Niederschönhausen - Holländerhaus

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    • Niederschönhausen - Holländerhaus

      Hier mal einige Fotos des Holländerhauses in Berlin - Niederschönhausen.
      1816 im holländischen Stil erbaut, erwarb der Schlossermeister und Fabrikant Carl Friedrich August Hauschild aus Berlin 1851 das Haus. Mit dem Umbau des Wohnhauses beauftragte er den Architekt Ludwig Schultz. Dieser stockte das Haus auf, baute eine schöne Wendeltreppe ein und versah den Holzbalkon reich mit neugotischen Schnitzereien. Hier soll man einen phantastischen Blick in die Ferne gehabt haben. Im Inneren - hinter dem Balkon - baute der Architekt einen stilvollen Rittersaal ein. In diesem zeigte der Hausherr - passionierter Metallbauer und wohlhabend geworden durch seine Erfindung, Zucker in Würfelform zu pressen - seine selbst hergestellten Ritterrüstungen, Spieße und Helme. Diese sind wohl heute noch dort zu sehen. Seine Werkstatt befand sich in einem extra dafür aufgebauten Gartenhäuschen. Auch eine Backstein-Remise im Stile Schinkels mit Einliegerwohnung für den Kutscher, hat der Architekt im Garten gebaut. Der Garten war damals übrigens berühmt durch seine Größe und gepflegte Erscheinung - verschlungene Wege und Grotte zwischen den großen Bäumen. Heute nur noch 1/4 so groß und völlig verwildert
      1984 wurde das gesamte Ensemble von dem damaligen Kombinat Zentraler Industrieanlagenbau (ZIM) gekauft mit der Auflage, alles zu restaurieren. Auch den aufwendigen Eingang aus Holz ließ man nachbauen. Leider wurde das dafür benötigte Fundament in falscher Form hergestellt und man sieht heute die unterschiedlichen Winkel zwischen Holzbau und Fundament.
      Nach der Wende wurde das Haus verkauft - mein Arbeitsplatz dort fiel weg. Im Schutt fand ich später ein Gutachten der Denkmalschutzbehörde mit Farbproben und architektonischen Expertisen. Ich habs mit nach hause genommen und später dem Pankow-Museum übergeben.
      Images
      • Holländerhaus 1900-2010_gesamt1.jpg

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      • Holländerhaus 1900-2010_Eingang.jpg

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      • Holländerhaus 1985-2010_gesamt.jpg

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      The post was edited 3 times, last by Babber50 ().

    • Beim Namen Hauschild denkt man natürlich sofort an Eduard Gärtners 'Wohnzimmer des Schlossermeisters Carl Friedrich August Hauschild' von 1843, eine der schönsten Interieurdarstellungen des Berliner Biedermeier mit den regionaltypischen Mahagonimöbeln:

      upload.wikimedia.org/wikipedia…%2C_Stralauer_Str._49.jpg

      Gärtner hatte auch die Werkstatt Hauschilds gemalt, auf dem Interieurbild hängt dieses Gemälde über dem Tisch.
    • Danke! Hab noch kurz in dem Band


      Dietmar Treiber

      Baumeister für Berlin

      geblättert und diese Information gefunden:


      "Dietzgenstraße, Niederschönhausen

      Baumeister: Ludwig Schulz

      Es war anno 1802, als der Berliner Bankier M. F. Fetschow in der heutigen Dietz­genstraße (Niederschönhau­sen) ein Bauerngrundstück als Sommersitz erwarb. Dort verkehrten Prominen­te wie Karl Friedrich Schinkel oder August Wilhelm Anton Neidhardt von Gneisenau. 1816 wurde ein ein­stöckiges Familienhaus er­richtet, das „Holländerhaus" genannt wurde.


      1851 ließ dann der Kunstschlosser August Hauschild das Haus von Ludwig Schulz in die heutige Form umbauen. Im neuen Obergeschoss lag ein „Rittersaal", in dem Hauschild seine Prunkrüstungen und Turnierhelme präsentierte. Außerdem ziert ein geschnitzter Balkon in spätgotischen Formen eine Giebelseite.


      Schulz (oder auch Schultz) dürfte Bauhandwerksmeis­ter gewesen sein, neben dem Umbau schuf er auch eine Remise und eine Gartenhalle."