Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe

  • Schade, dass in Deutschland kein Strafmaß und keine Haftbedingungen nach US-amerikanischem Vorbild möglich sind.

    Senkt leider, wie ich es in Erinnerung habe, auch nicht wesentlich die Kriminalitätsrate, ähnlich wie die in einigen Bundesstaaten noch mögliche Hinrichtung.

    Three-strikes law

    Wofür ich allerdings in Ermittlungen und Verhandlungen im Bereich der organisierten Kriminalität plädiere, ist, dass Staatsanwälte und Richter, sowie führende Ermittler, vor den Angeklagten und den diese vertretenden Rechtsanwälten, und natürlich der Öffentlichkeit, einschließlich "geschwätziger" Bürokraten, Landes- und Bundesparlamentariern etc., zum Schutz ihrer Familien, Freunde und sich selbst, anonym bleiben.

    Es gab in einem deutschen Rechtsfall einmal seitens eines Prozesses bezüglich eines führenden Täters aus Osteuropa von diesem eine Kopfgeldausschreibung gegenüber dem verhandelnden Staatsanwalt und der Justiz. Hier darf der Rechtsstaat sich nicht selbst im Weg stehen.

    SZ-Artikel Welt aus Brutalität und Schweigen

  • Der Öffentlichkeitsgrundsatz ist aber eine der Grundmaximen des Strafprozessordnung. Dies ist auch zurecht so. Als Angeklagter habe ich schon ein Recht zu wissen, wer über das Urteil entscheidet und auch wer der Zeuge ist, der gegen mich aussagt. Zeugenschutz kann es da nur in Aufnahmen geben.


    Das es einzelne Fälle gibt in denen Richter, Staatsanwälte aber auch Verteidiger bedroht werden, kann und darf nicht dazu führen, daß Grundsätze die sich in der weitaus überwiegenden Zahl der Prozesse bewährt haben über Bord geworfen werden.

  • Dazu würde ich gerne davon Betroffene hören.

    Vom Logenplatz aus lässt sich alles sehr einfach, so gebe ich zu, sowohl in den Raum werfen, als auch widerlegen.

  • Ein wenig mehr Härte und Abschreckung (in Form von höheren Haftstrafen und in diesem Fall nachfolgender Abschiebung) und weniger sozialromantische „Resozialisierungs“-Absichten dürfte sehr wohl die Kriminalitätsrate senken- zumindest würde es dafür sorgen, dass der prozentuale Anteil von Bandenmitgliedern auf den Straßen logischerweise abnimmt und ein Täter es sich angesichts der Folgen dreimal überlegt, in ein staatliches Gebäude einzudringen (ich erinnere hier nur an Giulianis „Zero Tolerance“-Politik, die die Kriminalitätsrate New Yorks auf ein Allzeittief brachte). Ich persönlich plädiere auch in solchen Fällen für einen etwas „lockereren“ Gebrauch der Schusswaffe à la USA bei flüchtigen Tätern, ebenfalls zur Abschreckung von „Nachahmern“. Was die amerikanische Tradition der privatisieren Gefängnisse betrifft: ich sehe darin nichts Negatives. Das ist erstens nur ein kleiner Prozentsatz aller Gefängnisse und zweitens zu einem eigenen Wirtschaftszweig geworden, der die staatlichen Gefängnisse entlastet und dafür sorgt, dass immer genügend Platz vorhanden ist. Natürlich ist mir auch bewusst, dass sich das alles hier nicht umsetzen lässt.

  • Dazu würde ich gerne davon Betroffene hören.

    Vom Logenplatz aus lässt sich alles sehr einfach, so gebe ich zu, sowohl in den Raum werfen, als auch widerlegen.

    Ich werfe nicht vom Logenplatz sondern stehe, um bei dem Bild zu bleiben, auf der Bühne und weiss daher durchaus von was ich hier spreche.

  • Was die amerikanische Tradition der privatisieren Gefängnisse betrifft: ich sehe darin nichts Negatives. Das ist erstens nur ein kleiner Prozentsatz aller Gefängnisse und zweitens zu einem eigenen Wirtschaftszweig geworden, der die staatlichen Gefängnisse entlastet und dafür sorgt, dass immer genügend Platz vorhanden ist. Natürlich ist mir auch bewusst, dass sich das alles hier nicht umsetzen lässt

    Ja, der Prozentsatz ist nicht hoch. Aber ich bin nicht der Meinung, dass man die Schaffung von Gefängnissen dem Kapitalismus überlassen sollte. Die Gefahr ist dann immer da, dass sich Lobby-Gruppen bilden, die Interesse haben möglichste viele Menschen sehr lange einzuknasten. Eine kriminelle Gesellschaft wäre dann gut für´s Geschäft.

    Amerika ist nun mal eine gewaltbereite Gesellschaft und hat Strategien entwickelt. Ich habe mich immer sehr gefreut, als nach dem Rückflug am Flughafen ein Polizist mit grüner Uniform mich begrüßte. Endlich zu Hause :love: Aber das gibt es ja auch nicht mehr. ;(

  • Beuge oder Erzwingungshaft bis die Stücke heraus gegeben werden.

    Oder so lange Knast bis die die Stücke in befriedigenter Qualität durch die Täter rekonstruiert wurden als Wiedergutmachung. Ich glaube nicht das die dann vor Lebensende das Gefängnis verliesen.

    Schöne Städte werden letztlich auch glückliche Städte sein.

  • Ich werfe nicht vom Logenplatz sondern stehe, um bei dem Bild zu bleiben, auf der Bühne und weiss daher durchaus von was ich hier spreche.

    Ich denke, so haben Giovanni Falcone und Paolo Borsellino auch gedacht. Aber, was ist geblieben, neben Denkmäler und ein nach ihnen benannter Flughafen, sowie verschärfter Personenschutz für alle ihres Fachs mit ähnlichen Aufgaben. Gut, ihr Heldenmut hat auch ein Umdenken in der Bevölkerung gebracht, nur zu welchem Preis.

    In den Niederlanden scheint man jedoch in der Justiz gezwungenermaßen bereits andere Wege zu gehen, bzw. gehen zu müssen.

    Tagesschau vom 14.02.2021

  • Na hier sind ja die Experten für Strafvollzug unterwegs. Zum Glück haben die aber überhaupt keinen Einfluß auf Strafverfahren. Das Thema sollten wir beenden. Ihr macht euch lächerlich!

  • Na hier sind ja die Experten für Strafvollzug unterwegs. Zum Glück haben die aber überhaupt keinen Einfluß auf Strafverfahren.

    Zum Glück? Ich weiß nicht. Wenn es nach mir ginge, dann hätten die Remmoladen nach dem Raub der Goldmünze in Berlin zumindest den Einbruch ins Grüne Gewölbe faktisch nicht mehr schaffen können…da ich sie salomonisch-kulturangepasster Weise einem Schariarichter übergeben hätte. 😬🤭😁

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Die Staatsanwaltschaft Dresden erhebt nun Anklage gegen die sechs in U-Haft befindlichen Tatverdächtigen, aufgrund des Alters der Beschuldigten an der Jugendkammer des Landgerichts. Zwei von ihnen wurden bereits wegen Beteiligung am Berliner Goldmünzenraub verurteilt.


    Die Staatsanwaltschaft legt den Angeklagten zur Last, in den frühen Morgenstunden des 25. November 2019 in das Historische Grüne Gewölbe in Dresden eingebrochen zu sein und insgesamt 21 Schmuckstücke mit über 4.300 einzelnen Diamanten und Brillanten im Gesamtversicherungswert von mindestens 113.800.000 Euro entwendet zu haben. Im Zuge der Flucht hätten die mutmaßlichen Täter außerdem Feuer in einer Trafostation und einer Tiefgarage gelegt, so die Staatsanwaltschaft.

    (Hervorhebung von mir)

  • Jugendkammer… Eigentlich sollte die mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres vom Tisch sein. Zumal der Raub der Goldmünze, an dem zwei von ihnen bereits beteiligt waren, über vier Jahre her ist. Waren sie damals etwa 14? Naja, ich tippe auf die üblichen zwei bis maximal drei Jahre, je nachdem wie der/die/das „Jugend“-Psycholog*in sich von den Tätern hat einnehmen lassen. Wenn überhaupt.

  • Jugendkammer ist echt ein Witz. Wenn wir Glück haben lachen sich diese Armleuchter tot.

    Aber muss man sicherlich verstehen. Die hatten ne schwere Kindheit.

    Wenn man die Raserprozesse sieht die auf die Mordschiene zielen, dann sollte die Brandstiftung auch als Mordversuch gewertet werden.

    Immerhin wurde hier an einem Wohnhaus abseits vom Tatort mit Vorsatz ein Brand gelegt und damit in Kauf genommen, dass jemand im Haus oder einer der in der Garage im Auto liegt sterben.

    Schöne Städte werden letztlich auch glückliche Städte sein.

  • Vor dem Jugendrichter/Jugendschöffengericht /Jugendkammer wird immer angeklagt wenn der Angeklagte ein Jugendlicher (14-18 Jahre) oder Heranwachsender (18-21 Jahre) ist. Bei Jugendlichen ist immer Jugendrecht anzuwenden, bei Heranwachsenden kann auch Erwachsenenstrafrecht angewandt werden, auch wenn das Verfahren vor dem "Jugendgericht" stattfindet.


    Die Jugendkammer ist für die Verfahren wegen der "schweren Delikte" zuständig und kann dementsprechend auch höhere Strafen verhängen.


    Das ist also alles kein Witz, sondern entspricht den gesetzlichen Regelungen und zeigt, dass die Staatsanwaltschaft durchaus von der Verhängung hoher Strafen ausgeht.

  • Ok. Danke für die Einordnung.

    Schöne Städte werden letztlich auch glückliche Städte sein.

  • Vor dem Jugendrichter/Jugendschöffengericht /Jugendkammer wird immer angeklagt wenn der Angeklagte ein Jugendlicher (14-18 Jahre) oder Heranwachsender (18-21 Jahre) ist.

    Du kannst sogar als 96-Jähriger vor der Jugendkammer landen. (siehe hier) :zwinkern:

  • Alles mit Strafverfahren und Justiz ist nach 1975 lächerlich. Gewalttäter laufen frei herum und verüben neuen Gewalttaten, weil sie "untersucht" werden oder Therapie bekommen. In Afghanistan geht das mit Taliban Justiz nun ganz anders. In Europa muss es ein wares Paradies sein für Drogen Krimineller, Maffia, Dieben, Spionen und sonstige Burschen. Kaum gefasst, dann noch kaum bestraft......noch ein Wunder das es nur "Wenigen" sein.

  • Hätte jetzt nicht ohne weiteres gedacht, dass es in diesem Forum Mitglieder gibt, die sich das Rechtssystem der Taliban wünschen.


    Aber nur kurz einige Anmerkungen:


    1. Seit 1975 sind die im StGB angedroht Strafen teils erheblich erhöht worden.


    2.Das Verfahren vor der Jugendkammer beim Landgericht ist kein "Kuschelverfahren" in dem irgendwelche Sachverständige entscheiden, die von Angeklagten eingenommen wurden, sondern Richter ( die im Regelfall sogar die selben sind wie in der Strafkammer). Das Verfahren ist im wesentlichen dasselbe wie bei der Strafkammer.


    3. Die Jugendkammer ist dann zuständig, wenn zumindest einer der Angeklagten zum Tateitpunkt Jugendlicher oder Heranwachsenden war. Nur für diese kommt die Anwendung von Jugendrecht überhaupt in Betracht. Die Mitangeklagten Erwachsenen werden nach allgemeinem Strafrecht abgeurteilt.


    4. Wenn hier immer wieder behauptet wird, durch Gutachten eines Sachverständige könnten Strafen verhindert werden, ist dies so nicht richtig. Soweit hier auf die Frage der Schuldunfähigkeit angespielt wird, hat deren Feststellung in der Regel die Unterbringung im Massregelvollzug zu Folge, was meist längere Freiheitsentziehung bedeutet.


    5.Es kann durchaus vorkommen, dass auch die Taten älterer Angeklagten nach Kugedrecjt zu beurteilen sind. Das ist dann der Fall, wenn die bei der Tat Jugendliche oder Heranwachsende waren. Bei den 96 Jährigen war das der Fall. Das ist auch richtig so, denn beurteilt wird ja die Verfehlung. Problematisch in dem von heimdall zitierten Fall, ist auch nicht dass Jugedrecht Anwendung findet, sondern dass man die Verfahren nicht schon in den 50iger Jahren geführt hat. Zu erläutern weshalb fies so war, würde hier aber zu weit führen.


    6.Insgesamt erwecken die Beiträge in denen gegen die Justiz polemisiert wird bei mir den Eindruck, als haben sich deren Verfasser noch nie mit einem Strafverfahren befasst geschweige denn an einem teilgenommen.

  • Insgesamt erwecken die Beiträge in denen gegen die Justiz polemisiert wird bei mir den Eindruck, als haben sich deren Verfasser noch nie mit einem Strafverfahren befasst geschweige denn an einem teilgenommen.

    Ich denke, das könnte man auch als Auszeichnung auffassen ;-) , außer man ist Jurist.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ich denke, das könnte man auch als Auszeichnung auffassen ;-) , außer man ist Jurist.

    Nicht als Angeklagter an einem Strafverfahren teilgenommen zu haben, besser noch keine Straftat begangen zu haben, ist natürlich positiv. Da gebe ich Dir Recht.


    Sich mit den Grundzügen des Strafverfahrenns beschäftigt zu haben gehört aus meiner Sicht schon zur Allgemeinbildung. Zumindest schadet es nichts, zumal dann, wenn man sich zu diesem Thema äußert.