München - Umfeld des Siegestors wird verschönert

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    • Moment mal, der Bereich von dem gesprochen wird, zumindest den Visualisierungen nach zu urteilen, betrifft den Bereich zur Innenstadt hin, also die Ludwigstraße. Die Straße war immer als baumlose Prachtstraße, gerahmt von monumentalen Stadtpalästen, geplant. Jetzt will man diese historische und sicher denkmalgeschützte Gestaltung und Wirkung lokal komplett verändern mit Pappelreihen und anderer Stadtmöbelierung?
    • Interessant auch was Hr Nerdinger dazu sagt:

      SüZ wrote:

      Als Kompromiss wird der Abstand zwischen den Bäumen nun so gewählt, "dass die dahinter liegenden Fassaden weiterhin sichtbar bleiben", wie es im Beschlusspapier formuliert ist. Die Stadtpolitik dürfte dabei die Argumentation von Winfried Nerdinger überzeugt haben, Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums. Er hatte sich klar für die Pappel-Idee ausgesprochen und dabei auf den erhaltenen Nazi-Bau auf der Ostseite, das ehemalige "Haus des Deutschen Rechts", verwiesen. Mit den hohen Bäumen könne man das Mahnmal etwas abschirmen; der Stadtheimatpfleger wertete das Konzept als "deutliche Verbesserung".
      Ganz ähnliche Argumentation wie beim Haus der Kunst. Dort will der Architekt, der die Sanierung gewonnen hat, die Baumreihen an der Prinzregentenstraße wieder entfernen (die wohl in den 80er/Anfang 90er dort gepflanzt wurden) und so das Gebäude wieder voll zur Geltung bringen. Was hat Nerdinger dazu gesagt (bzw eigentlich schon getobt)? Das man es besser so lassen sollte damit der "Nazi Bau" weiter verdeckt bleibt. Dort hört man soweit ich weiß nicht auf ihn. Hier aber anscheinend schon. Ich habs schon mal an anderer Stelle geschrieben und so sehr ich Nerdinger für seine großartige Aufklärungsausstellung über Rekonstruktionen und weitere Ausstellungen über Münchner Architekten schätze, aber hier kann ich die Argumentation überhaupt nicht nachvollziehen. Haben sich nicht einschlägige Kreise jahrzehntelang bemüht, dieses Verschämte, dieses verstecken-wollen der braunen Geschichte aufzugeben? Und hier will man das Gebäude hinter einer Baumreihe haben, damit man es nicht "ertragen" muss? Auch wenn das wahrscheinlich nicht der Hauptgrund ist für die Bäume, so lässt sich die Stadtpolitik das nochmal vom Architekturexperten bestätigen, dass es ok ist den Bau zu verstecken...
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • treverer wrote:

      Moment mal, der Bereich von dem gesprochen wird, zumindest den Visualisierungen nach zu urteilen, betrifft den Bereich zur Innenstadt hin, also die Ludwigstraße. Die Straße war immer als baumlose Prachtstraße, gerahmt von monumentalen Stadtpalästen, geplant. Jetzt will man diese historische und sicher denkmalgeschützte Gestaltung und Wirkung lokal komplett verändern mit Pappelreihen und anderer Stadtmöbelierung?
      Die entsprechenden Bereiche, nämlich zwischen Siegestor und Hauptgebäude der LMU bzw gegenüber dem sog. Lehrturm, waren zu Zeiten Gärtners und der Entstehung der Ludwigstraße allerdings überhaupt nicht bebaut. Bei der einen "Platzhälfte" geschah dies erst Ende des 19. Jhdts bzw gegenüber ("Nazi-Bau") sogar erst 1936 (vorher befand sich hier der Garten des damals benachbarten Max-Joseph-Stifts). Von einer historisch-baumlosen Gestaltung kann also keine Rede sein. Und die gegenwärtigen Parkplatzreihen vor dem Siegestor gereichen der prächtigen Bebauung auch nicht gerade zur Ehre. M.E. daher eine klare Verbesserung zum Vorzustand.
    • Riegel wrote:



      Du solltest den Strangtitel noch abändern
      Erledigt.

      Ansonsten zur "Problematik":
      Ich halte eine Baumbeflanzung an solchen Stellen für absolut sinnvoll - es geht doch nicht darum, irgendwelche Gebäude zu verstecken, die Kombination aus historischer Architektur un einer gewissen Urbanität wiederspricht sich doch überhaupt nicht - nein, ich würde sogar sagen, es wertet die Gegend auf.
      Wie traurig steht eine wunderschöne Gründerzeitvilla da, ohne das geringste Grün drumherum?
      Abgesehen da von, werden die schönsten Plätze, bei hochsommerlichen Temperaturen ohne schattenspendene Beflanzung, zur Qual.
      Mit Ziegelsteinen kann man Fensterscheiben zerstören, mit Glas, Stahl und Beton ganze Städte.