Hamburg - Wiederaufbau der Synagoge am Bornplatz

  • Wenn erst einmal Wandel, Höfer und Lorch [jetzt wohl Wandel Lorch Götze Wach Architekten), die ich persönlich eigentlich sehr schätze (!) dran sind, könnt ihr das vergessen

    Seh ich anders. Zum einen geht's gerade nur um die Machbarkeitsstudie. In der Ausführung können ganz andere Büros zum Zuge kommen.

    Zum zweiten haben die u.a. auch ein Projekt im Frankfurter Dom-Römer-Areal zu verantworten. Das Struwwelpeter-Museum.

  • erbse

    "Wandel Lorch usw." haben nur die Ausstellungsgestaltung gemacht. Mit der Errichtung des Gebäudes in der Frankfurter Altstadt hatten sie nichts zu tun.

    Und wenn man eine Reko der Synagoge nicht als Ziel vorgibt, dann wird die Machbarkeitsstudie wohl ergeben, dass eine Reko nicht machbar ist.

  • Hochinteressant! Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung !?

    https://www.bild.de/regional/hambu…94206.bild.html

    Quote

    Er kennt sich aus mit der Planung von Synagogen, hat mit seinem Frankfurter Architekturbüro „Wandel Lorch Götze Wach“ schon die jüdischen Gotteshäuser in Dresden, München und Bayreuth gebaut.

    Deshalb wurde Prof. Wolfgang Lorch (60) mit seinem Team nun auch mit der Machbarkeitsstudie (600 000 Euro) für den Wiederaufbau der Bornplatz-Synagoge beauftragt.

    Seine bisherigen Sakralbauten waren eher modern, doch in Hamburg ist er offen für eine Rekonstruktion: „Das ist eine Option. Diese kann kunsthistorisch, kritisch oder fraktal sein.“

    Im Laufe der Machbarkeitsstudie würden verschiedene Möglichkeiten geprüft.

    Wichtig: Das Bauprojekt umfasst nicht nur Synagoge, sondern auch Jugend- und Gemeindezentrum – sowie ein Gebäude für die liberale Gemeinde. Auch der benachbarte ehemalige Luftschutzbunker könnte weichen müssen. Lorch: „Dort stand früher die Synagoge, deswegen ist er Teil der Betrachtungsfläche.“

  • Da Deutschland mittlerweile ein Zufluchtsort für viele Juden aus dem postsowjetischen Raum ist und etwa aus der Ukraine viele aus der verbliebenen jüdischen Gemeinde aufgrund des derzeitigen Krieges auswandern, dürfte die Frage nach einem Wiederaufbau der Synagoge irgendwann auch ins Tageslicht rücken.

    Leider ist medial seit dem letzten Beitrag hier keine neue Information über den Entwicklungsstand hinzugekommen. Weiß jemand "Eingeweihtes", ob die Rekonstruktion noch realisiert werden kann? Es wäre architektonisch eine massive Aufwertung innerhalb Hamburgs.

  • Naja, man hat sich bereits bequatschen lassen, dass es eine Reko der alten Bornplatzsynagoge #nicht mehr geben darf" und man den Bau nur noch zitieren möchte... Meine Erwartungen zur Veröffentlichung der Planungen im Sommer sind gering. Schade, bisher war das Projekt eins, was sich von anderen Synagogen-Wiederaufbauprojekten abgehoben hätte. Die Doku war dennoch gut gemacht und kann sie jedem nur ans Herz legen.

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Ich finde,wenn man die Synagoge in einem Neuentworfenen traditionellen Stil errichtet,wäre es doch OK.Ein Vollreko der Alten Synagoge so glaube ich,hat keine Chance.

  • Wenn man eine - zumindest äußerliche - Rekonstruktion bauen könnte, warum soll man dann stattdessen einen traditionell gestalteten Bau errichten? Nur, damit es keine Rekonstruktion ist und irgendein "Bruch" gezeigt werden kann, den ohnehin nur ein paar Ideologen sehen, die Masse der Bürger aber weder wahrnimmt noch interessiert?

    Also, wenn schon keine Rekonstruktion, wenn schon "Bruch", dann sollen sie sich irgend ein Libeskind-Gezacke hinstellen oder einen fensterlosen Klotz wie andernorts. Alles andere wäre in diesem Fall nicht Fisch, nicht Fleisch.

  • Danke für den super interessanten Tip zu dieser Doku!

    Aber ehrlich, wenn ich dieser Frau Rürup zuhöre... :wuetenspringen::gehtsnoch::daumenunten::kopfschuetteln: Dieses akademische Geschwurbel von manchem Historiker...

    "Die deutsche Geschichte ist eine, die schmerzt. Die schmerzt nicht nur Juden, sondern auch Nicht-Juden. Und diese Wunde muss sozusagen erhalten bleiben."

    Ganz ehrlich, nach dieser Logik hätte man nach 45 nix mehr aufbauen dürfen, und das Land in Schutt und Asche liegen lassen müssen. Wenn ich mir aus eigenem Verschulden ne Wunde geholt habe, gehe ich natürlich trotzdem zum Arzt und lasse die Wunde heilen. Ich laufe doch nicht mein Leben lang mit ner Wunde rum, bis ich daran verrecke, nur um mich an meine Dummheit zu erinnern... Ich heile die Wunde, und lerne aus der Erfahrung.

    Also baut das Ding wieder auf, und zwar genau so, wie es war (die Synagoge sah absolut fantastisch aus)!!! Dort wo nix ist, kann man auch an nichts erinnern. So gut wie keiner der Passanten wusste, wofür die paar Steine da im Boden des aktuellen "Mahnmals" überhaupt gut waren. In einer wiederaufgebauten Synagoge kann man dann wunderbar eine Ausstellung zur Geschichte des Ortes machen, mit Bildern, Gedenktafeln und Geschichten usw. Ich wette, das hat einen viel größeren Effekt, als dieses Grundrissdings da im Boden, das man aus menschlicher Augenhöhe eh kaum sieht.

  • Machbarkeitsstudie

    Laut einem Bericht der Jüdischen Allgemeinen, ist die Vorstellung der Machbarkeitsstudie für den 06. September 2022 geplant.

    (...) Die Gemeinde denke nicht an eine Eins-zu-eins-Rekonstruktion des historischen Baus, erklärt Rubinstein. So reiche es, wenn der Gottesdienstraum 500 und nicht wie früher 1200 Plätze habe. Stattdessen könnten Räume für Begegnung und Besuche von Schülergruppen angelegt werden. Facetten der früheren Synagoge sollen nach Vorstellung des Geschäftsführers aber schon übernommen werden. »Der Wiedererkennungswert etwa der 40 Meter hohen Kuppel ist extrem wichtig.« (...)

    Es ist wohl zu erwarten, daß diese Studie die Machbarkeit des Bauprojektes bescheinigt. Der nächste Schritt wäre dann die Festlegung der Architektur. Darauf sind wir ja alle sehr gespannt. Hoffentlich wird es am Ende kein Würfel mit 40 Meter hoher Kuppel.

  • Na jetzt bin ich ja mal gespannt..... Ich rechne mit dem Schlimmsten.

    Okay vergesst es. Habe es kurz durchgeblättert:

    1 Variante als eine Irgendwie-Annährung an den Altbau.

    4 Varianten mit modernen Gebäuden (ich rede nicht von Kisten).

    Sonst rein gar nichts von der alten Synagoge.

    Bei dem beauftragten Büro Wandel Lorch war auch nicht anders zu erwarten (man will ja auch mal den Auftrag bekommen).

    Traurig

  • Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge ist machbar

    Einzig die Variante Nr. 1 aus der Machbarkeitsstudie ist akzeptabel. Und in diesem Bericht von NDR sieht alles danach aus, als hätte man sich auch bereits für diese Variante entschieden.

    https://www.ndr.de/nachrichten/ha…ynagoge590.html

    Mit der Idee der 2 Synagogen könnten alle zufrieden sein. Die Teilrekonstruktion als orthodoxe Synagoge und ein moderner Neubau, an dem sich die Architekten austoben können, als liberale Synagoge.

  • Eine Reko wirds trotzdem nicht. Lediglich im Äußeren ein Ziegelbau in der Kubatur des Altbaus. Enttäuschend. Enttäuschend. Enttäuschend.

    Völlig absurd die Argumentation dieser Bezirksamtsleisterin am Ende, das Mosaik müsse erhalten bleiben als Erinnerung an die Zerstörung. Wie soll man das erhalten? Im Inneren der neuen Synagoge?

  • Schade, aber leider nach der Debatte und der Doku im Frühjahr erwartbar. Vergebene Chance und leider, sorry to say that typisch deutsch. Wenigtens kommt der Hochbunker weg, der von den Nazis nicht ohne Grund genau dort hingebaut worden ist.

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia