• In der Hamburger HafenCity entsteht ein architektonisch belangloser Erweiterungsbau der Medical School von Möller Architekten aus Berlin.


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    In ihrem Entwurf entschieden sich C.F. Møller für einen vollständig verglasten Baukörper und eine umlaufende Balkonstruktur ab dem zweiten Geschoss. Der offene Grundriss der Erd- und Zwischengeschosszone kann bereits von außen wahrgenommen werden und trägt mit dazu bei, dass die Jury unter Vorsitz von Julia Bolles-Wilson den „essentiellen Beitrag für den öffentlichen Stadtraum“ hervorhob. Ebenso gelobt wurde die besondere Stadtloge entlang der Südfassade, mit der es gelinge, „dem Haus in seiner gesellschaftlich übergeordneten Funktion als Universität eine angemessene Präsenz zu geben“.

    C.F. Møller gewinnen in Hamburg - Wettbewerb für Medical School in der HafenCity entschieden

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Schlagt mich, aber ich finde den Entwurf gar nicht mal so schlecht (- in diesem baulichen Kontext, für diesen Zweck). Es ist auch kein Erweiterungsbau, sondern ein Solitär ohne direkte räumliche Verbindung zum Bestandsgebäude - die Grundstücke sind nicht direkt benachbart.

    Last but not least: Dafür wurde kein Altbau plattgemacht - vorher war dort seit Jahrzehnten einfach nur eine Freifläche, nicht mehr genutztes Hafengebiet.

    Ich würde dort gerne studieren!

    Medical-School-Hamburg-Neues-Gebaeude.jpg

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  • Ich finde das Innere bei solchen Bauten fast immer besser als das Äußere. Mich würde auch der Sichtbeton nicht stören, ich finde den eigentlich ganz witzig in begrenzten Dosen. Auffallend ist auf jeden Fall, dass sich die Hafencity sehr erfolgreich gegen den sonst auch in Hamburg unübersehbaren Trend zur einer gewissen "Reklassifikation" wehrt und weiter maximal hypermodern baut. Ich glaube nicht, dass diese Gebäude gut altern werden und misstraue den stets sonnigen Visualisierungen.

    Aber man muss zugeben, dass das alles zumindest keine Gestaltungsverweigerung ist. Es mag eine Gestaltung sein, die den meisten (inklusive mir) hier missfällt, aber es ist immer noch besser als die seelenlose zweite Klötzchenmoderne der Jahre vor ca. 2015. Auffallend und zumindest als Fortschritt empfinde ich, dass die radikale Moderne sich langsam aus den Zentren zurückzieht und in die Neubauvorstadterweiterungen wandert. Während in den 1970er Jahren auch ein Neubau mitten in der historischen Altstadt so aussah wie eine x-beliebige Universitäts-Waschbetonerweiterung in der Vorstadt, wird im urbanen Kontext jetzt differenzierter und mit mehr Bezug auf den Bestand gebaut (auch wenn das natürlich Referenzen an die Nachkriegsmoderne bedeuten kann).

    In der Hamburger Innenstadt sind einige sehr interessante und qualitativ hochwertige, fast klassische Geschäftshaus-Neubauten geplant, die viel von Klinker geprägten Stadterweiterungen aus dem ersten Drittel des 20. Jhdts erhalten Klinkerneubauten mit offensichtlichen Anleihen an ihre 100 Jahre älteren Vorbilder, und dort wo tabula rasa gemacht wurde - tja, da wird halt gnadenlos modern gebaut.

  • Ein weiterer Neubau in der HafenCity: Dieses Mal weitaus ansprechender, das Digital Art Museum sowie ein Wohnturm, beide in Holzbauweise.


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    Während sich das Digital Art Museum auf 7.500 Quadratmeter über Erdgeschoss und Untergeschoss des von Heide & von Beckerath entworfenen Baus erstrecken wird, sind in einem achtgeschossigen, L-förmigen Block 260 Wohnungen für 360 Studierende geplant. Zum Baakenhafen hin orientiert steht zudem ein dreizehngeschossiger Wohnturm, der sich abwechselnd mit Wintergärten und Terrassen zur Umgebung öffnet. Die Fassadengestaltung beider Gebäudekörper ist durch backsteinfarbene Keramikplatten definiert. Bereits in diesem Jahr soll mit dem Bau begonnen werden, damit das Museum 2024 eröffnen kann.

    Immersiv in Hamburg - Heide & von Beckerath entwerfen Wohn- und Museumsbau

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Ein weiterer Neubau in der HafenCity: Dieses Mal weitaus ansprechender, das Digital Art Museum sowie ein Wohnturm, beide in Holzbauweise.

    Ein weiterer zugiger Ort in der Hafen-City, wo sich niemand länger aufhalten wird als unbedingt nötig. Für einen Museumsbau, der ja durchaus auch etwas extravaganter und fantasievoller ausfallen dürfte, ein durchaus langweiliger Entwurf.

    Auch den Hype um die Holzbauweise finde ich fragwürdig. Behauptete oder auch nur assoziativ verknüpfte Vorteile an Nachhaltigkeit sollen hier anscheinend den an sich mehr als ernüchternden Eindruck der Gestaltung überspielen.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Ein weiterer zugiger Ort in der Hafen-City, wo sich niemand länger aufhalten wird als unbedingt nötig.

    Ich bin zuversichtlich, dass der Amerigo-Vespuci-Platz kein menschenleerer Unort werden wird. Der Platz ist sogar jetzt schon - obwohl auf 3 Seiten von Baustellen umgeben - erstaunlich gut besucht.

    Leider ist mir keine Visualisierung bekannt, die den aktuellen Planungsstand in ihrer Gesamtwirkung wiedergibt. Im Internet finden sich zahlreiche Darstellungen, die aber leider alle jeweils überwiegend mit Platzhaltern arbeiten.

  • Im Hamburger Baakenhafen, einem Teil der HafenCity, werden sog. "Wasserhäuser" gebaut, eine Ansammlung von Hochhäusern.


    Im Hochhaus wohnen - Workshopverfahren für Wasserhäuser in Hamburg entschieden

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Ich war kürzlich in Hamburg und habe die Elbpilharmonie vom Wasser aus gefilmt und ich muss sagen sie gefällt mir ?

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  • Rundgang durch die Hafencity an einem Feiertag, bei schönstem Sonnenwetter...

    Alles in allem gefallen mir die backsteinverkleideten Gebäude der ersten Bauphase teilweise ganz gut. Es gibt einige ältere Straßenzüge in der Hafencity, die blockartig bebaut und dadurch merklich weniger zugluftexponiert sind. In den neueren Bauarealen, die meist an der Wasserkante gelegen sind, entstehen vorwiegend Solitäre, um die herum der Wind pfeift. Dort können die umgebenden Flächen noch so bemüht gestaltet worden sein, gerne aufhalten mag man sich dort zumeist wohl eher nicht.

    Insgesamt scheint man den Backstein-Lokalbezug der ersten Bauphasen inzwischen zu verlassen zugunsten einer Allerwelts-Moderne. Als Fassadenmaterialien dominieren nun Aluminium, Kunststoff, gefärbter Kunststein und Glas. Die Gestaltungen der neueren Bauten muss man leider überwiegend als banal bis hässlich bezeichnen.

    Ausblick von der Elbphilharmonie in Richtung der neueren Baufelder:

    Die beiden Häuser mittig-rechts sind schon etwas älter:

    Ob das vielversprechend ist?

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Diese älteren Straßenzüge der Hafencity erschienen mir etwas angenehmer:

    Wo Altbauten sind, zieht es die Leute eher hin:

    Wirklich ein schlimmes Gebäude:

    Hier wurde immerhin der Sockelbereich abgegrenzt:

    Bei einigen Gebäuden muss man das Bemühen anerkennen, trotz der großen Baumasse einigermaßen abwechslungsreiche Fassaden zu mauern.

    Ganz angenehm proportioniert:

    Diese hervorstehenden Fensterrahmen, naja...

    Einen etwas unruhigen Eindruck machen diese Häuserreihen des ersten Bauabschnitts:

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Von mir auch mal ein kürzerer Kommentar: Das ist -fast ausnahmslos- Schrott. Einzig die Landschaftsarchitektur des nicht-deutschen Büros EMBT (was seltsamer und ggf. zufälligerweise wie der gleichnamige Panzer heißt) und die des ebenfalls nicht-deutschen Büro Voigt Landschaft sind wirklich gut gemachte, lebenswerte Räume geworden.

  • Bilde ich mir das nur ein, oder wird die Architektur von Jahr zu Jahr langweiliger und austauschbarer. Am Anfing schien das noch alles recht interessant, eigenartig/einzigartig und Hamburg-verbunden, aber mittlerweile könnte das auch Berlins Europacity sein.

  • Bilde ich mir das nur ein, oder wird die Architektur von Jahr zu Jahr langweiliger und austauschbarer.

    Oft wird ja behauptet, das traditionelle Bauen sei auf dem Vormarsch. Mein Eindruck ist, dass das gegenwärtige Bauen eher noch mehr in Richtung einer ortlosen Standardmoderne geht. Selbst regionale Bezugnahmen, beispielsweise durch ortstypische Fassadenmaterialien, scheinen auf dem Rückzug zu sein. Den Politikern und sonstigen Entscheidern scheint es auch gleichgültiger zu sein als früher.

    Frage an die Hamburger im Forum: wurde eigentlich schon irgendwo Kritik an der baulichen Entwicklung in der Hafencity geäußert, beispielsweise in der Lokalpresse? Können die Investoren einfach bauen, was sie wollen, oder gibt es so etwas wie ein Gestaltungsgremium?

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Bilde ich mir das nur ein, oder wird die Architektur von Jahr zu Jahr langweiliger und austauschbarer. Am Anfing schien das noch alles recht interessant, eigenartig/einzigartig und Hamburg-verbunden, aber mittlerweile könnte das auch Berlins Europacity sein.

    Oder die Bremer Überseestadt, doppelt so groß wie "Europas größtes Wohn- und Büroprojekt" in Hamburg.

    Nein, Du bildest Dir das nicht nur ein, die Architektur wird immer schlechter. Woran liegt´s? Architekten-Hybris, Prostitution gegenüber den Investoren, Politik- und Behördenversagen oder einfach nur zeitgenössische Architektur?

  • Ob das vielversprechend ist?

    Wenn ich mir Urban Living "Eleven Decks" angucke, muss ich darüber nachdenken, dass bei Hühnern ja mittlerweile Legehennenbatterien verpöhnt sind. Bei Menschen aber wird das als "en vogue" verkauft.