Köln - Bauprojekt Laurenz-Carré

  • @koelle: Die Initiative "Domklotzstopp" richtet sich aber gegen die sogenannte "historische Mitte" ( ablachen:) ), die unter anderem auf dem Gelände des Kuriengebäudes errichtet werden soll, also sozusagen eine Adresse weiter. Das "Laurenzcarré" wird davon nicht tangiert. Die "historische Mitte" würde aber weitere neue Klötze neben dem Dom bedeuten, deswegen bin ich auch froh, dass sich da schon Widerstand gebildet hat. Allerdings argumentiert die Initiative nicht mit notwendigen architektonischen Verbesserungen der Entwürfe, sondern will einfach das gesamte Projekt verhindern, was den wenig erbaulichen Ist-Zustand ja auch nicht verändern würde.


    Danke aber für den Artikel mit dem Gebäude am Quatermarkt! Das habe ich tatsächlich noch nicht gesehen und die Planung ist ja fast schon eine Sensation. Das Gebäude greift Elemente der untergegangenen Kölner Altstadt auf undkönnte somit in der Form als klassischer Neubau in unserem Sinne gelten. Mal sehen was davon am Ende übrig bleibt!

  • Hier noch weitere Bilder der Straße "Am Hof". Zuerst ein Blick auf den Heinzelmännchenbrunnen (der heute noch genauso existiert):


    Heinzelmännchenbrunnen


    Das angeschnittene Haus ganz links ist das Westminster-Hotel, rechts daneben folgt der Bau, wo heute die Sporergasse verläuft.
    Rechts darauf folgend schloss sich dann übrigens das "Hotel Reichshof" an, auf diesem Bild sieht man es zusammen mit der sich anschließenden Bebauung (ganz rechts noch der Vorgängerbau des heute erhaltenen, aber etwas verstümmelten erhaltenen Stollwerckhauses):


    k%C3%B6ln_altstadt_nord_alte_h%C3%A4user_denkmal_denkmalpflege_konservator_stadt_historisch_70c7163915_600x450xcr.jpeg

    http://www.bilderbuch-koeln.de…r_stadt_historisch_163915


    Wie schon erwähnt, die beiden linken Häuser wurden im Krieg zerstört, die beiden rechten wurden hinter den erhaltenen Fassaden wieder aufgebaut.


    Hier ein Blick die Straße entlang Richtung Westen:


    Am Hof


    Ganz links angeschnitten das Hotel Westminster und das Nachbarhaus, auf diesem Foto "in voller Größe", geradeaus das Stollwerckhaus und rechts die Ecke des Domhotels mit einer der beiden prachtvollen Eckkuppeln.

  • Gibt es eigentlich auch Bilder von der vorgründerzeitlichen Bebauung der Straße am Hof? Soweit man die Vorkriegsbebauung nicht rekonstruiert (was sich allerdings wegen der ja noch vorhandenen Nachbargebäude anbietet), könnte man ja in Anlehnung an Altkölner Bürgerhäuser Neubauten errichten. Ich finde dass gerade in Köln mit einer Mischung aus vorhandenen (meist sehr qualitätvollen) historischer Bauten, wenigen rekonstruierten Leitbauten an herausgehobenen Stellen und im Geiste Kölner Bürgerhäuser (diese sind als Vorbild besonders gut geeignet auch heutigen ansprühen an Belichtung und Rumgrößen zu genügen) errichteten Neubauten, sehr viel zu erreichen wäre um das Stadtbild erheblich zu verbessern.

  • Vielen Dank für deine Frage @Andreas! Wie schon vorher erwähnt, aber wohl etwas untergegangen, diese Häuser befanden sich an dem Ort, wo dann das Westminsterhotel gebaut wurde:


    https://www.bildindex.de/docum…214872/mi01300e02/?part=0


    So sahen die Vorgängerbauten des Stollwerck-Hauses aus:


    https://www.bildindex.de/docum…214863/mi01300c09/?part=0


    Von Unter Goldschmied ein paar Meter weiter Richtung Rhein standen bis 1908 noch die beiden Häuser mit den malerischen Namen "zur Lilie" und "zum Helm":


    https://www.bildindex.de/docum…214876/mi01300e04/?part=0


    Man sieht hier schon die ziemlich großen Höhenunterschiede.
    Die Häuserzeile auf der gegenüberliegenden Straßenseite scheint dagegen von historistischen Umbauten weitestgehend verschont geblieben zu sein:


    http://www.bilderbuch-koeln.de…8163907_1200x1600xin.jpeg


    Weichen musste dagegen die Bebauung, die die Straße am Hof früher vom Domhof, dem heutigen Roncalliplatz abgetrennt hat, darunter die sogenannte "Hachtepforte":


    https://www.bildindex.de/docum…214871/mi01300d10/?part=0


    Blick vom Domhof aus, im Hintergrund das Haus auf dem heute relevanten Grundstück:


    https://www.bildindex.de/docum…170480/mi00958b07/?part=0


    Die sich zum Dom hin anschließende Häuserzeile, dort befand sich das erste Domhotel, welches durch den heute bekannten Bau ersetzt wurde:


    http://www.bilderbuch-koeln.de…9163874_1200x1600xin.jpeg


    Ein weiteres Bild aus der Zeit, als der Dom gebaut wurde, man beachte das winzig anmutende Häuschen am Ende der Häuserzeile:


    http://www.bilderbuch-koeln.de…c9b7152_1200x1600xin.jpeg


    Wäre diese Bebauung im Herzen einer Millionenstadt direkt neben dem Dom heute denkbar? Welche Nutzung würde es geben? Wäre dieser Zustand erstrebenswert? Eine spannende Frage, die ich gerne mal auch anhand vom Beispiel Köln diskutieren würde. Das führt hier in dem Strang aber vielleicht etwas zu weit.


    PS: Für genau solche Beiträge wünscht man sich das alte Bilderhosting zurück...

  • Ich habe Informationen aus den Stadtentwicklungsausschuss erhalten.
    Demnach ist das Ergebnis des auch im letzten Beitrag noch einmal verlinkten Wettbewerbs nur für die städtebaulichen Aspekte des Projektes relevant (also Gebäudegrößen, Straßen- und Platzaufteilung, Nutzung).


    Bei dem im Frühsommer angesetzten Termin sollte dann der Gewinner des Architekturwettbewerbs, bei dem es um die tatsächliche Fassadengestaltung des Projektes ging, bestimmt werden. Das Treffen hat der Investor aber, wie schon berichtet, platzen lassen. Er will keinen weiteren Architekturwettbewerb sondern "ortsüblich" bauen. Es geht ihm um den maximalen Profit, mehr nicht, wie auch schon den Investoren, die das Grundstück zuvor erworben hatten und die wieder abgesprungen sind.


    Ob und wie es weitergeht, wird aktuell in Gesprächen zwischen Stadt und Investor geklärt.