Paris - Notre Dame

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    • Fortsetzung: Etwas anderes ist die symbolische Dimension.
      Ich denke, dass viele deshalb so emotional reagieren, weil der Brand für sie symbolisch für die von ihnen empfundene Bedrohung des christlichen Abendlands und seiner Kultur steht. Zugleich liegen die Nerven wegen der realen Brandstiftungen an französischen Kirchen in den letzten Monaten blank.

      Diese symbolische Bedeutung kann ich nachvollziehen; es war gestern auch mein erster Gedanke. Aber gerade deshalb ist es wichtig, auch die nüchternen Stimmen zu hören.
    • Ja genau das ist der Punkt. Und ich finde es respektlos immer noch, wie manche "progressiv Denkenden" hier die (religilösen) Gefühle anderer ins Lächerliche ziehen und verharmlosen, ganz unabhängig davon, was die Ursachen waren für den Brand. Das es passiert ist, ist schlimm genug...

      Grimminger wrote:

      wer mit Anschlägen auf Kirchen argumentiert, kann nicht außer Acht lassen, dass sich die antisemitischen Taten in Frankreich im letzten Jahr enorm gehäuft haben. Das ist meiner Meinung nach die wesentlich bedenklichere Entwicklung.
      Und das Christentum noch als "minderwertiger" als das Judentum anzusehen, nach dem Motto: "die Anschläge kann es ja aushalten " das finde ich defintiv gelinde gesagt unter der Gürtellinie und ja es verletzt meine religiösen Gefühle als Christ!

      @Moderation: kann man vlt die ganzen Beiträge zu Notre Dame de Paris in einem separaten Strang kopieren? Wäre vlt. ganz sinnvoll, auch wenn man bedenkt, dass es für den Wiederaufbau wohl genug interessante Meldungen zu teilen gibt in Zukunft!
    • Jetzt ist das noch keine 24 Stunden her, der Schaden noch nicht beziffert, polizeiliche und gutachterliche Untersuchungen sind nicht in Sichtweite und niemand von den Diskutanten hier war seit gestern abend dort, dennoch geht das Gezänk schon los. Einfach mal einen Gang runterschalten und wie @Riegel sagt, an die örtliche Feuerwehr denken.

      Ich persönlich glaube nicht an einen Anschlag, denn davon hat niemand etwas gesagt und woher soll ich, 1000 km entfernt irgendwie etwas in dieser Richtung erkennen. Wie es scheint sah der Brand schlimmer aus als er letztlich war, gestern habe ich erwartet dass die gesamte Kirche noch einstürzen würde. Bravo an die Pariser Feuerwehr, und ich drücke die Daumen, dass alle mit der Sicherung und Restaurierung betrauten Personen eine glückliche Hand haben werden. Es gilt den Schaden aufzunehmen, die Statik zu sichern, die Feuchtigkeit aus dem Bauwerk rauszubekommen und es bis zum Winter wetterfest zu machen.
    • Stuegert wrote:

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      Du kannst deine Unterstellungen getrost bei dir lassen, weil sie hier unzutreffend sind. Ich habe Beiträge, die an mich gerichtet waren, zitiert. Die zitierten Passagen sind, nachdem auch andere daran Kritik geäußert haben, vom Verfasser gelöscht wurden. Das ist keine Diskussionskultur, das ist Kindergarten und eine Unsitte. Du bist ja auch immer ganz vorne dabei, wenn es darum geht, zu seinen Aussagen später nicht mehr zu stehen und sie zu entfernen.

      Und was hat das hier überhaupt mit dem Thema zu tun?
      Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger
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    • Im DLF wurde der Kölner Dombaumeister zum Brand in Notre Dame zitiert. Nach ihm sei anzuwarten wie die gesamte Statik der Kirche nun reagiere, da das viele Löschwasser in die Gewölbekappen eingedrungen sei und das Gewicht um ein vielfaches hat ansteigen lassen. Z.T. müssten wohl die Gewölbe neu gebaut werden. Der Wiederaufbau würde nach seiner Einschätzung Jahrzehnte in Anspruch nehmen.
      Dem zweiten Teil des Zitats stimme ich nicht zu. Schon jetzt gibt es Spendenzusagen von über 360 Millionen Euro. Damit ist schon eine Menge zu machen. Und es wird nicht dabei bleiben.

      Auffällig ist die Synchronizität der Brandkatastrophe mit einer geplanten Fernsehansprache Macrons, in der er zu den Forderungen der Gelbwesten und den Ergebnissen der Verhandlungen Stellung nehmen wollte. Diese hat er bis auf weiteres abgesagt. Weiterhin ist auffällig wie in den europäischen, politischen Stellungsnahmen die Einheit Europas beschworen wird. Brauchte man hier ein ablenkendes, bzw, "einendes" Ereignis?
      Selbst wenn es keine provozierte Brandkatastrophe ist, ist es aus geistiger Sicht eine Botschaft, an deren Symbolgehalt man nicht vorüber kann. Es ist nur die Frage wie es sich deuten läßt. Ein Jeder wird auf dem HIntergrund seiner eigenen Wirklichkeit eine andere Deutung finden. Die Frage ist, welche Bedeutung es kollektiv für Frankreich, für Europa haben könnte?

      The post was edited 1 time, last by SchortschiBähr ().

    • Ach unser Urpotsdamer mit seiner herablassenden Art, die nichts Substanzielles zur Klärung der Thematik beiträgt. Schau doch bitte bei C.G.Jung nach und informiere Dich über das Phänomen der Synchronizitäten. Vielleicht erweitert das dann Deinen Horizont!

      Die Pariser Feuerwehr läßt nach wie vor Drohnen über der Kathedrale fliegen zur Beobachtung der Brandstelle. Gerade auf einer Live-Cam gesehen!
      Im obigen Twitter-Video sieht man das auch kurz von der gestrigen Brandnacht.
    • Fundstück aus:

      Kommentar - Youtube-Video wrote:

      Dieser Kommentar wird etwas länger. Bin selbst gelernter und studierter Kirchenrestaurator, zwar spezialisiert auf Fresken und Vergoldung, jedoch ist mir der Ablauf und Arbeitsweise der anderen Gewerke durchaus vertraut. Auch habe ich 18 Monate in der Kathedrale Notre Dame gearbeitet,Ende der 90er Jahre. Und selbst da waren die Sicherheitsauflagen so hoch, das auch mir der Brand sehr suspekt vorkommt. Brandausbruch soll im Dachstuhl bei Dacharbeiten erfolgt sein. Dort befindet Jahrhunderte altes Holz, das jedem Kaminbesitzer die Tränen in die Augen treiben würde. Zwar wird dort auch mit offenem Feuer und extrem heißen Lötkolben gearbeitet, aber halt nur außen. Innen brennen extrem heiße Baustrahler, die kühlen jedoch schnell ab. Außen auf dem Dach befindet sich eine Zentimeter dicke Bleischicht, die wohl auch eher mäßige Brandeigenschaften besitzt. Der Brand soll nach Feierabend ausgebrochen sein. Jeder Handwerker im Dachstuhl, wirklich jeder, achtet extremst darauf, das nach Beendigung seiner Arbeit nichts Brandgefährliches herumliegt. Das sind Spezialisten, da arbeiten keine Stümper, gerade an einem solchen Gebäude. Darüber hinaus gibt es „Nachgänger“, Handwerker, die nach Feierabend nochmals die ganze Baustelle 2 mal ablaufen, um eben heiße oder Brand gefährdende Gegenstände suchen und Gefahrenherde abstellen. Der Strom, der verwendet wird, ist Baustrom, ein separater Stromkreislauf, der ebenfalls nach Feierabend abgestellt wird. Dann laufen Brandwachen die ganze restliche Nacht bis zum Beginn der Arbeit am Morgen alles ab, um zu prüfen. Da müsste so viel falsch gelaufen sein und einige Menschen enorm versagt haben, damit ein solcher Brand ausbrechen kann. Für mich liegt hier eindeutig eine Brandstiftung vor, von wem und welcher Seite auch immer.
    • Was soll man derzeit Seriöses sagen können? So ein Großbrand bedarf minutiöser Klärung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Ganz sicher ist höchstes Vertrauen in die staatlichen Stellen angesagt, die sehr kompetent sind und Brandstiftung bereits vor vielen Stunden ausschließen konnten. Wahrscheinlich wird man im Dachstuhl auch keinen unversehrten Personalausweis (oder in diesem Fall noch wahrscheinlicher eine Gelbweste) finden.

      Ich denke, schorschi, dass sich das wirklich nicht so einfach sagen lässt. Unser Wiener Stephansdom ist auch ganz, ganz schnell abgefackelt gewesen - übrigens heute auf den Tag genau vor 74 Jahren. Lt. wiki ist die Ursache nicht geklärt - Plünderung oder doch unmittelbare Kriegseinwirkung (ich wähnte bislang ersteres). Gut, das waren andere Zeiten.

      Hat auch alles sein Gutes: so kann uns das heute nicht mehr passieren. Ein Brand in Friedenszeiten bedeutet eine Kirche mit voller, ungeschützter Ausstattung. Und da wäre mehr hin als bei Notre Dame.
      Hier noch eine sachliche Sicht aus Kulturhistorischer Perspektive:

      katholisches.info wrote:

      Der Schaden ist vor allem ideeller und symbolischer Art. Notre-Dame wurde in der französischen Revolution geschändet. Die Revolutionäre verboten den katholischen Kultus und machten die Kathedrale zum „Tempel der Vernunft“, indem symbolträchtig eine Hure auf den Altar gehoben wurde. Sie birgt daher nicht mehr die Kunstschätze von einst. Das Kircheninnere wurde von den revolutionären Kulturvernichtern von 1789 gezielt und systematisch zerstört. Gleiches wiederholte sich in der Revolution der komunistischen Kommune. Die Einrichtungen mußten neu geschaffen werden. Es gibt Kirchen, die von ihren Kunstschätzen weit wertvoller als die Pariser Bischofskirche sind. Das ändert aber nichts von ihrem sakralen und kulturellen Charakter, der nicht nur ein Gebäude, nicht nur ein Gotteshaus ist. Dennoch ist die Zerstörung der Kathedrale eine unglaubliche Tragödie für die französische Nation, Euroa und die Christenheit.
      eine besondere Symbolik vermag ich nicht zu erblicken.Wenn man allerdings das Kriegsschicksal der kath. Hauptkirchen von Köln, Aachen, Ulm und Freiburg bedenkt... das scheint mir für was zu stehen.
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • Also ehrlich gesagt verstehe ich den ganzen Wirbel überhaupt nicht. Man könnte ja meinen, ganz Paris sei im Feuersturm, wie Dresden oder Hamburg untergegangen.
      Es ist nur ein Dachstuhl abgebrannt!! Kein mittelalterliches Fenster wurde beschädigt. Das Innere (auch die Orgel) hat überlebt. Es muss nur ein neuer Dachstuhl drauf (ein paar Gewölbe repariert werden) und fertig. Beim Wiederaufbau des Deutschen Doms in Berlin kam es auch zu einem Brand und die Kuppel brannte aus. Sowas passiert halt manchmal. Kein Grund zur Panik!