Weißrussland, Belarus

  • Ein vielleicht etwas "abwegiges Thema", nichtsdestotrotz ist die historische Bedeutung der Region nicht zu unterschätzen. Im Rahmen einer selbst organisierten Rundreise, gab es neben viel Wald, Seen, Wald, Seen, usw. auch einiges Sehenswerte zu entdecken. Es lohnt sich, die Grenze ist etwas mühsam, aber ich habe schon Schlimmeres erlebt, im Land selber ist dann alles tief entspannt.


    Grundlegend fällt auf, daß das Land mit seiner Erinnerungskultur irgendwie nahe dem Mai 45 stehen geblieben ist, es wimmelt vor Heldendenkmälern, Panzern etc., was der Freundlichkeit der Leute jedoch keinen Abbruch tut. Nun war Weißrussland historisch immer Aufmarsch- und Kriegsgebiet - Napoleon, 1. Weltkrieg, 2. Weltkrieg - das prägt sicherlich.

    Witebsk - Uspensky Kathedrale

    Witebsk - Auferstehungskirche

    Witebsk, Die Düna, die dann bei riga die Ostsee erreicht, mit der Kathedrale im Hintergrund


    Das Geburtshaus von Marc Chagall ist nicht weiter erwähnenswert, die Stadt in großen Teilen bei heftigen Kämpfen zerstört worden, vieles bedarf noch der Restaurierung und sozialistische Tristesse mit den erwähnten Monumenten gibt es zuhauf, aber eben nicht nur.

  • Platon, könntest du zwischen zwei Bildern jeweils eine Leerzeile einfügen? Das sieht besser aus. Du kannst deine bereits veröffentlichten Beiträge durch Klick auf "Bearbeiten" nochmals ändern. Deine Bilder und Beiträge sind so interessant, dass sie eine bestmögliche Präsentation verdient haben. Es ist auch besser, Text nur oberhalb oder unterhalb von Bildern zu platzieren. Manchmal sieht man das erst nach dem Absenden des Beitrags. Ich muss meine Beiträge mit Bildern auch manchmal nachträglich bearbeiten, damit alles so aussieht, wie ich mir das wünsche.

  • Brest. Hier steht nicht mehr viel, nachdem es zunächst von Polen verteidigt wurde, danach von der Wehrmacht im Rahmen der gemeinsamen Siegesfeier mit der Roten Armee 1939 an die Sowjetunion übergeben wurde, um dann 1941 erneut Schauplatz langer Kämpfe zu werden.


    Interessant ist hier lediglich die bombastische sozialistische Heldenverehrung, wobei natürlich nicht die polnischen Verteidiger des Jahres 1939 gemeint sind, sondern natürlich die von 1941.


    Auffällig neben den sozialistischen Helden- und Plattenbauten und allgegenwärtigen Kriegs- und Siegesdenkmäler, sowie Lenin in jeder Form und Größe - neu erbaute orthodoxe Kirchen.




  • Rumyantsev-Paskevich Palast



    Regionales Schauspielhaus

    Strassenansicht



    Der Sozialismus lebt mit Hammer und Sichel weiter.


  • Kathedrale St. Sophia, Polozk, jetzt eine Konzerthalle. Der Bau steht wohl auf Grundmauern aus dem 11. Jhr. , Umbauten erfolgten bis in das 18. Jhr.




    Historische Museum Polotsk


  • Minsk. Ein paar Eindrücke, mehr kann es bei einer Stadt von knapp 2 Mio. Einwohnern nicht sein. Minsk wurde im II. WK. schwer zerstört, 1941 und 1944, Teile der Altstadt dann nach dem Krieg abgerissen. Nun scheint man dabei zu sein, punktuell wieder zu rekonstruieren, bzw. komplett "neu" wieder aufzubauen.








    Hier so ein "Neubauviertelchen"


  • Miensk - Ratuša.jpg


    Eigentlich sind es fast 2 Rekos hier im Bild: das Zentrum von Minsk in Weißrussland, heute wichtigtuerisch-snobistisch als "Belorus" apostrophiert. Demnächst wird es wohl auch Polska und Magyaroszág heißen. Wir sollten auch auf "Österreich" im englischsprachigen Raum bestehen, schon allein weil das keiner dort aussprechen kann.

    Das Altstädter Rathaus ist schon 1857 unter Nikolai I abgerissen worden. Im Zuge der Neugestaltung der Altstadt und der Rekonstruktion der benachbarten katholischen Mariä-Namen-Kathedrale wurde das klassizistische Rathaus nach alten Plänen 2002–2004 rekonstruiert.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Das hat mit Wichtigtuerei und Snobismus nichts zu tun. Man möchte am Staatsnamen klarmachen, dass Belarus eben kein Teil von Russland ist, wie "Weißrußland" eben doch nahelegt. Ein besserer Vergleich als "Polska" und "Magayroszág" wären "Tschuschen" und "Walsche"...

  • Was dann ja total fehlgeht, weil in den meisten Medien dann doch wieder von „belarussischen XY“ gesprochen und geschrieben wird und anders als bei Weißrussland, bei dem die meisten doch ein eigenes Land assoziieren dürften, kann ich mir vorstellen, dass man sich unter „Belarus“ erstmal gar nichts vorstellen kann und wenn im nächsten Satz dann von „belarussisch“ gesprochen wird, dann erstmal Russland damit assoziieren dürfte...

    Ist eigentlich auch der falsche Strang für das Thema, sowohl für die Rekonstruktion als auch für die Sprachdiskussion.

  • Was ist das wieder? Was ist das "Rus" in Belarus??? Kommt das vom niederösterreichischen Niederrußbach?

    Und was hat "Tschuschen" mit Polen oder Ungarn zu tun? Kein Mensch bezeichnet Polen oder Ungarn als Tschuschen. Tschuschen ist pejorativ, was auf Russland oder Weißrussland kaum zutreffen dürfte. Eine eher pejorative Bezeichnung für Polen (Menschen) wäre Pol(l)aken, was eher in Richtung Eigenbezeichnung geht.

    Belarus ist eine typische Medienschöpfung, klingt schick, und jeder Depp plappert's nach.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Das Rus bezieht sich auf die Kiewer Rus, deren Machtzentrum Kiew darstellte. Man will das Land damit vom Moskauer Reich abgrenzen. Inwieweit das sinnvoll ist, vermag ich nicht zu sagen, zur Kiewer Rus habe ich mich nie wirklich informiert. Mir ist das prinzipiell egal, ich sage tatsächlich auch Weißrussland. Wenn die Weißrussen gerne Belarusen genannt werden wollen, mache ich das auch gerne.

  • Das ist eine akademische Diskussion westlicher Weltanschauer.

    Belarus kommt von Kiewer Rus - dem ersten Großreich, welche Territorien der heutigen Ukraine, Weißrusslands und Russlands umfasst hat. Deshalb ist auch die sprachliche Abänderung von Russland nach "Rusland" als Hinweis auf die angebliche Unabhängigkeit von Belarus völlig sinnfrei. Vor allem, weil Putin die Einbindung von Weißrussland vorantreibt. Insofern unterscheidet sich Belarus überhaupt nicht von Russland. Beides sind Diktaturen von psychisch beeinträchtigten Männern, die die Naivität des Westens in strategischen Fragen für sich gnadenlos ausnutzen. Russland versucht die Demokratien zu spalten und Chaos zu stiften. Hauptgrund ist sicher die desolate Jugend von Putin, der sich nur als ganzer Kerl aus diesen Verhältnissen befreien konnte und deshalb heutzutage die verweichlichten Männer Europas zutiefst verachtet. Und das hat damit zu tun, dass solche Menschen aus seiner Sicht eine Bedrohung für den Fortbestand eines "gesunden" Staates darstellen. Der Zerfall der Weltmacht Sowjetunion war schon eine Niederlage für den treuen Geheimdienstoffizier.

  • Also diese tiefschürfende Analyse erklärt vieles und erschließt mir eine ganz neue Sicht.

    Wenn die Weißrussen gerne Belarusen genannt werden wollen

    Ich glaub, denen ist das so wurscht wie uns autre chiens. Wir werden im Tschechischen sowieso zu totalen Waldviertler Provinzlern erklärt, dh zu Einwohnern eines Landes um einen äußerst mittelprächtigen Markflecken, da sind wir Kummer gewöhnt. Keinesfalls würde uns einfallen, darauf zu bestehen, dass wir Esterajšsky sind, das ist deren Sache. Und dass wir das Weiß übersetzen, scheint jedenfalls auch legitim.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Tja, mir wäre es auch lieber, wenn man effektiv gegen diesen hängengeblieben und völlig irren Diktator vorgehen würde,anstatt sich Gedanken über den Landesnamen im deutschen zu machen. Aber da ist bei mir wohl der Wunsch der Vater des Gedanken.

  • Übrigens hab ich auch gegen die demokratischen Abgrenzungsbestrebungen Weißrusslands gegenüber dem bösen großen Bären verstoßen - wohl unbewusst aus speziesbedingter Solidarität - indem ich meinen Beitrag hier eingestellt habe und keinen neuen Strang mit dem Titel "Rekonstruktion von historischen Bauwerken in Weißrussland" eröffnet habe.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.