Aachen - Denkmalsstatus für Monster?

  • Das Objekt:
    Hier nur bei guter Konstitution klicken (Bild)


    Der Artikel:
    Aachener Bettenburg soll Denkmal werden


    Guratzschens Meinung:
    Menschen sind keine Maschinen


    Mein kurzer Kommentar:
    Also das Personal in den Denkmalschutzämtern gehört wirklich großflächig ausgetauscht. da fasst man sich ja an den Kopf! :kopfwand:
    Es wäre ein Segen, dieses Ding abzureißen. Man kann ja vorher noch ein paar Bilder machen.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Ich kenne das Klinikum, habe es schon live von außen und innen gesehen und wäre einem Denkmalstatus gar nicht mal so unaufgeschlossen.


    Es steht außerhalb der Altstadt auf mehr oder weniger freien Felde und mal ehrlich... es ist wirklich etwas einzigartiges, oder?


    Mir ist es lieber man stellt sowas unter Denkmalschutz als irgendein 70er-Jahre Karstadtbau in einer Innenstadt, nur weil er ähnlich gebaut ist aber nicht so monströs.


    Ich hasse diese Anti-Architektur genau wie ihr aber man muss ihr auch Zugeständnisse machen, denn wenn wir gegen alles und jedes, was häßlich ist wettern kommen wir schnell in den Verruf ignorant zu sein.


    Das Klinikum beeinträchtigt weder Altstadt noch irgendwelche gründerzeitlichen Wohnviertel sondern ist schlichtweg ein Bau außerhalb der ultrahäßlich aber ultraselten ist.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Hallo Boonie!
    Grundsätzlich stimme ich Dir schon zu, aber mal ehrlich: Würdest Du gerne Deinen Balkon mit Blick auf dieses "Monster" haben? Ich nicht und ich vermute mal, der Vertreter des Denkmalschutzes wohnt auch ganz woanders... (naja, eine reine Vermutung natürlich).
    Also ich habe einerseits Mitleid mit den Anwohnern, die so etwas tagtäglich sehen müssen, andererseits sehe ich auch die immensen Kosten für so einen Berg Schrott gigantisch in die Höhe wachsen. Wenn man da auch noch die Maßstäbe des Denkmalschutzes anwendet - ich glaube, da bekommt Aachen wirklich ein großes Finanzproblem ...


  • ich gebe dir in den meisten punkten schon recht. sicherlich gibt es gründe, die einen denkmals- oder besser mahnmalsstatus rechtfertigen. trotzdem ist die denkmalpflegerische energie hierzulande beschränkt, und wir müssen schon aufpassen, wofür wir sie aufwenden.


    das ding ist teuer und verschandelt die landschaft - aber was noch viel schlimmer ist, es ist inhuman. das ist architektur in menschenverachtender weise. wie soll sich ein mensch fühlen, der auf einen solchen moloch zuläuft? "du bist nichts, der bau ist alles"...


    wie gesagt, grundsätzlich fände ich es als mahnmal in ordnung, aber dafür ist es einfach zu groß und zu teuer.


    und was mich ärgert ist eben, dass der denkmalschutz so oft nicht eingreift oder nachgibt, aber bei solchen objekten sich dann plötzlich engagiert.
    vielleicht kennt der beamte ja den architekten, irgendwie... wie auch immer.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Im Spiegel dieser Woche steht ein recht guter 2-seitiger Bericht zu diesem Wahnsinn. Leider ist dieser nicht online abrufbar, aber ich kann ihn ja morgen mal einscannen.

  • Ich finde die Denkmalschützer sollten historische,alte und vom Verfall bedrohte Gebäude unter Denkmalschutz stellen. Einerseits ist es ja ok, da das Gebäude wie schon oben erwähnt nicht in der Stadt direkt steht. Trotzdem gebe ich recht, ich möchte auch nicht von meinem Garten auf so ein Gebäude schauen.


    :schild5:


    Memel

  • Der Denkmalschutz für das Aachener Klinikum wird sechs Jahren von Feuilletonisten und Denkmalschützern herbeigesehnt, diejenigen aber die in dem Gebäude arbeiten müssen wundern sich darüber. Immerhin stecken in dem Kasten viele Planungsfehler, wie zum Beispiel die Klimaalage. Die Ventilatoren hierfür verbrauchen täglich Strom im Wert von 5 000 €, so schätzen die Haustechniker. Damit werden die Gesamtkosten des Klinikums auf 27 000 € pro Tag nach oben getrieben. Vergleichbare Gebäude verbrauchen 20 % weniger! 35 Prozent der 6 500 Räume haben keine Fenster was das arbeiten darin nicht angehmer macht.


    Das Klinikum wurde 1969 entworfen und erst 1985 eingeweiht, die Baukosten stiegen unterdessen von 310 Millionen € auf 1,2 Milliarden (3 000 Mängel inkl.).


    @ Kindvon2dresdnern: Stellst du den Artikel noch ein? Wenn du aber keine Zeit hast, könnte ich ihn vielleicht heute Abend abschreiben.

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Wir können uns doch nur darüber freuen, dass hier die bekannte Koalition von Denkmalschützern und Architektenlobbyisten mal wieder alle Interessen von Benutzern, Nachbarn und Bewohnern mit Füßen tritt!


    Bei solchen grotesken Entscheidungen wird allmählich auch dem letzten klar, dass man diese Leute nicht mehr ernst nehmen kann. :idee: :idee:

  • Was ! Das Uniklinikum Aachen soll ein Denkmal werden ?! Ich glaube,
    ich spinne ! Als ich das Ding erstmals während meines Studiums dort
    in Aachen gesehen habe, musste ich beinah ko**en ! :übelkeit:
    Die vielen Rohre und die Größe. Einfach nur schlimm !
    :kopfschuetteln: