Hamburg - Wiederaufbau der Synagoge am Bornplatz

  • Noch schlimmer, das Mosaik war eigentlich ein Platzhalter, der an die Synagoge erinnern sollte, falls denn mal der Tag käme, der einen Wiederaufbau möglich macht und nun wird es missbraucht um genau diesen zu ver- oder zumindest behindern. Das muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen.

  • Wir können echt von Glück reden, dass die Rekonstruktion der Dresdner Frauenkirche noch unter "normalen" Zeiten beschlossen und umgesetzt wurde! Ich hoffe ja noch, dass sich nun massiver Protest aus der Jüdischen Gemeinde formiert, der man seinerzeit von "Staats wegen" quasi das Gotteshaus nahm und nun nicht einmal so wiedergutmachen tut, wie es sich die doppelt betrogene Jüdische Gemeinde wünscht!


    Eine bodenlose Gemeinheit - für ein modernes Quirks ziehe ich meine Unterstützung zurück! Auch ich fühle mich betrogen:


    https://www.bornplatzsynagoge.org/mitmachen

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Na ja...Warten wirs ab. Das hier war ja jetzt erst mal nur die Machbarkeitsstufe (Funktionsanforderung etc - das ist schon wichtig, das verstehe ich) mit der Synagoge in der alten Kubatur (und unserer heißgeliebten Kuppel). Das ist schon mal recht viel. Das Wandel und Lorch da keine Reko draus machen würden war klar.... vielleicht mus man froh sein, dass die sich überhaupt so weit bewegt haben. Die Gemeinde hat dann aber m.E. völlig richtig reagiert!


    Es soll ja wohl noch ein Realisierungswettbewerb gemacht werden, wo über die Form der Synagoge dann das letzte Wort gesprochen werden wird. Darauf setze ich meine Hoffnung, dass die Gemeinde "mehr" Synagoge will. Wenn wenigstens die Hauptprofilteile wiederkämen, wäre es toll. Schmuckteile (wie sah die alte Synagoge nochmal aus...?) müssen sind sein, könnte man m. E. ähnlich wie an der Sagrada Familia auch in modernen Formen machen (das kann toll aussehen).


    Vielleicht sollte jemand Offizielles von Stadtbild Dtl. doch den Kontakt zur Jüdischen Gemeinde nicht abreißen lassen...?


    P.S.: Habe gerade gesehen: Es geht eigentlich nur noch um die Profilteile!! Ansonsten war das ein relatuiv einfacher (verputzter?) Ziegelbau. Das wird dann am Ende dann eine Kostenfrage werden...... Oh Mann, das wäre aber echt machbar....Profilteile durch Spenden?? Bitte mal vorschlagen!!!

  • Das mit dem Spenden von Profilteilen wäre in der Tat eine gute Idee, womit einzelne Spender - natürliche wie juristische Personen - ihre Unterstützung öffentlichkeitswirksam tätigen und somit eine enge Bindung zur rekonstruierten Synagoge aufbauen könnten! Je früher diese Variante ins Spiel gebracht wird, desto eher lässt sie sich nimmermehr stoppen! Einen rollenden Stein hält man nicht auf!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Und: Die Mitglieder und/oder Unterstützer der Jüdischen Gemeinde werden mit Sicherheit KEINE Antisemiten sein...... Oder gibt's da jetzt auch schon Vorbehalte? Also ich würde sehr gerne spenden.


    Sah gestern bei 'ner Stadtfühurg hier im Dresdner Zwinger eine größere Gruppe von orthodoxen (!) Juden mit Kippa, Bart und Locken. Ich war fast zu Tränen gerührt. Schön, dass sie (wieder) hier sind. Und es schien ihnen hier total gut zu gefallen.....Möge Gott es geben, dass es so bleibt!


    "Solange noch im Herzen/eine jüdische Seele wohnt/und nach Osten hin, vorwärts,/ein Auge nach Zion blickt,/so lange ist unsere Hoffnung nicht verloren,/die Hoffnung, zweitausend Jahre alt,/zu sein ein freies Volk, in unserem Land,/im Lande Zion und in Jerusalem"


    Vielleicht gibts ja auch Hoffnung für eine NOCH schönere Bornplatzsynagoge. Der erste Schritt in die richtige Richtung ist jedenfalls getan!

  • Hätte Dresden wieder seine Semper Synagoge, dann würde es in Dresden womöglich auch eine stetig wachsende jüdische Gemeinde geben wie es schon bei der Frauenkirche Gemeinde wunderbar funktionierte! Bei der dortigen Bunker Synagoge jedoch habe ich stets das Gefühl, dass man diese bewusst so abweisend baute, damit sich ja niemand dorthin traut. Wäre ich Jude, ich wäre Gott in der göttlichen Frauenkirche näher als im verdrehten Speer Tempel Bunker. Naja, ich bin mir sicher, dass hier für die Zukunft noch nicht alle Messen gelesen sind ?

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Hach... Exili..... :wink: Alles schwer zu sagen.

    Ich war von dem Neubau sehr berührt, als ich ihn von Innen 2919 einmal besichtigte.

    Und ich finde den Neubau nicht schlecht.

    Schaun mer mal, was man nun in HH machen wird.

  • Hach... Exili..... :wink: Alles schwer zu sagen.

    Ich war von dem Neubau sehr berührt, als ich ihn von Innen 2919 einmal besichtigte.

    Ja, ich wahr auch berührt, aber halt nicht im positiven Sinne, vermutlich weil ich immerzu den Verlust der herrlichen Semper Synagoge im Kopf hatte. Aber sag einmal, wie Du 900 Jahre in die Zukunft reisen konntest? Bist Du womöglich mit Time-Travel-Dresden unterwegs gewesen? Nicht schlecht, dass die Synagoge dann noch stand! Immerhin hat Speer mit seiner „Ruinenwerttheorie“ also doch recht behalten (Wiener Schmäh ?).

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Das wird dann am Ende dann eine Kostenfrage werden...... Oh Mann, das wäre aber echt machbar....Profilteile durch Spenden?? Bitte mal vorschlagen!!!

    Jetzt mal ernsthaft. Es liegt mit Sicherheit nicht am Fehlen von irgendwelchen Kleinspenden von "Heimdall", "Exilwiener" oder "Resurrectus"... Wenn die jüdische(n) Gemeinde(n) ein paar Profilteile finanziert wissen will/wollen, gibt es zum Einen genug solvente Juden im eigenen Kontaktkreis, die mal für den guten Zweck ein paar Euro springen lassen können. Auf die Idee können die also von alleine kommen. Zum Anderen können sie ihren Willen auch einfach der Politik vortragen. Wenn das mit Nachdruck geschähe, wird kein Stadtpolitiker dagegen votieren, schon aus Angst, politisch falsch verstanden zu werden. Ich habe ähnliches schon selbst beobachtet. Ergo, denen braucht man keine Finanzierung von solchem Pillepalle vorschlagen. Das ist ein Problem für eine Bauernkirchengemeinde und deren rührige Bürgerinitiative in Kleinkleckersdorf, nicht aber für diese Leute, die bestens mit der Politik vernetzt sind.

  • (...) Aber sag einmal, wie Du 900 Jahre in die Zukunft reisen konntest? (...)

    Geht das nicht auch in die andere Richtung? Dann könnte man in der Vergangenheit ja gleich die Zerstörung verhindern und alles wäre gut.


    Wir müssen jetzt eben auf den nächsten Schritt warten. Den Architekturwettbewerb. Diese Studie sollte ja nur aufklären, was alls möglich ist. Da haben die durchführenden Architekten eben nur schnell einen ungefähren Nachbau am Compter entworfen, um die Form und Masse darzustellen. Möglicherweise orientiert sich der zukünftige Bau ja näher am Original, als wir jetzt befürchten.


    Daß die orthodoxe Synagoge in ihren Ausmaßen etwas kleiner wird, steht ja schon länger fest.


    https://www.hamburg.de/content…154-v1-lageplan-kopie.jpg


    Wenn auch am Ende keine Rekonstruktion dabei rauskommt, sondern einfach nur ein schöner Synagogen-Bau mit Kuppel, wäre das für mich völlig in Ordnung. Der jüdischen Gemeinde muss es passen und gefallen. Einen neuen Würfel, wie in Ulm, wird es aber voraussichtlich nicht geben.


    Das Bodenmosaik dürfte sich auf jeden Fall erledigt haben. Auch wenn es da noch vereinzelte Stimmen gibt, die ihm nachtrauern.

  • Ich war schockiert, und frage mich, wie man in direkter Nachbarschaft zum Neumarkt so einen hässlichen Klötz hinstellen konnte. Die Menschen haben genug gelitten. Einladend ist da nichts. Der Bunker ist eine Frechheit.

    Volle Zustimmung.
    Kirchen, Synagogen, Moscheen, Tempel etc. sind auch immer ein Imageträger. Sie repräsentieren ihre Gemeinde nach außen. Sie wecken bleibende, tiefsitzende Assoziationen. Ein schöner, historischer (oder in historischer Form gehaltener) Bau zieht an, lädt ein, lässt eine Gemeinde wie verständlich und geschichtlich verankert in einer Stadt wirken. Unattraktive, fensterlose, modernistische Kuben, wie die der Dresdner Synagoge, schrecken ab, schließen aus, sie wirken wie ein neuer Fremdkörper in der Stadt. Es kommen für den Vorbeigehenden keinerlei gute Assoziationen auf. Was ein dumme und schädliche Entscheidung.

  • Selbst wenn es nur eine Wiederannäherung an den Ursprungsbau geben sollte: das ist immerhin ein großer Schritt in eine städtebaulich erfreulichere Richtung. Vor allem mit Blick auf die bisherigen Synagogenneubauten in Deutschland, aber auch anderswo. Und am Berliner Fraenkelufer gibt es sehr wahrscheinlich eine originalgetreue Rekonstruktion.