Potsdam - Staudenhof-Areal

  • Die Staudenhof-Posse geht weiter...:sad:!


    Nun hat sich die Kanzlerkandidatin Baerbock (Bündnis90/die Grünen), zum Abriss des Staudenhof geäußert (ob Frau Baerbock vorher das Gutachten zum Staudenhof-Areal gelesen hat).


    „Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass man den Staudenhof hätte sanieren können.“ Allerdings akzeptiere sie auch die die Entscheidung der Potsdamer Grünen, die wie berichtet lange um eine Positionierung gerungen hatten. Baerbock betonte, nun müsse „sichergestellt werden, dass die Menschen, die im Staudenhof wohnen, auch in Zukunft im Herzen der Stadt zu bezahlbaren Mieten wohnen können.“


    Nun ja, zu mindestens akzeptiert Sie die Entscheidung der Potsdamer Grünen vor Ort. Der Kanzlerkandidat der SPD Olaf Scholz hat zum Staudenhof-Areal folgendes gesagt:


    „Es geht um sozialverträglichen Wohnungsbau im Herzen Potsdams. Das ist wichtig. Und das liegt auch der Stadtverordnetenversammlung am Herzen.“ Der Neubau solle für mehr Wohnraum sorgen, insbesondere für mehr bezahlbaren Wohnraum. „Es ist gut, dass das in kommunaler Hand geschieht, auch um für langfristig bezahlbare Mieten zu sorgen“


    https://www.pnn.de/potsdam/kon…briss-votum/27190024.html

    (Quelle: Potsdamer Neuste Nachrichten, 14.05.2021)

  • Eine Sache an der ganzen Diskussion stört mich ganz gewaltig:

    Die Mieten sollen sinken und die Löhne/Einkommen sollen steigen. Warum dürfen diejenigen, die Geld in die Hand nehmen, um Wohnraum zu schaffen, an der Vermietung nichts "verdienen"? Das betrifft sowohl die kommunalen und genossenschaftlichen Anbieter als auch die privaten Investoren.

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    Der Staudenhof-Wohnkomplex selbst bietet ja hauptsächlich 1-Raum-Wohnungen mit relativ schlechtem Schnitt und geringer Fläche. Die Wegeflächen im Gebäude selbst dürften beinahe die gleiche Fläche belegen, wie die reine Wohnfläche ausmacht. Es kann also nur besser werden. Ohne die Vergeudung von Kraft und Zeit für die Bearbeitung von immer wieder neuen Einwände hätten ein paar andere kleinere Projekte möglicherweise bereits abgeschlossen sein können.

  • Dass die Mieten hoch sind, steht außer Frage. Sie schlucken einen Großteil des Einkommens. Wären sie niedriger, hätten die Leute automatisch mehr "Einkommen", also Geld zur freien Verfügung.


    Doch dann muss auch die "zweite Miete" in Augenschein genommen werden. Also z.B. die, abgesehen von einigen wenigen Ländern der "3. Welt" weltweit höchsten Energiepreise, die in Deutschland zu zahlen sind. (Vgl. hier und hier) Und im Zuge der "Energiewende" bzw. des "Klimaschutzes" dürften sie weiter steigen. Hierfür ist klar die Politik verantwortlich.


    Und ebenso auch an vielen Kosten der 1. Miete. Denn, wenn der Vermieter die Mieten senken soll, werden dann für ihn auch die Handwerkerpreise gesenkt? Z.B. durch Absenkung der Umsatzsteuer? Wird er von Zusatzkosten hinsichtlich Energieeffizienz befreit? Wird ihm die Pflicht zur Anschaffung neuer Heizanlagen erlassen? Darf er zukünftig auf einen Energieausweis bei der Vermietung verzichten? Sinken die Grundsteuern? Fallen die Grunderwerbsteuern? Werden die Einkommen-Steuersätze für vermietete Flächen gesenkt? usw.


    Nein, darauf sind unsere Staats-Geier natürlich gar nicht gut zu sprechen. Sie wollen weiter Geld abgreifen, um damit gute Freunde als Berater oder für Projekte zu beschäftigen, Aufwandsentschädigungen zu kassieren, Sozialgeschenke an alle Welt zu verteilen und sich damit zu brüsten, was für tolle Menschen sie sind... usw.


    Und es kommt ein weiterer Aspekt hinzu, der ein wenig zum Staudenhof zurückführt. Eigentlich wollen bestimmte "Kritiker" möglichst gar keine privaten Vermieter. Alles soll möglichst staatlich betrieben und vergeben werden. Bezahlen sollen dies diejenigen, die noch über ein bisschen mehr Vermögen verfügen, was ihnen ebenfalls ein gewisser Dorn im Auge ist. Das Staudenhof-Areal soll aber nun ja wohl, wenn ich es richtig verstanden habe, kommunal (also nicht privat) bebaut und vermietet werden. Eigentlich müssten sie damit ja zufrieden sein.


    Insofern sind die jetzigen "Argumente" doch nur vorgeschoben. Klimaschutz gegen Abriss? Wo sind diese Leute denn bei den anderen Abrissen in Potsdam? (hier, hier, hier, hier... überall wird abgerissen, und das nicht nur in Potsdam) Da hört man nichts von ihnen, weil es sie überhaupt nicht interessiert. Auch um Kosten kümmern sie sich doch in der Regel gar nicht, wenn man Sozialgeschenke verteilen kann. (Z.B. hier) Was sind da schon ein paar Millionen?


    Nein, es geht einzig und allein um eines. Und "Konstantindegeer" hat es mal so formuliert und damit richtig auf den Punkt gebracht. Sie haben Hass auf die preußische Vergangenheit ihrer Stadt und wollen mit allen möglichen Mitteln die Wiederherstellung des historischen Stadtgrundrisses verhindern. Bislang haben sie aber nur Niederlagen einstecken müssen. Sie konnten vielleicht verzögern, aber nichts verhindern. Aber dennoch hat es für sie den positiven Aspekt, dass sie sich bei ihrer Wählerschaft positionieren und über Sympathisanten in der Presse bekannt machen können.

  • Ja Heimdall,der Klimaschutz passt den Linken jetzt plötzlich gut in ihre eigene Argumentation wenn es um den Erhalt aber nur von DDR Gebäuden geht.

    Beim Abriss der FH,Haus des Reisens...wüsste ich nicht ,das Klimaschutz auch da bei den Linken eine soo wichtige Rolle spielte,wie jetzt plötzlich beim Staudenhofblock.Die Beteiligten und Verantwortlichen die die Potsdamer Mitte neu und weitsichtig beplanen haben die Linke und ihre linken Splittergrüppchen mit ihrem Theater um den Staudenhof und RZ längst durchschaut.

  • Gähn. Die SVV hat entschieden und die Pro Potsdam bereitet den Freizug vor. Daran ändern irgendwelche PNN-Artikel von henri Kramer auch nichts (zumal sich AB keineswegs "distanziert" hat , aber selbst wenn sie das getan hätte wäre es für die Stadtpolitik genauso unwichtig wie war der SPD-Kanzlerkandidat dazu sagt).


    Interessant ist der Strategiewandel bei Linksaußen: bis dato war das Lamento der angebliche Verlust von DDR-Moderne, nun wendet sich die Argumentation und man gesteht durchaus einen vollständigen Umbau der DDR-Moderne zu einem ökologisch korrekten Bau zu (um den Schulterschluß zu FFF zu üben).


    Damit sind die Ostalgiker und Altkommunisten aus dem Unterstützerkreis raus, weil eine "sanierter" Staudenhof oder ein "saniertes" Rechenzentrum nie mehr so aussehen würde wie die DDR-Moderne (siehe Bibliothek). Und es wird deutlich, daß es - vermutlich immer schon - ausschließlich um Störung eines geschlossenen Bildes der Potsdamer Mitte geht und nicht um die Rettung von "DDR-Moderne".


    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • War klar,die linke Chaotenszene macht schon langsam mit ausgerollten Transparenten erwartungsgemäß Stimmung.Ja,man muss aufpassen, das die Sache sich nicht zur zweiten Rigaer Straße nach und nach hochschauckeln könnte.Da müssen die Stadtverantwortlichen schon im Vorfeld dem Entschieden entgegenstellen um den sozialen Frieden in der Stadt nicht zu gefährden.

  • Bitte? Laß die Leute doch ihre Transpis raushängen - sie lassen ja sogar Schwarz-rot-gold seit vielen Monaten unangetastet. Das gehört in einer freien Gesellschaft schon dazu soetwas auszuhalten.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Wenn ich in Potsdam wohnen würde, dann würde ich mir zum Spaß sogar eine Balkonwohnung im Stauderl anmieten und auch ein Transparent dort heraus hängen...“Den Staudenhof, den find‘ ich doof, erhöret meine Bitte, bezieht mich ein in die neue, alte Mitte!“.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)