Ich würde hier einfach zur Geduld tendieren. An dieser Stelle steht aktuell keine Entscheidung an. Das ändert sich sukzessive mit steigenden Sanierungskosten, aber das muss sich über Jahrzehnte aufbauen. Es mögen einfache Gebäude sein, aber die Bausubstanz ist vermutlich ziemlich robust und die Pflege lückenlos. Wenn es dann soweit ist, dass Neubauten im Raum stehen, sollte vorgearbeitet worden sein, was an dieser Stelle das städtebauliche Optimum ist.
Als Zwischenlösung könnte ich mir zwar Kolonnaden (also reine Säulengänge) oder gärtnerische Laubengänge vorstellen, die kleine Pavillons verbinden. Aber mehr als eine Spielerei wäre das auch nicht. In den Pavillons könnte es kleine Kioske oder Ausstellungsmöglichkeiten geben. Das sinnlose Abstandsgrün würde ich in Mietergärten umwandeln, was einen Stadtraum ungemein beleben kann. Die Gärten kann man auch halbhoch abschirmen, damit sie nicht ganz direkt an die Straße grenzen.
Richtig problematisch ist vor allem die Ecksituation. Das historische Eckgebäude wäre heute natürlich ein Schätzchen, aber auf den ersten Blick scheint es mir architektonisch nicht besonders einzigartig. Ich weiß aber nichts über den Bau. Das Gelenk zwischen St. Nikolai und Altem Rathaus stattdessen mit einem Neubau in klassischer Formensprache zu füllen, könnte reizvoll sein. Die Grenzen der blauen Einzeichnung in "Johan Maurits" Grafik wären ein Ansatz dafür. Das Rechteck ließe sich bis zum nächsten DDR-Bau in Ost-Richtung ziehen, damit ergäben sich immerhin rund 430 m² Grundstücksfläche. In den Blöcken, die gerade fertiggestellt wurden, gab es kleinere Grundstücke, finanziell wäre mit 430 m² also etwas machbar.
Kein einziger Mieter müsste dafür ausziehen, nichts abgerissen werden.








