Potsdam - Neubauquartier V - Staudenhof

  • Was auch immer seine Rechtsberatung zu den Chancen in der nächsten Instanz gesagt hat, der Baulärm und der Dauerfrost in den letzten Tagen werden ihr übriges getan haben. Wenn ringsum niemand mehr heizt, kühlt so eine Plattenbauwohnung ziemlich schnell aus. Zumal viele Fenster inzwischen nur noch mit Sperrholz vernagelt sind. Und der gesamte Bau bereits von der Fernwärme ab gekoppelt war, also nur noch elektrisches Heizen möglich war.

    Das dürfte nicht unbedingt ausschlaggebend gewesen sein - laut Artikel hat die ProPotsdam wegen des gekappten Fernwärmeanschlusses elektrische Ölradiatoren als Heizung angeboten.

    Bei vergleichbaren Vorgängen musste Gas, Heizung, Strom etc. kostenneutral zur Verfügung gestellt werden - neutral im Sinne von "es darf nicht mehr kosten, als der Durchschnitt vergleichbarer Wohnungen ersatzweise gemessen am bisherigen Individualverbrauch".

    Gleichwohl darf man dem Ex-Mieter zu seiner - wenn auch späten - Einsicht gratulieren und die LHP beglückwünschen.

  • Ich bin ja froh, dass die Gammelkiste endlich abgerissen wird und (hoffentlich) schönem, wertigen, heilenden Städtebau weicht, aber...

    Quote

    Die Wohnung des letzten Mieters habe stets Strom und Wasser, zuletzt aber keine Heizung mehr gehabt, so Winkler.



    ...das erschreckt mich jetzt schon. Haben die dem Mann jetzt im Winter (wo es gerade so eisig ist) allen Ernstes die Heizung abgestellt? Ist sowas überhaupt erlaubt?


  • ...das erschreckt mich jetzt schon. Haben die dem Mann jetzt im Winter (wo es gerade so eisig ist) allen Ernstes die Heizung abgestellt? Ist sowas überhaupt erlaubt?

    Schau mal bitte einen Beitrag höher - ja, sie dürfen das.

  • Das ist alles irrelevant, weil so eine Einzimmerwohnung in einem nicht isolierten Plattenbau, in dem sonst niemand mehr heizt, nicht warm zu kriegen ist. Egal mit welcher Art von Heizung. Das habe ich aber oben schon geschrieben.

  • Das ist alles irrelevant, weil so eine Einzimmerwohnung in einem nicht isolierten Plattenbau, in dem sonst niemand mehr heizt, nicht warm zu kriegen ist. Egal mit welcher Art von Heizung. Das habe ich aber oben schon geschrieben.

    Das ist natürlich Unsinn aber - wie schon zurecht gesagt - irrelevant, weil der Mieter ja ausgezogen ist. Es ist immer nur eine Frage wieviel Energie aufgewendet wird.

    Aber die Anderen werden schon in den nächsten Tagen das Jejaule der unmenschlichen Behandlung des armen Mieters lostreten und die UN-Menschenrechtskonvention anrufen. Die linken Stadtverordneten faseln ja schon von "strafbaren Entmietungsaktionen". Viellleicht einfach nochmal lesen:


    "Die Wohnung des letzten Mieters habe stets Strom und Wasser, zuletzt aber keine Heizung mehr gehabt, so Winkler. Der Staudenhof sei von der Fernwärme abgekoppelt worden. Mit Beginn der Heizperiode zum 1. Oktober seien dem Mieter deshalb schriftlich und im persönlichen Gespräch Elektroradiatoren angeboten worden. Er habe sich auf das Angebot aber nicht eingelassen.

    Die Pro Potsdam habe sich „mit extrem viel Mühe“ um die Staudenhof-Mieter gekümmert. So sei bis Anfang des Jahres eine Mieterberatung vor Ort gewesen. Alle Mieter hätten Alternativangebote erhalten. Betagte Mieter seien per Taxi zu Wohnungsbesichtigungen gefahren worden oder seien in die nahe Burgstraße umgezogen, sagt Winkler. Dem nun ausgezogenen Mieter, der seit 2015 im Staudenhof und seit dem Spätsommer ganz allein im Gebäude lebte, seien acht Wohnungen angeboten worden, die er aber nicht besichtigt habe. Eine vergleichbare Einraumwohnung in der Nähe stehe weiterhin zur Verfügung." (Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten, 5.12.23).


    Und zur Erinnerung: die SVV hat den Abriß am 6. Mai 2021 (!) beschlossen. 30 ja und 17 Neinstimmen.


    Aber das wird ja nicht alles gewesen sein. Da der Abriß jetzt direkt in den Kommunalwahlkampf fällt können wir monatlich mit Besetzungen der Baustelle, Blockaden der Maschinen etc. rechnen. Die Anderen und die Linken kümmern sich die Bohne um demokratische Mehrheiten: ihrer Ansicht nach ist die Entscheidung falsch und deshalb werden sie sabotieren, bis der letzte Betonträger abtransportiert wurde.

  • Die ganzen tatsächlichen Hintergründe um diesen Mieter wird man nicht der Öffentlichkeit vor die Füße werfen (wieso,weshalb und warum er keine der angebotenen Wohnungen besichtigte usw).Es wird nur das Veröffentlicht was die Öffentlichkeit wissen darf. Wir können hier lediglich über die Hintergründe nur spekulieren.

    Der Staudenhofblock wird jedenfalls, die schönste Abrissbaustelle in der Potsdamer Mitte im nächsten Jahr sein. Ich werde seinen steten Abriss genüsslich verfolgen. :foto:

  • Hat noch jemand zum würdevollen Abschied Bilder aus der Entstehungszeit des Staudenhofes oder ein Zitat eines bereits hier veröffentlichten Bildes?

  • Jetzt lasst mir doch meine Spekulationen 🤪 Aber gut, hier hat offensichtlich noch niemand in einem unsanierten Plattenbau mit Alu-Leitungen und Steckdosenring gewohnt, wo beim Einschalten des zweiten Heizlüfters schon die Sicherung kommt.


    Letztlich bin ich froh, dass der hässliche Kasten endlich wegkommt.

  • Die Anderen und die Linken kümmern sich die Bohne um demokratische Mehrheiten: ihrer Ansicht nach ist die Entscheidung falsch

    Wobei ich ja sagen muss: bei einer noch so demokratischen Entscheidung für den Abriss eines wertvollen Altbaus wär ich genauso bereit, auf die Barrikaden zu gehen, solange das eben geht. ;) Wie beim Immerather Dom, der demokratisch legitimiert für den Kohleabbau sterben musste.

    Dass es bei der Staudenhof-Platte baukulturell nicht nachvollziehbar ist für uns - geschenkt. Ihnen geht's halt (vordergründig) um die Sozialpolitik.

  • Nein. Nicht um Sozialpolitik (was heißt "vordergründig"? Geht es drum oder um etwas anderes?), sondern um Krawallmachen bzw "Potsdam"- Verhindern. Völlig unsinnig, sich aus sozialen Gründen an ein wirtschaftlich derart unhaltbares Bauwerk zu klammern. Sozialpolitik schaut ein bisschen anders aus.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • @ Konstandindegeer: kannst du mir zum Beitrag des Brandenburger Tagesspiegel / Potsdam Neuste Nachrichten etwas sagen?

    Nach Auszug des letzten Staudenhof-Mieters: Pro Potsdam widerspricht AfD-Behauptungen
    Die AfD und die Pro Potsdam streiten über den Umgang der kommunalen Bauholding mit dem letzten Mieter des DDR-Wohnblocks. Aussage steht gegen Aussage.
    www.tagesspiegel.de

    (Quelle: Tagesspiegel, 08.12.2023)


    Ist der Mieter nun doch ausgezogen? Will die AfD jetzt für diesen Mieter den "Kümmerer" spielen? Das hat doch früher immer die Linke übernommen? Ich bin schon dafür dass der Mieter weiterhin in einer bezahlbaren Wohnung im alten Umfeld bleibt und die wurde ihm scheinbar auch angeboten.

  • @ Konstandindegeer: kannst du mir zum Beitrag des Brandenburger Tagesspiegel / Potsdam Neuste Nachrichten etwas sagen?

    https://www.tagesspiegel.de/po…ehauptungen-10901014.html

    (Quelle: Tagesspiegel, 08.12.2023)


    Ist der Mieter nun doch ausgezogen? Will die AfD jetzt für diesen Mieter den "Kümmerer" spielen? Das hat doch früher immer die Linke übernommen? Ich bin schon dafür dass der Mieter weiterhin in einer bezahlbaren Wohnung im alten Umfeld bleibt und die wurde ihm scheinbar auch angeboten.

    Ja, die Mieter will den "Kümmerer" spielen und dafür Sorge tragen ihre Klientel in den Plattenbauten zu behalten. Die gehören überwiegend der Pro Potsadm und da ist die Pro der "böse Vermieter".


    Relevant ist das alles nicht - der Abriß läuft, wird sich im sichtbaren Bereich allerdings bis nach der Kommunalwahl ziehen. Das ist für die Anderen der beste Wahlkampf weil diese plakatieren, dass die Stadt 178 billige Wohnungen abreisst.

  • Die weiteren Schritte:


    Wann beginnt der Abriss des DDR-Blocks?

    Er hat schon begonnen, erklärt Sigrun Rabbe und zählt auf: Seit Juni wurden erste Leitungen getrennt und die Baustelle für den Rückbau eingerichtet. Seit Ende September werden erste Schadstoffe aus dem niedrigen Gewerbevorbau am Platz der Einheit, wo einst Sparkasse und Apotheke ansässig waren, sowie im dahinter liegenden Gebäuderiegel entfernt.

    Auch das Wandbild in der Apotheke vom Künstler Claus-Hanfred Schulze wurde im Oktober bereits abgenommen und eingelagert. Es soll beim neuen Karree, dem „Block V“, wiederverwendet werden. Nachdem das Haus leer ist, wurden auch Wasser und Strom abgestellt. Nun können auch die Schadstoffe im hinteren Gebäudeteil in Richtung Nikolaikirche entfernt werden.


    Kunstwerk mit Arzneipflanzen und Pillen von Claus-Hanfred Schulze aus der früheren Apotheke im Staudenhof am Platz der Einheit Potsdam - das Werk wurde im Oktober 2023 eingelagert, weil der Staudenhof-Wohnblock abgerissen wird.


    Kunstwerk mit Arzneipflanzen und Pillen von Claus-Hanfred Schulze aus der früheren Apotheke im Staudenhof am Platz der Einheit Potsdam - das Werk wurde im Oktober 2023 eingelagert, weil der Staudenhof-Wohnblock abgerissen wird.

    © Quelle: Birgit Temel

    Wann wird die äußere Hülle des Plattenbaus verschwinden?

    Im Januar kommt ein Kran, der zuerst den Apothekenriegel abreißen wird, um Platz zu schaffen. Mit Hilfe des Krans werden dann manuell auch die asbestbelasteten Fugen zwischen den Betonplatten entfernt. Parallel werden die ebenfalls als Schadstoffe eingestufte Dämmung im Inneren sowie weitere asbesthaltige Elemente wie die Estriche und die stark belastete Dachhaut entfernt. Das wird bis zu sechs Monate dauern. Erst im Sommer 2024 beginnt dann der äußere Rückbau, der größtenteils bis Ende 2024 erledigt sein wird. Um möglichst staubfrei zu arbeiten und die Anwohner und Gebäude im Umfeld zu schonen, gibt es die Auflage, dass die oberen drei der insgesamt sieben Etagen mit dem Kran Platte für Platte demontiert werden.

    Die unteren vier Geschosse werden dagegen mit einem „Long Front“ genannten Spezialbagger „weggeknabbert“, wie es schon bei der alten Fachhochschule daneben der Fall war. Das ist kostengünstiger, so Nicke. Bis ins vierte Geschoss kann mit wenig Aufwand bewässert werden, sodass sich die Staubbelastung dann ebenfalls in Grenzen halten soll. Im März 2025 soll der gesamte Staudenhof bis hin zum Kellergeschoss verschwunden sein.

    Wie teuer wird der Abriss des Staudenhofs?

    „Das können wir noch nicht sagen. Der reine Abbruch hat sich zwar nicht verteuert, aber die Schadstoffentsorgung ist ein wesentlicher Kostenfaktor und da kommt es auf die Menge an“, erklärt Bert Nicke. Mindestens zwei Millionen Euro Gesamtkosten werden kalkuliert. „Die Entsorgungskosten für gefährliche Stoffe werden mehr als eine Million Euro betragen.“ Nicke betont, dass diese Entsorgungskosten nicht nur bei einem Abriss, sondern auch bei einer Sanierung des Staudenhofs angefallen wären. Die Pro Potsdam hatte berechnet, dass sich eine Sanierung gegenüber einem Neubau nicht lohne, das war allerdings auch von Sanierungsbefürwortern als Schönrechnerei angezweifelt worden.

    Laut Nicke sind die Kosten für die Schadstoffentsorgung allerdings deutlich höher, als ursprünglich angenommen, sodass eine Sanierung aus seiner Sicht noch unwirtschaftlicher geworden wäre, als bislang angenommen. 90 Prozent der Abrisskosten werden aus der Städtebauförderung bezahlt, zehn Prozent trägt die Stadt selbst.

    Wie geht es in der neuen Potsdamer Mitte rund um die Nikolaikirche weiter?

    Das Karree „Block III“ direkt neben der Nikolaikirche steht kurz vor der Vollendung. „Ich gehe davon aus, dass die Bauherren im Sommer 2024 fertig sind“, sagt Sigrun Rabbe. Ab Ende 2024 wird dann der Steubenplatz neu gestaltet. Im Winter 2024/25 sollen fünf ausgewachsene Linden vom Staudenhof dorthin verpflanzt werden.

    Im Block IV, der rund um die Stadt- und Landesbibliothek errichtet werden soll, wurden vergangene Woche die Kaufverträge mit mehreren Bauherren abgeschlossen. Die Pro Potsdam, die selbst auch vier Gebäude errichtet und die Erweiterung der Kinderbibliothek umsetzt, möchte Ende 2024 ihren Bauantrag stellen.

    Für den Block V, der anstelle des Staudenhofs gebaut wird, wird ein Architekturwettbewerb vorbereitet. „Im Sommer 2024 wird die Aufgabe veröffentlicht. Im Mai 2025 soll die Jury zur Auswahl tagen. Dann wissen wir, was dort gebaut werden soll“, sagt Bert Nicke.