• Ein linker Zyniker könnte antworten: Du meinst wohl das Reichsparteitagsgelände.
    Ansonsten gilt natürlich: Quod licet gallo, non licet germano.

    Ich denke, dass der durchschnittliche Franzose wohl noch über eine engere Beziehung zu seiner Kultur verfügt als der Deutsche. Die Eliten dort scheinen sich hingegen kaum von den unsrigen zu unterscheiden, was die Verachtung des eigenen Volkes anbelangt. So hat zum Beispiel Macron einmal behauptet, es gäbe gar keine französische Kultur, sondern nur Kulturen..

  • bei unserem StaatsTV-Sender war auch ein oberster Denkmalexperte und Architekt zu Gast und hat sich für den bedingungslosen Wiederaufbau ausgesprochen. Nationales, ja europäisches Symbol etc blabla. Unbedingt sei das äußere Erscheinungsbild nach streng wissenschaftlichen Kriterien wiederherzustellen. Allenfalls bei Kleinigkeiten wie Glasfenstern bliebe ein gewisser Spielraum. Der Systemjournalist hat sodann versucht abzuwiegeln und dabei sogar mit kritischem Unterton die Rede auf die Ddner Frauenkirche gebracht. Interessant die Reaktion des Gastes: Bedingungsloses Bekenntnis zur Reko der FK als gleichermaßen nationales Symbol. Um ev. einen Teilsieg mittels NM-Diskussion herbeizuführen, fehlte dem Systemjournalisten wohl die Bildung.
    Interessant wäre, inwieweit dieser Vergleich auch im dt. Systemfunk strapaziert wird, und mit welchem Ergebnis.

    https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-2/1211/ZIB-2/14010693

    Ursus Carpaticus, ich kann nachvollziehen, dass man Gründe hat, skeptisch gegenüber den Öffentlich-Rechtlichen zu sein. (Erhöhung der GEZ-Gebühren etc). Aber man kann sich - faktenbasiert - auch anders ausdrücken! Ideologische Begriffe helfen uns nicht weiter. Franka

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Zum Glück konnte schlimmeres verhindert werden, die Kathedrale steht noch, und es kam auch kein Mensch ums Leben.
    Spenden von über 700 millionen Euro sind bereits zusammengekommen, Wahnsinn! Die Franzosen lieben ihr Land und ihre Kultur wirklich sehr. In Deutschland würde das, befürchte ich, etwas anders aussehen...

    Eben habe ich im Radio gehört, daß es "Spendenzusagen" von 800 Mio. Euro gibt. Die sind aber nicht allein aus Frankreich, sondern international. Paris, und besonders Notre Dame, haben in der Welt eben einen ganz besonderen Klang/Ruf. Wenn der Kölner Dom abbrennen sollte, gibt es in Deutschland aber ganz sicher auch eine riesige Spendenbereitschaft für den Wiederaufbau. Ist halt nur die Frage, wieviel da international zusammenkommen würde.

    Aber schon witzig, daß das Berliner Schloss für seine 105 Mio. nun schon mehrere Jahrzehnte Geld sammelt. Ist aber auch nicht wirklich vergleichbar.

  • Haha na das kann ja heiter werden. Dann wird aus Notre Dame möglicherweise ein Quaismodo aus teilweise historischem mit modernistischen Zutaten. Ich glaube da werden sich eine Menge an Architekten die Zähne ausbeißen und blamieren.

    Auf diese Meldung habe ich schon seit Gestern gewartet:

    https://www.t-online.de/unterhaltung/s…ederaufbau.html

    Tenor: "Für den Wiederaufbau historischer Güter sei Geld da, aber nicht gegen den Hunger in der Welt".

  • Bitte nach dem Schreck Anfang der Woche (ich habe ja Verständnis, dass man auch mal emotional über die Stränge schlägt) das Thema faktenbasierend weiterführen.

    Beauty matters!

  • Der Pressesprecher der Pariser Feuerwehr, Gabriel Plus, gibt mit seinem Team am 17.04.19 ein Update zum Großbrand der Pariser Kathedrale:

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  • Ich frage mich, was passieren würde, wenn einer von uns in der Öffentlichkeit sagen würde: "Nürnberg war die steingewordene Seele Deutschlands."

    Wenn ich mir die Galerie "Nürnberg in realistischen Bildern" so ansehe, dann kann man doch durchaus behaupten, dass das aktuelle Deutschland zum jetzigen Nürnberg perfekt passt :D - leider:

    "Das wiederaufgebaute Nürnberg ist die steingewordene Seele Deutschlands"

    Es ist schon gut, dass dieses Unglück in Frankreich passierte, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Franzosen hier "an ihre Seele" einen Modernisten auch nur in die Nähe der Kirche überhaupt heran ließen! Obwohl, wer weiß, ob da nicht auch die Politik wieder hereinpfuscht...die republikanischen Präsidenten dort haben bekanntlich auch einen Selbstdarstellungstrieb (Mitterand mit Louvre). Wer weiß, ob nicht Macron der Kirche nicht auch ein Pyramiderl aufsetzt oder (s)einen kleinen Phallus anstatt des eingestürzten Mittelturms...

    Edited once, last by Exilwiener (April 17, 2019 at 6:15 PM).

  • Modernistisch stell ich mir den Vierungsturm als minimalistisches Stahl-Glas-Konstrukt vor.

    Beides ist abzulehnen - gleich welche Ausgeburten modernistischer, abstrahierender, klotzender oder funktionalistischer Vorstellungswelt zum Angebot stehen.

  • Vielleicht kommt man ja bei 800 Millionen und noch mehr auf den Gedanken die beiden Westtürme zu Ende zu bauen, wie damals in Köln. Wenn Macron schon tönt, daß sie schöner als je zuvor werden soll. Nicht, daß ich das befürworten möchte.
    Aber wer weiß, was für Ideen da noch hochkommen!?