Bremen - Nord

  • Das Gelände steht seit Jahren de facto leer und verfällt, obwohl es sich seit ca. 10 Jahren in der Vermarktung befindet. Ein paar kleine Grundstücke sind verkauft an lokale Betriebe, aber richtig gezündet hat es nie, die letzten Jahre waren geprägt von Berichten über zunehmende Verwahrlosung und Zerstörungen.


    Der Senat hat dann vor etwa 2 Jahren die Notbremse gezogen und eine großangelegte Planung für die Zusammenführung diverser Berufsschulen im Bremer Norden auf dem Gelände gemacht. Die Planungen sind im Dezember letzten Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt worden und eigentlich ganz vielversprechend von der Idee her. Sämtliche Industriebauten sollen erhalten und umgenutzt werden, dazwischen sollen Neubauten für die diversen Funktionen des Campus errichtet werden, auch für sogenannte Startups und enge Verzahnungen zwischen den ansässigen Betrieben und den Schulen sind geplant.


    Ein paar Links:


    Senatspressestelle zum Berufsschulcampus Blumenthal


    Bericht im Weserkurier


    Artikel aus dem Weserreport


    P.S.: Hier noch ein großes Bild der Pläne des Büros "De zwarte Hond":


    Link zum Masterplan

  • BWK-Gelände - Teil Zwei


    So Heinzer und Heimdall, Ihr seid mir glatt zuvor gekommen, ich habe nämlich noch mehr Fotos gemacht. Die Foto-Bedingungen waren an diesem Tag nicht sehr gut, der Himmel war eher trübe, ein Sonnentag hätte die Gebäude sicher noch besser herausgestellt. Und Heimdall, Heinzer hat dann Deine Frage glaube ich beantwortet.

    Gut, dann also Teil zwei des aktuellen Gebäude-Zustandes der Bremer Woll-Kämmerei:



    Vermutlich das Maschinenhaus









    Bei diesem Gebäude könnte es sich um die Wäscherei handeln


  • Ein sonniger Nachmittagsausflug nach Bremen-St. Magnus, Bremen-Schönebeck, Bremen-Lesum und Leuchtenburg


    Teil 1


    Die Lehnhofsiedlung in St. Magnus


    Die reetgedeckten Villen der Lehnhofsiedlung im Landhausstil der 1920er und 1930er Jahre entstand von 1950 - 1951 neben dem Friedehorst Park, zu dem das Gelände einst gehörte. Architekt: Eberhard Gildemeister.








    Schönebecker Wasserschloss


    Idylle pur! Im dörflichen Schönebeck, das trotz mancher Verhunzung seinen ursprünglichen Charakter noch bewahren konnte, liegt, im Tal und umgeben von dem Flüsschen Schönbecker Aue, das Schönebecker Schloss aus dem 17. Jahrhundert. Es gehört der Stadt Bremen und steht unter Denkmalschutz. Geht man an der Aue weiter flussaufwärts, zeigen sich dem Betrachter neben der Flusslandschaft Wiesen, Weiden und der Wald der Bremer Ökologiestation. Ein wunderbares Stückchen Erde, da kann man auf seinen Urlaub verzichten. Im Schloss befindet sich heute ein Heimatmuseum, dass u. a. an die maritime Vergangenheit Vegesacks - Schönebeck ist ein Ortsteil von Vegesack - erinnert.




    Auf der Wiese sieht man verdeckt ein Modell des "achten Weltwunders", des Leuchtturms "Roter Sand"




    Bizarr



    Neben dem Schloss befindet sich das sogenannte Administratorenhaus von 1780, das Verwalterhaus des Schlosses.



  • Teil 2


    Lesum


    Am Lesumer Bahnhof entdeckte ich diese wunderschönen Fachwerkvillen im Jugendstil





    In der Hindenburgstraße, eine der Hauptstraßen Lesums, steht diese alte Apotheke. Als ich mich in den 1990er Jahren bei der Initiative Bremer Stadtbild engagierte, geriet unser Sprecher, Carsten Meier, mit dem damaligen Denkmalschützer - so in meiner Erinnerung - in Streit. Die alte Apotheke, ein schlichter Bau, aber damals schon um die 270 Jahre alt, schien dem Denkmalschützer nicht denkmalwürdig. Schließlich schaffte es Carsten dann doch, den Denkmalschützer zu überzeugen und wir verdanken seinem Engagement den Erhalt dieses Gebäudes, das jetzt schon über 300 Jahre alt sein müsste.



    Daneben ein ansehnlicher Bau



    Etwas weiter dies Minivilla



    Aber so sieht es in der Hindenburgstraße nicht aus. Dem nachfolgend dargestellten Bauten ging eines der hässlichsten Gebäude voraus, das der Sparkasse Bremen gehörte. Es ist zum Glück abgerissen worden, was allerdings nicht zu einer Verbesserung, sondern zu einer Verschlechterung führte. Es zeigt uns, dass die Architekten sich auf der nach oben offenen Hässlichkeitsskala immer noch überbieten können. Wie wär´s mal mit dem Versuch, Schönheit zu gestalten?

    Ein hässliches Gebäude ist verschwunden, dafür sind drei neue gekommen.



    Leuchtenburg


    Im Leuchtenburger Schloss wohnte einst der spätere Ministerpräsident Niedersachsens, Ernst Albrecht. Von dort fuhr er dann zur Schule ins Gymnasium an der Hermann-Böse-Straße in Bremen-Schwachhausen. Spätereiner Tochter, verbrachte auch seine Tochter einige Jahre im Schloss und spielte vermutlich im schönen Schlosspark Mutter und Kind oder Schneewittchen und die sieben Zwerge. Sieben Kinder bekam sie später. Ihr Name: Ursula von der Leihen.




    Rückseite des Schlosses mit Parklage




    Ein kleiner Blick ins ländliche Leuchtenburg und die Bremer Schweiz



  • Villa Waldruhe


    Nicht nur einmal habe ich den Namen des nordbremischen Lord Voldemort erwähnt und bedauert, wie er den Bremer Norden mit seinen ausdruckslosen, modernen Gebäuden überzieht (hier im Strang sind die entsprechenden Bilder eingestellt). Da interessiert man sich dann dafür, wie der, dessen Name ruhig genannt werden darf, selber wohnt. Hier einige Bilder aus St. Magnus:




    Giebel, Nahaufname:



    Die schlecht einsehbare Vorderseite hat zwei Giebel:



    Man fragt sich angesichts dieser Bilder: wie kann jemand in einem Gebäude wohnen, das die Schönheiten eines Baustils zeigt, von dem an den vielen Bauprojekten, die dieser Makler/Investor im Bremer Norden realisiert, nichts, aber rein gar nichts hängen geblieben ist.

    Und so muss ich wieder mal das Bonmot von den Architekten bemühen, die selber in Jugendstil- und Gründerzeitvillen wohnen, aber selbst die Hässlichkeiten der Moderne in die Städte bringen (und das nicht mal als Widerspruch empfinden). Zu den Architekten können wir natürlich auch, wie in diesem Fall, die Gruppe der Investoren und Immobilienmakler dazuzählen.


    Warum das so ist, könnte jetzt eine spannende Diskussion innerhalb des Forums werden. Also Mitleidende, ich bin wirklich gespannt auf eure Beiträge und hoffe, dass wir hier diesen angedeuteten Widerspruch irgendwie aufklären können.

  • Kognitive Dissonanzen sind nicht nur ein Markenzeichen von Architekten. Die Einen sind für "welcome", aber natürlich nicht in ihrer Kiezstraße. Die Anderen begrüßen die Energiewende, aber wollen keinen Anblick von Rotoren von der eigenen Terrasse. Dritte treten für Demokratie und Meinungsfreiheit ein, sind aber dabei zu "null Toleranz" gegenüber denen bereit, die ihnen nicht passen. Vierte finden eben modernistische Architektur zeitgemäßer und für die eigene Geldbörse profitabler, selbst aber genießen sie die Vorzüge einer privilegierten Lebensweise. Das alles ist typisch für die aktuelle Zeit.

  • Das Kontorhaus des Bremer Vulkan



    Das Kontorhaus der ehemaligen Bremer Vulkan Werft - Architekt Rudolph Jacobs, von dem einige Gebäude in Bremen unter Denkmalschutz stehen - liegt am Ende der hier schon häufiger eingestellten Weserstraße in Bremen-Vegesack direkt neben der bereits verschandelten Ulrichs-Villa. 2015 beantragte der neue Eigentümer, das Gebäude abzureißen und dort zwei Hochhäuser mit 14 Stockwerken hinzubauen. Seitdem brodelt es im Stadtteil, denn in der Bevölkerung werden die Hochhauspläne abgelehnt. Der Denkmalschutz ist zwar für den Erhalt des Jacobs-Baus, kann aber aus rechtlichen Gründen keinen Schutz aussprechen. Hier die Bilder:










    Die Entwürfe für die Hochhausneubauten stammen aus dem Londoner Architekturbüro CarusoSt.John, das in Bremen bereits das preisgekrönte Gebäude der Bremer Landesbank gebaut hatte. Hier eine reduzierte Version.




    Nachfolgewerft des Bremer Vulkan wurde übrigens die Lürssen Werft, die im hochpreisigen Yachtbau unterwegs ist und wohl zu den größten Unternehmen ihres Fachs gehört. Diese hat nun auch noch ein Wörtchen mitzureden bei der Projektierung, denn Werften erzeugen Lärm und es besteht die Möglichkeit, dass sich die neuen Bewohner dagegen wehren. Etliche Gerichtsverfahren währen die Folge.

    Abschließen kann man sagen, dass die Immobilienwirtschaft ein Auge auf die Weserstraße geworfen hat und wie die vorherigen Beispiele ja zeigen, nicht zum Vorteil des Stadtbildes.


    Zuletzt noch zwei Weserbilder. Lürssen stellte gerade zwei neue Yachten fertig. Vermutlich warten sie auf ihre neuen Eigentümer aus den arabischen Ländern oder sonst woher. Lürssen hat schon Yachten im Preissegment bist zu einer halben Milliarde Euro verkauft. Das können sich nur Ölscheichs oder russische Oligarchen leisten.