Ludwigshafen am Rhein (Galerie)

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    • Ganz so extrem würde ich das nicht sehen. Ich denke, dass es Ecken im Ruhrgebiet gibt, die hässlicher sind. "Aviller" hat nun auch die weniger attraktiven Ecken fotografiert. Die Hässlichkeit dieser Industriestadt kommt sicher vor allem durch die beiden Hochstraßen, die die Innenstadt mit Autobahn-ähnlichen Rampen durchschneiden. Die Hochstraße Nord soll ja verschwinden und einem ebenerdigen, städtebaulich verträglichen Boulevard weichen. Und wenn es gelingt, dort auf die neuen Flächen halbwegs ordentliche Architektur hinzusetzen, wäre das schon mal ein großer Gewinn. Aber, sie haben das Projekt geschoben, statt des zügig anzugehen, und nun könnte ihnen angesichts der anlaufenden Rezession und einbrechender Steuereinnahmen die Zeit weglaufen.

      Ludwigshafen ist keine Perle. Es verfügt aber über eine zumindest ordentliche, mit Kunstwerken verzierte Fußgängerzone, ein neu gestaltetes Rheinufer und in der nördlichen Innenstadt über gründerzeitliche Bebauung.
      Im Stadtteil Oggersheim, Heimat Helmut Kohls, ist die Wallfahrtskirche bekannt.

      Klar ist das nicht viel, und eine Reise ist Ludwigshafen nicht wert. Die Stadt hat ja auch kaum Geschichte. Aber bezüglich der hässlichsten Stadt Deutschlands wäre ich ein bisschen vorsichtig.

      The post was edited 1 time, last by Heimdall ().

    • Ludwigshafen ist halt letztlich ein größeres Dorf ohne jeglichen städtebaulichen Anspruch, rapide gewachsen dank BASF. Das Rheinufer mit der Rhein Galerie ist tatsächlich das einzig sehenswerte dieser Stadt, die gemeinsam mit Mannheim einen unattraktiven Ballungsraum darstellt, den ich schon vor 30 Jahren sehr unangenehm fand (Kriegszerstörungen, Bausünden, generell schmuddelig).
      Là où les idées manquent, un mot arrive toujours à temps.
      Johann Wolfgang von Goethe (Les maximes et réflexions)
    • Heimdall wrote:

      (...) Und wenn es gelingt, dort auf die neuen Flächen halbwegs ordentliche Architektur hinzusetzen, wäre das schon mal ein großer Gewinn. (...)

      ablachen:) Das gelingt doch nie und nimmer. Aber ich lasse mich sehr gern überraschen.

      Überhaupt würden mich mal viel mehr Galerien von vermeintlich hässlichen Städten interessieren. Mehr von Ludwigshafen, Pforzheim, Hagen,...
      Vielleicht könnten sich Leute darum kümmern, die nicht so weit weg wohnen. :whistling:
    • Neußer wrote:

      Überhaupt würden mich mal viel mehr Galerien von vermeintlich hässlichen Städten interessieren
      So eine "Antigalerie" habe ich schon mal gemacht (von Böblingen), aber eher als Beispiel dafür, was alles schieflaufen kann.

      Generell lohnen solche Galerien aber meines Erachtens nicht, weil es - außer für Architekturtheoretiker oder Liebhaber der Nachkriegsarchitektur - schlicht nichts zu sehen gibt außer den immer selben typischen 50er-Jahre Häuschen, auf die dann diverse Arten von Betonklötzen und Glaswürfeln folgten.

      Mal einige Beispiele für ziemlich charakteristische Innenstadtansichten:

      Ludwigshafen:






      Mannheim (aufgrund von Schloß, Kirchen usw. als einzige einen Besuch wert - rundherum sieht es aber auch nicht viel besser aus als in Ludwigshafen):








      Heilbronn:








      Pforzheim:









      Eigentlich reicht es, sich eine dieser Städte anzusehen - es sieht weitgehend überall gleich aus.
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    • @StaraBieda

      Mit Deinen Bildern hast Du mir eindrucksvoll gezeigt, daß Du Recht hast. Eine solche Galerie lohnt sich eigentlich nicht.

      Ich hatte irgendwie die Hoffnung, daß diese Städte im Gesamteindruk gar nicht so schlimm wirken. Aber dafür ist die Klotzarchitektur einfach viel zu weit verbreitet. Dazu kommen noch riesige Straßenschneisen und der ungepflegte Zustand und Leerstand vieler Bauten. Das zusammen, ergibt halt ein sehr negatives Gefühl.
    • Die Innenstadt ist schon ein wirklicher Unort, es gibt sehr verstreut ein paar ansehnliche alte Gebäude wie dieser Block aus (teilzerstörter) Kirche, Schule und Bank in der Bismarckstraße, halbwegs gelungene Nachkriegsbauten wie den Ankerhof (eine Rasterfassade aus der Zeit, bevor jeder sie gebaut hat ...) am Berliner Platz oder gar nicht so verkehrte moderne Gebäude wie den Bahnhof Mitte und das von dort zum Berliner Platz reichende Faktorhaus - aber das macht den großen Rest dazwischen nicht wirklich erträglicher.

      Dabei ist der Hemshof im Norden der Innenstadt eigentlich ein ziemlich gut erhaltenes Gründerzeitviertel. Der Bereich zwischen Europaplatz und Dreifaltigkeitskirche besteht fast nur aus Altbauten. Leider wird das Viertel unschön eingerahmt sowohl im Süden von der Hochstraße als auch im Osten von grausigen Wohnblöcken aus der Zeit des Brutalismus.

      In der Südstadt hat sich zwischen Wittelsbachplatz und Bayernplatz eine attraktive Mischung aus historischer Architektur und Reformarchitektur der Zwischenkriegszeit erhalten, besonders entlang der Bayern- und der Rottstraße.

      Am schönsten ist es abgesehen von den eher dörflichen eingemeindeten Stadtteilen wie Friesenheim oder Oggersheim wohl direkt an der BASF, mit dem herrschaftlichen Ambiente des Gesellschaftshauses vor einem begrünten Platz, umstanden von alten Beamtenhäusern der Werkswohnsiedlung, mit Blick auf den gründerzeitlichen BASF-Hauptverwaltungsbau, der nach dem Abriss des Friedrich-Engelhorn-Hochhauses aktuell wieder das Hauptgebäude der Firma darstellt. Allgemein sind die alten Werkssiedlungen der BASF (zu beiden Seiten der Leuschnerstraße oder auch um die Liebermannstraße) architektonisch sehr interessant. Recht monotone Typenbauweise, die aber ein stimmiges Gesamtbild ergibt - etwas woran moderne Architektur meist krachend scheitert.
    • Danke "Kurpfalz". So habe ich Ludwigshafen auch empfunden. Und man darf ja nicht vergessen, dass es sich hierbei nicht um eine Stadt mit großer Historie handelt, sondern um eine Industrie-Gründung des 19. Jahrhunderts (Gemeinderechte wurden erst 1852 erteilt), die großenteils von schlichter Gründerzeit geprägt war.

      Als nicht unproblematisch werden nicht unerhebliche Teile der heutigen Einwohnerschaft empfunden. Ich will das Thema nicht vertiefen, weil es schon einmal in einer Diskussion zu Streit führte. Aber mir wurde das selbst von Einheimischen sowie Mannheimern so kommunziert.

      Zudem kam es in diesem Forum auch schon mal zum Streit über den geplanten Abriss der Hochstraße Nord. Dieser wird von einigen aus verkehrstechnischen Gründen als problematisch gesehen. Staus von Pendlern könnten sich häufen. Andererseits bleibt wohl kaum eine Alternative. Natürlich könnte man sanieren. Das käme wohl ähnlich teuer und würde einen städtebaulich miserablen Zustand konservieren. So aber ist mit dem Abriss und der Schaffung eines ebenerdigen Boulevards die Chance auf eine städtebauliche Neuordnung gegeben. Das heißt, das gründerzeitliche Areal der Nordstadt mit dem Stadthaus Nord am Europaplatz wäre in Zukunft nicht mehr vom südlich gelegenen Einkaufsbereich durch eine auf Stelzen stehende Autobahn abgetrennt. Und die von "Kurpfalz" gezeigten brutalistischen Blocks an der Dessauer Straße würden - laut Planung - vom Rhein aus gesehen zumindest optisch hinter einem neuen Gebäuderiegel verschwinden. Diese Blocks sind für mich übrigens ganz große Anwärter auf das "hässlichste Gebäude der Welt". Ich hoffe, dass sie eines Tages so marode sind, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt.

      Also, in Ludwigshafen ist durch den geplanten Stadtumbau etwas in Bewegung. Das gilt es kritisch zu begleiten. Aktuell sehe ich die Gefahr, dass es durch das Verschieben der Baumaßnahmen durch die Stadt für die Zukunft immer teurer (und damit finanziell katastrophaler) wird.
    • Vielen Dank an Kurpfalz und Heimdall. Eure Beiträge vermitteln mir ein recht gutes Bild von Ludwigshafen. Trotzdem würde mich eine Bilderreihe noch immer interessieren. Zumindest von den sehenswerten Häusern und Ecken (ist ja ein Galerie-Strang ;) ).

      Hochstraßen sind schon echte Stadtbildzerstörer. Ein Abriss tut auf jeden Fall gut. Das hat man auch in Düsseldorf gesehen. Mein größter Wunsch wäre der Abriss der Hochstraße in Halle an der Saale. Da stört das Ding am allermeisten.