Schotten (Vogelsbergkreis) - Abbrüche in der Kirchstraße

  • Im schönen Fachwerkstädtchen Schotten im Vogelsberg wurden mehrere Fachwerkhäuser in der Kirchstraße abgerissen:
    https://www.kreis-anzeiger.de/…efreie-wohnungen_19284405
    https://www.lauterbacher-anzei…ss-hat-begonnen_19153850#


    An der Stelle der Fachwerkbauten, die angeblich nicht zu retten waren, sollen barrierefreie Wohnungen entstehen.
    Die betroffenen Häuser (Kirchstraße 9):

    Quelle Wikipedia: https://commons.wikimedia.org/…C3%9Fe_9_20161013-002.jpg


    Das Hinterhaus links ließ man stehen!


    und Kirchstraße 25, 27, 29:
    Quelle Wikipedia:https://commons.wikimedia.org/…,_27,_29_20161013-002.jpg



    sowie Kirchstraße 31:
    Quelle Wikipedia: https://commons.wikimedia.org/…e_31,_33_20161013-002.jpg

  • Sehr beunruhige Entwicklungen, nach (Baden)-Württemberg nun auch in Hessen. "Nicht mehr zu retten" disgust:):kopfschuetteln:


    Kirchstraße 31 ist noch ziemlich gut in Schuss, ein Verbrechen, allein schon mit den Gedanken zu spielen so ein wundervolles fränkisches Fachwerkhaus abzureißen... Und die anderen könnte man mit Liebe und Herzblut auch wieder restaurieren und zur Not entkernen, das geht mit Skelettbauten wie bei Fachwerkhäusern sowieso ganz gut. Wo der Wille auch der Weg!

  • Wie heißt es doch so schön: Wo ein Wille, da auch ein Weg. Der Wille war wohl nicht vorhanden. Die Häuser sind mittlerweile perdu. Dass sie nicht zu retten waren, halte ich für ein Gerücht.

  • Beinahe jedes Gebäude kann man technisch retten, nur Wirtschaftlichkeit ist bei solchen Fachwerkgebäuden selten zu erreichen (Dasselbe gilt aber für alle anderen noch stehenden Fachwerkhäuser ebenso). Das Problem ist aber wirklich dass es kaum Willige gibt. Der überwiegende Teil der Bevölkerung hält Abriss wirklich für eine gute bzw. unumgängliche Sache.

  • Natürlich ist dieser, "Nicht mehr zu retten" Quatsch nur vorgeschoben. In diesem Forum haben wir schon oft gelernt, daß man alles retten kann.


    Nein, die Besitzer solcher Denkmale müssen viel schneller radikal enteignet werden. Sobald Anzeichen eines Verfalls offensichtlich werden, und der Besitzer nach einer Ermahnung nicht handelt. Auch die Kommunen könnten in einem solchen Fall zum Kauf des Hauses verpflichtet werden. Damit sie es sichern und an sanierungswillige Interessenten verkaufen können. Das ist aber wahrscheinlich äußerst unrealistisch.


    Wenigstens sollen die vernichteten Häuser nachgebildet werden. Dann wird es immerhin keine Schuhkartons geben.

  • Hier noch ein paar Infos zu den abgebrochenen Bauten aus der aktuellen Denkmaltopographie Vogelsbergkreis:
    Kirchstraße 9: 1520d

    Kirchstraße 25-29: 1673d. Vom Bautyp und nach seiner städtebaulichen Situation bemerkenswerter Fachwerkbau in der Tradition der mittelalterlichen Hallenhäuser (gemeint sind wohl eher Dielenhäuser).
    Kirchstraße 31: 17. Jh.
    Es handelte sich demnach keineswegs um irgendwelche unbedeutenden Fachwerkbauten, sondern um städtebaulich und historisch wichtige Objekte, dir in unmittelbarer Nähe der Stadtkirche lagen. Der Fachwerkring um die Kirche war bis vor kurzem noch völlig intakt...

  • Mindestens Kirchstraße 31 macht auf dem Bild sogar einen durchaus gepflegten Eindruck.


    Das ganze ist mal wieder eine riesige Schweinerei.