Restitutionsforderungen der Hohenzollern

  • @uhugreg Vielleicht hattet Ihr einen Titel, vielleicht sogar Ländereien. Alles Dinge, die vom Herrschaftswechsel in Elsass-Lothringen 1871 nicht beeinträchtigt wurden. Souveräne Grafen gab es weder in Frankreich noch in Deutschland nach 1806 mehr. Also was genau habt Ihr 1871 verloren??
    Und wenn Du und Deine Familie so grossartig seid, dass Euch an materiellen Dingen nichts liegt - herzlichen Glückwunsch. Wir haben sofort zugegriffen, als unser Haus, das mein Ururgroßvater gekauft und mein Urgroßvater umgebaut, in dem meine Großmutter gewohnt und mein Vater seine ersten Lebensjahre verbracht hat, zurückgegeben wurde.
    Niemand muss sich rechtfertigen, wenn er sein Recht einfordert. Dieses moralische Unterdrucksetzen, das Du hier an den Tag legst, finde ich hingegen unter aller Kanone. Mach Dich nicht zum Maßstab für andere!

  • Blablabla...Und diese lächerliche Bemerkung zum Thema "Rassismus" schon gar nicht. Ich kenne echte Rassismus-Opfer, du solltest dich echt schämen solche Wörter zu benutzen. Hier geht es nicht um Herkunft, sondern um Taten dieser Familie.

    Wenn es um die Taten dieser Familie geht, dann sollte man den Hohenzollern mehr als dankbar sein, was sie aus dem sandigen, einst primitiven Brandenburg erst erschaffen haben. Einen Hort DER TOLERANZ wie es ihn seinerzeit kein zweites Mal in Europa gab und ein preußisches Arkadien, das so immens schön war, dass man selbst 70 Jahre nach dessen Zerstörung und nach der friedlichen Revolution gegen das rote Barbarentum sogar mit viel Liebe und viel bürgerlichem Geist zB in Potsdam wesentliche Teile der Hohenzollernresidenzstadt wieder rekonstriert hat und wird! Ohne diesem preußischen Geist wäre auch ein 20.07.44 nicht möglich gewesen. Ohne die Hohenzollern wäre Potsdam nichts, dessen Rekonstruktion und dessen Schönheit wir hier im Forum so sehr lieben!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ich glaub da geht es tiefer. "Man" hat angst. Denn auch die West Allierten haben enteignet. Als Beispiel dienen die Villa Hammerschmidt und die anderen Bonner Immobielien. Diese wuden enteignet von England und an Belgien verschenkt. Die Helerware wurde nicht mehr benoetigt und West-Deutschland musste(!), musste die Helerwarre mit Steuergeld kaufen. Aleine in Bonn wuerde es hunderte von Imobielien treffen.

  • "Bohnenstange", bevor es hier wieder Streit wegen dieser Neben-Geschichte gibt, schreibe ich etwas dazu.
    Die Villa Hammerschmidt wurde zwar nach dem Krieg von den Engländern und den Belgiern genutzt. Sie wurde aber offenbar in den 1950er Jahren den ursprünglichen Besitzern, der Familie Hammerschmidt, wieder zurückgegeben. Denn am 5.4.1950 kaufte die Bundesrepublik die Villa nicht von den Belgiern, sondern von den Erben Rudolf Hammerschmidts. (Siehe hier) Bezüglich anderer Bonner Gebäude kenne ich mich nicht aus.


    Aber, so viel ich weiß, haben die Alliierten von ihnen besetzte Immobilien bis in heutige Tage einfach zurückgegeben, ohne dass der deutsche Staat hierfür einen Kaufpreis bezahlt hätte. Es gab aber wohl finanzielle Hilfs-Leistungen des Bundes für die Umsiedlung der alliierten Truppenteile ins Heimatland. Außerdem hatte der Bund den Aufenthalt der Truppen zum Teil mitbezahlt. Dass der Bund natürlich finanzielle Ausfälle durch den Jahrzehnte langen Ausfall der Nutzbarkeit der Flächen und Immobilien hatte, ist klar.


    Das alles ist aber ein ganz anderes Thema, dass sehr weit weg von den Hohenzollern führt. Wir sollten es hier nicht weiter verfolgen.

  • Für die ‚Linke’ sind nicht alle Restitutionsansprüche gleich


    Es ist schon bemerkenswert: Dieselbe Linke, die immer ganz vorne mit dabei ist, wenn es um die Durchsetzung von angeblichen Restitutionsansprüchen von vermeintlich geraubter – in Wahrheit oft genug ganz legal erworbener (siehe die seinerzeitige Einkaufspolitik des Gründungsdirektors des Bremer Übersee-Museums, des gebürtigen Königsbergers Hugo Schauinsland) -ethnographischer Kunst geht und die damit das Verbringen dieser Kunstwerke in - bestenfalls - konservatorisch höchst zweifelhafte Einrichtungen der Herkunftsländer, schlimmstenfalls in die Tresore zwielichtiger Potentaten befördert, macht jetzt in perfider Weise Stimmung gegen eine der ganz großen kulturtragenden Familien Deutschlands.
    Na ja, immerhin bleibt sich die Linke damit treu, denn bei ihr hat es ja seit jeher Tradition, daß zwar mit dem Munde alle gleich, aber in der Praxis eben einige doch noch ‚gleicher’ sind.

  • Ungleich verteilte Großzügigkeit der im Lande die Meinungsführerschaft innehabenden Linken


    Für die ganze Welt und die ganze in unser Land gekommene Welt das überbordende Füllhorn steuerzahlerfinanzierter Wohltaten:




    Den Autochthonen (zu denen auch die zahlreichen Enteigneten gehören) gegenüber ist man hingegen höchst knauserig, lechzt aber im Gegenzug nach deren Steuergeld und fingert mit knochigen langen Fingern an deren bisher noch verbliebenem Rest-Eigentum herum:



    Pfui ! disgust:)


    (Beide Bilder von mir im Januar 2018 aufgenommen. Es handelt sich um zwei der Schlußsteine des durch die Libeskind-Planungen vom Abbruch bedrohten Nebengebäudes der Sparkasse am Brill in Bremen.)

  • Im Übrigen sollte man sich einmal eingehend mit der Herkunft des horrenden Parteivermögens der 'Linken' beschäftigen.

  • @Pagentorn
    Wozu diese Ablenkungsmanöver?


    Ethnologische Sammlungen und Kolonialgeschichte ist ein eigenes Thema, das man hier nicht vermengen sollte.


    Welches "horrendes Parteivermögen der Linken"? Und warum schreibst du das auch noch in extra großer Schrift? Zur Enteignung des SED-Vermögens hatte ich bereits in einem früheren Beitrag einen Link gesetzt. Du hattest diese Nebelkerze ja schon mal gezündet und damit bewiesen, dass du dich mit der Linkspartei längst nicht so gut auskennst wie mit den Hohenzollern.


    Und die Meinungsführerschaft hat diese Partei auch nicht inne.


    Und noch etwas: Das BGB ist nicht das Werk Wilhelms II. Wenn du alles, was in seiner Regierungszeit Positives geschehen ist, ihm zuschreibst, dann bitte auch das Negative. Dann bitte auch den Ersten Weltkrieg. Da wird dann auf eine Mitschuld des Reichstags, der Militärs, der ausländischen Mächte usw. verwiesen. Was auch richtig ist. Nur hatten an allen positiven Entwicklungen in seiner Regierungszeit viele andere Menschen ebenfalls mehr "Schuld" als der Kaiser.

  • "Wahrscheinlich dreistellige Millionenbeträge nicht gefunden"


    https://www.welt.de/welt_print…en-die-SED-Millionen.html


    Zitat aus dem Artikel:


    "Kooperativ war die PDS nicht. Das muss man in aller Eindeutigkeit sagen. Die Partei hat sich immer gegen fast alles gewehrt. Die Konten waren offen, aber das riesige Firmenimperium ließ sich zunächst kaum durchschauen. So ein Geflecht kannten wir aus der Bundesrepublik nicht."

  • @uhugreg Vielleicht hattet Ihr einen Titel, vielleicht sogar Ländereien. Alles Dinge, die vom Herrschaftswechsel in Elsass-Lothringen 1871 nicht beeinträchtigt wurden. Souveräne Grafen gab es weder in Frankreich noch in Deutschland nach 1806 mehr. Also was genau habt Ihr 1871 verloren??
    Und wenn Du und Deine Familie so grossartig seid, dass Euch an materiellen Dingen nichts liegt - herzlichen Glückwunsch. Wir haben sofort zugegriffen, als unser Haus, das mein Ururgroßvater gekauft und mein Urgroßvater umgebaut, in dem meine Großmutter gewohnt und mein Vater seine ersten Lebensjahre verbracht hat, zurückgegeben wurde.
    Niemand muss sich rechtfertigen, wenn er sein Recht einfordert. Dieses moralische Unterdrucksetzen, das Du hier an den Tag legst, finde ich hingegen unter aller Kanone. Mach Dich nicht zum Maßstab für andere!

    Wir hatten Titel und Domäne.
    Meine Familie kommt aus der Normandie. Wir wurden von der Convention nationale enteignet. Die Restauration 1814 gab alles wieder. Napoleon der Erste machte es währen seine Rückkehr rückgängig. Und es lief wieder umgekehrt bei der 2.ten Restauration 1815.Die neue Republik 1848 hat wieder enteignungen befohlen. Napoleon der III machte es rückgängig. Die III Republik 1871 wiederum umgekehrt. Ich will nur daran erinnern dass es in Frankreich zwischen 1789 und 1958 16 verschiedene politische Système gab.
    Ich selbst bin ein gebürtiger pariser. Und wohne in Deutschland erst seit ein paar Jahren. Meine Mutter kam aus Deutschland. Und das ist alles was mich an Deutschland verbindet. Technisch gesehen bin ich durch und durch Franzose.
    Zufrieden?
    Zum Rest : wir besitzen etwas was weder du noch die Hohenzollern haben, viel wichtiger als Geld, Ländereien, Besitztümer.
    Anstand. Und Demut.
    Ich Weiss nicht ob ich als Masstab dienen soll, aber wenn ich das Wort Rassismus sehe, dann krieg ich ein Infarkt. Ich kenne Leute die wegen Ihre Hautfarbe geschlagen wurden. Oder die wegen Ihren Vorname nicht eingestellt wurden. Dass du ein solcher Vergleich billigst ist beschämend. Und eher unter aller Kanone als alles was ich je auf diesen Forum schreiben könnte.
    Der arme Ludwig der XVI wurde nach eine Schauprozess geköpft. Obwohl er im Gegensatz zu Charles Stuart alles getan hat, um kein Blut zu vergiessen. Sein letzter Befehl war an seiner Schweizer Garde gerichtet, sie solle sich ergeben statt auf den Volk zu schiessen. Die letzte Befehle der Hohenzollern bestanden darin, soviel wie möglich in den Niederlanden zu verfrachten, und 4 Jahre nachdem eine Kriegserklärung unterschrieben wurde. Ich bin kein anti-Monarchist, nur ich bin extrem schockiert wie gierig und anstandslos sich diese Familie benimmt. Fûr mich gehört all dies dem deutschen Volke. Und deren Geschichte. Und nicht den Privatbesitz einer gescheiterte Dynastie, die sich noch in der Selbstkritik üben sollte.

  • Jetzt verstehe ich nur noch "Bahnhof"...


    Was meinst Du mit "wir besitzen etwas... Anstand. Und Demut"?
    Ist damit Deine Familie gemeint? Oder sind die Franzosen generell gemeint, die anständiger und demütiger als die Deutschen wären? Wie begründest Du die Begriffe Anstand und Demut? Und vor allem, wenn Dich mit Deutschland außer der Herkunft Deiner Mutter offenbar nichts verbindet (so verstehe ich es jedenfalls), weshalb beschäftigst Du Dich dann so sehr mit einer letztlich innerdeutschen Angelegenheit?


    P.S.: Bezüglich "Rassismus". Du meinst vermutlich nicht, dass Du einen Infarkt beim sehen des Wortes "Rassismus" bekommst (denn dieses Wort wird ja vor allem von Leuten geschrieben und gesprochen, die andere als "Rassisten" anklagen wollen). Vielmehr meinst Du wohl, dass Du einen Infarkt beim Erleben "rassistischer" Handlungen erlebst. Wobei ich nicht glaube, dass es wirklich so schlimm ist, denn dann würdest Du vielleicht aus dem Krankenhaus posten. Ich könnte Dir jetzt antworten, dass ich auch Leute kenne, die geschlagen wurden, weil andere sie als "Rassisten" bezeichnet haben oder die deshalb keinen Job erhielten. Aaaaber, was hat das mit "Ur-Potsdamers" Post zu tun? Und was hat das mit den Hohenzollern zu tun?

  • Gescheiterte Dynastie ?


    In der Tat haben die Hohenzollern seinerzeit nicht ganz glücklich agiert und zwar in der Person König Friedrich Wilhelms II., der nicht den nötigen Nachdruck aufbrachte, um die Koalitionsarmeen den sich herausbildenden Spuk der Jakobiner-Terrorherrschaft rechtzeitig beenden zu lassen und damit das Leben der französischen Königsfamilie zu retten und Europa letztendlich vor der jahrelangen napoleonischen Fremdherrschaft zu bewahren.


    Und ja, auch König Friedrich Wilhelm III. hat es versäumt, der fatalen Politik Metternichs auf dem Wiener Kongress entgegenzutreten, der dem damals geäußerten Wunsch der Elsässer an den Deutschen Bund angegliedert zu werden, nicht entsprechen wollte. Hätte man diesem stattgegeben, wäre Europa später viel Unbill erspart geblieben, denn der Streit um dieses vom Sonnenkönig in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts sukzessive annektierte – besser : brutal geraubte – deutsche Land, wäre nicht in einen Weltkrieg eskaliert !


    Im Übrigen sind die Toleranzpolitik des Großen Kurfürsten den Hugenotten gegenüber und der grandiose Wiederaufbau der Hochkönigsburg durch Wilhelm II. sowie die Anlage des – heute als Touristenattraktion geltenden - ‚Kaiserviertels’ von Metz kein ‚Scheitern’, sondern doch wohl eher glänzende Erfolge des Hauses Hohenzollern !

  • @uhugreg
    1. Ich schließe mich @Heimdall an: nicht nur hast du nach eigenem Bekunden mit Deutschland nicht viel zu tun, sondern kennst offensichtlich nur die Clichés, die über Wilhelm II. verbreitet werden. Man muss ihn ja nicht heiligsprechen, aber ihn auf diese Karikatur des linken Mainstream von vor 30 Jahren zu reduzieren, ist halt auch ziemlich unterkomplex.
    2. Kennst Du die Operette "Zar und Zimmermann" von Lortzing? Bei Deiner Beschreibung der großen Tugenden Deiner Familie war ich an die Arie "Oh, ich bin klug und weise" erinnert. Kleiner Tip: wirklich anständige und demütige Menschen warten, dass sie von anderen so genannt werden, und nennen sich selbst nicht so. Übrigens ein weiterer Grund, weswegen ich an Deiner Story zweifle. Du klingst eher nach Parvenu als nach "old money" ...
    3. Rassismus äußert sich in vielen Formen. Ich bin als Deutscher in Wien schon mehrmals fremdenfeindlich beleidigt worden (man soll es nicht glauben...). Für mich war das eher amüsant, weil es keine Folgen hatte. Aber wenn eine ganze Bevölkerungsgruppe wegen einer Eigenschaft, für die sie nichts kann (in diesem Fall der Nachname) diskriminiert wird, wie willst Du das denn sonst nennen?

  • Ich will jetzt doch mal eins noch sagen: Ich bewundere @Pagentorn in einem Punkt: Er diskutiert immer in einer Art, die andere Meinungen zulässt, und er greift nie andere Foristen persönlich an. Lieber Pagentorn, was diesen Stil betrifft, haben Sie wirklich meine vollste Hochachtung, und vielen Ihrer Beiträge hier in diesem Strang entnehme ich Bedenkenswertes und Anregendes.


    Ich finde aber auch, dass @uhugreg hier eine andere, interessante Stimme einbringt. Warum soll sich ein bekennender Franzose nicht zu einem deutschen Thema äußern dürfen? Eine alberne Rassismusdebatte sollten wir jetzt nicht führen. @UrPotsdamer, ich glaube, man kann auch Franzosen rassistisch beleidigen. Also lassen wir doch diesen Quatsch! Respektieren wir uns, auch wenn Standpunkte weit auseinander liegen!


    Ich möchte für meine Person eines klarstellen: Ich sehe in Wilhelm II. und anderen Preußenkönigen wichtige historische Persönlichkeiten, die durchaus auch positive Seiten haben, aber ich verehre sie nicht. Georg Friedrich ist für mich eine achtenswerte Persönlichkeit des gesellschaftlichen Lebens, aber ich verehre ihn nicht. Ich erlaube mir, eine kritische Haltung zu den Hohenzollern zu haben, was aber nicht heißt, dass ich sie verdamme. Es gibt doch nicht nur Schwarz oder Weiß. Ich bin nicht bereit, die Hohenzollern in den Himmel zu heben.


    Hier geht es ja eigentlich um eine Vermögensauseinandersetzung. Da muss man sich ansehen, was auf dem Tisch liegt und welche Lösungsmöglichkeiten es im konkreten Fall gibt. Diesbezüglich fehlen mir Insiderkenntnisse.

  • Der rbb berichtete gestern in "Brandenburg aktuell" über die Volksinitiative der Brandenburger Linken gegen die Hohenzollern. Der Bericht ist noch bis 15. August abrufbar.


    Die Linken stellen sich mit einem Plakat "Hohenzollern müssen draußen bleiben" vor Schloss Cecilienhof auf. Das finde ich geschmacklos. Die Aktion wird als eine Form des Wahlkampfes gewertet und in dem rbb-Bericht durchaus kritisch kommentiert.


    Die Hohenzollern helfen den Linken also, ihren Markenkern herauszuarbeiten. Sicher wäre es schlauer gewesen, die vertraulichen Verhandlungen aus dem Wahlkampf herauszuhalten. Sicher wäre es besser gewesen, wenn man früher eine Verhandlungslösung gefunden hätte. Jetzt wird der Konflikt auch auf einer politischen Ebene behandelt. So ist das in einer Demokratie.


    @Pagentorn
    Die Burg im Elsass heißt Hohkönigsburg, ganz ohne c. Ich sehe gerade: früher auch Hochkönigsburg genannt. Nun gut. Aber nicht zu Wilhelms Zeiten.


    Und zu dem Welt-Artikel noch: Der war von 2010. Es wird dort angenommen, dass die heutige Partei Die Linke keinen Zugriff auf geheimes SED-Vermögen hat. Die SED hat Macht und Reichtum nicht freiwillig abgegeben (wie übrigens auch die Hohenzollern). Den größten Teil des Vermögens konnte man jedoch einziehen.

  • @Rastelli Danke, insbesondere für den vorletzten Beitrag.


    Noch eins zur Story um die Rückforderungen. So wie ich mich erinnere, war es das Land Bandenburg, welches hier erstmals die bis dato 10 jährigen geheimen Verhandlungen veröffentlichte.
    Sei es nun Minister Golze (Die Linke) oder der Ministerpräsident Woidke (SPD). Offenbar geht es beiden Parteien momentan nicht gut genung und erfolgte Politik genügt nicht, um auf Erfolge verweisen zu können, als dass man nun im heißen Wahlkampf diesen auf dem Rücken einer Familie austragen muss...


    Schäbig für diese, meine Landesregierung!


    Schäbig, im Verhalten der Offenlegung von langjährig geheimen Verhandlungen: bleibt diese Regierung glaubwürdig, wenn wieder (auch zu anderen Themen) geheim verhandelt werden soll?


    Schäbig, dies so kurz vor einer Wahl zu tun! Hat diese Regierung keine anderen Themen?


    Schäbig, in Bezug auf die Rechtstaatlichkeit. Entweder einige ich mich gütlich im gesetzten Verfahren, oder ich lasse das Rechtssystem entscheiden. Nicht aber durch Druck der un-, minder- und falschinformierten Straße!


    Am Schäbigsten ist jedoch diese Abwertung und Ausgrenzung die dieser Familie widerfährt. Hat sie keine Rechte? Sind sie nicht vor dem Gesetz gleich? Oder zählt doch neuerdings der Name, um Abwerten zu dürfen? Wäre sie aus einem anderen Land, hieße dies mit Recht: Fremdenfeindlichkeit, Xenophobie, hätten sie eine andere Hautfarbe, wäre dies Rassismus. So aber ist es offensichtlich gerechtfertigter Antihohenzollernimus.
    Als Versinnbildlichung eines institutionalisierten Preußenhasses.


    Luftpost

  • Im Tagesspiegel erschien heute ein sehr interessantes Interview mit dem Historiker Stephan Malinowski über den Restitutions-Streit und die evidenten Nazi-Verstrickungen des Hauses Hohenzollern.

    Darüber hinaus erhebt, wie diese Zeitung jüngst publik machte, das Haus Hohenzollern Georg Friedrich Prinz von Preußen, der Ur-Ur-Enkel des letzten deutschen Kaisers, Eigentumsansprüche auf Tausende Kunstschätze in Museen Berlins und Brandenburgs. Was lösen die Forderungen bei Ihnen aus?Mit einem Wort: Verwunderung. Selbst bei mir, der sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des deutschen Adels im 20. Jahrhundert befasst hat.
    Was überrascht Sie denn?
    Allein schon, dass diese Forderungen überhaupt gestellt werden, aber auch das Ausmaß, die Art. (...) Warum versucht eine wohlhabende Familie wie die Hohenzollern, in dieser Form überhaupt Ansprüche zu erheben, Enteignungen rückgängig zu machen? Das hat auch mit Moral zu tun. Millionen von deutschen Vertriebenen haben 1945 ihr Hab und Gut, ihre Wohnungen, ihre Häuser verloren, mussten fliehen. Wo will man in einer solchen Debatte über Menschen, die im 20. Jahrhundert etwas verloren haben, eine Grenze setzen?


    ... Und so wie es aussieht ist von den urpreußischen Tugenden Mäßigung, Anstand und Vernunft bei dem Prinzen Georg anschneidend immer noch nicht allzu viel angekommen (ganz zu schweigen davon dass der Prinz den heuchlerischen Kadern von den SED-Nachfolgern für ihren Wahlkampf eine ideale Steilvorlage geliefert hat) . :kopfschuetteln:
    .

  • Eine Kleinigkeit muß ich hier noch einwerfen - die teilweise Enteignung der Hohenzollern fand bereits 1918 statt.

    Vollendet das ewige Werk.