Rekonstruktionen im Fadenkreuz

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!
  • Zu dem ‚unbedingten Willen’ zur Selbstbehauptung gehört m. E. dann aber auch, daß man das Ungleichgewicht in der veröffentlichten Meinung nicht vornehm übergeht, sondern konsequent anprangert.

    Es gibt kein Ungleichgewicht in der veröffentlichten Meinung. Die Medienlandschaft ist so breit aufgestellt wie noch nie in unserer Geschichte. Zudem darf dank des Internets jeder Trottel seine Meinung auf die Welt loslassen, solange er sich in Rahmen der geltenden Gesetze bewegt. Dabei findet sich aber gerade in den sozialen Netzwerken das Phänomen vor (und das ist nicht ein Gefühl sondern untersucht), dass Parteien aus dem rechten Spektrum die Meinungsbildung überproportional bestimmen.


    Das Problem ist rein politischer Natur und kann deshalb hier nur kurz angeschnitten werden. Die Bürger dieser lobenswerten Republik fühlen sich durch die vorherrschende Rechtspraxis zutiefst verunsichert

    Wer sind den DIE Bürger? Wenn man sich die Zugstimmungswerte für die Parteien anschaut, dann erleben wir gerade in dieser Phase der Krise höchste Zugstimmungswerte für die Regierungsparteien. DIE Bürger sind also schon mal gar nicht verunsichert. Das mag für einen kleinen Teil der Bürger zutreffen, zu denen du ganz offensichtlich gehörst. Du solltest aber nicht von dir auf DIE Bürger schließen.


    Wir nähern uns DDR-Verhältnissen.

    Diese Behauptung ist so schräg, dass sie auch nicht richtiger wird, wenn man das Gegenteil behauptet. Wir leben in einem der fortschrittlichsten Rechtssaaten dieser Welt. Ein irgendwie gearteter Vergleich mit der DDR ist Unsinn!


    Diese sind lebensnotwendig für extremistische Parteien und erhalten natürlich nie einen direkten Auftrag.

    Endlich mal ein richtiger Satz von dir. Und dabei kann man dann ja in den letzten Verfassungsschutzbericht schauen, in welchen Parteien die Extremisten sitzen.

    Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger

    Hat die Website für Stadtbild Deutschland erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich.

  • Also dass wir uns im ö-r Rundfunkt DDR-Verhältnissen annähern, muss ich leider auch feststellen...

    Die Berichterstattung ist permanent tendenziös, Konsumenten werden ständig beeinflusst. Framing.


    Schönes Beispiel hier ab Minute 8:00 bis 14:30

    ARD-Anstalten relativieren selbst Entscheidungen von obersten Gerichten, wenn diese nicht ins linksgeföhnte Weltbild passen...


    https://www.ardmediathek.de/da…tYTliNS02NmZkMmY4MmY5Mzk/


    Früher hatte man Westfernsehen als Korrektiv...

    Und heute?


    ---


    Und wenn ICH eine andere Meinung als die des ö-r dominierten Mainstream äußere, dann fühle ICH MICH tatsächlich mittlerweile ähnlich wie in der DDR.

    Als Dresdener wird einem ja regelmäßig allseits klar gemacht, dass man in dieser Stadt rechts, dumpf und fremdenfeindlich IST. Prangert man die verzerrenden Darstellungen im ö.r. R. an, dann wird man selbst in diese Ecke einsortiert...


    Das ist wie damals vor 89, als ich auch ständig "meine Haltung überprüfen" sollte.

  • "Die Medienlandschaft ist so breit aufgestellt wie noch nie"


    Wenn das so ist, wieso gibt es dann so viele wie noch nie, die genau das Gegenteil wahrnehmen?

    In dubio pro reko


    Die Deutschen sind ein Volk, das auf die Regierung hört. Die Franzosen sind ein Volk, auf das die Regierung hört.

  • wer hier Vergleiche mit der DDR aufstellt, hat diesen Staat wohl nicht selbst kennengelernt. Die geschichtliche Aufklärung über den Ulbricht/Honnecker Staat ist wohl auch zu spärlich um sich darüber ein Urteil bilden zu können.

    Und nun mal zu den Medien - hier ist alles zu finden, von rechts aussen bis links draussen. Die Nationalzeitung lässt sich genau so beziehen wie das neue Deutschland.


    Eine vollständige Videoüberwachung würde auch ich befürworten um Verbrechen und Vergehen möglichst einzudämmen, nur müsst für eine solche Massnahme die Mehrheit des Bundestages bzw. Der entsprechenden Landtage zustimmen.


    Das nur mal als kurzer Exkurs, nun lasst uns bitte wieder auf das Thema zurückkommen.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Wenn das so ist, wieso gibt es dann so viele wie noch nie, die genau das Gegenteil sehen?

    Lässt sich das auch belegen oder ist das wieder nur so ein Gefühl, das aus deiner eigenen Einstellung resultiert?

    Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger

    Hat die Website für Stadtbild Deutschland erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich.

  • Lässt sich das auch belegen oder ist das wieder nur so ein Gefühl, dass aus deiner eigenen Einstellung resultiert?

    Das Gefühl erhält jeder, der sein Ohr an der Masse hat und sich nicht einseitig aus den Medien informiert, welche durchaus nicht breit aufgestellt sind. Auch leicht rechtsorientierte Blätter sind nämlich bereits wieder unter den Ladentisch verbannt. Und in dieser Masse erfährt man unschwer, dass eine übergroße Mehrheit nicht mit der Rechtsprechung unserer Justiz einverstanden ist. Ändern kann die Masse daran nichts, denn ihre wahre Meinung wird nicht abgedruckt . Wahlergebnisse sind unbrauchbar, denn eine wählbare Partei, die diesbezügliche Änderungen im Programm hat, fehlt.

  • Und nun mal zu den Medien - hier ist alles zu finden, von rechts aussen bis links draussen. Die Nationalzeitung lässt sich genau so beziehen wie das neue Deutschland.

    Ich musste allerdings feststellen, dass in allen umgebenden Supermärkten nur noch das Neue Deutschland ausliegt. Selbst Gemäßigte sind verschwunden.

  • tegula:


    https://www.nzz.ch/feuilleton/monika-maron-es-liegt-mir-fern-die-bundesrepublik-mit-der-ddr-zu-vergleich-ld.1519713


    "Natürlich, Deutschland ist ein Rechtsstaat; darum werden Bücher nicht verboten und Schriftsteller nicht verhaftet. Aber es gibt auch in einem Rechtsstaat Möglichkeiten, Menschen wegen unerwünschter Meinungen die Existenz zu erschweren oder sogar zu zerstören. Wenn Zweifel schon verdächtig sind, wenn Fragen als Provokationen wahrgenommen werden, wenn Bedenken als reaktionär gelten, wenn im Streit nur eine Partei immer recht hat, können einen alte Gefühle eben überkommen." (Monika Maron)

  • Nö.


    Die "Volks"Masse? Oha. Gehörst du zu den Wutbürgern, die "Wir sind das Volk" schreien und glauben, das ihre kleine Gruppe das Volk ist?


    Genau! Du hast er erfasst. Ich habe alle Moderatoren und den Vorstand in meiner Hand. Und was rauchst du sonst so?

    Da ist doch wohl für Jeden offensichtlich, dass Du meine Aussage in deinem Sinne verfälscht hast. Und was die Meinung der Masse betrifft, so gibt es im Internet genügend Beispiele von Nicht-Wutbürgern. Davon abgesehen, dass ich mich politisch nicht betätige, die Gründung einer Partei wäre unmöglich, da sofort in die rechte Ecke gestellt. Aber damit nun gut.

  • Es lässt sich leider nicht leugnen, dass durch das APH ein kilometertiefer Graben geht, wo der Colorado River locker durchfliessen könnte. Wir haben nun mal eine tiefe Spaltung in den westlichen Gesellschaften, egal ob Deutschland, UK oder besonders in den USA. Und es ist klar, dass auch in Diskussionsforen dieser Graben besteht. Auf der einen Seite der links-grüne Block der das Hohelied des Multikulturalismus und der unbegrenzten Migration singt und mit der Politischen Korrektheit (in den Medien, an Universitäten und in der Politik) Gegner versucht mundtot zu machen und "Normalos" auf den Wecker geht (Mohrendebatte, Eskimoeis, Gendersprache etc.). Auf der anderen Seite eine patriotische Ansammlung, welche sich um das Wohlergehen und Schicksal Deutschlands sorgt und die Schleifung seiner Identität befürchtet. Eine unüberbrückbare Differenz.


    In dieser Konstellation tut es mir um das Moderatorenteam extrem leid, welches diesen Spagat immer wieder schaffen muss und diverse Brandherde in den Strangs löschen muss. Die Kardinalfrage ist doch: Wie weiter? Hierzu wäre ein Diskussionsstrang notwendig "Die Zukunft des APH".

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Auf der einen Seite der links-grüne Block der das Hohelied des Multikulturalismus und der unbegrenzten Migration singt und mit der Politischen Korrektheit (in den Medien, an Universitäten und in der Politik) Gegner versucht mundtot zu machen und "Normalos" auf den Wecker geht (Mohrendebatte, Eskimoeis, Gendersprache etc.). Auf der anderen Seite eine patriotische Ansammlung, welche sich um das Wohlergehen und Schicksal Deutschlands sorgt und die Schleifung seiner Identität befürchtet.

    Sehr schön, wie du die beide Blöcke beschrieben hast: links böse, rechts wohlschaffend.


    Du lässt nur den dritten Block einfach weg, der in der Gesellschaft immer noch am stärksten vertreten ist und dem ich auch angehöre: die Mitte. Auch in diesem Forum gehört sicherlich die Mehrheit der User der Mitte an. Nur ist es wie so häufig: die Mitte meldet sich meist nicht zu Wort.

    Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger

    Hat die Website für Stadtbild Deutschland erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich.

  • Eine wieder mal sehr erhellende Debatte, die Argumente dürften nun sicher erschöpfend ausgetauscht sein.


    Nun möchte ich aber die verehrten Mit-Diskutanten bitten, zum Kernthema zurückzufinden.


    In Zeiten nämlich, in denen bisher unproblematische Kunstwerke wie das von Reinhold Begas geschaffene Berliner Bismarck-Denkmal oder der ‚steinerne Riese’ am Millerntor von interessierter Seite zum ‚Stein des Anstoßes’ erklärt werden, liegt es natürlich nahe, daß gerade Gebäude, deren Auferstehung von selber Seite lange und nachhaltig bekämpft wurde, wie das ‚Schloß an der Spree’ oder die Garnisonkirche in Potsdam ins 'Fadenkreuz' von Vandalismus und noch Schlimmerem geraten könnten. Und in der gesellschaftlich aufgeheizten Stimmung, in der – fast schon wie zu Robespierre’s unseligen Tagen – wieder Tugendwächter umgehen und Unduldsamkeit gegen Ideen, Sachen und Personen praktizieren, dürften viele unserer noch nicht realisierten Projekte es zukünftig schwerer haben, zumal nicht wenige ja auch der Stärkung des ‚Eigenen’, der eigenen Identität und Tradition sowie - jawohl – der Beförderung eines unverkrampften, natürlichen Heimatgefühls dienen…

  • Sehr schön, wie du die beide Blöcke beschrieben hast: links böse, rechts wohlschaffend.


    Du lässt nur den dritten Block einfach weg, der in der Gesellschaft immer noch am stärksten vertreten ist und dem ich auch angehöre: die Mitte. Auch in diesem Forum gehört sicherlich die Mehrheit der User der Mitte an. Nur ist es wie so häufig: die Mitte meldet sich meist nicht zu Wort.

    Das ist seltsam, denn ich gehöre auch der Mitte an und du stehst sehr weit links von mir 🤔

  • und du stehst sehr weit links von mir

    Ist das so? Ich kenne dein Ansichten zu wenig, um das beurteilen zu können (du bist ja hier noch recht neu). Du kannst ja mal die Dinge aufzählen, die dich und mich angeblich so elementar unterscheiden.

    Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger

    Hat die Website für Stadtbild Deutschland erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich.

  • Eine wieder mal sehr erhellende Debatte, die Argumente dürften nun sicher erschöpfend ausgetauscht sein.


    Nun möchte ich aber die verehrten Mit-Diskutanten bitten, zum Kernthema zurückzufinden.

    Was anderes haben Sie denn erwartet oder gar gewollt, als Sie die Diskussion in diesem Strang wieder begonnen haben?

  • Wäre es nicht besser, sichere Wissensspeicher anzulegen und diese für einen dereinstigen ‚Großen Wiederaufbau’ vorzuhalten, der eines fernen Tages – nach dem totalen Bankrott des jetzigen Zeitgeistes – in Angriff genommen werden wird müssen?

    Um zum Thema zurückzukommen: Mir sind solche Ideen nicht fremd und sie haben auch etwas mit einer strategischen Grundsatzdiskussion zu tun, die seit längerem hier unterschwellig geführt wird. Meinem Eindruck nach gibt es zwei Ansätze in der Reko-Debatte:


    Die einen sind der Auffassung, dass man jegliche politisch-gesellschaftliche Debatte in Bezug auf Rekonstruktionen unterlassen sollte und versuchen sollte, mit Appellen an Schönheit und Lokalpatriotismus immer mal wieder hier und da ein oder zwei Rekonstruktionen durchzusetzen.


    Die anderen meinen, dass das letztlich ein Kampf gegen Windmühlen ist, so lange nicht ein grundsätzlicher Bewußtseinswandel im Land stattfindet und so lange die entscheidenden Stellen in den Institutionen von Leuten besetzt sind, die alles hassen, was mit Tradition, Nation und kulturellem Erbe zu tun hat. Diese Leute (zu denen ich mich inzwischen - früher was das anders - eher auch zähle), sehen die Aufgabe der Rekonstruktionsbewegung ehe darin, diesen Bewußtseinswandel (mit) herbeizuführen.


    Die nächste Steigerung wäre dann, um es mit Pagentorns Worten zu sagen, das Wissen und die Argumente für eine bessere Zeit aufzubewahren und weiterzugeben, so wie einst Benedikt von Nursia versucht hat, in den Klöstern das Wissen der Antike zu bewahren und der Zukunft weiterzugeben.

    Darin sehe ich inzwischen auch am ehesten meinen Weg. Ich bin nämlich leider inzwischen auch skeptisch, ob ich jenen Bewußtseinswandel überhaupt noch erleben werde. Es ist alles so festgefahren, hysterisch und totalitär geworden. Dementsprechend ist es ist auch individuell bedrohlich und existenzgefährdend geworden, sich für ein konservatives oder nationalkonservatives Denken einzusetzen.

    Ich bin daher auch an einem Punkt angekommen, an dem ich für mich nur noch die Alternative der "Inneren Emigration" sehe, wenn ich irgendwie noch eine Chance haben will, meinen Lebensunterhalt in Deutschland zu verdienen. Einen Job im linksdominierten Unibetrieb habe ich schon verloren, weil ich meine Meinung öffentlich bekannt habe. So etwas will ich nicht noch einmal erleben. Also halte ich den Mund und schreibe für die Schublade.


    Es gab meinem Eindruck nach mal Ende der 90'iger und Anfang der 2000'er Jahre ein kleines Zeitfenster, in dem man freier reden konnte, in dem man z.B. den alliierten Bombenkrieg als Verbrechen benennen konnte, ohne zum Nazi erklärt zu werden; gegen massenhafte Migration sein konnte, ohne zum Rechtsradikalen abgestempelt zu werden; Diskriminierung von Männern als Mittel der "Gleichstellung" ablehnen oder ein aufgeklärtes Nationalbewußtsein als Ziel vertreten konnte. Und genau in dem Zeitfenster war es auch möglich, größere Rekonstruktionsprojekte wie in Frankfurt oder Dresden oder Postdam anzustoßen. Aber die Zeit ist offenkundig vorbei.

    Der linksliberale Totalitarismus, der sofort versucht, deine wirtschaftliche und bürgerliche Existenz zu vernichten, wenn dein Denken von seinen Vorgaben abweichst, hat auf ganzer Linie gesiegt. Jetzt heißt es als Bürgerlich-Konservativer in die "innere Emigration" gehen und dort überwintern.

  • die entscheidenden Stellen in den Institutionen von Leuten besetzt sind, die alles hassen, was mit Tradition, Nation und kulturellem Erbe zu tun hat.

    Ist das wirklich so?


    Von den Menschen die ich in den genannten Institutionen kenne , hasst keiner kulturelles Erbe - im Gegensteil - und sehen manche vielleicht nicht den Schwerpunkt auf Tradition (wenngleich hier auch schon zu fragen wäre welche Traditionen). Das bei Vielen darin ein gespaltenes Verhältnis zu "Nation" besteht, wird wohl so sein. Dies mag damit zusammenhängen, dass aus der Sicht der in den ersten Jahrzehnten nach dem 2 Weltkrieg geborenen (auch bei mir), die Idee des Nationalstaates in Europa (zumindest im 20. Jahrhundert) bei der Vermeidung von kriegerischen Konflikten und menschlichen Tragödien versagt hat, wenn nicht gar Ursache ist. Ob dies richtig ist, mögen spätere Generationen beurteilen. Die Pflege von Traditionen (auch teilweise um ihrer selbst willen) halte ich im Übrigen für sehr wichtig.


    Das Problem sehe ich aber auch derzeit ohnehin nicht in Hass, sondern in der Gleichgültigkeit von vielen Menschen gegenüber dem kulturellen Erbe. Es werden hier nicht nur oft vermeintlich wirtschaftliche Aspekte als wichtiger erachtet, als das kulturelle Erbe (was ja zumindest eine Abwägung voraussetzt), sondern der Wert von zB historischen Bauten als Vermittler der Geschichte überhaupt nicht wahrgenommen, auch von Menschen die sich für Geschichte interessieren und darüber informieren. Hier sollte meiner Meinung nach von Seiten des Forums mit Information und Initiativen angesetzt werden und diese Menschen nicht mit rechts = pro historisch gewachsenem Stadtbild und links = dagegen, vor den Kopf gestoßen werden.

  • Sehr geehrter Philon,


    ich bin zutiefst entsetzt darüber, daß Sie Ihre akademische Laufbahn aus Gründen der unseligen ‚P.C.’ unfreiwillig eine andere Richtung geben mussten. Ist es wirklich schon wieder so weit ?


    Leider habe ich jetzt nicht die konkrete Fundstelle parat, aber ein kluger Kulturhistoriker hat einmal geschrieben, daß das Höchstmaß an intellektueller Freiheit in deutschen Landen wohl während des Kaiserreichs von 1871 bis 1914 bestand. Er hat dies dann auch empirisch belegt. Vor dem Hintergrund Ihrer Erfahrung ist man geneigt, diesem Wissenschaftler recht zu geben !


    Im Übrigen herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Sie haben genau erfaßt, um was es mir bei der Reaktivierung dieses Themenstrangs recht eigentlich ging.


    Rekonstruktionen von unverwechselbaren Gebäuden, die weltweit nur an einer einzigen Stelle stehen können – der angestammten ihres historischen Vorbildes nämlich – symbolisieren ein Höchstmaß an Individualität. In unserer heutigen wurzellos gewordenen Gesellschaft ist das ein Faktor, der als sperrig und unbequem empfunden wird und daher in der Regel unerwünscht ist. Denn dieser Faktor fördert in Konsequenz letztlich die Identifizierung mit einem Ort, seiner Geschichte und seinen Tradtionen, etwas was den Mobilitätswillen des ‚Betriebsmittels’ Mensch hemmen könnte. Gewünscht sind hingegen aalglatte, bindungslose Zeitgenossen, die 'überall und nirgends' zu Hause sind !