Rekonstruktionen im Fadenkreuz

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    • Um die Richtung der Diskussion wieder ein wenig zu ihrem Ausgangspunkt zurückzubringen, gleichzeitig aber die hoch interessanten jüngsten Beiträge einzubeziehen, möchte ich auf folgende sehr lesenswerte Buchrezension des Deutschlandfunks hinweisen:

      deutschlandfunk.de/islam-im-na…ml?dram:article_id=410286

      Die Lektüre dieser Rezension oder gar des Buches selber, gibt der mir ja sehr am Herzen liegenden Rekonstruktion von Kirchengebäuden - und zwar explizit in der Nutzung als christliche Gotteshäuser ! - eine stark anti-totalitäre Prägung, im Sinne eines Zeichens für kulturelle Selbstbehauptung, zur der eben auch unsere zu verteidigende Freiheit (mit den Worten Luthers: 'Die Freiheit eines Christenmenschen') gehört !

      Wie jetzt schon die steinernde Glocke George Bährs, so werden nämlich auch die Türme der Garnisonkirche in Potsdam und von St. Ansgarii in Bremen dereinst in Stadtbild prägender Weise wieder bauliches Zeugnis ablegen für den Satz aus 2. Korinther 3.17: " Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit".

      Oder um es mit den Worten Marco D'Avianos zu sagen: "Der Herr will keine Unterwerfung. Er will, daß die Menschen frei sind, damit sie ohne Zwang seine Liebe erwidern können" (das beinhaltet selbstredend auch die Möglichkeit, die Liebe nicht zu erwidern).

      Daß die Amtskirchen - und zwar aller Konfessionen von altorientalisch, über orthodox, katholisch, protestantisch und auch freikirchlich - vor diesem Anspruch sehr häufig und drastisch versagt haben, steht auf einem anderen Blatt !

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    • erbse wrote:

      Kein Fall für die Moderation jedenfalls, es geht lediglich um die Argumentation gegen jene, die Rekonstruktionen ausgerechnet mit Nazi-Architektur/-Ideologie gleichsetzen, was weder historisch noch kulturell irgendwie haltbar ist.
      Die selbe Probleme hat man bei der Schrift. Frakturschrift = Nazischrift. Sowohl echte Neonazis wie auch Linke meinen das Fraktur eine Schrift der Nazis ist.


      „Auf der anderen Seite verspottete Adolf Hitler in einer Rede auf einer „Kulturtagung des Parteitags der NSDAP“ am 5. September 1934 im Apollo-Theater in Nürnberg diese rückwärtsgewandte Haltung:

      „[…] der nationalsozialistische Staat [muss] sich verwahren gegen das plötzliche Auftauchen all jener Rückwärtse, die meinen, eine ‚theutsche Kunst‘ … aus der krausen Welt ihrer eigenen romantischen Vorstellungen der nationalsozialistischen Revolution als verpflichtendes Erbteil für die Zukunft mitgeben zu müssen […] Eure vermeintliche gotische Verinnerlichung paßt schlecht in das Zeitalter von Stahl und Eisen, Glas, Beton, von Frauenschönheit und Männerkraft, von hochgehobenem Haupt und trotzigem Sinn.“

      Oder 1941:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Antiqua-Fraktur-Streit#Nationalsozialismus wrote:

      Am 3. Januar 1941 fällte der „Führer“ Adolf Hitler seine Entscheidung. Die gotischen Schriften seien sämtlich zugunsten der „Normal-Schrift“ aufzugeben. In einem nichtöffentlichen Rundbrief ließ Hitler Martin Bormann verbreiten:
      "Die sogenannte gotische Schrift als eine deutsche Schrift anzusehen oder zu bezeichnen ist falsch. In Wirklichkeit besteht die sogenannte gotische Schrift aus Schwabacher Judenlettern. Genau wie sie sich später in den Besitz der Zeitungen setzten, setzten sich die in Deutschland ansässigen Juden bei Einführung des Buchdrucks in den Besitz der Buchdruckereien und dadurch kam es in Deutschland zu der starken Einführung der Schwabacher Judenlettern. Am heutigen Tage hat der Führer in einer Besprechung mit Herrn Reichsleiter Amann und Herrn Buchdruckereibesitzer Adolf Müller entschieden, dass die Antiqua-Schrift künftig als Normal-Schrift zu bezeichnen sei. Nach und nach sollen sämtliche Druckerzeugnisse auf diese Normal-Schrift umgestellt werden. Sobald dies schulbuchmässig möglich ist, wird in den Dorfschulen und Volksschulen nur mehr die Normal-Schrift gelehrt werden. Die Verwendung der Schwabacher Judenlettern durch Behörden wird künftig unterbleiben; Ernennungsurkunden für Beamte, Strassenschilder u. dergl. werden künftig nur mehr in Normal-Schrift gefertigt werden. Im Auftrage des Führers wird Herr Reichsleiter Amann zunächst jene Zeitungen und Zeitschriften, die bereits eine Auslandsverbreitung haben, oder deren Auslandsverbreitung erwünscht ist, auf Normal-Schrift umstellen.“
      Quelle: Bundesarchiv Koblenz Signatur NS 6/334
      Also mit der „Gegenseite“ über Fachwerk und Fraktur zu streiten ist genauso Sinnlos, wie einer 3 Jährigen die Nichtexistenz eines Einhorn zu erklären.
    • pietffm wrote:


      „Auf der anderen Seite verspottete Adolf Hitler in einer Rede auf einer „Kulturtagung des Parteitags der NSDAP“ am 5. September 1934 im Apollo-Theater in Nürnberg diese rückwärtsgewandte Haltung:

      „[…] der nationalsozialistische Staat [muss] sich verwahren gegen das plötzliche Auftauchen all jener Rückwärtse, die meinen, eine ‚theutsche Kunst‘ … aus der krausen Welt ihrer eigenen romantischen Vorstellungen der nationalsozialistischen Revolution als verpflichtendes Erbteil für die Zukunft mitgeben zu müssen […] Eure vermeintliche gotische Verinnerlichung paßt schlecht in das Zeitalter von Stahl und Eisen, Glas, Beton, von Frauenschönheit und Männerkraft, von hochgehobenem Haupt und trotzigem Sinn.“

      Also mit der „Gegenseite“ über Fachwerk und Fraktur zu streiten ist genauso Sinnlos, wie einer 3 Jährigen die Nichtexistenz eines Einhorn zu erklären.
      H. hat in diesem Fall ausnahmsweise sogar recht. Aber sonst ist seine Meinung kaum brauchbar. Dem obigen Zitat nach müsste er sogar dem Bauhaus nahe stehen (Eisen, Glas, Beton). Und es soll auch eine Äußerung von ihm geben, dass die Bombardierungen der Städte Platz für eine neue menschenfreundliche Architektur gäben. Völlig daneben.
    • Interessante Diskussion hier, die auch zeigt, das eine pauschale Bauhaus-Kritik gefährliches Terrain ist. Ich kann davor nur warnen! Es ist sicher vielversprechender und weit mehrheitsfähiger, wenn man auf die aktuelle Architektupraxis abstellt und ggfls. auf falschverstandene Vorbilder aus der Bauhaus-Bewegung hinweist.
    • nothor wrote:

      Interessante Diskussion hier, die auch zeigt, das eine pauschale Bauhaus-Kritik gefährliches Terrain ist. Ich kann davor nur warnen! Es ist sicher vielversprechender und weit mehrheitsfähiger, wenn man auf die aktuelle Architektupraxis abstellt und ggfls. auf falschverstandene Vorbilder aus der Bauhaus-Bewegung hinweist.
      Kritik ist in einer demokratischen Gesellschaft zwar unbequem, aber nur dann gefährlich, wenn sie zum Politikum gemacht wird. Die Aussage in der Jüdischen Allgemeinen ist klar und eindeutig und jedermann darf sie vertreten. Jede Bau-Strategie bringt auch unangenehme Nebenerscheinungen mit sich. Und diese sind beim Namen zu nennen, auch wenn die Welt aufschreit, weil ihr Glashaus angekratzt wird.
    • Denke auch. Bitte keine Angst vor Provokationen, höchstens vor zu wenig davon!

      Bislang haben wir und unser Anliegen uns nur verunglimpfen lassen. Sowas lassen nur Mobbingopfer mit sich machen.
      Der kluge Kämpfer leitet die Angriffsenergie um und schlägt den Gegner dann mit seinen eigenen Mitteln.
    • Definiere "Gegner".
      Ich bin mir nicht sicher ob sich der zweifelsfrei ausmachen lässt. Nicht jeder Rekonstruktionsfreund ist auch ein Bauhauskritiker. Vertreter/innen jüdischer Gemeinden sind nicht zwangsläufig alle Bauhausgegner oder Rekonstruktionsfreunde.

      Ich sehe das Stadtbildforum eher als Verein, der in der Breite all jene ansprechen möchte, die sich ganz allgemein für schöne Städte interessieren. Ob das nun Fans des Barock oder des Jugendstils sind, ich würde mich da nicht drauf einlassen das gegeneinander auszuspielen. Die zweifelsfrei spannende Analyse aus der jüdischen Allgemeinen ist sicherlich im Detail ein hilfreiches Argument, aber wie die letzten Beiträge hier schon zeigen geht es sofort ins politische: "Der Herrgott hat gesagt", und schon "A. Hitler hat in einer Rede am soundsovielten gesagt", ich sehe nicht wie man das alles in einen Topf rühren kann um daraus etwas mehrheitsfähiges zu machen. Die Aussagen sollten simpel sein, und unpolitisch. Der FB-Auftritt des Vereins und die recht plakativen Thesen sind m.E. genau richtig so.

      Die Partei, die in Frankfurt ein Verbündeter ist, ist in München mglw. unser stärkster Kritiker. Die Herausforderungen sind viel kleinteiliger und können, wenn überhaupt, erst auf lokaler Ebene derart ins Detail gehen.
    • nothor wrote:

      Definiere "Gegner".
      Was ist daran so schwer zu verstehen? Jeder, der meint zu Nazivergleichen greifen zu müssen um zB Rekonstruktionen oder neue historisierende Bauten zu diffamieren, bekommt eine Probe seiner eigenen Medizin.
      Wo hast du irgendwas gefunden, was darauf hindeutet, dass derartiges pauschal und proaktiv zB gegen Bauhausfans genutzt werden sollte?
      98% of everything that is built and designed today is pure shit. There's no sense of design, no respect for humanity or for anything else. Frank Gehry
    • nothor wrote:

      Definiere "Gegner".
      Ich bin mir nicht sicher ob sich der zweifelsfrei ausmachen lässt. Nicht jeder Rekonstruktionsfreund ist auch ein Bauhauskritiker. Vertreter/innen jüdischer Gemeinden sind nicht zwangsläufig alle Bauhausgegner oder Rekonstruktionsfreunde.

      Ich sehe das Stadtbildforum eher als Verein, der in der Breite all jene ansprechen möchte, die sich ganz allgemein für schöne Städte interessieren. Ob das nun Fans des Barock oder des Jugendstils sind, ich würde mich da nicht drauf einlassen das gegeneinander auszuspielen. Die zweifelsfrei spannende Analyse aus der jüdischen Allgemeinen ist sicherlich im Detail ein hilfreiches Argument, aber wie die letzten Beiträge hier schon zeigen geht es sofort ins politische: "Der Herrgott hat gesagt", und schon "A. Hitler hat in einer Rede am soundsovielten gesagt", ich sehe nicht wie man das alles in einen Topf rühren kann um daraus etwas mehrheitsfähiges zu machen. Die Aussagen sollten simpel sein, und unpolitisch. Der FB-Auftritt des Vereins und die recht plakativen Thesen sind m.E. genau richtig so.

      Die Partei, die in Frankfurt ein Verbündeter ist, ist in München mglw. unser stärkster Kritiker. Die Herausforderungen sind viel kleinteiliger und können, wenn überhaupt, erst auf lokaler Ebene derart ins Detail gehen.
      Völlig richtig. Bleiben wir also lokal in der Stadt, die sich für die Moderne hält und Bauhausstadt werden will. Soweit o.k., hätte nicht der OB die Meinung seiner Stadträte, seiner Architekten und seiner Verwaltung bekannt gegeben, nämlich dass in einer solchen Stadt das 18.Jahrhundert nicht in Frage komme. Er grenzt also von vorn herein aus.
      Nun muss man wissen, dass die Offiziellen in D. bei den Einwohnern häufig in der Kritik stehen. Trotzdem haben die Bürger bei der einzigen Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen, nämlich bei den Wahlen, ihre Chance vertan. Sie sind nun den Entscheidungen ausgeliefert. Und die sehen so aus, dass man zwar auf weltweite Touristen setzt, die kommen und gehen, aber die Interessen der ständig hier lebenden Bürger missachtet. Und wie man mit den Meinungen dieser Bürger umgeht, konnte man an verschiedenen Stellen lesen. Jeder weiß, dass es dabei mit der Wahrheit nicht so genau genommen wird und die Öffentlichkeit erst dann informiert wird, wenn Änderungswünsche zu spät kommen. Nun will eine äußerst lobenswerte Initiative retten, was zu retten ist. Ich wünsche dieser Initiative viel Erfolg. Aber bei der o.g. Kontrastellung dürfte es sehr schwer werden. Diese Kontrastellung kann nur mit angemessenem Gegendruck und nie mit Bittstellungen aufgebrochen werden.
    • Henry H. wrote:

      Ich habe mir das Foto genau angeschaut aus dem Artkel, so den richtigen Bauhaustil vermag ich da nicht darin zu erkennen, sehr wohl aber ähnlichkeiten mit diesem hier:
      bing.com/images/search?view=de…ectedIndex=120&ajaxhist=0

      :schockiert:
      Dem Autor ging es wohl auch weniger um das rein Äußere, sondern mehr um die "funktionalistischen Prinzipien". Wer sich das alte Dessauer Arbeitsamt ansieht, glaubt auch kaum, dass es von Gropius stammt.
    • nothor wrote:

      Der FB-Auftritt des Vereins und die recht plakativen Thesen sind m.E. genau richtig so.
      Es ging weniger um die Kommunikation des Vereines, als ein generelles Bild zu zeichnen. Dass z.B. der vom Modernismus propagierte Funktionalismus zu allerhand unmenschlichen Bauten geführt hat.

      Ansonsten bin ich bei dir, Stadtbild hat eher die Aufgabe, die Hand zu reichen. Abseits davon braucht's aber auch steile Thesen und Provokationen, um wirklich mal ein breites Umdenken oder wenigstens eine heiße Debatte anzustoßen.
    • Dieser Auschwitz-Artikel haut mich echt um. Das ist genau das Gegenteil von dem, was man sonst so in der Presse (seltener auch Fernsehen) über Rekonstruktionen hört bzw. sieht.

      Wollte nicht jemand einen provokanten Artikel für den Verein schreiben? Voilà....bessere Argumentation geht doch gar nicht. Auf jeden Fall herrlich, wie die Nazi-Keule immer häufiger zurückfeuert......wenn ich nicht so baff wäre über diesen Nexus zwischen Bauhaus und Nazis, fände ich es amüsant.

      Ich habe aber kein Mitleid mit den Modernisten, von denen ich schon auf übelste beschimpft wurde nur weil ich mich für Rekonstruktionen einsetze: Disneyland, Heimattümler, dummer Laie, Völkische bzw. braune Gesinnung, was musste ich mir schon alles anhören. Tja, nun kommt die Diffamierung postwendend zurück, liebe Modernisten...... ich kann nicht sagen, dass ich das ungerecht fände. ;) :P

      Es gibt übrigens eine Vielzahl jüdischer Autoren die ähnliche Meinungen äussern, z.b. Sir Gerald Kaufman (jüdischer MP im House of Commons in London) oder Dr. Hajo Meyer (Von der Moderation gekürzt) Von daher wundert mich auch nicht, dass das hier in der Jüdischen Allgemeine veröffentlicht wurde, einer Zeitung die die Mehrheit der Deutschen sicherlich nicht liest. Auf jeden Fall sehr günstig, so etwas als Argument zu haben.
      "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).
    • Zwar keine Reko, aber ...
      jungefreiheit.de/kultur/2019/a…oesisches-nationalsymbol/

      Bezugnehmend auf @Pagentorns Themeneinstieg und die Gefahr auf Zerstörung durch Glaubensgegner.

      Karlheinz Weißmann wrote:

      Es gibt allerdings Zahlen, die eher dafür sprechen, daß es sich um zwei bis drei Kirchen pro Tag handelt, die einem Angriff zum Opfer fallen (die Netzseite www.christianophobie.fr dokumentiert die Vorgänge kontinuierlich). Jedenfalls ist die Zahl in den vergangenen zehn Jahren dramatisch angestiegen, und selbst das französische Innenministerium zeigt sich „beunruhigt“.
    • nothor wrote:

      Interessante Diskussion hier, die auch zeigt, das eine pauschale Bauhaus-Kritik gefährliches Terrain ist. Ich kann davor nur warnen! Es ist sicher vielversprechender und weit mehrheitsfähiger, wenn man auf die aktuelle Architektupraxis abstellt und ggfls. auf falschverstandene Vorbilder aus der Bauhaus-Bewegung hinweist.

      Hallo Nothor, die gegenwärtige Architekturpraxis ist doch im wesentlichen Bauhaus. Bauhausdoktrin bedeutet rechter Winkel, Kubus, exzessiver Gebrauch von Glasflächen, Ächtung runder Formen und striktes Ornamentverbot. Ich verweise immer wieder auf die Gropiusstadt, vom Bauhaus-Meister persönlich entworfen. In diese scheussliche Betonwüste würden mich keine 10 Pferde kriegen. (Ich wuchs in so etwas auf, vielen Dank, nie wieder).

      Du hast Recht dass man Bauhaus nicht generell verurteilen sollte. Aber ich denke, das will auch niemand. für mich ist das Problem nicht der Bauhausstil, sondern sein Alleinvertretungsanspruch im Städtebau. Du fragtest auch, wer denn unser Gegner sei: unser "Gegner" sind eine Allianz aus Politikern und Architektenlobby plus Industrie. Es ist nachgewiesen, dass die Universitäten von finanziellen Interessen durchdrungen sind, sieht man noch besser im Bereich Medizin bei der Verquickung Pharmaindustrie und Ärzteausbildung. Bauhaus ist für die Industrie interessanter als Voluten und Allegorien, da viel kostengünstiger. (Dieser finanzielle Aspekt und der Lobbyismus ist zwar bekannt, aber ich würde ihn nicht in die Kritik mit hineinnehmen. Dann käme nämlich als Gegenargument, dass eben fast alle Bereiche heute von finanziellen Interessen beherrscht werden). Die jungen Architekten werden regelrecht gebrainwashed, einer hier im Forum - ich glaube er ist nicht mehr hier - erzählte mal, dass er im Studium ein Schwarzwaldhaus entwarf, Er sagte, als der Prof herumging um sich die Arbeiten der Studenten anzusehen, sagte er: "Wenn Sie so etwas noch einmal in meinem Seminar machen, fliegen Sie raus".

      Es ist eben eine Ideologie. Nicht Bauhaus alleine, sondern alles was angeblich "Modern" ist, und Bauhaus ist ganz grundlegender Teil dieser Ideologie (siehe das Bild von Gropiusstadt, typisch für moderne Betonsiedungen). Bauhaus ist auch nicht nur Architektur, sondern generell Kunststil, gibt ja z.b. auch Bauhausmöbel. Ich finde die z.T. auch nicht schlecht, aber die kann sich jeder so viel in die Wohnung stellen wie er will - oder auch nicht. Aber bei Städtebau kann ich gar nichts entscheiden, das tut eine Minderheit namens Stadtplaner und Architekten, und die sind häufig leider nicht in der Lage, zeitgemäße, funktionierende urbane Architektur zu entwerfen.

      Mein Hauptargument ist, dass sowohl Architekturstudium, als auch ausgebildete Architektenschaft und deren Lobby absolut tradiotionsfeindlich sind und noch immer den Bauhausdogmen verhaftet. Mein Hauptpunkt ist: Wir sollten unsere Kritik dahingehend gestalten, dass wir nicht sagen "Bauhaus ist schlecht" (ist es ja nicht), sondern die zwanghafte Fixierung darauf, und dass seit 100 Jahren fast nichts anderes zugelassen wird - und vor allem:

      Dass eine 100 Jahre alte Ideologie alles mögliche ist, aber nicht "modern".....
      ;)
      "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

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