Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe

  • Die Diamant-Rosen-Garnitur heißt so, weil ihre Steine den altertümlichen Rosenschliff zeigen.



    Bild 8: Hier fehlt der Paradedegen (auf Bild 1 ganz rechts in der Vitrine). Ich bin nicht sicher, ob die Scheide auch gestohlen wurde. Sie liegt in der Vitrine neben dem Degen, damit man die verzierte Klinge sehen kann. Für Katalogfotos ist es üblich, die Scheide direkt neben der Blankwaffe platziert mitzufotografieren. Auch der Laie erkennt, dass die Klunker am "Gefäß" des Degens (so nennt man den Bereich um den Griff) ganz anders aussehen als Brillanten. Juwelier Globig, Dresden, 1782-1789. Das scheint mir der jüngste Paradedegen im Bestand der Juwelenzimmer zu sein.



    Bild 5: Diese Achselschleife liegt auf Bild 1 links vom Degen und seiner Scheide. Ich mag den Rosenschliff sehr. Er ist weniger "facettenreich" als der Brillantschliff. Die Steine haben eine flache Unterseite. Die Schauseite endet in einer Spitze. Die Dresdner Diamant-Rosen-Garnitur ist die größte und schönste ihrer Art überhaupt. Diese Garnitur wurde aus Stücken unterschiedlicher Provenienz zusammengestellt, das heißt, die Objekte wurden nicht als geschlossenes Ensemble von einem einzigen Juwelier angefertigt. Das gibt es bei einigen der Dresdner Garnituren, nicht jedoch bei den hier betroffenen drei Garnituren. Die Achselschleife hat 236 Diamanten, der größte von 31 1/2 Karat. Juwelier Globig, Dresden, 1782-1789.



    Bild 3: Die Hutaigrette hat 136 Diamanten, der größte von 25 Karat. Auf Bild 1 liegt sie im zweiten Feld von rechts, oben rechts. Auf dem Foto ist die Spezifik des Rosenschliffs besonders schön zu erkennen. Juwelier Globig, Dresden, 1782-1789.



    Bild 11: Das letzte der bislang gemeldeten Stücke ist ein Kleinod des Polnischen Weißen Adlerordens, ein wunderschönes Stück und ein besonders schmerzlicher Verlust. Auf Bild 1 ist seine Lage nicht sicher auszumachen (vielleicht durch einen Steg verdeckt). Juwelier Andreas Jacob Pallard, Dresden, vor 1756. Bitte den polnischen Adler, der dem Stern aufgelegt ist, nicht übersehen! Alle gezeigten Stücke der Diamant-Rosen-Garnitur sind Meisterwerke der Juwelierkunst.


    Edit (13 Uhr): Die SKD haben nun Pressematerial veröffentlicht. Darin die hier gezeigten Bilder. Das ist also noch der aktuelle Stand. Dort nähere Angaben zu den Stücken. Von den hier vorgestellten Objekten der Diamant-Rosen-Garnitur ist nur das Kleinod des Adlerordens aus augusteischer Zeit. Die drei anderen Stücke wurden 1782-1789 vom Dresdner Juwelier Globig geschaffen. Das korrigiere ich entsprechend oben. Man muss aber betonen, dass die verwendeten Steine älter sind, ebenso die Grundformen der drei Objekte. Daher hatte ich sie für älter gehalten.

  • „Security griff bewusst nicht ein.“ - immerhin eine Überschrift von Focus online.
    So sieht korrektes Benehmen in einem Beuteland aus.
    https://www.focus.de/panorama/…tzkammer_id_11386619.html

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • In jeder Baumarktbroschüre steht, dass sichere Fenster und Türen das A und O sind, noch wichtiger als eine Alarmanlage. Und hier steigen die in eine Milliardensammlung anscheinend einfach so ein. Und die Vitrine wird in kürzester Zeit geknackt. Ich kann mir die Berichterstattung nicht ansehen, sonst platzt mir noch was.

  • Eine präzise Verlustbilanz liegt noch nicht vor. Aktuelle Infos von Dirk Syndram. Hoffen wir also, dass andere wertvolle Stücke noch da sind, wie die Achselschleife aus der Brillantgarnitur mit dem berühmten Sächsischen Weißen Diamanten von 48 Karat!


    Nach Joachim Menzhausen, dem früheren Direktor des Grünen Gewölbes, ist für edelsteinkundige Besucher die Smaragdgarnitur die bedeutendste. Sie, wie auch die Rubin-, Saphir- und Karneolgarnitur, wurde direkt für August den Starken angefertigt. Die Stücke der drei Garnituren aus der aufgebrochenen Vitrine stehen hingegen nicht oder nur lose in Verbindung mit August dem Starken.

  • Auch die sächsische Polizei arbeitet derzeit mit den oben gezeigten 10 Fotos.


    https://www.polizei.sachsen.de/de/63999.htm#


    Das lässt hoffen, dass der Sächsische Weiße Diamant nicht unter den Verlusten ist, denn sonst hätten die SKD dieses prominente Stück sicherlich in die Medieninformation gegeben.


    Aber letzter Stand von Syndram und MDR:

    Die Fotos von der Polizei helfen Syndram im Moment nicht weiter: "Ich weiß, dass einige Objekte nicht an ihrem Platz sind. Aber ich kann nicht sagen, wie es auf dem Boden der Vitrine aussieht." . Klar sei aber, dass viel mehr als die zehn Teile der Brillant- und Diamantgarnituren fehlen. Er vermute, "die Große Brillantschleife ist nicht mehr in Dresden". Syndram geht davon aus, dass Profis am Werk waren. "Es sieht eher so aus, dass sie reingegangen sind und so schnell gegriffen haben, was sie konnten", sagte Syndram.


    Auskünfte von Alfred Weidinger, Direktor des Museums der bildenden Künste in Leipzig, zur Sicherheit in Museen. Weidinger betont, dass es absolute Sicherheit nicht geben kann.


    Ich habe übrigens nie geglaubt, dass das Historische Grüne Gewölbe unverwundbar sei. Ich kann mir hier und bei anderen Museen viele Schreckensszenarien vorstellen. Man darf gar nicht dran denken, was alles passieren könnte! Wer hier schon mit der "Baumarktbroschüre" argumentiert, sollte eigentlich wissen, dass es bei Fenstern, Türen, Sicherheitsglas usw. verschiedene Schutzklassen gibt und dass Experten von einbruchshemmenden Maßnahmen sprechen.


    Eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Kunstdiebstähle ist das Lost Art Register oder Art Loss Register sowie die gegenseitige Information und Provenienzrecherche im Kunsthandel. Dadurch sind gestohlene Kunstwerke praktisch unverkäuflich. Wenn es den Dieben um eine Verwertung des Rohmaterials geht (wie bei der Goldmünze aus dem Bode-Museum), hat das mit dem Kunsthandel nichts mehr zu tun.

  • Ich kann mir hier und bei anderen Museen viele Schreckensszenarien vorstellen. Man darf gar nicht dran denken, was alles passieren könnte!

    Auch wenn es da um völlig andere Materialwerte geht, aber manchmal findet man sich ja in kleinen Heimatmuseen wieder und ist überrascht, welche lokal bedeutenden Kunstschätze da ausgestellt werden und wie nachlässig manchmal mit der Sicherheit umgegangen wird. Das beginnt beim gemütlichen Kassenpersonal, das zusätzlich ein bisschen auch für die Sicherheit zuständig ist, aber dieser Aufgabe nie gerecht würde und endet bei deutlich montierten Kameras, die zig tote Winkel ermöglichen.


    Sicherheit in Museen ist jenseits der großen Spieler ein eher stiefmütterlich behandeltes Thema - und offenbar selbst in diesen diskussionswürdig.


    Und ja, je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr schlage ich mich auf die Seite derer, die den Sicherheitsdienst hinterfragen. Wenn ein Sicherheitsdienst nur die Aufgabe hat, im Notfall die Polizei zu rufen, dann reichen auch Tante Erna und Opa Paschulke mit dem Kissen auf der Fensterbank des Nachbarhauses.

  • Wer hier schon mit der "Baumarktbroschüre" argumentiert, sollte eigentlich wissen, dass es bei Fenstern, Türen, Sicherheitsglas usw. verschiedene Schutzklassen gibt und dass Experten von einbruchshemmenden Maßnahmen sprechen.

    Oh, das ist mir sehr wohl bewusst; mein Beitrag war auch eher sarkastisch zu verstehen.
    Mir ist schon klar, dass es nichts gibt, wo keiner reinkommt. Aber in diesem Fall, bei so einem Schatz scheinen mir die einbruchshemmenden Massnahmen doch ein, zwei Klassen zu wenig einbruchshemmend gewesen zu sein.

    Und ja, je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr schlage ich mich auf die Seite derer, die den Sicherheitsdienst hinterfragen.

    Ich eher die, die den Level an Sicherheit bestimmen. Unbewaffnet wäre ich auch nicht auf Leute losgegangen, die gerade mit einer Axt alles kurz und klein schlagen. Vielleicht hätte ein Ansprechen aus sicherer Entfernung die Täter schon in die Flucht geschlagen, aber das ist von zu Hause aus auch leicht zu behaupten...

  • Angesichts der steten Diskussionen um den "Zuschussbetrieb Museum" bzw. Kultur im Allgemeinen scheinen mir Forderungen, Museen zu einbruchsicheren Tresoren umzubauen, reichlich weit hergeholt. Unabhängig davon was sicherheitstechnisch in Dresden jüngst falsch gelaufen sein könnte erscheint mir die pauschale Forderung, dass alle Orte an denen wichtige Kunst zu besichtigen ist, hochsicherheitsmäßig aufzurüsten für den Kunstbetrieb im Allgemeinen weit hergeholt bzw. kontraproduktiv.


    Da man wohl kaum jede Kirche, die einen wertvolles Tryptichon, ein Epitaph oder sonstwas besitzt, polizeilich schützen kann, und ebensowenig einbruchsicher umbauen kann, würde das am Ende bedeuten dass man unsere Kunstschätze einsammelt und sie sich in wenigen Hochsicherheitstempeln in den Großstädten häufen und man sie nur dort sehen kann. Sie wären aus dem Zusammenhang gerissen und nur für wenige Menschen zugänglich, nein, das würde ich nicht wollen. Ich finde es toll, dass es Heimatmuseen gibt, die nicht jeder kennt und in denen man sich in Ruhe den Ausstellungsstücken nähern kann. Für mich entsteht so erst Kunstgenuss. Wer mal in den Vatikanischen Museen war, oder die Mona Lisa gesehen hat weiß, wie sich Kunstgenuss vergällen lässt wenn man es mit Sicherheitsvorkehrungen zu gut meint oder zu viel auf kleinstem Raum präsentiert.


    Was ich viel wichtiger und eigentlich auch nachhaltiger finde ist wenn man überzeugend deutlich macht, dass man mit den Objekten niemals unerkannt entkommen könnte. Lückenlose Kameraüberwachung rundherum, automatisch abgesperrte Straßen mit versenkbaren Pollern, die man nur mit Identifizierung befahren kann, Alarme, die bereits bei Stromausfall losgehen, Beleuchtung die keine dunklen Ecken übrig lassen, dass wäre doch mal ein guter Anfang.


    Darüber zu fantasieren was man hätte alles ins Grüne Gewölbe einbauen müssen damit die Diebe nicht entkommen können oder gar nicht erst rein können, nunja, ist wohl nicht nur viel zu teuer und auch hässlich, sondern am Ende in einem anderen Szenario gänzlich unwirksam. Was mich wirklich wurmt ist, dass der Alarm selbst wohl prima funktioniert hat, aber es zulange dauerte bis Einsatzkräfte vor Ort waren - wie kann das 5 Minuten dauern in Dresdens historischer Innenstadt?!? Wenn bei uns im Dienstgebäude Feueralarm ausbricht rücken sofort mehrere Löschzüge der Feuerwehr aus, da muss niemand rumtelefonieren und erstmal beschreiben was los ist usw. Und das letztlich die Diebe unerkannt entkommen, ohne verwertbare Videobilder, ohne dass man das Fluchtauto irgendwo drauf hat. Aber naja, vielleicht sind das ja auch nicht veröffentlichte Erkenntnisse, von denen wir nicht wissen.

  • 2. Stromausfall. Ein bislang wenig thematisiertes Gebiet. Aber im Zuge der Veränderungen der Energiewirtschaft kann es zu einem Ende der hiesig gewohnten Stabilität des Stromnetzes kommen. Sollten hierzulande mal ein paar Tage Teile des Stromnetzes flach liegen, ist vieles möglich. Und wir kennen es ja aus manchen Ländern, in denen die staatliche Ordnung in eine Krise gerät, dass dort Museen einfach gestürmt und geplündert werden. Bekannt ist das unter anderem im Irak nach dem letzten Krieg, beim Ägyptischen Museum in Kairo, aber auch z.B. dieses Jahr in Algerien.

    In der Tat wird die Merkelsche "Energiewende" sich in dieser Hinsicht zukünftig bei uns noch fatal auswirken, auch wenn sich dessen bisher kaum jemand bewusst ist. Sobald der Strom ausfällt sind Museen nur noch marginal geschützt, ganz zu schweigen davon, dass die Polizei dann auch alles andere zu tun hat als Kulturgüter zu bewachen. Großflächige Blackouts sind nach der baldigen Abschaltung der letzten AKWs durchaus wahrscheinlich, im letzten Winter ist Deutschland nur ganz knapp daran vorbeigeschrammt (was unsere Qualitätsmedien aber für nicht so berichtenswert finden). Leider ist den Deutschen mal wieder die Ideologie (nein, heute sagt man ja "Haltung") wichtiger als Vernunft, Rationalität und Realismus. Und auch dieses Mal werden sich die Deutschen in ihrem kollektiven Rausch, Utopien umzusetzen wieder ganz gewaltig verheben. Und unsere Kulturgüter werden die ersten Opfer sein.


    Ich empfehle ein bisschen Sarkasmus auf der Achse.

  • Ich warte mit großer Ungeduld und Besorgnis auf eine genaue Beschreibung der gestohlenen sowie der, Gott sei Dank, in der Vitrine verbliebenen Stücke. Ich verlasse mich auf @Rastrellis hervorragende Berichterstattung und Erläuterung dazu, wenn er neues erfährt.
    Ich habe auf einer Webseite erfahren, ich weiß leider nicht mehr wo, dass nicht nur der Grüne Diamant aus dem Neuen Grünen Gewölbe, sondern auch einige andere besondere Stücke dieser Garnituren, zur Zeit an das Metropolitan Museum verliehen wurden. Also sind vielleicht noch mehr Stücke dem Raub entgangen.

  • In der Tat wird die Merkelsche "Energiewende" sich in dieser Hinsicht zukünftig bei uns noch fatal auswirken, auch wenn sich dessen bisher kaum jemand bewusst ist. Sobald der Strom ausfällt sind Museen nur noch marginal geschützt, ganz zu schweigen davon, dass die Polizei dann auch alles andere zu tun hat als Kulturgüter zu bewachen. Großflächige Blackouts sind nach der baldigen Abschaltung der letzten AKWs durchaus wahrscheinlich, im letzten Winter ist Deutschland nur ganz knapp daran vorbeigeschrammt (was unsere Qualitätsmedien aber für nicht so berichtenswert finden). Leider ist den Deutschen mal wieder die Ideologie (nein, heute sagt man ja "Haltung") wichtiger als Vernunft, Rationalität und Realismus. Und auch dieses Mal werden sich die Deutschen in ihrem kollektiven Rausch, Utopien umzusetzen wieder ganz gewaltig verheben. Und unsere Kulturgüter werden die ersten Opfer sein.
    Ich empfehle ein bisschen Sarkasmus auf der Achse.

    Oh je, oh je, oh je.


    Für einen großflächigen Stromausfall reicht schon ein Brand in einem Trafo-Häuschen.


    In dem Bereich hat sich das Gefahrenpotenzial seit der Entdeckung der Elektrizität nicht geändert.


    Aber gut, wenn jeder jetzt hier noch seinen Anti-Merkel-Rotz absondert, dann ist dieses Forum vielleicht auch nichts für mich.

  • Das hat mit dem Thema an sich nichts zu tun- dennoch sind die Bedenken zulässig, weil man tatsächlich nicht weiß, wie die Stromversorgung nach Merkels ideologiegetränktem Alleingang aussehen wird und welche Risiken mit „Wind und Sonne“-Strom als alleiniger Energiequelle verbunden sein könnten. „Anti-Merkel-Rotz“: man könnte es auch einfach Regierungskritik nennen. Eine Errungenschaft der Aufklärung, die in Deutschland leider zunehmend als etwas Anrüchiges und Bekämpfenswertes gilt.

  • Eine gute Neuigkeit kann ich vermelden. Die berühmte Haarnadel mit dem tropfenförmigen Diamanten der Königin Maria Josepha von Habsburg, der Gemahlin Augusts III. - Stichwort Traumhochzeit vor 300 Jahren - befand sich nicht in der Vitrine. Sie war bis zum 10. November in der Sonderausstellung "Splendor et laetitia" im Neuen Grünen Gewölbe zu sehen und war noch nicht wieder ins Juwelenzimmer zurückgebracht worden. Auf der verlinkten Ausstellungsseite findet ihr ein großes Foto. Ich habe das Schmuckstück damals in der Sonderausstellung gesehen. Es ist wirklich ein außergewöhnlich schönes und seltenes Objekt. Maria Josepha hat es bis ins hohe Alter getragen. Auf zahlreichen Portraits der Königin ist es zu finden.


    Diese Info brachten die SKD auf einer Seite mit sehr guten Hintergrundinformationen zu den Juwelengarnituren und dem Raub. Auf dem Foto von der Brillantgarnitur dort sind zudem drei weitere Objekte unterhalb der Hutaigrette mit dem Dresdner Grünen Diamanten ebenfalls grün unterlegt und damit als gerettet gekennzeichnet - ohne dass dies im Text erläutert wird. In der Pressemitteilung zur Ausstellung in New York wird aus der Brillantgarnitur nur die Aigrette mit dem Grünen Diamanten erwähnt. Die drei anderen Stücke befanden sich dann aber offenbar auch nicht in der Vitrine. Die Achselschleife mit dem Sächsischen Weißen Brillanten ist auf dem Foto der Garnitur oben links zu sehen. Syndram vermutet, dass sie nicht mehr da ist.


    Noch ein Hinweis zum Namen und zur Schreibweise der "Diamantrosengarnitur". Dies ist die aktuell bevorzugte Schreibung der SKD. Ich hatte "Diamant-Rosen-Garnitur" nach einer älteren Publikation von Menzhausen geschrieben. In der Pressekonferenz gestern sprachen Syndram und Ackermann von der "Diamantrautengarnitur". Dies war kein Versprecher. Im Inventar von 1719 wird sie als "Rautengarnitur" bezeichnet.

  • Aber gut, wenn jeder jetzt hier noch seinen Anti-Merkel-Rotz absondert, dann ist dieses Forum vielleicht auch nichts für mich.

    Überflüssige Polemik. Sowohl Heimdall als auch ich haben Artikel verlinkt, die verdeutlichen, dass Energiesicherheit und Schutz von Kulturgütern durchaus in einem engen Zusammenhang stehen. Lesen ist also durchaus hilfreicher als die Kanzlerin vor "Majestätsbeleidigung" schützen zu wollen.

  • Das hat mit dem Thema an sich nichts zu tun- dennoch sind die Bedenken zulässig, weil man tatsächlich nicht weiß, wie die Stromversorgung nach Merkels ideologiegetränktem Alleingang aussehen wird und welche Risiken mit „Wind und Sonne“-Strom als alleiniger Energiequelle verbunden sein könnten. „Anti-Merkel-Rotz“: man könnte es auch einfach Regierungskritik nennen. Eine Errungenschaft der Aufklärung, die in Deutschland leider zunehmend als etwas Anrüchiges und Bekämpfenswertes gilt.

    Wieso muss man es dann "Merkelsche" Energiewende nennen, wenn es um die Energiewende als solche geht?


    Es gibt keinen Sinnzusammenhang, da die Energiewende letztlich (!) überall die gleichen Fragen aufwirft.


    Es gibt außerdem kein Lex Merkel oder eine Via Merkel - die unter ihrer Regierung getroffenen Entscheidungen sind Konsens im demokratischen Prozess. Das kann man gerne kritisieren. Aber dann sollte man zumindest bei der Wahrheit bleiben, dass die Mehrheit der deutschen Wähler diese Politik offensichtlich noch mitträgt.

  • :!: Vielleicht endlich mal eine erste gute Nachricht ?? Der Focus meldet im Live-Ticker:


    16.05 Uhr: Jetzt treten die Museumschefs vor die Medienvertreter. Es sei eben möglich geworden, den Tatort zu betrachten. "Die Juwelen-Diebe haben weniger geklaut, als wir dachten", sagt Ackermann. Da es dunkel am Tatort gewesen sei, seien zahlreiche Werke vor Ort geblieben, so Ackermann.
    Ein großer Teil der Brilliantganitur sei vor Ort geblieben. Auch eine unschätzbar wervolle Perlenkette sei etwa im Museum geblieben, berichtet der Direktor des Grünen Gewölbes, Dirk Syndram. Nun stehe die Aufgabe bevor, die noch vorhandene Werke "wieder zu Glanz zu bringen", sagt Syndram. Die Diebe hätten - womöglich um Spuren zu verwischen - Feuerlöschpulver am Tatort verbreitet.

  • @Rastrelli, ist es möglich, dass du in einem Beitrag alle Stücke (am besten in Bildform) zusammenträgst, von denen wir wissen, dass sie dem Raub entgangen sind? Den Beitrag könntest du dann immer wieder ergänzen, wenn es neue Erkenntnisse gibt.


    An alle anderen: Bitte müllt diesen Strang nicht mit Politisierungen zu. Das bringt nichts als Streit und hilft hier auch nicht weiter.

  • Ich habe auf die Gefahren durch in Zukunft leichter mögliche Stromausfälle geschrieben. Dabei war kein Brand in einem Trafo-Häuschen gemeint, sondern ein längerer flächendeckender Stromausfall. Beim Blackout in New York 1977, der einen guten Tag dauerte, wurden bereits mehr als tausend Geschäfte geplündert.
    Bitte aber gleiten wir jetzt nicht ab und streiten uns erneut über die Energiepolitik der Regierung. Das führt dann irgendwann zu weit vom Thema weg.

    Ich eher die, die den Level an Sicherheit bestimmen. Unbewaffnet wäre ich auch nicht auf Leute losgegangen, die gerade mit einer Axt alles kurz und klein schlagen. Vielleicht hätte ein Ansprechen aus sicherer Entfernung die Täter schon in die Flucht geschlagen, aber das ist von zu Hause aus auch leicht zu behaupten...

    Du kannst bei solchen Banden, möglichenfalls gar ausländischer/osteuropäischer Herkunft, nie wissen, ob die Täter bewaffnet sind, um sich notfalls den Fluchtweg freizuschießen. Da möchtest du als kleiner Wachmann nicht den Held spielen.