Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe

  • Welch ein Abschaum, der dieses Kulturgut zur eigenen Bereicherung stiehlt, und möglicherweise auch noch zerstört. Dafür gibt es keine passenden Worte.


    Meine Hoffnung, die Schmuckstücke zurück zu bekommen, ist da sehr gering. Die deutsche Polizei ist ja eher auf Strafzettel und Radar-Fallen spezialisiert, und weniger auf das Aufklären von echten Straftaten. Ein Ermittlungserfolg würde mich sehr wundern.


    Aber unser Land macht sich mit solchen Klamotten einfach nur noch weiter lächerlich. Was bei uns alles schief läuft, ist echt nur noch peinlich. Man kann nur hoffen, daß die Sicherheitsmaßnahmen jetzt erhöht werden, falls die Täter auch noch den Rest holen wollen. - Für neue Flughäfen und BND-Zentralen sind Milliarden von Euros locker gemacht worden. Die Sicherung von unermesslich wertvollem Kulturgut, sollte also auch einige Euro wert sein.

  • man sieht deutlich im Bild von Treverer das die betroffenen 3 Brilliant Garnituren in einer Vitrine ausgestellt waren, die Täter brauchten also nur eine Scheibe zu zerstören um an diese ranzukommen. Es gab keine Zwischenscheiben, warum auch, mit diesem Einbruch konnte keiner rechnen. Aber das hat man beim Bodemuseum und der 2 Zentner schweren Goldmünze auch nicht vermutet. Was mich aber verwundern tut, wie lax die Sicherheitsmassnahmen an einem der bedeutendsten Kunstschätze auf der Welt sind. Als Warnung an alle Museen auf der Welt nimmt Geld in die Hand und sichert eure Kunstschätze, da darf auf keinen Fall gespart werden. Ich hoffe das die Bemühungen des Staatsapparates und für die hervorragende Kunststadt Dresden, das alles noch ein gutes Ende nimmt.

    Sichert zuerst die Grenzen und setzt das Gesetz durch. Als unbewaffneter Security würde ich da auch nicht dazwischen gehen.


    Welch ein Verlust an Kulturgut!

  • Hoffen wir, dies ist ein Weckruf für Dresdener und Deutsche Museen. Wer so unendlich stolz auf seine Kunstsammlungen ist, für den dürfte auch keine Maßnahme zu teuer oder aufwendig sein, diese Kunstsammlungen zu schützen.


    Ein/zwei Wachleute, nachts direkt in den Sälen des Grünen Gewölbes stationiert, wäre doch schonmal eine Idee. Das dürfte man sich noch leisten können.

  • Sichert zuerst die Grenzen und setzt das Gesetz durch. Als unbewaffneter Security würde ich da auch nicht dazwischen gehen.
    Welch ein Verlust an Kulturgut!

    Kann sich kein Satiremagazin ausdenken. Aber symptomatisch für dieses Forum.


    Ich drücke den Fahndern die Daumen, dass sie die Täter finden! Schrecklich, solch eine Tat. Ganz Deutschland denkt gerade an Dresden.


    Franka: Da Dresden sich in Grenznähe befindet, liegt es auf der Hand, nach dem Raub verstärkt Grenzkontrollen zu fordern. Was war an dieser Aussage das Problem? Und was genau ist symptomatisch für das Forum? Beispiele? Belege?

  • Die Polizei hat es vermasselt und entscheidende Minuten verstreichen lassen:


    4.59 Uhr: Im Sicherheitszentrum der Staatlichen Kunstsammlungen wird der Einbruch registriert. Die Mitarbeiter reagieren, wie sie geschult worden sind. „Das Menschenleben geht immer vor“, so Ackermann. Der Sicherheitsdienst greift deshalb nicht ein, sondern informiert nur Sekunden später die Polizei.

    5.04 Uhr: Die Polizei schickt fünf Minuten nach der Meldung eine erste Funkstreife los. So lange brauchte das Lagezentrum offenbar, die Meldung zu überprüfen und zu verifizieren. Die Streife ist in der Nähe und trifft nach wenigen Augenblicken am Grünen Gewölbe ein.

    5.08 Uhr: Der Kriminaldauerdienst trifft vor Ort ein.


    Das hat zu lange gedauert !! :kopfwand:


    Quelle: Bild

  • Ich kann das immer noch nicht ganz glauben, bei mir zu Hause ist heute Staatstrauer. Könnt Ihr Euch noch erinnern an die Lobpreisungen des Hightech-Sicherheitskonzepts für das Grüne Gewölbe? Nur 2 Beispiele, die ich in meinem Archiv auf die Schnelle entdeckt habe.
    Unter der Artikelüberschrift „Hightech im barocken Gewand“ berichtete die Sächsische Zeitung am 30.08.2003 über die Bauarbeiten im Historischen Grünen Gewölbe:

    Quote from Sächsische Zeitung

    Die Wände im Pretiosensaal sind mit Holzpflöcken gespickt. Sie markieren die Halterungen für Spiegel und Konsolen. Die Stuckdecke wird von einer Plane geschützt. Die ist grün, so gehört sich das. Ein Steg führt durch Bronzen- und Juwelenzimmer. Der Fußboden muss jede Menge Technik in sich aufnehmen. Wenn das Grüne Gewölbe in seinem historischen Domizil öffnet, verbirgt sich ein Hightech-Museum unter der Gestalt des 18. Jahrhunderts. "Sie werden durch diese Räume spazieren wie einst August der Starke", schwärmt Museumsdirektor Dirk Syndram. Keine Vitrinen? Keine raumhohen, gläsernen Wände vor den Schätzen? "Wir haben eine sehr befriedigende Lösung gefunden. Nicht ganz preiswert, aber zukunftsweisend und einmalig auf der Welt", sagt er.

    Eine solche „Sicherung“ für einen milliardenschweren Schatz dürfte wohl wirklich einmalig auf der Welt sein. Und die Pressemitteilung der sächsischen Regierungzur Eröffnung des Historischen Grünen Gewölbes (PM vom 1. September 2006)verwendete im analogen Zusammenhang (frei wie im 18. Jahrhundert präsentierte Kunstschätze – hightech-gesichert) den Begriff *begehbarer Tresor“. Naja, selbiger Tresor war tatsächlich sehr gut begehbar. (Sorry für den Sarkasmus).
    :weinen::weinen::weinen:

  • Vielleicht erbarmt sich ein stinkreicher Kunstmäzen und lobt eine Belohnung für die Ergreifung der Täter aus. Das müsste natürlich im Siebenstellenbereich liegen, vielleicht werden die Täter schwach ansonsten habe ich leider wenig Hoffnung.

  • Ich hatte weiter oben geschrieben, die Täter seien durch ein Fenster des Juwelenzimmers eingestiegen. Jetzt habe ich den Anfang der Pressekonferenz und einen MDR-Bericht gesehen. Da wurde gesagt, die Täter seien durch ein Fenster am Bärengarten, also zum Theaterplatz hin, eingestiegen. Dann hätten sie durch die historischen Räume noch einen gewissen Weg zurückgelegt. Eigentlich gibt es da draußen Alarmsysteme und Kameras. Ja, da stellen sich Fragen.


    Betroffen ist offenbar eine von vier Vitrinen im Juwelenzimmer. Es war auch die Rede, dass es zehn Juwelengarnituren insgesamt gibt. Da schwanken die Angaben, mal neun, mal zehn. Dazu gibt es noch Einzelstücke, wie eryngium erwähnte. Orden vom Goldenen Vlies. Diese sind besonders kostbar und schön. Hoffen wir, dass da nichts verloren ist und dass sich der Schaden nicht als noch größer herausstellt, als bei der Pressekonferenz mitgeteilt!


    Am Eingang zum Grünen Gewölbe gibt es im Gebäudeinnern riesige Tresortüren. Erschreckend, dass die Fenster dann solche Schwachstellen sind. Ein Tresorraum in einer Bank hat aus gutem Grund keine Fenster.


    Die Juwelengarnituren haben Jahrhunderte und mehrere Kriege überstanden. Die Russen haben sie mitgenommen und einige Jahre später wieder zurückgegeben (MDR-Bericht dazu). Und nun das! Ich bin einfach nur traurig.

  • Das klingt jetzt makaber, aber ein Fünkchen Positives hat die Tragödie: Das Grüne Gewölbe wird gerade weltberühmt, es ist überall auf den Frontseiten der internationalen Presse. BBC, CNN, The Guardian... CNN zieht die Story sogar den Hongkong Protesten oder dem neuesten Trump-Drama vor.
    Unter Kunstkennern ist das Grüne Gewölbe natürlich bereits bekannt und hochgeschätzt, aber der internationale Ottonormalbürger lernt erst jetzt davon. Ich habe in einem internationalen Forum einen Strang eröffnet, und niemand hat je von dem Grünen Gewölbe gehört. Es haben sich aber nun schon eine ganze Menge gemeldet, die sich das was noch da ist unbedingt im nächsten Urlaub angucken wollen.
    Die Mona Lisa wurde ja auch erst so richtig berühmt nach ihrem Raub. Hoffen wir die Juwelen kommen auch wieder zurück. :(
    Mehr internationales Aufsehen und mehr Besucher kommen dem Museum letztendlich auch zugute.

  • Treverer,
    leider komplett wahr was Du schreibst und perverser Weise auch mein Gedanke.
    Die Ausstellung in NY kann keine bessere PR bekommen und Dresden letztlich auch nicht.


    Ich hätte trotzdem gern drauf verzichtet.



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    Eine Anmerkung dazu muss ich leider loswerden:


    Man fragt sich hier im Osten , woran die von Dir beschriebenen Zustände nur liegen könnten. Und DAS 30 Jahre nach der Wiedervereinigung...
    Und dann wählt man hier irgend was Komisches, weil man sich einfach nicht wertgeschätzt fühlt.

  • Um auf dem neuesten Informationsstand zu sein - Liveticker auf MDR:


    https://www.mdr.de/sachsen/dre…-aktueller-stand-100.html



    Quote from MDR Liveticker

    Vor wenigen Minuten sagte die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen, Marion Ackermann dem Sender rbb: "Wir wissen erst seit ein paar Minuten, nachdem der Tatort nochmal untersucht und die Spurensuche durchgeführt worden ist, dass zum Glück nicht alles von diesen drei Ensembles mitgenommen worden ist, dass doch eine ganze Menge Objekte noch da sind."

    Ein schwacher Trost, aber ein Trost! Ich leide mit den Sachsen mit und hoffe, dass man die gestohlenen Kunstschätze wieder findet - zumindest irgendwann.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Bekannterweise gab es vor 2015 in Deutschland keine Kriminalität, die Leute haben ihre Wohnungen grundsätzlich nicht abgeschlossen und die Schlüssel unter die Fußmatte gelegt. Danke Merkel! <Ironie aus>
    Die Identität der Einbrecher ist noch völlig unbekannt, aber zum Glück haben wir hier im Forum Experten, die schon genau wissen, woher sie kamen. <Ironie aus>
    Fünf Minuten hat die Polizei gebraucht - FÜNF MINUTEN??? Das ist ja viel zu viel! Wollten wohl wieder Energie sparen und haben den Beamer nicht benutzt. Danke Greta! <Ironie aus>
    Mist, irgendwie schaltet sich die Ironie ständig von selber ein. Da muss was kaputt sein...


    Allen, die an seriösen Informationen interessiert sind, sei dieser Artikel ans Herz gelegt:
    Sachsens größte Eroberungen waren Kunstschätze


    Und ich freue mich auf die zahlreichen Entschuldigungsbitten, die dann sicher bald kommen werden...

  • Was haben die Sachsen denn „Komisches“ gewählt? Die CDU? Kann man durchaus so sehen, aber tut hier nichts zur Sache. Weshalb nun der Bogen zur Parteien- und Asylpolitik geschlagen wird, verstehe ich nicht ganz. Niemand behauptete, dass vor 2015 keinerlei Kriminalität zu verzeichnen war. So wie auch niemand behauptete, dass durch den Asylantenzuzug Deutschland in Kriminalität versinkt. Bitte zurück zum Thema...

  • Der MDR sagt: "Die Täter kannten sich wohl gut aus". Ein FBI Beamter auf einem US-Sender meinte heute, dass gut 89% aller Museumsdiebstähle Insider Jobs sind. War beim Goldmünzenraub in Berlin auch so. In dem Fall wurde mit einem Wachmann des Museums zusammengearbeitet.


    Und hört doch bitte auf mit dem Politisieren. Bringt doch nichts als Zank.

  • Ja, und auch beim Diebstahl der weltberühmten Saliera von Cellini aus dem (seinerzeit noch viel weniger gesicherten) Kunsthistorischen Museum in Wien, kam man dem Täter spät aber doch darauf...es war der Chef der Sicherheitsfirma, die für die Sicherung des Museums beauftragt wurde!


    Es ist wohl der spektakulärste Kunstdiebstahl Österreichs...

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Die Generaldirektorin der Staatl. Kunstsammlungen spricht von "Glück im Unglück". Nicht alle Stücke der 3 Sets konnten gestohlen werden, weil einige Stücke mit dem Untergrund vernäht waren. Wären doch nur alle mit dem Untergrund vernäht worden...

  • Wie gesagt, die Polizei hat nach dem Notruf sage und schreibe 5 Minuten gebraucht, um einen Einsatzbefehl zu funken!! Das waren jene 5 Minuten, die die Verbrecher brauchten. :kopfwand: