Endingen am Kaiserstuhl

  • Abriss Lederfabrik Loesch/ Neubau Wohnanlage


    In Endingen wird die ehemalige Lederfabrik Loesch an der Markgrafenstraße in der Altstadt einer großen Wohnanlage weichen: https://ais.badische-zeitung.d…4c/82/174017666-h-720.jpg

    Quote

    Die Gestaltung


    Das gesamte Areal ist Bestandteil des Sanierungsgebiets. Dadurch hat die Stadt grundsätzlich ein Mitspracherecht bei gestalterischen Fragen. Gemeinderat und Verwaltung haben laut Bürgermeister Metz das Projekt nichtöffentlich bereits intensiv mit dem Investor besprochen. Dabei entstand – auch unter Mitarbeit der Stadtbildgruppe – ein Gestaltungsentwurf für die Ansicht von der Markgrafenstraße her. Man habe sich mehrheitlich auf eine historisierte Gestaltung verständigt, womit sich der Baukörper in die Umgebungsbebauung der denkmalgeschützten Altstadt einfügen solle, so Metz am Mittwoch in öffentlicher Sitzung. Wesentliche Eckpunkte listet der Vertrag neben der Geschosszahl zum Beispiel mit der Gestaltung des Dachgeschosses mit Schrägdach und Gauben, Sprossenfenstern und Sandsteingewändern auf. Auch der markante Kamin soll möglichst erhalten bleiben, sofern dies statisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist. Eventuell muss er etwas gekürzt werden. Ein Gutachter wird die Situation prüfen. Wert legt die Stadt auch auf eine Gliederung der Fassade entlang der Markgrafenstraße, um farblich und mit leichtem Mauerversatz den Eindruck von Einzelgebäuden zu erwecken. Eine entsprechende Überarbeitung sagte Gehri zu.

    Quelle: https://www.badische-zeitung.d…entstehen--174017670.html



    Im denkmalpflegerischen Werteplan Gesamtanlage Endingen (4/2016) wurde das Gebäude immerhin als erhaltenswert eingestuft: https://www.denkmalpflege-bw.d…ne/werteplan_endingen.pdf

  • Hinsichtlich seiner Größe ist das Fabrikgebäude bereits ein Fremdkörper gewesen. Doch das vorhandene Bauvolumen der Fabrik dürfte dem Investor bei der Dimensionierung seines Neubaus einer Wohnanlage, sicher auch auf Grund des generell angespannten Wohnungsmarktes, im Freiburger Speckgürtel entgegen gekommen sein. Im Zuge des Abriss der Fabrik wäre ja auch die Frage innerhalb des Sanierungsgebietes der Altstadt zu stellen, ob bei einem Neubau das Bauvolumen im Sinne einer Stadtreparatur korrigierend verringert werden müsste...!? Ich möchte damit das hier vorgelegte Projekt anhand der Visualisierung gar nicht schlecht reden, zeigt sie doch auch den Versuch mit gestalterischen Mitteln die gröbsten Fehler zu vermeiden. Und im Vergleich zu Bauvorhaben in städtebaulich weitaus bedeutsameren Straßenräumen, die hier im Forum bereits vorgestellt wurden, hat das Endinger Projekt in einer Nebenstraße durchaus seine Qualität.
    Nicht vergessen werden sollte aber, und das wird in der klimabedingten Energiepolitik eigenartigerweise häufig außer Acht gelassen, der Aspekt der „grauen Masse“! Nachhaltig wäre eine Nach- oder Umnutzung des Bestandgebäudes und nicht dessen Beseitigung zugunsten eines Neubaus. So viel zur Ökobilanz im Bausektor, bei der es vorrangig um Dämmwerte zu gehen scheint.