z.B. dem an der nordwestlichen Ecke der Straße zum Breitenweg) ist ebenfalls nicht erfolgt. Wir können somit davon ausgehen, daß das heutige mit der Nr. 31 bezeichnete Grundstück demjenigen aus der Vorkriegszeit entspricht. Im Bremer Adreßbuch von 1939 findet man zwischen Breitenweg und Falkenstraße zehn Eintragungen (darunter auch Häuser mit Mehrfachnummern). Die Nr. 31 ist - vom Breitenweg aus gezählt - das sechste Haus. Bei diesem handelt es sich um ein großbürgerliches Wohnhaus mit Vorgarten und vor allem einem Eingang im Hochparterre. Wie bei allen 'Bremer Häusern' wird das Haus einen Keller gehabt haben, der zur Hälfte (oder gar zu Dreivierteln) im Boden versenkt war. Für eine Etage auf Straßenniveau - wie sie das jetzige Gebäude aufweist - war unter diesen Umständen schlicht kein Platz. Ein Abriß des Gebäudes vor 1939 ist zudem nicht ersichtlich. Daher ist die von Ihnen thematisierte, backsteinerne Erdgeschoßzone eindeutig ein Produkt der Nachkriesgzeit.


    Adreßbuch-Eintrag der Nr. 31 von 1939 (rot markiert).



    Ausschnitt aus der Stadtkarte von 1938. Die Nr. 31 ist rot hervorgehoben.



    Luftbild der Georgstraße. Das in Rede stehende Gebäude ist mit einem roten Pfeil markiert.



    Frühe Fotografie der Georgstraße mit Blickrichtung Breitenweg (aufgenommen vor Anpflanzung der Alleebäume). Das in Rede stehende Gebäude befindet sich in der Häuserzeile hinten links.



    Vergrößerter Ausschnitt aus dem obigen Foto mit dem Bereich zwischen Falkenstraße und Breitenweg. Das hier thematisierte Haus ist mit einem roten Pfeil markiert.



    Auch auf der von Ihnen eingestellten Ansichtskarte - welche den Blick in die Georgstraße in Richtung Altstadt zeigt) ist das Gebäude zu sehen (roter Pfeil).


  • Georgstraße Nr. 31


    Vor der Neuvergabe der Hausnummern befand sich - in der alten Georgstraße - die Nr.31 schräg gegenüber der heutigen Nr. 31.


    Blick aus Richtung Bahnhof in Richtung Altstadt (ebenfalls vor Anpflanzung der Bäume aufgenommen). Die Nr. 31 ist durch einen roten Pfeil markiert.



    'Starfoto' des Hauses.


  • Lieber BremerMann,


    um das andere von Ihnen angesprochene Haus werde ich mich noch kümmern. Allerdings handelt es sich ebenfalls um ein Gebäude aus der Zeit nach '45.

  • Anbei noch ein Bild von der Kreuzung der Georgstraße mit der Birkenstraße (links) und der Falkenstraße (rechts). Hier sieht man sehr schön, welchen Zielpunkt die Sichtachse der Straße in Richtung Süden aufwies: Den Turmhelm von Anschari natürlich !!! :thumbsup:


  • Das Nordende der Georgstraße


    Anbei noch eine Collage, welche die Einmündung der Georgstraße in den Breitenweg (und damit das nördliche Ende der ersteren Straße zeigt. Ganz links ist die von Johann Georg Poppe erbaute Stadtbibliothek am Breitenweg zu sehen. Das Gebäude am Schnittpunkt der beiden Karten ist - wie man sieht - identisch.


  • Und der Vergleich mit der Gegenwart:


    (Einmündung Bürgermeister-Smidt-Straße in den Breigenweg)


  • Damals war der Breitenweg wirklich ein breiter Weg. Heute ist er eine 40 Meter breite Tangente, die den Bremer Westen mit dem Zentrum und dem östlichen Teil verbindet.