Abriss historischer Gebäude in Solingen

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    • Abriss historischer Gebäude in Solingen

      Die Zeit drängt!

      Die historischen Gebäude im Foto, unter anderem das Geburtshaus von Max Leven, werden bald abgerissen, da die Gebäude nicht als Denkmäler anerkannt sind und die Sparkasse dort einen neuen Hauptsitz errichten möchte: rp-online.de/nrw/staedte/solin…kasse-gebaut_aid-38995745 Damit wird das Solinger Zentrum die letzten Vorkriegsbauten verlieren.
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    • Und nebenbei wieder mal ein Beleg dafür, dass die Architektur einen extremen Einfluss auf das Ambiente hat. Aus diesen dysfunktionalen Nachkriegsvierteln fliehen die, die es können, schon seit Jahrzehnten. Irgendwann bleibt eben niemand mehr übrig, der nachziehen würde, außer einer sozial schwachen, mittlerweile aus Gründen unserer Demografie (seit 50 Jahren durchgehend Geburtendefizite, länger als jedes andere Land der Welt) überwiegend migrantisch geprägten Schicht. Ist mir so auch in Koblenz aufgefallen, dass die abgesehen von den Ecken direkt an Rhein und Mosel in weiten Teilen ziemlich unschöne Innenstadt stark migrantisch geprägt ist. Die Alternative wäre Leerstand (den es auch schon gibt), insofern ist es dann so sogar noch besser als in den verfallenden kleinen Altstädten z.B. in Südniedersachsen, wo einfach niemand da ist, der dann nachziehen würde.

      Da sind diejenigen Städte dann schon im Vorteil, die ein auch baulich attraktives Zentrum vorzuweisen haben. Bitte nicht als pauschalisierende Rede gegen Migranten missverstehen: Das Problem sozial schwacher Viertel mit vergleichsweise hoher Kriminalität und insgesamt wenig Perspektiven etc. hat es auch schon in der Kaiserzeit gegeben. Es ist grundsätzlich in unserem Wirtschaftssystem wohl kaum zu vermeiden. Neu ist hingegen, dass diese dank des katastrophalen Wiederaufbaus in den Zentren unserer Städte liegen und nicht peripher. In NRW aber tatsächlich nicht selten anzutreffen, diese "white flight" aus den Zentren. Und fast immer größtenteils getriggert durch das architektonisch desolate Ambiente der Nachkriegsarchitektur.
    • Sicherlich ist da etwas dran. Aber insgesamt auch hier bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Meist ist es eben so, dass die architektonisch unattraktivsten und "billigsten" Gegenden häufig die "Ankommens"-Viertel werden - und nicht umgekehrt die Ankommenden in architektonisch top gepflegte Viertel ziehen und diese "runterwohnen". Und wenn es vereinzelt auch Gründerzeitgebiete sind, die stark sozial verwahrlost sind (Ruhrgebiet, Bremerhaven), so sind auch diese meist durch einen ausgeprägten Investitionsstau geprägt und weisen die niedrigsten Mieten in den jeweiligen Städten auf.

      Außerdem finde ich es relativ viel verlangt von Menschen, die hier tlw. erst kürzlich angekommen sind, ein Interesse an unserer Architekturgeschichte zu erwarten, wenn dieses bei großen Teilen der autochthonen Bevölkerung ebenso abwesend ist. Unsere Städte haben wir uns selbst kaputtgemacht nach dem Krieg, auch durch zahlreiche vollkommen geschmacklose Altbau-"Renovierungen", deren ästhetische Ergebnisse in Bremen ganze Straßen versauen. Davon geht fast nichts auf das Konto einer sich nicht mit Deutschland identifizierenden Einwandererschicht, auch hier waren es ganz überwiegend autochthone Deutsche, die ihre Häuser in den 50er-80er Jahren dergestalt "modernisiert" haben. Warum sollte sich diese Krankheit, die wie gesagt z.B. im bremischen Gröpelingen ganze Straßen versaut hat dann nicht auch auf türkischstämmige Hausbesitzer "übertragen"? Wieso sollten wir vom türkischen Stahlarbeiter verlangen, was sein deutsches Pendant nebenan nicht hinbekommt, der die gesamte Palette des Baumarkts an seinem Haus verarbeitet hat?

      Leider sind die Interessen, die wir pflegen, Nischenphänomene, über ein sehr diffuses Schön/Hässlich-Gefühl geht das ästhetische Empfinden eines überwiegenden Teils der Bevölkerung nunmal nicht hinaus, weitgehend unabhängig von einem etwaigen Migrationshintergrund. Es sind wie so oft eher soziale Phänomene. Je sozial herausgeforderter die Bewohner, desto weniger Interesse und Geschmack sind zu erwarten. Umgekehrt wird der iranischstämmige Arzt oder der türkische Ingenieur wohl mit derselben Wahrscheinlichkeit ein Interesse an Architekturgeschichte haben wie sein jeweiliges deutsches Pendant.