Mobilität und Städtebau

  • Spricht übrigens auch dafür, dass die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien einen Wettbewerbsvorteil bringt und keinen Nachteil, wie oft behauptet. Die Stromtrassen nach Süden wurden nach Kräften torpediert und verzögert.

  • Mal wieder ein Beispiel für den mangelhaften ÖPNV.

    „Vergessen und abgehängt“: Anwohner in Offenbach monieren mangelhafte Busanbindung

    Und....

    Das könnte irgendwann Auswirkungen auf den internationalen Fährbetrieb und die Fährhäfen haben.

    Aus Sicherheitsgründen Erste Reederei nimmt keine Elektroautos mehr an Bord

    Elektroauto: Norwegische Reederei Havila Kystruten nimmt keine E-Wagen mehr an Bord
    Brennende Elektroautos auf einem Schiff können zu einer Katastrophe führen, so wie im vergangenen Jahr beim Untergang der "Felicity Ace" mit tausenden…
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  • Das könnte irgendwann Auswirkungen auf den internationalen Fährbetrieb und die Fährhäfen haben.

    Eher nicht - der Fall ist speziell.

    1. Die Reederei betont, dass es sich um eine vorübergehende Maßnahme handelt. Es fehlt ein entsprechendes Sicherheitskonzept, aber für die Zukunft soll eines erarbeitet werden. Die Autodecks der Fähren verfügen derzeit - anders als die des Mitbewerbers Hurtigruten - nicht über entsprechend zertifizierte Lösch- und Belüftungssysteme.

    Der Artikel ist auch insofern unvollständig, als dass nicht erwähnt wird, dass zeitgleich die Mitnahme von Autos generell weitgehend eingestellt wurde - auch die von Verbrennen. Die einzige Ausnahme bildet die Langstrecke Bergen-Kirkenes. Nur in diesen beiden Häfen verfügt die Reederei über Verladerampen, die an wechselnde Wasserstände anpassbar sind.

    Grundsätzlich spielt die Automitnahme bei Havila eine untergeordnete Rolle, die Fähren sind in erster Linie Kreuzfahrtschiffe. Automitnahmen können über die Homepage entsprechend auch gar nicht gebucht werden, man muss die Reederei direkt kontaktieren.

    2. Sei erwähnt, dass Havila ein Elektro-Pionier ist. 2 der 4 Fähren sind selber Hybridfahrzeuge (LNG/Strom).

    Wie meistens sonst auch lohnt es sich, bevor man aufgrund mangelhafter Informationen voreilige Schlüsse zieht, sich an der Quelle zu informieren.

    Weiterhin wundert es mich, dass sich hier einige Mitforenten geradezu zu freuen scheinen, wenn es echte oder vermeintliche Probleme mit E-Mobilität gibt. Was ist der Punkt dabei - ich verstehe es einfach nicht huh:) . Habt Ihr Scheichs in der Verwandtschaft, wollt Ihr Abhängigkeit von Autokraten und verschmutzte Luft?

  • Eher nicht - der Fall ist speziell

    Wie meistens sonst auch lohnt es sich, bevor man aufgrund mangelhafter Informationen voreilige Schlüsse zieht, sich an der Quelle zu informieren.

    Weiterhin wundert es mich, dass sich hier einige Mitforenten geradezu zu freuen scheinen, wenn es echte oder vermeintliche Probleme mit E-Mobilität gibt. Was ist der Punkt dabei - ich verstehe es einfach nicht huh:) . Habt Ihr Scheichs in der Verwandtschaft, wollt Ihr Abhängigkeit von Autokraten und verschmutzte Luft?

    Das Prinzip ist doch immer dasselbe, hingerotzter Link, wenig dahinter. Danke, dass Du diesem gefolgt bist, ich mache es schon meist gar nicht mehr. Wäre auch vollkommen widersinnig, Norwegen hat eine der höchsten Elektroautoquoten in Europa, schon 2019 habe ich in Oslo an einem Tag mehr E-Autos gesehen als in Deutschland damals in einem Jahr.

    Zu Deinem letzten Absatz: mir geht es genauso. Die Besessenheit mit dem Thema E-Mobilität ist auch mir völlig unerklärlich. Wie kann man sich so aufreiben bei diesem Thema? Manisch das Internet durchforsten nach Schreckensmeldungen, das wäre mir irgendwie zu blöd.

  • Wie meistens sonst auch lohnt es sich, bevor man aufgrund mangelhafter Informationen voreilige Schlüsse zieht, sich an der Quelle zu informieren.

    Nun ich bin deinem Link gefolgt und habe mir den Artikel mittels Google Translate übersetzen lassen. Von vorübergehend habe ich nichts gelesen, dafür aber folgende interessante Passage:

    "Dies ist eine reine Sicherheitsbewertung, und das Fazit der Risikoanalyse zeigt, dass ein möglicher Brand in fossilen Fahrzeugen von den Systemen und der Crew, die wir an Bord haben, bewältigt werden könnte", erklärt CEO Bent Martini.

    "Jedes Feuer in Elektro-, Hybrid- oder Wasserstoffautos erfordert externe Rettungsmaßnahmen und könnte Menschen an Bord und die Schiffe gefährden. Wir nehmen Sicherheit ernst, und das ist natürlich ein Risiko, das wir unter keinen Umständen einzugehen bereit sind.

    Tatsächlich verstehe ich nicht weshalb du diesen Artikel verlinkt hast, denn er bestätigt den auf Elektroautos bezogen kritischen Aspekt des von Heimdall verlinkten Artikels.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Weiterhin wundert es mich, dass sich hier einige Mitforenten geradezu zu freuen scheinen, wenn es echte oder vermeintliche Probleme mit E-Mobilität gibt. Was ist der Punkt dabei - ich verstehe es einfach nicht huh:) . Habt Ihr Scheichs in der Verwandtschaft, wollt Ihr Abhängigkeit von Autokraten und verschmutzte Luft?

    Ich weiß nicht, woraus Du Freude schließt. Es ist zuerst einmal die Erörterung von Risiken und Fehlern.

    Dann: Die These, Elektromobilität diene dazu, der Abhängigkeit von Autokraten entgehen zu wollen, ist mir allerdings unglaubwürdig. Nicht nur, dass Energie-Autarkie nicht erreichbar sein dürfte, somit immer Abhängigkeit von "guten Partnern" (so werden sie genannt, wenn man gerade gute Geschäfte mit ihnen macht) oder "Autokraten" (so werden sie genannt, wenn man gerade keine Geschäfte macht oder machen möchte) besteht. Es wurden und werden zudem in der Regel Argumente pro Elektromobilität herangezogen, die mit Autokraten oder Autarkie gar nichts zu tun haben, sondern vor allem das Klima und die Endlichkeit fossiler Brennstoffe nennen. Vor allem aber ist das Argument der Autarkie nicht glaubwürdig, weil es von Leuten im Mund geführt wird, die sich stets für freien Handel, Export, weltweite Vernetzung, die "eine Welt" usw. usf. und gegen "rückwärtsgewandte" nationalstaatliche Abschottung eingesetzt haben. Dass die nun plötzlich energiepolitische Unabhängigkeit wünschen, nehme ich ihnen nicht ab.

    Zuletzt: Auf die Probleme der E-Mobilität wurde - abgesehen von technischen Unzulänglichkeiten - schon mehrfach hingewiesen. Es wird eine Technik subventioniert, die sich ohne staatlichen Anschub wahrscheinlich nicht durchsetzen könnte. Diese Subventionierung aber dient nach heutigem Stand der Zementierung der Klassengesellschaft. Und diese Privilegierung Reicher lehnen viele Leute eben ab. Dass E-Autos ja noch viel billiger werden, somit auch für den Kleinverdiener erschwinglich, und zwar in Erwerb und Unterhalt, wird zwar als Gegenargument gebracht. Bislang ist das aber vor allem ein Beruhigungsdrops. Somit abwarten.

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  • Das Verbrennerauto hat sicherlich zu einer Demokratisierung der Mittel- und Langstreckenindividualmobilität geführt. Das wieder aufzugeben, wäre ein Rückschritt. Aber der Trend geht zur Shared (individual) mobility. Diese ermöglicht weiterhin den Zugang zu dieser Form der Individualmobilität, verhindert aber die trotzdem noch recht hohen Ausgaben, die bei einer direkten Anschaffung jedes Einzelnen anfallen würde (bedingt durch die hohen Standzeiten der Autos und des Aufwands Einzelprodukte statt Flotten zu verkaufen). Zu diesem Konzept gehören im Prinzip auch der Firmenwagen, Leasing und Abomodelle, denn der Endverbraucher zahlt eben nur anteilig für das Produkt, und gibt das Produkt zurück nach einiger Zeit zur Weiternutzung. Bei solchen Konzepten ist der ursprüngliche Einkaufspreis weit weniger relevant, gut erkennbar an den riesigen Luxusautos, die dadurch im deutschen Automarkt überrepräsentiert sind. Nur ein winziger Bruchteil von diesen ist wirklich von Privatleuten als Neuwagen selbst erworben.

  • der Trend geht zur Shared (individual) mobility

    Aber - mal abgesehen davon, dass ich Firmenwagen und Leasing nicht dazu zähle, denn sie stehen in der Regel dem Fahrer ja wie ein eigener Wagen rund um die Uhr zur Verfügung - es stellt sich die Frage: Bei wem?

    Ein Kumpel von mir hat eine Zeit lang immer mal Autos per Carsharing gemietet. Das war die Zeit, als er innenstadtnah lebte und kein Auto besaß. Das Angebot musste er aber nur für Freizeitaktivitäten nutzen (Freunde oder Eltern besuchen, die außerhalb leben). Im Alltag war er auf ein Auto nicht angewiesen, da er in einem innerstädtischen Szeneviertel lebte, mit sehr guter ÖPNV-Anbindung und fußläufigem Arbeitsplatz. Und es war dennoch immer der finanzielle/zeitliche Druck da: "Ich habe den Wagen bis xx Uhr gebucht, dann muss ich um xx Uhr weg." Als die beiden Kinder kamen, aus Raumgründen ein Umzug in eine Umlandgemeinde folgte, wurde umgehend ein eigenes Familienauto angeschafft. Soviel zu den Sprüchen a la "ein Auto brauche ich nicht", die ich vorher auch von ihm hörte.

    Ich will damit sagen, dass Carsharing-Modelle schön sind für Leute, die gelegentlich mal ein Auto benötigen, nicht aber für eine Alltagsnutzung, bei der man jederzeit über einen Personenkraftwagen verfügen und terminlich flexibel bleiben muss.

  • Und es war dennoch immer der finanzielle/zeitliche Druck da: "Ich habe den Wagen bis xx Uhr gebucht, dann muss ich um xx Uhr weg."

    Verstehe ich nicht...

    Mein Bruder und seine Frau nutzen 2 oder 3mal im Monat Carsharing - hier in Hamburg. Wenn sie irgendwo hinfahren, mieten sie sich jeweils separat einen Wagen für Hin- und Rückfahrt. Spontan dann, wenn einer gebraucht wird (- in die App gucken, wo der nächste steht, und los.)

  • Ich finde das Car sharing Konzepte genial, gerne auch elektrisch. Für Städter eine prima Lösung.

    Für mich ist das nichts, für mich sind Fahrzeuge Leidenschaft, Emotionen. Ich habe Spaß an jedem Meter, V8 und V2 - das ist meine Welt.

    Wobei ich auch sagen muss, dass in meinem Umfeld keiner diese Leidenschaft teilt.

    Mein Vater hat bereits 2014 mit 61 Jahren, einen Tesla S gekauft. Aufgrund der Reichweite ist er allerdings einige Jahre später wieder beim Verbrenner gelandet.

  • Es gibt beide Systeme, entweder mit festen Mietzeiten oder eben die "Free Floating"-Systeme, letzteres nur in Großstädten.

    Früher habe ich in Stuttgart gern einen Elektro-Smart ausgeliehen, allerdings muß man halt das Glück haben, daß gerade ein Wagen in der Nähe verfügbar ist. Bei niedrigen Temperaturen war die Reichweite mangels Wärmepumpe usw. aber sehr gering, die kurze Rückfahrt nach einer Wanderung vom Bergheimer Hof zur Uni Vaihingen kostete 60 % Reichweite (15 Minuten Fahrt), außerdem war es doch recht teuer.

    Zur norwegischen Quelle - ich habe es ganz ohne Google Translate verstanden, und es stand darin, daß man nach einer Lösung sucht:

    Quote

    Martini forklarer også at Havila Kystruten vil jobbe videre med å finne gode løsninger som kan minimere risikoen ved transport av denne typen kjøretøy i fremtiden.

    Mehr konnte man dem nicht entnehmen, außer der angesprochenen Sicherheitsgefährdung. Generell lassen sich brennende Elektroautos wohl nicht löschen, man läßt die kontrolliert abbrennen, was auf einem Schiff keine Option ist. Außerdem habe ich wieder ein schönes neues Wort kennengelernt: fossilbil :smile:

    Zum Thema Elektromobilität stelle ich einfach fest, daß die Technik einen großen Fortschritt darstellt, wenn man die heutigen Akkus außer Acht läßt. Wäre ich Millionär, würde ich mir vielleicht einen Nio kaufen, mit Wechselakku ...

    Auf der CMT letzte Woche wurde der VW ID Buzz ausgestellt:

    PXL_20230115_095124169_sil.jpg

    Auch innen sehr schön und hochwertig gestaltet:

    PXL_20230115_103952774_sil.jpg

    Vergleichen wir das mal mit einem VW Multivan T6, der ziemlich genau an den Buzz hinkommt.

    Der Buzz kostet rund 65.000 Euro statt 46.000 Euro für den Multivan, der Buzz verbraucht offiziell rund 21 kWh auf 100 km, im richtigen Alltag hingegen wohl eher knapp 30 kWh oder auch mehr, der Multivan offiziell 8 l/100 km (Link: VW-Vergleich).

    Wer unterwegs bei Ionity auflädt, zahlt damit schlappe 24 Euro für 100 km. Noch drastischer der Unterschied bei der nutzbaren Zuladung:

    Der Buzz wiegt dank Akkus schon rund 2,5 t, das maximale Höchstgewicht liegt in beiden Fällen bei 3 t, damit verbleiben nur rund 530 kg Zuladung statt rund 800 kg beim aktuellen Multivan (hat offensichtlich auch zugelegt, früher lag die Zuladung bei knapp 1 Tonne).

    Für den Camping-Einsatz blieben nur Miniatur-Caravans übrig, im Stile des schon wieder eingestellten Knaus Travelino: klick

    Normale Einsteiger-Caravans haben schon leer rund 1,5 t (gern aufgelastet auf 2 t), was für den Multivan kein Problem wäre (darf 2500 kg gebremst ziehen), der Buzz nur 1000 kg.

    Also für das Camping kaum zu nutzen, aber als Stadtfahrzeug für Leute mit sehr viel Geld sicher ein schönes Spielzeug.

    Noch extremer ist das Verhältnis im Zweiradbereich - vernünftige Leichtkraftroller gibt es ab 3000 Euro (Honda SH Mode), ein vergleichbarer Elektroroller wie der Seat Mo 125 kostet ab 7200 Euro: klick

    Beim Test der Zeitschrift Motorrad betrug die reale Reichweite nur noch 50 km, was das ganze Konzept letztlich unbrauchbar macht - kurze Strecken innerorts kann ich auch mit meinem e-Scooter fahren, und den gab es für 400 Euro.

    Sollte in Sachen Akku der große Durchbruch gelingen, wird sich die Elektromobilität wohl von allein durchsetzen, aber Langstreckenfahrten, Schwerlasttransporte, "vernünftiges" Camping oder brauchbare Zweiräder (außer für absolute Kurzstrecken) sind derzeit nicht möglich.

    Easy does it.

  • Es ist immerhin schon der zweite Anlauf zur Elektromobilität. Nach dem Krieg fuhr die Post elektrisch und der innerbetriebliche Kleintransport ebenfalls. Die Akkus waren allerdings zu schwer und unförmig, aber ungefährlich.

    Eine Kritik kommt auch aus anderer Richtung: Der Regenwald wird zerstört, auch durch den Abbau metallischer Rohstoffe wie Kupfer, Nickel und seltene Erden für die Batterien.

  • Verstehe ich nicht.

    Den Schlüssel zum Verständnis lieferst Du selbst:

    hier in Hamburg

    Es diskutieren also vor allem Großstädter (und davon die Innenstadtbewohner) über Verkehrswende und übertragen ihre in dieser Hinsicht privilegierte eigene Lebenssituation auf alle anderen Menschen.

    Ich bin kein Experte in Car-Sharing. Habe es auch noch nie genutzt. Aber ich habe gerade mal recherchiert. In den Orten, in denen mein Kumpel einst zu gemeinsamen Treffen mit Verwandten und Freunden via Sharing fuhr, gibt es keine Station und keine Angebote. Nun weiß ich nicht, ob er da den Wagen einfach in die Pampa stellen kann und dann irgendwann einfach wiederverwenden, ohne die Zwischennutzungszeit zu bezahlen. Ich habe mal für mich gefiltert. Ich fahre nur Automatik. Da gibt es den nächsten Wagen mehr als 10 Kilometer entfernt. Für mich also derzeit völlig unpraktikabel. Da müsste noch ganz viel passieren, um das zu einem sinnvoll nutzbaren Modell zu machen.

  • Aber - mal abgesehen davon, dass ich Firmenwagen und Leasing nicht dazu zähle, denn sie stehen in der Regel dem Fahrer ja wie ein eigener Wagen rund um die Uhr zur Verfügung - es stellt sich die Frage: Bei wem?

    Man sollte sie aber dazuzählen, zumindest, wenn man diesen Unterschied herausarbeiten will, der relevant ist bei der Frage, ob hohe Fahrzeugpreise ärmere Bevölkerungsschichten ausschließt. Das wurde ja so von Dir und auch anderen hier schon öfters thematisiert. Dazu muss man dann alle Wege ein Auto nicht voll zu bezahlen, und dafür aber auch nicht wirklich Eigentümer zu sein zusammen zählen und kommt dann zu dem Schluss, dass bereits heute ein ganz erheblicher Teil so Zugang zu den Fahrzeugen hat. Meine Aussage war, dass dies weiter zunehmen wird, was aber eben auch bedeutet, dass die Fahrzeugpreise nicht die Bedeutung haben im sozialen Kontext, den hier einige ihm zusprechen. Das gilt auch fürs Land, denn solche Dinge, wie Abomodelle etc. sind natürlich universell verfügbar.

  • Sollte in Sachen Akku der große Durchbruch gelingen, wird sich die Elektromobilität wohl von allein durchsetzen, aber Langstreckenfahrten, Schwerlasttransporte, "vernünftiges" Camping oder brauchbare Zweiräder (außer für absolute Kurzstrecken) sind derzeit nicht möglich.

    Ich finde das Urteil etwas zu pauschal und weitgehend. Dazu nehme ich mal Dein Beispiel Zweirad heraus. Du sagst, im Bereich 125 ccm gibt es nichts vergleichbares zum Preis ab 3000 €. Dem ist nicht so. Das Münchner Unternehmen EVmoto z.B. stellt ein E-Roller "Motorrad" her, das 3990 € kostet. Es darf 80 kmh fahren und verspricht 80 km im Stadtverkehr (real). Zusätzlich kann ein zweiter Akku dazugekauft werden, dann sind es 160 km, was selbst im Winter und nach mehreren Jahren dann wirklich sehr pessimistisch gerechnet mindestens 86 km garantierte Reichweite ist (wobei ich lieber das Geld eines 2. Akkus sparen würde und lieber später als Ersatzakku kaufen würde). Damit kann man bei einer Fünftagewoche mindestens 10 km einfach pendeln auf einem Roller, das ist weder absolute Kurzstrecke, noch sonderlich erstrebenswert diese und noch mehr Distanz damit zurückzulegen. Das heißt für die meisten dann auch wohl höchstens 1x die Woche eher 1x alle zwei Wochen laden. Was will man mehr von so einem Fahrzeug?

  • Nun ich bin deinem Link gefolgt und habe mir den Artikel mittels Google Translate übersetzen lassen. Von vorübergehend habe ich nichts gelesen, dafür aber folgende interessante Passage:


    Tatsächlich verstehe ich nicht weshalb du diesen Artikel verlinkt hast, denn er bestätigt den auf Elektroautos bezogen kritischen Aspekt des von Heimdall verlinkten Artikels.

    Dass es sich um eine vorübergehende Maßnahme handelt, kann man zum Beispiel diesem Bericht hier entnehmen:

    The Norwegian shipping company refrains from allowing electric and hybrid cars as well as hydrogen cars on board the ships for the protection of passengers and crew.

    Havila Kystruten is working to find solutions that can minimize the risk of transporting these vehicles in the future.

    The company has also decided that private fossil fuel vehicles will only be loaded and unloaded in Bergen and Kirkenes

    Die angesprochenen Lösungen gibt es ja, der direkte Wettbewerber auf der Postschiffroute verwendet entsprechende Lösch- und Lüftungssysteme auf den Autodecks seiner Schiffe.

    Und nein: Die Artikel bestätigen keineswegs ein generelles Problem für die Zukunft des Transports von Elektrofahrzeugen auf Fähren. Die Situation ist hier speziell. Die Mitnahme von Autos ist bei dieser Reederei nur ein absolutes Nischenprodukt, es handelt sich in erster Linie um Kreuzfahrtschiffe. Auf den Schiffen gibt es bislang offenbar keine den Sicherheitsstandards genügenden Autodecks, und in den meisten Häfen verfügt die Reederei auch über keine den Anforderungen entsprechenden Verladerampen für Autos. In einigen Artikeln zum Thema wird sinngemäß dargelegt, dass die Reederei sich gezwungen sieht, den Autotransport zu ermöglichen, um die Postschifflizenz nicht zu verlieren, und an beiden Themen arbeitet.

  • Es darf 80 kmh fahren und verspricht 80 km im Stadtverkehr (real).

    Glaube ich ehrlich gesagt nicht. Laut Website hat der Roller nur 4,5 PS, was garantiert nicht für Tempo 80 reicht, da dürfte selbst Tempo 60 schon eine Herausforderung werden. Sicherlich wird die Spitzenleistung höher sein, aber um Tempo 80 zu erreichen und zu halten, sind mindestens 8 PS erforderlich.

    Der Akku ist 35 Ah klein, und da wage ich zu bezweifeln, daß man selbst innerorts zumindest auf 60 km kommt, außerorts würde ich die Angabe eher halbieren.

    Nach einigen Ninebot e-Scootern habe ich die Erfahrung gemacht, daß die offizielle Reichweitenangabe selbst bei optimalen Bedingungen halbiert werden muß, mein e45d erreicht keine 45 km Reichweite, sondern rund 20 km.

    Den launigen Bericht zum Seat Mo habe ich übrigens wieder gefunden: klick

    Was will man mehr von so einem Fahrzeug?

    Ich möchte sicher auf der Landstraße mithalten und daher knapp Tempo 100 bei effektiv unbegrenzter Reichweite fahren können (ich habe so kleine Fuelfriend-Flaschen mit 1 Liter dabei, damit ich nicht immer nach Tankstellen Ausschau halten muß). Außerdem bietet ein Roller eben allein schon durch das Sitzfach Stauraum und durch das Beinschild auch Windschutz.

    Aber der Tip klingt interessant, das fahre ich sicher mal zur Probe. Die Elektro-Schwalben, die man in München ausleihen kann, bin ich auch schon öfter gefahren, das wäre offen schon eine Alternative (wenn Preis und Reichweite stimmen würden).

    Zum Thema Norwegen - ich finde es schon sehr absurd, das ein Land, das seinen Reichtum dem Verkauf fossiler Brennstoffe verdankt, dann andererseits so betont die Elektromobilität fördert. Ein wenig glaubwürdiger wäre es schon, wenn man die Bohrplattformen einmotten und es mal mit richtiger Arbeit versuchen würde ...

    Easy does it.

  • buarque Da hast Du mehr und vor allem qualifizierte Erfahrung im Gegensatz zu mir, ich kann mich nur auf die Herstellerangaben stützen und darauf, dass es nicht wie der Ninebot aus China, sondern Deutschland ist, was aber offenbar nicht ausschließt, dass die Leistungsdaten womöglich stark geschönt sind. Wenn Du tatsächlich zum Testen dieses Fahrzeugs kämst, wäre das sehr interessant, hier eventuell kurz nochmal zurückzukommen darauf (ich habe leider nicht den richtigen Führerschein, sonst hätte ich das schon mal mitgenommen, wenn die Firma schon bei mir sitzt).

    Zu den Wunschvorstellungen: Ich denke da wird nichts über austauschbare Akkus gehen. Diese kleinen Fahrzeuge bieten sich dafür an, und es wird auch schon real so in vielen Ländern praktiziert, bis hin zu Schwellenländern. Da wäre eine Standardisierung notwendig, wie es sie auch bei Akkuwerkzeugen dringend bräuchte. Aber das ist ganz typisch für die komplette Durchdringung solcher Revolutionärtechnologien, dass es viele Jahre braucht, bis sich sowas dann herausbildet oder von den Regulatoren eingefordert wird. Zuletzt ist dies z.B. bei der "neuen" Technologie Smartphone geschehen, die mittlerweile 100% vereinheitlichte Schnittstellen hat über alle Hersteller hinweg, selbst Apples MagSafe Technologie steht nun allen offen.

    Aber sowas zeigt auch, dass man nicht unbedingt auf "den großen Akkutechniksprung" warten muss, sondern eher viele Dinge um die eigentliche Technologie herum sich entwickeln und die Nutzbarkeit evolutiv steigern. Da wäre ein Beispiel Mercedes, die mit ihrer Studie EQXX versuchen mit nur 100kW 1000km weit zu kommen.

    Die Städte müssen wohl aber das erst auf sich zukommen lassen bevor sie reagieren, ähnlich zu den kleinen Elektrorollern, die bis heute noch nicht wirklich gut eingebettet sind.