Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe

  • Ich mag hier niemanden drängen, und wer auch immer es machen möchte, kann sich ruhig seine Zeit lassen, aber ich (und wir alle) würden uns über eine Visualisierung des Schadens und des Geretteten freuen. Wenn man vielleicht in diesen Sets eintragen könnte, was gestohlen wurde? :)

  • Zu dem Rückkaufangebot: Das ist der Versuch einer Kontaktaufnahme mit den Tätern. Da gestohlene Kunstwerke heutzutage am Markt nicht mehr verkäuflich sind, besteht das Ziel von Kunstdieben teilweise im Artnapping, also Geiselnahme von Kunst.

    Im Fall von Diamanten leider nicht. Die können ganz einfach umgeschliffen werden. Sie sind dann nicht mehr identifizierbar und können ganz einfach auf dem Diamantenmarkt als neue Steine verkauft werden. Mit dem Umschliff erhalten sie sogar ein neues Zertifikat. Bei keinem anderen Diebesgut ist es so einfach, es zu "waschen" wie bei Edelsteinen und bei Edelmetall (bei letzterem durch Einschmelzen).
    Das ist ja das Tragische: Vermutlich sind die geraubten Stücke schon längst in Einzelteile zerlegt und umgeschliffen worden. Die Dresdner Preziosen sind wahrscheinlich jetzt schon unwiederbringlich vernichtet.

  • Seid ihr ungeduldig! Das kam wirklich 16 Uhr erst raus. Der MDR hat es 16:05 Uhr gebracht. Das ist ja auch ein Nachrichtensender. Ich wollte hier die Sachen schön auflisten.


    Es geht weiter mit der Brillantgarnitur.


    Bild 2: Eine Hutzier aus der Brillantgarnitur. Die Brillantgarnitur (für den König) ist auf Bild 1 in den beiden mittleren Feldern der Vitrine zu sehen. Die Hutzier liegt im linken Feld oben rechts. Sie stammt von 1746, also aus der Zeit Augusts III.
    Aktualisierung 27.11., 16 Uhr: Dieses Stück ist vorhanden.



    Bild 10: Der Bruststern des Polnischen Weißen Adlerordens aus der Brillantgarnitur (auf Bild 1 im vierten Feld, Mitte). Gefertigt zwischen 1746 und 1749 für August III. Brillanten, der größte von 20 Karat, Rubine.

    Zu dem Bruststern des Weißen Adlerordens kommen als Verlust hinzu:



    Die von Syndram bereits gestern als Verlust erwähnte Achselschleife (Epaulette) mit dem Sächsischen Weißen Diamanten ...



    ... und der "Reiherstutz" genannte Hutschmuck, Juwelier Globig, Dresden, zwischen 1782 und 1807.


    Fehlen also drei Stücke aus der Brillantgarnitur.


    Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski.

  • Och, eryngium Spielverderber!
    Ich hätte als Ersatz für Treverer noch dieses hier anzubieten!
    (Ostwestfale: und über Klos reden wir jetzt nicht :zwinkern: )


    Brilliantgarnitur


    Aus: Joachim Menzhausen, Einführung in das Grüne Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 1980

  • Nun zum Schmuck der Königinnen:

    Hinzu kommen als Verluste:



    Das Brillantkollier der Königin Amalie Auguste, Juwelier Ignaz Konrad Plödterl, Dresden, 1824. Hierzu melden die SKD, es sei "in Teilen erhalten".



    Teilstück eines Muffhakens, Werkstatt Jean Jacques Pallard, Genf/Wien, 1746 und 1749. Als "Teilstück" wird das abgebildete Objekt bezeichnet. Das ganze Objekt wurde gestohlen.


    Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Fotos: Jürgen Karpinski.

  • Der Einbruch war die Nagelprobe für das Grüne Gewölbe , die Einbrecher erwiesen dem Grünen Gewölbe einen Bärendienst ihnen ihre Schwachstelle bei der Sicherheit trotz ihres Teilerfolges beim Stehlen zu Offenbaren.

  • Ich habe auch schon an eine Verbindung mit dem kurz vorher abgeschobenen Clan-Chef Miri gedacht, der wohl auch was mit dem "Goldmünzen-Coup" am Bodemuseum zu tun haben soll. Ich wette, dass da hinter den Kulissen alle Drähte glühen und wir nur Dinge erfahren, die den Tätern kein Stress machen und sie so zu Leichtsinn verleiten.


    Naja und ob die Sachen bereits zerstört sind - wer weiß, glaube ich eigentlich nicht. Das würde ja bedeuten dass die Jungs nach nur zwei Tagen ein sicheres Versteck erreicht haben und dort eine entsprechende Ausrüstung und Diskretion vorhanden ist. Einen Diamanten jedenfalls schleift man nicht mit einem Dremel einfach so um, dazu brauchts ne jahrelange Ausbildung und entsprechende Geräte. Die muss man auch irgendwo her bekommen, ebenso denjenigen, der schleift. Kann mir nicht vorstellen, dass all das die zwei Einbrecher selber machen können. Aktuell wird nach 4 Personen gefahndet. Und vermutlich stecken da noch weitaus mehr Leute dahinter, und irgend wo macht einer davon einen Fehler - oder hat ihn bereits vor Monaten gemacht. Bei der Anmietung einer Werkstatt, der Bestellung eines Diamantenschleifsteins bei Amazon, den Kauf mehrerer Wegwerfhandys gleichzeitig oder weiß der Kuckuck.


    Ich hoffe jedenfalls dass das alles wieder auftaucht und man auch mal Stolz sein kann auf unsere Ermittlungsbehörden. Ich wünsche den Beamten viel Erfolg!


    Achja, und zu den Wachleuten: Wer meint, dass die bewaffnet seit sollen um Gangster vertreiben zu können, der sollte aber auch fordern, dass sie zu Feuerwehrmännern ausgebildet werden, damit "kleine Feuer" sofort gelöscht werden können und man nicht minutenlang wartet bis die Berufsfeuerwehr kommt.

  • Dass auch der Sächsische Weiße fehlt, ist natürlich nochmal ein Nackenschlag. Der große Grüne und der große Weiße standen für mich immer sinnbildlich für Sachsen. Obwohl das natürlich eine nicht zeitgenössische Deutung ist, fand ich das immer sehr charmant. Oh man...

  • Dass auch der Sächsische Weiße fehlt, ist natürlich nochmal ein Nackenschlag. Der große Grüne und der große Weiße standen für mich immer sinnbildlich für Sachsen. Obwohl das natürlich eine nicht zeitgenössische Deutung ist, fand ich das immer sehr charmant. Oh man...

    Ja, das stimmt einen wirklich traurig. Auch kann ich kein "Glück im Unglück" erkennen, wie hier schon aufgrund der Anzahl gemeint wurde...
    Ich hatte das große Glück vor zwei Wochen drin gewesen zu sein. Im Juwelenzimmer war ich fast ne Stunde bevor ich mir selbst sagte "genug jetzt, beim nächsten Besuch ist kannst du dich weiter vertiefen..." ich bin einige mal hin und hergegangen vor den Garnituren, um die Lichtbrechung aus verschieden Winkeln zu erleben... wenn ich mir vorstelle, das die Stücke jetzt für immer... :weinen:

  • Achja, und zu den Wachleuten: Wer meint, dass die bewaffnet seit sollen um Gangster vertreiben zu können, der sollte aber auch fordern, dass sie zu Feuerwehrmännern ausgebildet werden, damit "kleine Feuer" sofort gelöscht werden können und man nicht minutenlang wartet bis die Berufsfeuerwehr kommt.

    Na ja, in anderen Ländern ist bewaffnetes Wachpersonal in Museen durchaus üblich. Ich finde das jetzt nicht so abwegig oder absurd.
    Oder man lässt derart wertvolle Sammlungen halt von der Polizei bewachen. Das wollte man in Sachsen aber laut der Auskunft der Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden nicht.

  • Und zu dem Feuerwehrmann-Vergleich: bei einem Brand erwarte ich tatsächlich, dass vom Wachpersonal versucht wird, ein Feuer nach Möglichkeit zu löschen oder in den Griff zu kriegen bis die Feuerwehr eintrifft. Oder sollen sie auch da einfach zusehen? Ist ein Wachpersonal eigentlich nur dazu da, Fernsehen zu schauen..? So kommt mir das Ganze allmählich vor. Und ich lasse mir von der Museumsdirektion nicht weismachen, dass dieses Totalversagen „internationaler Standard“ ist.

  • Ich würde ja gern helfen, will aber nicht in irgend ne Haftung. Also noch mal die Frage:


    Wenn ich die Bilder aus dem Katalog per PM an Treverer sende und er sie weiter bearbeitet, bin ICH dann bei eventuellen -zwar eher unwahrscheinlichen- Rechte-Forderungen aus dem Schneider?


    Wenn ja, dann kann er Sie ja gern für eine Übersicht verwenden. Diese wäre hilfreich.

  • @eryngium Damit du juristisch belangt werden kannst, muss der Rechteinhaber einer Grafik dich dafür anzeigen, dass du sie nichtgewerblich und zu reinen Aufklärungszwecken in einem Forum benutzt (übrigens kann er das auch, wenn du nur etwas auf Facebook teilst). Kurz: kein Schwein kommt auf die Idee, wegen so etwas einen Anwalt zu konsultieren. Entspann dich :-)

  • @East_Clintwood Ich verstehe schon was du meinst, aber wenn man sich hier mal die üblichen Tarifverträge ansieht und dem entgegen hält, dass man auch irgendwo sparen muss, dann dürfte nachvollziehbar werden dass die Wachleute alt nur aufpassen sollen, aber eben keine Feuer löschen oder auf Diebe schießen sollen. Das würde eine tiefere und umfassendere Ausbildung bedeuten, und damit höhere Preise. Und womöglich hat man es dann mit zweifelhaftem Personal zu tun.


    Nein, ich denke bei Bewachung geht es mehr um Technisierung. Ich würde von einem Wachmann nicht erwarten, dass er sich für das Bewachungsobjekt in Lebensgefahr begibt, wenn ich das will muss ich bereit sein einen Bodyguard zu bezahlen, oder einen Feuerwehrmann. Ich erwarte von Wachleuten dass sie durch Präsenz abschrecken und an sonsten nur aufpassen. Sie müssen die Schwachpunkte kennen und dafür sorgen, dass das Sicherheitskonzept als ganzes funktionieren kann, dass nichts blockiert wird oder deaktiviert ist. Das Bild vom heldenhaften Wachmann, der mit Feuerlöscher in den Rauch entschwindet um dort was auch immer zu löschen... oder der am Montag mit der gezogenen Knarre durch die Dunkelheit dorthin marschiert wäre wo der Krach herkommt... Was soll das bringen? Und: reden wir von EINEM Wachmann, der andere bleibt sitzen und guckt weiter auf den Monitor, oder sollen beide losgehen, was ist wenn es ein Ablenkungsmanöver ist.... Das hätte nicht zwingend etwas verhindert, den Tatort unnötig verwaschen oder womöglich einen toten Wachmann hinterlassen. Die Wachleute sind i.d.R. unterbezahlt, haben einen knapp geschnittenen Aufgaben- und Verantwortungsbereich und sind eher nicht von der Sorte "Actionheld". Es gibt sicherlich einen Grund weswegen das Bewachungswesen in der westlichen Welt so ausgerichtet ist. Ich erwarte ja nichtmal von zwei Polizisten, dass sie sich 100 gewaltbereiten und bewaffneten Verrückten entgegenstellen. Zurückziehn, Verstärkung holen und dann mit Aussicht auf Erfolg eingreifen. An sonsten so viele Informationen sammeln wie möglich, die kann man später gut verwerten.

  • @eryngium Ja, selbstverständlich wäre im sehr unwahrscheinlichen Fall derjenige verantwortlich, der es öffentlich postet. Wenn ich ein Spaß-MEME mit dem Logo von McDonalds per WhatsApp schicke und der Andere das auf einem Kanal veröffentlicht, macht sich selbstverständlich nur der Postende juristisch angreifbar. Und selbst dann ist es höchst unwahrscheinlich, dass Konsequenzen folgen werden. Heikel wird es erst, wenn man geschützte Inhalte kommerziell und zum eigenen finanziellen Vorteil verwertet.

  • oder der am Montag mit der gezogenen Knarre durch die Dunkelheit dorthin marschiert wäre wo der Krach herkommt

    Von einem Polizisten würde man das aber schon erwarten, wenn Gefahr im Verzug ist. Und wenn ich daran denke, wie schlecht die im Schießen und im Umgang mit Waffen ausgebildet sind ... das Niveau an Waffen- und Schießkenntnis, das ein durchschnittlicher Polizist heutzutage in Deutschland hat, kann man einem Wachmann (leider) an einem Wochenende vermitteln.

  • Nach wie vor finde ich es am schlimmsten, dass die aus der Dresdner Innenstadt einfach so entkommen konnten. Rundherum alles Top Adressen, es müsste ein Netz an Kameras geben, und eigentlich auch ein dauerhaft herumkreisendes Einsatzfahrzeug der Polizei. Das verstehe ich nicht. Heißt es nicht auch immer bei Einbrechern dass man immer irgendwie reinkommt, die Kunst ist das unerkannte Entkommen. Und das scheint in der Dresdner Innenstadt ganz allgemein kein Problem zu sein, auch bei den hochwertigen Geschäften dort...