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Rekonstruktion des Kronleuchters des Treppenhauses der Würzburger Residenz (in Planung)

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    • Rekonstruktion des Kronleuchters des Treppenhauses der Würzburger Residenz (in Planung)

      Sehr geehrte Forumsmitglieder,

      nach langer Zeit möchte ich nun endlich auch einen mir persönlich am Herzen liegenden Beitrag posten. Seit einigen Jahren bin ich Mitglied im Verein Freunde der Würzburger Residenz, der sich um den Erhalt der Würzburger Residenz bemüht und dazu auch zahlreiche Restaurierungsprojekte leistet. Vornehmliches Ziel des Vereins ist es den im Zweiten Weltkrieg beschädigten und 1955 restlos entsorgten Kronleuchter des Treppenhauses zu rekonstruieren. Beim Brand des Dachstuhls wurde die Aufhängung zerstört und der Kronleuchter stürzte auf die Treppe und zerschellte.


      Blick in das Treppenhaus vom oberen Umgang.
      (Quelle: Richard Sedlmaier und Rudolf Pfister: Die Fürstbischöfliche Residenz zu Würzburg. München 1923, Tafel 60)

      Nicht ganz uneigennützig verweise ich auf die Internetseite (freunde-residenz.de/index.php) des Vereins, auf der man sich als Mitglied eintragen lassen kann, oder auch einfach nur Geld für die jeweiligen Projekte spenden kann.

      Ich hoffe hier auf offene Ohren und Begeisterung zu stoßen und vielleicht den ein oder anderen Spender zu ermutigen, auch wenn das Berliner Stadtschloss oder die Figuren für das Potsdamer Stadtschloss größere finanzielle Hinwendungen erfordern.

      Es folgen kurze Informationen zum Kronleuchter:

      Er gehörte zu den letzten Ausstattungselementen, die im Treppenhaus ausgeführt wurden, nämlich im Jahr 1774 in nur vierwöchiger Arbeit von Materno Bossi und anderen Gesellen. Der 3,65 m im Durchmesser messende Kronleuchter bestand aus Gips und einem Metallgeflecht und besaß sechs Arme. Er wurde anschließend vergoldet und bot 54 Kerzen Platz.

      Nach vorläufiger Schätzung soll die Rekonstruktion ca. 250.000 Euro kosten. Es wurde zur bildlichen Unterstützung und zur Darstellung der Machbarkeit schon ein Probearm vom Stuckateur Jan Hoos angefertigt. Er erstellte u.a. die Probeachsen im Festsaal des Palais im Großen Garten zu Dresden und rekonstruierte von 2002 bis 2003 zwei Stuckdecken von Antonio Bossi im Schloss Veitshöchheim. (Materno Bossi war der Neffe von Antonio Bossi).


      Bei weiteren Fragen stehe ich Euch gern zur Verfügung.

      Beste Grüße aus Würzburg
      Euer VanWuerzburg

      The post was edited 1 time, last by VanWuerzburg ().

    • Um Euch den oben erwähnten Probearm für den Kronleuchter nicht vorzuenthalten, habe ich heute einige Bilder gemacht. Öffentlich ist dieser leider nicht zu sehen.

      2006 bis 2007 fertigten ihn der Stuckateur und Bildhauer Jan Hoos und der Vergolder Anton Schultz an.

      Der Probearm in seiner Gesamtheit. Er ist etwa 1,50 m breit.

      Die Grundkonstruktion ist wie beim verlorenen Original eine Metallkonstruktion, die mit Stuck überzogen wurde. Anschließend wie hier zu sehen, wurde der Gipsstuck mit einer Polimentvergoldung überzogen. Bei wurde damals wie heute zwischen Glanz- und Mattgoldbereichen unterschieden.
      Beginnend von recht erkennt man die Grundkonstruktion aus Metall, weiter nach links den Stuck. Es folgt eine Abstufung, um die einzelnen Schichten der Polimentvergoldung zu verdeutlichen, aus zwei Schichten Leimtränke (leicht gelblich), dann in Grau der Steingrund (Haftvermittler zwischen Stuck und dem Kreidegrund), einer schmaler weißer Streifen ist eine Abfolge aus Kreidegrundschichten, gefolgt von zwei schmalen Streifen mit gelbem und roten Bolus, um dann mit der Blattgoldauflage abzuschließen.



      Detail des Adler-/ Greifenkopfes mit der Leimtränke.


      Linke Bereich des Probebarms mit Blumengirlande und Widderkopf, der ursprünglich die Kerzenhalterung aufnahm.


      Der Widderkopf in einer Nahaufnahme. Er bildete den jeweiligen äußeren Abschluss eines Armes.


      Detail der Blumengirlande, teilweise mit unvergoldeten Blüten. Wie im obigen Beitrag zu sehen, war die Girlande mit der Mitte des Lüsters verbunden, hing also halbrund nach unten.

      Weiteres Detail, die Girlande entspringt in einer Art Blütenkelch mit mehreren Blütenblättern. Daran schließen sich die verschiedenen Rocaillen an.


      Weiteres Detail.


      Die große Rocaille noch unvergoldet.

      Alle Bilder von heute und mir.
    • Danke @Sir Moc. Ich hoffe wir können auch auf einige Spenden von einigen Lesern hier hoffen. :)

      Das wäre sicherlich eine kostengünstigere Variante. Aber ein solches und jegliches Ausstattungsstück - gerade in der Würzburger Residenz - sollte nach alten handwerklichen Techniken wiederhergestellt werden. Auch wäre der Effekt einer Vergoldung auf "Plastik" nicht der gleiche, wie eine echte Polimentvergoldung auf Kreidegrund.

      Genau darin besteht ja eigentlich der Anspruch einer Rekonstruktion, dass bei ihr alte Techniken angewandt und auch die authentischen Materialien verwendet werden. Zusätzlich sollte eine Rekonstruktion gut dokumentiert werden, damit für nachfolgende Generationen das Wissen dieser Techniken vermittelt werden kann. Somit werden Wissen, Traditionen und demnach auch die eigene Kultur bewahrt.
    • Es stellt sich natürlich die dir wohl überaus ketzerisch erscheinende Frage, ob das Treppenhaus ohne Kronleuchter nicht schöner ist...
      Nicht nur, dass dieser Raum einen solchen Mittelpunkt nicht braucht... Eigentlich ist er ja doch dem weit und frei schweifenden Blick im Wege.
      Gegen die Reko ist nichts zu sagen... nur: kann man das Trumm nicht woanders aufhängen, vielleicht in einem Saal, der eines derartigen Artefakts bedürfte?
      Das Problem stellt sich oft in Kirchen. In wirklich großartigen Innenräumen sind Lüster, und seien sie noch so schön, letztlich im Wege...
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • Die Frage stellt sich natürlich nicht ;) Der Kronleuchter wurde ja genau für dieses Treppenhaus geschaffen und gehörte zur ursprünglichen Ausstattung dazu. Außerdem reagiert er auf die von Tiepolo freigehaltene Fläche inmitten des Freskos, in der lediglich Wolken und Himmel gemalt wurden.

      Er ergänzt ikonographisch das Fresko.
      Zitat von der Internetseite vom Freundeskreis der Würzburger Residenz:

      "Bekrönt war der Leuchter von der Darstellung des Kampfes zwischen Adler und Schlange, dem alten Topos vom Kampf des Lichtes gegen die Finsternis. Somit war der Leuchter nicht nur sonnenartige Lichtquelle, für die vier im Deckenfresko von Giambattista Tieopolo dargestellten Erdteile. Der mythologische Sonnenaufgang im Fresko der Decke erfuhr im großen Treppenhausleuchter eine wesentliche, eine christliche Umdeutung."

      Zudem beschäftigte sich Frau Dr. Friedrich von der Würzburger Universität unlängst mit dem Kronleuchter und zeigt in ihrem Aufsatz auch die Wechselbeziehungen zwischen Fresko und Leuchter auf.

      Verena Friedrich:
      Der große Kronleuchter im Treppenhaus der Würzburger Residenz. Aus: Architektur und Figur – Das Zusammenspiel der Künste. Festschrift für Stefan Kummer zum 60. Geburtstag, München 2007.


      Gerne zitiere ich aus diesem Aufsatz mehr...



      Würde man den Kronleuchter in einen anderen Raum hängen ... und davon käme nur einer mit entsprechender Größe infrage, würde der Kontext fehlen.
      Und Kontext ist in diesem Fall essenziell.
    • ursus carpaticus wrote:

      Es stellt sich natürlich die dir wohl überaus ketzerisch erscheinende Frage, ob das Treppenhaus ohne Kronleuchter nicht schöner ist...
      Nicht nur, dass dieser Raum einen solchen Mittelpunkt nicht braucht... Eigentlich ist er ja doch dem weit und frei schweifenden Blick im Wege.

      (...)

      Wenn man so ein Projekt in diesem Forum vorstellt, muß man auch mit (höflicher) Ablehnung rechnen.

      Allerdings wage ich nicht zu schreiben, was ich mir hier wirklich denke, weil es nur zu unfruchtbaren Streitereien führen würde.
    • Ich freue mich über den Vorschlag, den Leuchter zu rekonstruieren, ganz außerordentlich!
      Schon immer habe ich seine Wiederherstellung als ein großes Desiderat empfunden. Es ist in der Tat so, dass er die Leere füllt, die Tiepolo an dieser Stelle in seinem Fresko gelassen hat - womöglich, weil schon damals ein Leuchter geplant war. Auch verleiht er dem Raum einen optischen Bezugspunkt.

      Das Treppenhaus ist ja unter Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges etwas anders ausgeführt worden, als ursprünglich geplant war. Die Blendbögen an den die Treppe umfassenden Schachtwänden wurden zugunsten einer glatten Putzfläche aufgefüllt, die Lisenen-Gliederung folgte nicht mehr den Pilaster-Rhythmus der Galerie in der Beletage, sondern dem Duktus der Treppenläufe; einige Oberlichtfenster wurden geschlossen, um eine gezieltere Lichtführung zu erreichen. Der gesamte Dekor ist - sieht man von Tiepolos Fresko ab - Materno und Ludovico Bossi. Daher ist der von Materno Bossi entworfene Leuchter ein integraler Bestandteil dieser Neukonzeption.

      Darüber hinaus fügt der Leuchter sich ikonographisch hervorragend in die Gesamtprogrammatik des Residenzbaus ein. Der (Reichs-)Adler, der die Schlange besiegt, soll auch auf die von Seinsheim propagierte Bewährung der Reichsidee im Siebenjährigen Krieg hinweisen. Damit knüpft der Leuchter an die Imperialikonographie des Residenzbaus an. Im Treppenhaus antwortet er auf das Fresko (Apoll im Kreis der Planeten als Anspielung auf Kaisertum und Reichsfürstenstand), auf die Wappenkartusche der Wand zum Weißen Saal (Seinsheimlöwe und Reichsadler als Verbündete) sowie auf Franz Anton Ermeltrauts Herkuleszyklus an der Decke des Vestibüls (Kampf des Herkules als Anspielung auf Seinsheims Einsatz zur Verteidigung des Hochstifts Würzburg im Siebenjährigen Krieg).
    • Ich hatte mich mit dem Leuchter - leider - nie eingehend beschäftigt. Ich kannte auch nur das ganz oben gezeigte Schwarz-Weiß-Photo bei Sedlmaier/Pfister. Mit Blick auf die Ausstattung der Seinsheimzimmer dachte ich immer, der Leuchter sei silberfarben gewesen, obwohl Gold natürlich sehr viel mehr Sinn ergibt. Zum einen passt es besser zum Ockerton der unteren Treppenläufe, zum anderen ist er natürlich als eine Materialisierung des von Apoll ausgehenden Sonnenlichts aufzufassen.
      Klar war mir auch nicht, wie sehr Bossi sich hier noch in das Rokoko hineinversetzt hat, wo er sich doch eigentlich dem frühklassizistischen Gôut Greque bzw. dem style à la Romaine verpflichtet fühlte.

      Und dann noch eins: Die figürliche Dekoration der Wände wurde ja - nach den Befunden von Matthias Staschull - vor einigen Jahren mit künstlichem Schattenwurf rekonstruiert. Dieser Schattenwurf ergibt natürlich besonders Sinn, wenn man von einer zusätzlichen Lichtquelle in der Raummitte ausgeht.
    • Wenn man so ein Projekt in diesem Forum vorstellt, muß man auch mit (höflicher) Ablehnung rechnen.
      Nicht nur mit (wie im vorliegenden Fall übrigens ausnehmend) höflicher Ablegung.
      Die Entgegnung ist natürlich sehr fundiert gewesen.
      Ja... Was soll ich sagen...
      Das hat natürlich was.
      Und natürlich muss man froh sein, dass das Treppenhaus überlebt hat uns wir uns heute derartigen Luxusproblemen hingeben können. (Ein Verweis auf Notre Dame drängt sich auf. Ist auch in Wü der Dachstuhl total verkohlt gewesen, sodass er kein zerstörerisches Gewicht mehr hatte?)
      Ich kann nur sagen: ich kenne das Treppenhaus und bin begeistert davon und bisher hat mir dort absolut nix gefehlt, bin gar nicht auf eine solche Idee gekommen. Das von dir verlinkte Bild sagt mir nicht so zu.
      Dennoch glaube ich, dass mehr Wahrheit auf deiner Seite ist.
      Ich mag halt grundsätzlich keine Änderungen von Sachen, die ich mag.
      Es wäre vielleicht noch interessant, etwas über die (endgültige) Zerstörung der Reste zu wissen. Warum um alles in der Welt ist diese erfolgt? Weil es Verrückte wie mich gegeben hat, die gesagt ham, ohne ist schöner und gleich für tabula rasa sorgen wollten?
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • @ursus carpaticus
      Das Problem der gewöhnungsbedürftigen Veränderung kenne ich sehr gut, auch ich würde mich, bei aller Begeisterung für den Leuchter, erst umgewöhnen müssen.
      Woran ich mich indes nie gewöhnen werde, ist der moderne Leuchter an der Decke des Vestibüls, der Ermeltrauts Fresko mit den Herkulestaten verdeckt. Er ist zwar außerordentlich filigran, aber an diese Stelle gehört keine Lichtquelle, da das Treppenhaus den Aufstieg aus dunkler räumlicher Enge zu lichter Weite vollzieht. Aber was tut man nicht alles, um die Residenzräume, gegebenenfalls auch nachts, gewinnbringend zu vermieten?
    • @ursus carpaticus Ich darf noch auf Deine Frage nach dem Dachstuhlbrand zurückkommen. Mir hat sich die Parallele zu Notre-Dame auch schon aufgedrängt.

      Die Gewölbe von Notre-Dame sind in Teilen u.a. wegen des etliche Tonnen schweren Dachreiters eingestürzt und der Gerüststeile, die er mit sich gerissen hat, weniger wegen der herabfallenden brennenden Dachbalken.

      Dass das Gewölbe in Würzburg gehalten hat, ist Neumanns genialer Wölbetechnik zu verdanken. Ursprünglich sollte das Treppenhaus auch in der Beletage dreischiffig sein (Fotos unten) - es wäre dann noch mehr als jene "Treppenhauskathedrale" erschienen, von der Erich Hubala sprach (meiner Meinung nach hatte Neumann vor, in eine Paraphrasierung der Hofkirche von Versailles ein dreiläufiges Treppenhaus zu setzen).

      Neumann hat dann aber auf eingestellte Kolonnaden verzichtet, einerseits wohl, um die darunter liegenden Arkaden der Treppenschachtwände zu entlasten, andererseits, um die Raumdramaturgie zu steigern. Sein Konkurrent Lukas von Hildebrandt hielt die Konstruktion für undurchführbar. Als die Schalungen unterhalb des Gewölbes entfernt wurden, wurde die Residenz, so weit ich weiß, teilevakuiert. Um die Stabilität zu beweisen, machte Neumann sich sogar anheischig, eine Kanone im Innern abzufeuern, was ihm Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn aber untersagte. Jedenfalls hat das Gewölbe den Dachbrand im März 1945 überstanden - wie auch Neumanns Gewölbe von Kaisersaal und der Hofkirche. Ansonsten wären Tiepolos Fresken verloren gegangen.


      B. Neumann, Treppenhausentwurf ca. 1734. Quelle: Stephan, Peter, Im Glanz der Majestät des Reiches. Tiepolo und die Würzburger Residenz, Bd. 2, Weißenhorn 2002, Abb.105 u. 106
    • Ein kleiner Nachtrag von mir bezüglich der Dachstuhls des Treppenhauses und den Schäden nach dem Bombenangriff.

      Der Dachstuhl hatte kein großes Volumen, wie man vermuten könnte, teilweise lag er sogar auf dem Gewölbe auf! Auf dem Bild erkennt man gut, dass zudem Rippen über die Gewölbefläche zur besseren Stabilität von Neumann gemauert wurden. Ähnlich den Rippen gotischer Gewölbe, nur eben auf der oberen Seite.
      Quelle: n0by.blogspot.com/2017/05/von-…ssen-in-good-old.html?m=1

      Bei Gelegenheit werde ich einen Querschnitt vom Dachstuhl des Treppenhauses liefern (bin im Urlaub und hab nicht alle Residenzbücher im Koffer), sofern @Seinsheim nicht früher Bildmaterial liefert! :)

      Der Dachstuhl des Kaisersaals war übrigens nach dem Brand von 1896 aus Metall ausgeführt worden, wie auf dem Bild zu erkennen ist.
      Images
      • 63762222-56AA-4486-A8AE-82C82D755B92.jpeg

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    • Zuerst einmal freue ich mich sehr über die Rekonstruktion des Kronleuchters und finde den Probearm auch sehr gelungen!

      Aber es stellt sich mir doch eine Frage: warum kostet das Teil so viel? 250.000 € für einen sechsarmigen Leuchter??
      Ich kann mir zwar durchaus vorstellen, dass das eine außergewöhnlich schwierige Anfertigung ist und es nur wenige Spezialisten gibt, die so etwas können. Aber da ja wohl anzunehmen ist, dass die reinen Materialkosten sich bei dem Luster ziemlich in Grenzen halten dürften, bilden das Gros der Kosten wahrscheinlich die Honorare der Kunsthandwerker. Wie viele Leute sind da beteiligt und wieviel verlangen die an Stundenlohn?

      Ich habe einen ähnlichen Fall mitbekommen, bei dem ich auch nicht kapiere, warum das so viel gekostet hat: im Grottenhof der Münchner Residenz wurden vor kurzem zwei stark verwitterte Malereien aus der Renaissance restauriert (rechts vom Muschelbrunnen) und diese Restaurierung hat ebenfalls fast 200.000 € gekostet. Ich weiß das, weil ich Mitglied bei den Freunden der Münchner Residenz bin, die diese Restaurierung bezahlt haben. Unser Vorstand konnte (oder wollte) mir aber auch nicht genauer erklären, warum das so teuer war. Wie gesagt, ich bin mir sicher, dass dies sehr schwierige Arbeiten sind und schätze die Leistungen der beteiligten Künstler natürlich sehr, aber die Gesamtkosten scheinen mir nicht erklärbar. Wenn solche Arbeiten schon immer so teuer gewesen wären, wäre nie etwas wie die Residenzen in Würzburg oder München entstanden.
      Was übersehe ich dabei? Wie rechtfertigen sich solche exorbitanten Kosten?
    • Eine berechtigte Frage:

      Leonhard wrote:

      Aber es stellt sich mir doch eine Frage: warum kostet das Teil so viel? 250.000 € für einen sechsarmigen Leuchter??
      Bei Ebay gibt es sogar siebenarmige - und das für nur 29,00 Euro!
      ebay.de/p/Menora-7-armig-Kerze…5?iid=233053806250&chn=ps

      Sorry, aber ich versuche gerade mal, die ehrwürdige Tradition des risus paschalis wiederzubeleben. :engel:
      (de.wikipedia.org/wiki/Osterlachen)