Griesheim

  • Die stark wachsende Stadt Griesheim (bekannt durch Deutschlands ersten Flugplatz "August Euler") in der Nähe von Darmstadt entledigt sich gerade seines baugeschichtlichen Erbes. Im zweiten Weltkrieg stark zerstört, werden nun noch die letzten Altbauten vernichtet. Neben dem Riedhof https://www.echo-online.de/lok…-wird-abgerissen_20471668 der von der Stadt dem Verfall preisgegeben wurden und bald unter der Abrissbirne verschwindet, verfällt auch das in der nähe stehende Fachwerkhaus (links auf dem Bild zu erkennen).
    Darüber hinaus wird gerade für ein Neubauprojekt die Alte Post von 1843 abgerissen - der letzte klassizistische Bau in der Stadt (Baubeschreibung: http://www.stadtlandsand.de/?p=563).

  • @Wikos
    Immer dran denken, dass nicht alle Mitglieder so ein Lokalblättchen abonniert haben, und der Artikel nur hinter einer Bezahlschranke lesbar ist (mit ein bisschen Geschick kann man die Bezahlschranke austricksen). Von daher wäre es sinnvoll, wenn man wenigstens die Adresse des Hauses angeben würde, sodass man bei Google-Maps nachschauen kann.


    https://www.google.ch/maps/pla…2!3d49.861426!4d8.5676441


    Es ist eine eigenartige Situation; da wollte man wohl einst die Hauptstrasse verbreitern, aber um dafür nicht Gebäude abreissen zu müssen, hatte man eine Fahrspur einfach hinter die Häuser verlegt. So ist diese merkwürdige 'Insel' entstanden. In der Folge wurden dann trotzdem nach und nach einige Häuser abgerissen, und nun soll das letzte folgen. Man darf gespannt sein, wie dieses verstädterte Schlafdorf hier 'einen Westeingang gestalten' wird. Für mich tönt das nach einer Parole.


    Bist du sicher, dass das danebenstehende Fachwerkhaus verfällt? Es sieht im Vergleich mit der Google-Ansicht doch eher danach aus, dass die Fassaden gerade saniert werden, auch wenn noch ohne Baugerüst.

  • Riegel: Heute konnte ich es schon ohne Bezahlschranke lesen - jetzt ist es leider mit Schranke. Von dem neuen Westeingang ist in der Tat nichts zu erwarten.

  • Es ist eine eigenartige Situation; da wollte man einst die Hauptstrasse verbreitern, aber um dafür nicht Gebäude abreissen zu müssen, hatte man eine Fahrspur einfach hinter die Häuser verlegt. So ist diese merkwürdige 'Insel' entstanden. In der Folge wurden dann trotzdem nach und nach einige Häuser abgerissen, und nun soll das letzte folgen.

    Ist das so? Die Geschichte Griesheims kenne ich nicht. Ich hatte aber bei der Vogelschau eigentlich sofort an ein Angerdorf gedacht.

  • Ein interessanter Einwand...
    Man müsste eine historische Karte von Hessen finden, so wie der Bayern-Atlas. Nördlich von dieser 'Insel' steht auch die Kirche, und es gibt diverse Strassennamen, die mit '-gasse' enden.


    Das von Wikos erwähnte Fachwerkhaus ist übrigens bei Wikipedia gross abgebildet (und rechts angeschnitten das zum Abbruch vorgesehene Haus). Gemäss Zeitungsbild sind dort diverse Gefache von innen her, also ohne Baugerüst, neu ausgemauert worden. Man erkennt überall dort aufgenagelte Dachlatten als Hilfe für das Mauern. Also kann man wenigstens hier Entwarnung geben.
    https://de.wikipedia.org/wiki/…a/Datei:Nikelose-Haus.JPG

  • Viele mittelgroße und kleine Städte sind in Deutschland immer noch dem Abrisswahn verfallen. Ein engagierter Blogger hat die lange Liste der verloren gegangen Gebäude und Abrisskandidaten (aktuell der schon weiter oben im Strang behandelte Riedhof) in der südhessischen Stadt Griesheim aufgelistet: http://www.stadtlandsand.de/?p=3993#more-3993

  • Griesheim ist eine alte SPD-Hochburg. Auch wenn der Autor, der Architekt Daniel Jünger, in den Beitrag nur die CDU scharf kritisiert (während er bei der SPD referieren darf). 2001 hatten die Genossen noch 64 Prozent.Erst 2016 erst erfolgte der Verlust der absoluten Mehrheit und 2017 kam erstmals seit 1945 ein CDU-Bürgermeister. Was wohl aber auch nicht mehr viel ändert. Der geschichtsvergessene stadtplanerische (Un-)Geist scheint sich über die Jahrzehnte dort in den Köpfen festgefressen zu haben. Es gibt ganz ähnliche Beispiele in Hessen.