Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe

  • Rastrelli oder andere Dresdener Forumskollegen: Kann jemand aus der örtlichen Dresdner Presse entnehmen, wieviel Täter nun wirklich bei der Tat unter 21 waren und ob es sich bei denen um die handelt, die schon wegen des Einbruches in das Bodemuseum verurteilt sind. Die Abgaben in der überörtlichen Presse sind widersprüchlich und können auch teilweise nicht stimmen. Einen Prozess aus der Presse zu verfolgen ist erfahrungsgemäß schwierig, weil die Angaben dort meist ungenau oder gar unrichtig sind.

  • Andreas Vielleicht rührt ja der Unmut etlicher Foristen daher, dass das von Dir beschriebene Recht das eine, die Anwendung und die Umsetzung desselben das andere ist und immer mehr Menschen in diesem Land das beklemmende Gefühl haben, dass wir auf dem Papier zwar eine hervorragende Verfassung und eine hervorragende Gesetzgebung haben, politische Eliten und Entscheidungsträger sich aber immer weniger darum scheren bzw. das Recht je nachdem sehr unterschiedlich anwenden. Insofern bleibt abzuwarten, die die Urteile in diesem Fall tatsächlich ausfallen.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Andreas Vielleicht rührt ja der Unmut etlicher Foristen daher, dass das von Dir beschriebene Recht das eine, die Anwendung und die Umsetzung desselben das andere ist und immer mehr Menschen in diesem Land das beklemmende Gefühl haben, dass wir auf dem Papier zwar eine hervorragende Verfassung und eine hervorragende Gesetzgebung haben, politische Eliten und Entscheidungsträger sich aber immer weniger darum scheren bzw. das Recht je nachdem sehr unterschiedlich anwenden. Insofern bleibt abzuwarten, die die Urteile in diesem Fall tatsächlich ausfallen.

    Dass dieser subjektive Eindruck bei einigen entsteht, mag sein. Ich halte diesen aber für nicht den Tatsachen entsprechend. Das kann ich such ganz gut aufgrund meiner langjährigen Berufserfahrung beurteilen. Dabei möchte ich garnicht in Abrede stellen, dass es Urteile gibt die unrichtig oder nicht nachvollziehbar sind. Um dies aber wirklich im Einzelfall beurteilen zu können, muss man die der Verurteilung zu Grunde liegenden Tatsachen und Umstände auch kennen. Dies ist aber meist nicht der Fall und durch das was in der Presse steht auch selten möglich.


    Pauschal etwas zu kritisieren halte ich jedenfalls für nicht zielführend.


    Was in dem hier in Rede stehenden Fall am Ende herauskommt, kann ich natürlich kaum einschätzen. Da das Verfahren jedoch im Fokus der Öffentlichkeit steht, gehe ich davon aus, dass das Gericht eher dazu neigen wird höhere Strafen zu verhängen. Das hängt natürlich auch davon ab, wie sich die Angeklagten einlassen werden und insbesondere, ob sie was zur Wiedererkennung der Juwelen beitragen.

  • Da das Verfahren jedoch im Fokus der Öffentlichkeit steht, gehe ich davon aus, dass das Gericht eher dazu neigen wird höhere Strafen zu verhängen.

    So etwas finde ich ja immer hochproblematisch. Von einer "Öffentlichkeit", sprich: Medien und/oder Politik, wird also ein Erwartungsdruck aufgebaut, der dann die Urteilsfindung beeinflusst, da Richter dermaßen eingeschüchtert sind, dass sie gar nicht wagen, gegen den "allgemeinen Willen" zu urteilen. Einige Urteile der letzten Zeit weisen in diese Richtung. Ich will das aber nicht konkretisieren oder vertiefen, da es sonst wieder zu einer Polit-Diskussion kommt. Aber jedenfalls sehe ich durch solche Entwicklungen die Unabhängigkeit der Justiz massiv bedroht.

  • Die Gefahr besteht natürlich. Zwar denke ich nicht, dass Richter "eingeschüchtert" sind, aber mancher möchte halt Kritik umgehen. Da spielen die Medien (mehr noch als die Politik) schon eine Rolle. Der Vorwurf die Justiz sei zu lasch wird ja auch in den Medien erhoben.


    Die richterliche Unabhängigkeit ist aber eine der Grundlagen des Rechtssystem. Das sollte allen die die Justiz kritisieren bewusst sein.

  • Juwelendiebstahl in Dresden – Neue Details nach dem Einbruch in Grünes Gewölbe | Thuner Tagblatt


    "Rund ein Jahr und neun Monate nach dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden ist Anklage gegen sechs Tatverdächtige erhoben worden. Den Beschuldigten im Alter zwischen 22 und 27 Jahren werden unter anderem schwerer Bandendiebstahl und besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen..."


    "... 21 Schmuckstücke mit insgesamt mehr als 4300 einzelnen Diamanten und Brillanten gestohlen. Der Schmuck hat laut Anklage einen Versicherungswert von insgesamt mindestens 113,8 Millionen Euro.


    "Zwei der Beschuldigten im Alter von 23 und 24 Jahren verbüssen derzeit mehrjährige Jugendstrafen. Sie wurden im vergangenen Jahr vom Landgericht Berlin rechtskräftig wegen Beteiligung am spektakulären Diebstahl einer hundert Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum im Jahr 2017 verurteilt. Die anderen vier Beschuldigten sitzen in Untersuchungshaft."


    "Zur Absicherung der Tat waren die Beschuldigten laut Anklage mit einem geladenen Revolver und einer Selbstladewaffe mit Schalldämpfer sowie Munition bewaffnet."


    "Neben dem Verlust der kunst- und kulturhistorisch ausserordentlich bedeutsamen Schätze entstanden den Angaben zufolge am Residenzschloss, am Pegelhaus mit dem Stromverteiler und an der Tiefgarage sowie den dort abgestellten Autos Sachschäden in Höhe von mehr als einer Million Euro."


    "Im Auftrag der Ermittlungsbehörde ordnete der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Dresden am Montag einen sogenannten Vermögensarrest gegen alle sechs Beschuldigten in Höhe von 113,8 Millionen Euro an, um unrechtmässig erworbenes Geld zu sichern."


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    "Gegen vier weitere Männer im Alter zwischen 24 und 37 Jahren wird wegen des Verdachts der Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl ermittelt. Sie sollen den Einbruch vorbereitet haben, indem sie den Tatort einen Tag vorher ausspähten."


  • Kann jemand aus der örtlichen Dresdner Presse entnehmen, wieviel Täter nun wirklich bei der Tat unter 21 waren und ob es sich bei denen um die handelt, die schon wegen des Einbruches in das Bodemuseum verurteilt sind. Die Angaben in der überörtlichen Presse sind widersprüchlich und können auch teilweise nicht stimmen. Einen Prozess aus der Presse zu verfolgen ist erfahrungsgemäß schwierig, weil die Angaben dort meist ungenau oder gar unrichtig sind.

    Das hatte ich ganz vergessen. Die gewünschten Angaben findest du in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dresden:


    justiz.sachsen.de/stadd/download/Medieninformation_Anklage_Jugendkammer_02.09.2021.pdf


    Darauf stützt sich auch die Meldung, die eryngium gerade gebracht hat.

  • Ich lese hier zum allerersten Male in diesem Thema. Mir stellte sich bezüglich der Täter spontan die Frage, welchen.....


    Ach nee, ich sag nichts. Man darf bestimmte Themen , so real sie auch seien, in unserem Lande nicht mehr wahrheitsgemäß ansprechen. Glücklicherweise aber darf die Deutsche Welle das - hier ein Artikel dazu den möglicherweise einige schon kennen.


    https://www.dw.com/de/ph%C3%A4…teckt-dahinter/a-55652522


    Ich jedenfalls sage: diesen Müller-Meyer-Schmidt Großfamilien muss endlich das Handwerk gelegt werden! :lachentuerkis:

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Den letzten Beitrag verstehe ich nicht. Das Thema wird doch in Politik, Presse und nicht zu letzt in diesem Forum, ständig angesprochen. Aber wenn man das erste mal davon liest hat man das natürlich bislang nicht mitbekommen.

  • Es geht darum, mutig eine Wahrheit auszusprechen, die sich kein anderer zu sagen traut. "Meine Meinung steht fest, bitte irritieren Sie mich nicht durch Fakten!"

  • Petersburg. Die kriminelle Remno Familie mit millionen Schäden für D. und unersetzbarer Verlust gehört im Knast oder soll ausgewiesen werden. Ich verstehe überhaupt nicht das sie das Recht auf Verbleib in D. hat. Hier soll Politik und Justiz doch zusammen arbeiten müssen.

  • Den nunmehr letzten Beitrag verstehe ich auch nicht. Dass gegen Kriminelle ein Strafverfahren eingeleitet werden muss, ist doch völlig unbestritten. Dies geschieht ja auch und wird im hier in Rede stehende Fall voraussichtlich mit einer Verurteilung zu hohen Haftstrafen enden.


    Hier wird sich mal wieder über etwas aufgeregt, was gar nicht stattfindet, weil einige völlig realitätsresistent sind.

  • Ja, Petersburg inszeniert sich als mutiger Held. Er rennt offene Türen ein und trägt Eulen nach Athen.


    Ich verstehe überhaupt nicht das sie das Recht auf Verbleib in D.

    Die Tatverdächtigen sind deutsche Staatsangehörige.



    Vor einiger Zeit gab es übrigens einen spektakulären Einbruch bei einem Leipziger Juwelier. In Anbetracht des Tatmusters hätten einige "Experten" unseres Forums sofort "gewusst", welcher Berliner Clan dahinter steckt. Aber in dem Falle war es eine polnische Bande. Teile der Beute tauchten wenige Tage später in Polen auf. Unsere Stammtischexperten dürfen nun überlegen, ob alle Polen kriminell sind und was wir mit denen machen sollen.

  • Da hat Rastrelli schon recht. Das Problem ist, dass man mittlerweile von der massiven Kriminalität an sich bereits schon so gernervt ist, dass die Nerven hier blank liegen. Helfen würde hier meiner Meinung nach einzig bloß noch abschreckende strafrechtliche Folgen und kein Wattebauschrechtsprechung.


    Jemand, der einmal kriminell wird, für den darf es einfach kein zweites Mal mehr geben, dass er sich überhaupt überlegt ein weiteres Verbrechen zu begehen! Im Fall der Berliner Libanesenfamilie hätte diese keine Chance mehr sehen dürfen, dass sie nach der Goldmünze nun nach Juwelen Ausschau hielten.


    Wenn ein GEZ Sünder wie ein Herr glaublich namens Thiel wegen nicht bezahlter GEZ Rechnungen für 6 Monate hinter Gittern verschwinden musste, da müssten die Mitglieder der Berliner Familienbande für 500 Jahre weggesperrt werden. Das wäre abschreckend, aber die planen bestimmt schon ihren nächsten Coup...zB. das Einschmelzen des Quedlinburger Schatzes...

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • massiven Kriminalität


    Gelegenheit macht Diebe.


    Das ist zwar alles richtig, aber mindestens ebenso, wenn nicht deutlich mehr, als der Raub einiger Museumsstücke oder einer Goldmünze (die ich - wenn es hochkommt - einmal im Leben besichtige), rege ich mich über die kleine Kriminalität auf, die den unmittelbaren Lebensraum beeinträchtigt. Ich rede da von der grassierenden Zerstörungswut und von Metalldieben. Hinter letzteren stehen übrigens auch professionell agierende Bandenstrukturen. Das macht nicht Lieschen Müller, um sich mal die Rente um fünf Euro aufzubessern.


    Einige wenige Beispiele, die mich richtig, richtig sauer mach(t)en. Pars pro toto.


    https://www.faz.net/aktuell/rh…dt-tausende-15758891.html


    https://www.badische-zeitung.d…zerstoert--196753686.html


    https://www.op-online.de/offen…ur-gestohlen-6905090.html


    https://www.op-online.de/offen…uriger-kunst-1254922.html


    https://www.swr.de/swraktuell/…mmer-neckar-buga-100.html


    https://www.badisches-tagblatt…in-Baden-Baden-92056.html


    https://www.nordkurier.de/neus…t-ein-arm-0434740303.html


    https://www.saechsische.de/goe…lpturen-5520904-plus.html


    https://www.rheinpfalz.de/loka…garten-_arid,5090014.html


    https://www.denkmalschutz.de/p…ankensee-bei-trebbin.html

  • Wie ich heute erfahren habe, wurde das Fenstergitter, durch das die Diebe ins Grüne Gewölbe eindrangen, vorher manipuliert( zersägt und wieder zusammengeklebt!). Es befindet sich in einer Ecke, die nicht von Kameras erfasst, die dunkel ist. Offensichtlich war es bewußt ausgewählt, vielleicht sogar mit Unterstützung vom Wachpersonal, wer weiß! Auch scheinen Sensoren deaktiviert worden zu sein. Man glaubt es kaum! Zumal die Diebe einen ziemlichen Weg zu ihrer Beute zurücklegen mussten. Ich frage mich heute noch, warum die schweren Eisentüren zwischen den Räumen nicht nachts geschlossen werden. Jemand schrieb hier, dies sei nur in Kriegszeiten praktiziert worden. Ich würde dies als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme heute täglich machen! Ist das zuviel verlangt?

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Es macht schon einen Unterschied ob gegen Vermögenswerte im Wirtschaftsverkehr oder Staatskunst sich kriminelle Energie entfaltet. Es geht bei solchen Taten nicht nur um Geld, sondern auch um den Ruhm. Staatskunst kann auch immer eingesetzt werden als Verhandlungsmittel mit der Justiz.

    Faszinierend ist ja nun:

    Auf dem Sicherstellungsplatz der Polizei "sei das Fahrzeug wenige Tage später, am 25. Dezember, abgebrannt, nachdem jemand das Navigationssystem ausgebaut hatte. Dennoch sei es Ermittlern gelungen, in dem ausgebrannten Auto DNA-Spuren zu sichern, die sich mehreren Angeschuldigten hätten zuordnen lassen."

    Wenn die Beute noch im Fluchtfahrzeug versteckt war, dann war's das.

  • Da "Staatskunst" kein rechtlich definierter Begriff ist, gibt es im juristischen Bereich keinen solchen Unterschied. Ich glaube auch nicht daran, dass die Verbrecher in diesem Fall anders behandelt werden - weder in die eine noch die andere Richtung.

  • "Staatskunst" ist in der Tat kein Rechtsbegriff. Der Diebstahl von in Museen ausgestellten Gegenständen von künstlerischer oder geschichtlicher Bedeutung ist aber eines der Regelbeispiele des Paragraphen 243 StGB (Besonders schwerer Fall des Duenstahls) und daher für die Bemessung der Höhe der zu verhängenden Strafe relevant. Insofern besteht schon ein Unterschied zum Diebstahl eines "Vermögenswertes im Wirtschaftsverkehr".