Restitutionsforderungen der Hohenzollern

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    • Benjamin Hasselhorn sieht das ähnlich wie ich, auch wenn er - wie heutzutage leider üblich geworden - etwas vorsichtiger formuliert:

      Benjamin Hasselhorn wrote:

      "Das Besondere an diesem Gesetz ist, dass es Entschädigung für alle diejenigen ausschließt, die „dem nationalsozialistischen oder kommunistischen System erheblich Vorschub“ geleistet haben. Das mache die Auseinandersetzung zu einem „geschichtspolitischen Musterprozess“, schreibt Andreas Kilb in der FAZ und hat damit Recht, auch wenn man natürlich fragen könnte, wie legitim es für einen Rechtsstaat eigentlich ist, wenn Eigentumsrechte von den Anschauungen und politischen Handlungen der Vorfahren abhängig gemacht werden."
      cicero.de/kultur/forderung-hoh…lienhof-zweiter-weltkrieg
    • Es ist eine absurde Darlegung. Wenn ein Waffenhersteller mit den Nazis kollaboriert hat, und er nach dem Krieg enteignet wurde, sollen dann seine Erben später eine Kompensation dafür bekommen?
      Jemand begeht ein Verbrechen, und wird zu eine Geldstrafe verurteilt, sollen seine Kinder das Geld später zurückerstattet bekommen nebst Zinsen?
      Hätte diese Enteignung post mortem stattgefunden, könnte ich diese Auffassung verstehen. Aber dies ist nicht der Fall.
      Und nebenbei : in einem Rechtstaat hätte mann einige Hohenzollern 1918 (sowie 1945) vor dem Kriegsgericht gebracht, und Ihre Besitztümer unter Verschluss gehalten bis Ende dieses Prozesses, statt sie einfach gehen zu lassen mit Wagons die voll mit Wertegenstände vollgepackt waren. Keiner musste sich je verantworten. Wie vorher gesagt, diese Dynastie kam gimpflich davon und kriegt den Hals nicht voll.
      Last but not least, ich teile eher die Meinung von Wolfgang Thierse
      deutschlandfunk.de/forderungen…ml?dram:article_id=454733

      Wolfgang Thierse wrote:

      Woher kommen eigentlich diese Reichtümer der Hohenzollern? Wer hat sie denn finanziert: Es waren doch die preußischen Untertanen, die deutschen Staatsbürger. Und jetzt sollen sie noch mal zur Kasse gebeten werden. (...)Wenn man bedenkt, dass die Forderungen ja ein Grad von Unverschämtheit erreicht haben – sie sind ja aufgezählt worden –, dann bewirkt das, dass ganze Museen bedroht sind in ihren Inhalten. Das, was in den letzten vielen Jahrzehnten der Staat geleistet hat, die Kunstschätze ausgestellt hat, das heißt also auch betreut hat, gepflegt hat, all das soll keine Rolle mehr spielen. Ich habe den Eindruck, dass das Haus Hohenzollern das zurückhaben will, um es zu Geld zu machen.
    • Hmmm...

      Ich entnehme:

      - Deutschland ist somit offenbar kein Rechtsstaat, nicht nach 1918, nicht nach 1945. Denn sonst hätte man ja einige Hohenzollern vor ein Kriegsgericht gebracht.

      - Kriegsgericht meint wohl Militärgericht, betrifft dann aber auch nur diejenigen Hohenzollern in Uniform, denen man irgendwelche Vergehen im militärischen Dienst vorwerfen konnte.

      - Womöglich meint "uhugreg" aber auch einfach nur so etwas wie den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gegen eventuelle Kriegsverbrecher. Dann wäre interessant, ob dort auch der russische Zar samt Familie, der französische Präsident Clemenceau, Winston Churchill, King George V. und VI., Stalin usw. usf. sich zu verantworten hätten müssen? Und wie ist das eigentlich mit den ganzen US-Präsidenten, Obama eingeshlossen, die Kriege geführt haben, aber sich nie vor einem Gericht verantworten mussten? Von der ganzen Ostblock-Bande einschließlich ihrer SED-Satrapen wollen wir gar nicht reden, trotz Afghanistan-Einmarsch, Prager Frühling, 17. Juni usw....
      Oder gilt die Gerichtsbarkeit in einem Rechtstaat nur gegenüber den Hohenzollern, die also die Alleinschuld an allen Übeln des 20. Jahrhunderts zu tragen haben, sogar nach 1933 und 1945?

      - Wenn die Reichtümer der Hohenzollern vom preußischen Untertanen bzw. Steuerzahler stammen, wie Herr Thierse weiß, woher stammt dann eigentlich das Eigentum des Herrn Wolfgang Thierse? Von 1990 bis 2013 war der Mitglied des Bundestages, darunter Bundestagspräsident. Monatliche Diäten von mindestens 5000 bis 8000 Euro, Hinzu Kostenpauschalen über 3000 Euro/monatlich. Nun sind satte Altersbezüge erreicht.
      Auf solche Weise erworbene edle Möbel oder Kunstgegenstände könnte Thierse, allein um mit gutem Beispiel voran zu gehen, doch nun mal der Allgemeinheit spenden, oder?
    • Es ist etwas ermüdend, immer wieder dasselbe sagen zu müssen, aber offenbar geht das in einige Schädel nicht hinein. Nun denn:
      - Die Enteignung von Immobilien adliger Familien (und Industrieller) in den Jahren zwischen 1945 und 1949 sind zwar anerkanntermaßen Unrecht, werden aber (weil, wie Kohl und Weigel damals logen, das von Gorbatschow so gefordert wurde) nicht rückgängig gemacht. Diese Vorgehensweise wurde dann vom Bundesverfassungsgericht abgesegnet (worauf dessen Präsident Roman Herzog als Belohnung Bundespräsident werden durfte).
      - Die Enteignung mobilen Eigentums (Möbel, Bilder etc.) in diesem Zeitraum wird dagegen rückgängig gemacht, unabhängig von Person oder Name der Betroffenen. Einzige Einschränkung: wenn der Betroffene wesentlich in das NS-Regime verstrickt war.
      - Die Hohenzollern verlangen kein einziges ihrer drei Dutzend enteigneten Häuser zurück. Damit haben sie sich abgefunden - so wie die vielen Großgrundbesitzer und Industriellen, die mit ihnen enteignet wurden.
      - Was sie zurückhaben wollen, sind die Mobilien. Genau wie jeder andere, der (oder dessen Großvater) damals enteignet wurde, haben sie das unbestrittene Recht darauf.
      - Nun bieten sie einen Deal an: Sie verzichten auf einen Teil des ihnen zustehenden Besitzes, um dafür im Ausgleich Wohnrechte in einem Appartement in Cecilienhof (nicht dem gesamten Schloß!) und andere Rechte zu erhalten. Ein völlig normales Tauschgeschäft!
      - Auf den Rhabarber, den Herr Thierse ablässt, gehe ich nicht weiter ein. Je kürzer sein Bart im Lauf der Jahre wurde, desto unwichtiger seine Meinung. Und nicht einmal originell ist er!
    • uhugreg wrote:

      Wenn ein Waffenhersteller mit den Nazis kollaboriert hat, und er nach dem Krieg enteignet wurde, sollen dann seine Erben später eine Kompensation dafür bekommen?
      Jemand begeht ein Verbrechen, und wird zu eine Geldstrafe verurteilt, sollen seine Kinder das Geld später zurückerstattet bekommen nebst Zinsen?
      Der Vergleich ist alleine schon deshalb Blödsinn, weil er voraussetzt, dass die Enteignungen als Strafe zu verstehen sind. Dazu hätte es aber erstens ein Gesetz geben müssen, dass es ermöglicht, Enteignungen als Form der Strafe zu verhängen und zweitens diese Strafe dann in einem ordentlichen Gerichtsverfahren von einem Gericht hätte verhängt werden müssen.
      So funktionieren Rechtsstaaten.
    • Das Geschimpfe ueber die Hohenzollern ist deshalb schon Unsinn, da nicht Neutral berichted wird.
      Anscheinend ist die Sach und Aktenlage Hohenzollern-freundlich. Sonst waere die Klage nicht schon seit Jahren anhaenglich. Die Wohnforderungen zB, gab es schon vor der Sanierung von Cecilienhof.

      Einige hier im Forum erlauben sich auch die Kaisers den ersten und zweiten Weltkrieg anzudichten.
      Beide Kriege gingen vom Ausland aus. Die Einseitigkeit der Geschichtsschreibung ist wahnwitzig und erschreckend.
      Kaiser hat sogar sein Sohn mit Englaendern vermaehlt um Englischen Kriegsdrohungen zu Unterbinden.
      Im uebrigen hat das Demokatische Parlament in Deutschland die Auslaendischen Kriegserklaerungen postwendend zurueckgeschickt. Kein wunder, dass man das jetzt auf den Kaiser abwaelzt.

      Den zweiten Weltkrieg haben die Alliierten verursacht. Diese haben in den zwanzigern die Demokratie zerstoert.
      ZB. als Politisch korrekte Deutsche Beamte von Hof zu Hof gingen um Tiere zu Beschlagnahmen, waehrend allein durch Hunger 2.6 Millionen Menschen verhungerten! Oder die ueber dreissig demokratischen Wahlen, die die Alliierten fuer nicht "Erlaubt" und "Obsolet" gestrichen haben. Das Verschenken von zB. Demokratischen Pommern ans Diktator Polen war auch ein Schlag der "Demokratischen" Aliierten gegen die Deutsche Demorkatie. Die Zerstoerung Deutscher Universitaeten durch "Demokratische" Alliierte war auch ein Schlag gegen SPD, CDU (Zentrum) und co.

      Wie kann man das alles auf den Kaiser abschieben? Oder auf Deutsche Volk? Zumal die Finanzierung des Kaisers damals schon auf "Eigenbetrieb" umgestellt worden war. Ich gebe mal ein Beispiel:
      Kaiser wollte Stadtschloss umbauen. Demorkatisch gewaehltes Parlament hat die Finanzierung verweigert.
      Da der Kaiser sein Privates Geld in dem Schloss Opeln und im Schloss Hohenzollern verbraucht hatte wurde nichts aus dem Umbau.

      Aber eines ist Sicher: Man ist hier Politisch nicht Neutral. Das ist Bewiesen
    • Ich meine das so, dass wenn Kaisers um fuenf Ecken den WW2 verursacht haben, kann man jeden vorwefen.
      Diesen Fall habe ich die Alliierten genomen als Beispiel.

      (Den Hunger gab es. In Frieden wurde Deutschland Boykottiert, deshalb auch alle Lanwirtschaftlichen Flaechen verschenkt. Zuege beschlagnahmt usw. D. sollte ausgehungert werden. Man wollte das D. Britische Pfund kauft (die Waehrung) und D. isolieren)
    • UrPotsdamer wrote:

      in der Zwischenkriegszeit gab es im Deutschen Reich keine Hungerkatastrophe mit 2,6 Millionen Toten.
      Das ist richtig. Ich denke "Bohnenstange" verwechselt da ein wenig die Zeiten und Zahlen. Es gab von 1914 bis 1918 die alliierte Seeblockade, die keinen Handel über Wasser zuließ. Ihr werden knapp 800.000 Hungertote unter der Zivilbevölkerung angelastet. Rechnet man Österreich-Ungarn hinzu liegt die Zahl wohl bei einer Million. (Vgl. z.B. auf die Schnelle hier) Problematisch war, dass die Blockade nicht etwa mit dem Waffenstillstand 1918 beendet wurde, sondern erst 1919, um Deutschland hinsichtlich der Friedensverhandlungen unter Druck zu setzen. Dieser Winter 1919 kostete eine hohe, aber nicht exakt geklärte Zahl von Kindern das Leben. Hinzu kamen 300.000 Tote der Spanischen Grippe, die zum Teil der Schwächung des Immunsystems durch die Seeblockade zugerechnet werden. (Siehe hier) In die 1920er Jahre hinein wirkten aber die Spätfolgen der Hungersnot, z.B. Kleinwüchsigkeit bei Kindern, häufige Krankheitsanfälligkeiten usw. (Siehe hier), was ja nicht 1918 einfach folgenlos verschwand. In der bundesdeutschen Geschichtsschreibung wird die Schuld daran selbstverständlich vor allem der Ernährungs-Politik der deutschen Behörden gegeben.
      Das nur als Erklärung.
    • Ich finde das Thierse-Interview recht gut, weil es die sozialistische Sichtweise auf den Punkt bringt. Thierse verweist darauf, dass die Revolution 1919 nicht vollendet wurde. Andere Länder hätten es besser gemacht. Er denkt dabei sicherlich an Österreich, wo mit dem Adelsaufhebungsgesetz und dem Habsburgergesetz damals eine klare Trennlinie zwischen der Republik und dem ehemaligen Kaiserhaus gezogen wurde. Die Habsburger wurden des Landes verwiesen und enteignet. Hier wurde im Rahmen einer Revolution neues Recht gesetzt.

      Obwohl der Umgang mit dem einstigen Herrscherhaus in Österreich völlig anders ist als in Deutschland, wird niemand bestreiten können, dass die Republik Österreich eine Demokratie, ein Rechtsstaat und eine geschichtsbewusste Kulturnation ist. Da Deutschland aber einen anderen Weg gegangen ist, ist eine einfache Lösung, wie Herr Thierse sie sich wünscht, natürlich ausgeschlossen.

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    • Ich hatte die Gelegenheit, und ich nutzte sie auch, mit dem jetzigen Chef des Hauses Hohenzollern vor längerer Zeit kurz zu plaudern.
      Kurz geschrieben, es trafen sich zwei Preußen mit sehr viel Interesse an Preußen. Ich hatte aber auch den Eindruck, dass dieses Interesse darin bestand das Preußen im Geiste zu bewahren wie es unter Friedrich II., unabhängig von den sehr kriegerischen Ausenandersetzungen dieser Zeit, im Geiste der Aufklärung beeinflußt wurde. So denke ich, dass die Restitutionsforderung nicht nur darin besteht Eigentum wiederzuerlangen um es meistbietend zu verscherbeln, sondern die Absicht die dahinter steht im wesentlichen kulturhistorisch in Bezug zur eigenen Familiengeschichte begründet ist.
      Nur meine 2cent zum Thema.
      Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.
    • Meine Familie ist auch in 1945 enteignet worden. 800 Hektar, 3 Schlösser voll eingerichtet. Vertreibung mit lediglich 3 Kilo Handgepäck. Rein rechtlich steht uns nur die Restitution der Einrichtung zu... aber finden muss man sie erst. Glaubt ja nicht dass man in deutschen Museen mit offenen Armen empfangen wird, wenn man mal das Depot durchsuchen lassen möchte. Da werden Restitutionsforderungen NS-Geschädigter von staatlicher Seite aus ganz andere Hilfen durch die Behörden zugebilligt.
      Von den Einrichtungsgegenständen sind trotz Beharrlichkeit nur wenige Stücke in unseren Besitz zurück gelangt. Alle beschädigt und entstellt. Die Restaurierung hat uns niemand bezahlt.
      Vergessen darf man nicht, dass es bei diesen Rückforderungen immer um Herkunft, Identität, Familie und Heimat geht. Zentrale Themen im Adel. Um Geld ging es uns dabei nie. Und dann schmerzt es unheimlich von einigen Mitforisten fast schon rassistisch anmutende Ansichten zu hören, dass die Enteignungen in der SBZ schon ihre Richtigkeit hätten und man gierig sei, wenn man das Erbe seiner Vorfahren einfordert. Oder dass es besser sei, wenn wie in Österreich das "von" aus dem Namen gestrichen werde.
      Ich habe mir nicht ausgesucht in eine solche Familie hineingeboren zu werden. Auch Adlige haben ein Recht auf Gefühle!
      Der Verlust der Heimat und des althergebrachten Besitzes schmerzt meine Familie heute noch, auch in den nach 1945 geborenen Generationen. Gerade weil dieses große Unrecht durch die BRD zu geltendem Recht umgemünzt wurde.

      Ich persönlich kann den Chef des Hauses Hohenzollern gut verstehen. Selbst wenn er die Werke oder das Geld, was er dafür bekommen würde nicht wirklich braucht. Es steht ihm zu. Es geht ums Prinzip! Wenn die BRD sich hier juristisch wieder rausmogelt, wäre das für mein persönliches Rechtsempfinden eine weitere Ohrfeige...
    • Bravo, Plaza de Insula,

      bin ganz Ihrer Meinung !

      Betroffen waren aber nicht nur Adelige, sondern auch viele großbürgerliche Familien, die teilweise schon vor Kriegsende unter administrativen Entscheidungen des nationalsozialistischen Unrechts-Regimes massiv zu leiden gehabt hatten. Hier nicht spezifisch auf den jeweiligen Einzelfall abgestellt, sondern an allen Enteignungen zwischen 1945 und 1949 pauschal festgehalten zu haben, war ein schwerer Fehler der Bundesrepublik. Ein wirklicher Rechtsstaat hätte grundsätzlich restituieren müssen !
      Vertretbar wäre es demgegenüber allenfalls noch gewesen, allen betroffenen Familien solange einen kompletten Steuererlass zu gewähren, bis der objektiv festgestellte Gegenwert des nach 1945 enteigneten, intakten Eigentums erreicht worden wäre. Diesen Weg hat man aber nicht nur nicht beschritten, sondern hat die entschädigungslos Enteigneten auch noch – wie zum Hohn – die Pflicht auferlegt, wie alle übrigen, nicht von Enteignungen in Mittel- und Ostdeutschland betroffenen Landsleute, den ‚Soli’ zu zahlen, als wenn sie mit dem erzwungenen Einbringen ihres Eigentums in die Verfügungsmasse des Staats nicht schon genügend ‚Solidarität’ bewiesen hätten !
      Insofern ist S.K.H. Prinz Georg Friedrich von Preußen mit seinem Vorstoß ein eben solcher Protektor des legalen Eigentumsrechts, wie es sein Altvater, S.M. Kaiser Wilhelm II., war, unter dessen Ägide 1900 das Opus magnum des deutschen Zivilrechts, das großartige BGB, in Kraft getreten ist. Das Kaiserreich der Hohenzollern war insofern – die Gegner können es drehen und wenden wie sie wollen – ein Rechtsstaat durch und durch !
    • Wie mies, oh wie mies: Die Linke geht mit einer "Volksinitiative" in den brandenburger heißen Wahlkampf: siehe PNN.

      Und was passiert, wenn die mit ihren populistischen Verkürzungen und Falschmeldungen auch noch Erfolg haben und güngend Unterschriften sammeln? Desillusionierte Wähler, die wieder nicht den Falschemeldungen und deren Verursachern, hier nun den Linken, die Schuld geben, sondern der Bundesrepublik und den Glauben an der Rechtsstaat verlieren. So initiiert man eine Negativ-Haltung gegenüber unserem Rechtssystem und der BRD!

      Äquivalent zu den Anderen mit deren Nazi-Propaganda beim Bürgerbegehren gegen die Garnisonkirche Potsdam und gegen den Abriss der FH. Beides von der Unterschriftenanzahl erfolgreich, politisch jedoch erwartungsgemäß nicht umsetzbar und abgeschmettert. Und wird seither immer wieder herangezogen, um Potsdam und den Rechtstaat zu diskreditieren.
      Wenn Bilder dem Forum dauerhaft geschenkt werden müssen, um sie anzuzeigen, gibt's halt keine Bilder mehr. Natürlich auch keine alten Bilder ...
      Aus gleichem Grund bin nich übrigens auch nicht im Gesichtsbuch nicht aktiv und auch nicht aktiv gewesen.
    • Plaza de Insula wrote:


      Vergessen darf man nicht, dass es bei diesen Rückforderungen immer um Herkunft, Identität, Familie und Heimat geht. Zentrale Themen im Adel. Um Geld ging es uns dabei nie. Und dann schmerzt es unheimlich von einigen Mitforisten fast schon rassistisch anmutende Ansichten zu hören, dass die Enteignungen in der SBZ

      Meine Familie hatte eine Grafschaft, diese wurde mehrmals enteignet und restituiert ab der französischen Revolution (je nach Regimwechsel), bis zur endgültige Enteignung 1871. Trotzdem würde es kein Mitglied meiner Familie je erwägen, Restitutionsforderungen einzureichen. Was uns früher gehörte ist jetzt französischer Kulturgut und beim Staat besser aufgehoben trotzt alle finanzielle Schwierigkeiten beim Kulturministerium.
      Einer meiner Grossmüttern war gebürtiger Berlinerin, die war nicht vom Adel, aber dieser Teil der Familie besass ein Haus im heutigen Ost-Berlin. Meine Grossmutter, seine Schwester und deren Mutter flüchteten April 1945 im Westen, und wurden de Fakto enteignet (SED-Erlass bei freistehenden Wohnraüme). Das Haus steht immer noch. In der Theorie hätten wir den Besitz wieder verlangen können (Uhrkunden haben wir nicht mehr, aber wir sind immer noch als ehemalige Eigentümer registriert). Wir haben ebenfalls nichts verlangt. Und unsere finanzielle Situation hat wirklich garnichts mit der der Hohenzollern zu tun (Mein Vater ist über 70 und hat mehrere Kreditte am Hals um den Kopf über Wasser zu halten zum Beispiel).
      Und bei den Hohenzollern scheint es um Geld zu gehen. Warum hätte sonst diese Familie ruckizucki Kulturgegenstände in London versteigern lassen, kurz vor Inkraftretung eines deutsches Gesetzes zum Schutz von Kulturgüter, welches eine solche Handlung verboten hätte. Ausserdem werden ein paar Millionen Euro vom Land Brandenburg verlangt. Wenn es nicht um Geld geht, ist es schon seltsam dass Geld verlangt wird.
      Ich kann diese Wohlwollende Töne nicht wirklich nachvollziehen. Und diese lächerliche Bemerkung zum Thema "Rassismus" schon gar nicht. Ich kenne echte Rassismus-Opfer, du solltest dich echt schämen solche Wörter zu benutzen. Hier geht es nicht um Herkunft, sondern um Taten dieser Familie.