Berliner Stadtschloss - Aktuelles und Baugeschehen

Wir wünschen allen Nutzern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2021
  • Goldstein

    zum Thema: "Stellas Resterampe"


    Ich möchte darauf hinweisen dass die Rampe und die Terrassierung zur Spree hin kein Entwurfswerk von Franco Stella ist, sondern vom Büro BBZ Landschaftsarchitekten. :lehrer:


    Aufgrund dieser fehlerhaften Annahme sieht man aber wie perfekt beide zusammen passen.

  • Hier ist noch ein schönes Foto der Westseite des Schlosses vom 11. September. Weitere ähnliche Aufnahmen aus dieser Zeit finden sich bereits hier im Strang. Aber es ist noch keine Aufnahme dabei, auf der ein schwarzer Vogel durchs Bild fliegt.


    Berliner Schloss, Westseite mit Ufermauer des Denkmalsockels (Foto: Ernstol, 11. September 2020, CC-BY-SA-4.0)


    Die Eröffnung des Humboldt Forums wird uns von der Stiftung Humboldt Forum (SHF) für den Dezember 2020 fest versprochen. Nur eine erhebliche Zuspitzung der Corona-Krise könnte diesen Termin noch gefährden, hieß es in der jüngsten Pressemitteilung der SHF dazu. Sie stammt vom 16. Juni und ist im Internetauftritt der Stiftung zu finden. Es dauert also nicht mehr lange, bis wir in das Schloss hineinspazieren dürfen.


    Wir feiern am heutigen Tage 30 Jahre deutscher Einheit. Ein Jubiläum, das mich sehr bewegt. Ohne die Wiedervereinigung würde das Schloss heute nicht stehen.

  • Ohne die Wiedervereinigung würde das Schloss heute nicht stehen.

    ... und ungezählte Altbauten in Mecklenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Berlin wären jetzt abgerissen oder unrettbar vergammelt.


    Die wirtschaftlichen Probleme der damaligen DDR haben viele Städte in den 60ern, 70ern und 80ern vor allzu großer Verschandlung durch die Moderne bewahrt. Die Wende wiederum hat die nötigen wirtschaftlichen Kapazitäten geschaffen, um den Altbaubestand zu sanieren. Im Resultat stehen die Neuen Bundesländer heute mit insgesamt viel schöneren Stadtbildern da als Westdeutschland.

  • und ungezählte Altbauten in Mecklenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Berlin wären jetzt abgerissen oder unrettbar vergammelt.

    Du hast Vorpommern und Brandenburg vergessen. Gerade Norddeutschland hat sich durch die Wiedervereinigung stark vergrößert. Berlin ist ja auch eine norddeutsche Stadt.


    Ansonsten: In den alten Bundesländern gibt es Licht und Schatten. Wobei man sich vielerorts mehr Licht wünschen würde.

  • Die drei wichtigsten Bausteine für ein schönes Stadtbild in Ostdeutschland:

    a) Im Krieg von den Alliierten übersehen oder verfehlt (Görlitz!)

    b) Kein Geld zu DDR-Zeiten, um un-sozialistische Gebäude durch "moderne" Gebäude zu ersetzen

    c) Gerade noch rechtzeitig die Wende, damit die Schäden durch Verfall nicht irreparabel wurden.


    Oder, wo das nicht geglückt ist: REKO!!!

    _______________________________________
    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Gratulation übrigens zum TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT!


    Ohne die Selbstbefreiung der ostdeutschen Bürger von dem alles zersetzenden Sozialismus hätten wir heute so vieles nicht (Stadtschlösser in Berlin und Potsdam mit samt Altem Markt, Frauenkirche und Neumarkt) oder nicht mehr (Görlitz, Zittau usw.)!


    Herzliche Glückwünsche aus Österreich!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Demnächst werden ja die Statuen im Schlüterhof auf das Portal Vl gesetzt, ich hoffe nur zu diesem Ereignis wird auch eine Webcam geschaltet. Ich bin mir sicher das eine große Anzahl von Foristen dies auch sehen möchte !



  • Gestern wurde im Berliner Schloss das weitere Prozedere bei der Eröffnung des Humboldtforums vorgestellt. Es wird zwar offiziell eine Eröffnung am 17. Dezember geben, allerdings eine ganz kleine mit Schlüterhof, Passage und einem winzigen Bereich, aber in 2021 soll's dann richtig losgehen. Lest selber:


    Tsp

  • Demnächst werden ja die Statuen im Schlüterhof auf das Portal Vl gesetzt, ich hoffe nur zu diesem Ereignis wird auch eine Webcam geschaltet.

    Ist bekannt, weshalb die Cam im Schlüterhof überhaupt abgeschaltet wurde? Für mich wäre das neben der für die Westfassade eigentlich die spannendste von allen.

  • So lange der Baufortschritt trotzdem passt, sollte gelegentliche Nutzung des Mobiltelefons kein Problem sein. Vielleicht wurde ja auch nur verzweifelt versucht, Materialnachschub zu ordern, um schneller fertig zu werden! :applaus:

  • Ich finde die Idee der Rekonstruktion ziemlich gut nur die Umsetzung ist grauenhaft. Entweder man baut ein Schloss nach alten Vorbild oder man baut was neues und ich finde das Schloss ist in meinen Augen unecht da es Endeffekt ein Betonpalast ist. Ähnlich wie eine Torte die außen mit schönem Zuckerguss verziert wurde. Der Inhalt ist grau und unansehnlich. Ich hätte mir gewünscht das wenigstens die Spreefassade vom Palast der Republik erhalten werden sollte. Ich find es traurig das dieses multifunktionale Wundergebäude weggerissen wurde


    Lg AB

  • Ich finde die Idee der Rekonstruktion ziemlich gut nur die Umsetzung ist grauenhaft. Entweder man baut ein Schloss nach alten Vorbild oder man baut was neues und ich finde das Schloss ist in meinen Augen unecht da es Endeffekt ein Betonpalast ist. Ähnlich wie eine Torte die außen mit schönem Zuckerguss verziert wurde. Der Inhalt ist grau und unansehnlich. Ich hätte mir gewünscht das wenigstens die Spreefassade vom Palast der Republik erhalten werden sollte. Ich find es traurig das dieses multifunktionale Wundergebäude weggerissen wurde


    Lg AB

    Was soll immer dieses Hetzwort "Betonpalast"? Auch die Römer haben zur Stabilität schon Beton verwendet, welchen auch sie -glücklicher Weise- schön verkleidet haben. Ich habe da eher Kritik gegen "Sichtbeton" bei moderner Architektur. Die Fassaden des Schlosses sind aber mit großer Handwerkskunst "Stein für Stein" wieder aufgebaut worden. Vor dieser Leistung sollte man etwas Respekt haben. Oft sind es die Befürworter moderner Architektur, die jetzt beim Schloss plötzlich ihre Ablehnung von Beton entdecken... Was soll das? Ideologische Verblendung, Hetze für oder gegen was? Das Wundergebäude PdR war 12 Jahre geöffnet und musste asbestsaniert werden. "Weggerissen" ist da das falsche Wort. Einkompletter Nachbau oder Wiederaufbau des PdR hat keine Mehrheit gefunden...

  • Was soll immer dieses Hetzwort "Betonpalast"? Auch die Römer haben zur Stabilität schon Beton verwendet, welchen auch sie -glücklicher Weise- schön verkleidet haben. Ich habe da eher Kritik gegen "Sichtbeton" bei moderner Architektur. Die Fassaden des Schlosses sind aber mit großer Handwerkskunst "Stein für Stein" wieder aufgebaut worden. Vor dieser Leistung sollte man etwas Respekt haben. Oft sind es die Befürworter moderner Architektur, die jetzt beim Schloss plötzlich ihre Ablehnung von Beton entdecken... Was soll das? Ideologische Verblendung, Hetze für oder gegen was? Das Wundergebäude PdR war 12 Jahre geöffnet und musste asbestsaniert werden. "Weggerissen" ist da das falsche Wort. Einkompletter Nachbau oder Wiederaufbau des PdR hat keine Mehrheit gefunden...

    Der PdR war 1976 eröffnet worden und wurde aus eindeutig politischen Gründen 1990 geschlossen. Asbest wurde als Grund genannt - Horch!

    Eine wirkliche, neutrale und ehrliche Diskussion um einen Nachbau / Wiederaufbau wurde bis jetzt nicht geführt. Dieses Gebäude gehört doch aber auch zur Geschichte Berlins und Deutschlands. Ich denke, würde eine solche Diskussion mal angeregt, frei von ideologischen Gesichtspunkten was sicherlich nicht einfach ist (wie z. B. Potsdamer Garnisonskirche) kämen interessante Ergebnisse raus. Dort tagte nicht nur die Volkskammer oder tagten SED - Parteitage. Nein, es war ein wirkliches Haus des Volkes. Leider am falschem Platz!

    Ich habe vor den Leistungen der heutigen Schloßerbauer riesigen Respekt! Doch hat nicht auch der Palast ein gewisses Existenzrecht?

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Das kann man sich ja alles bald selbst anschauen!

    Immerhin, in keinem anderen Haus wurde so viel geklatscht wie im PdR. Insgesamt - wenn wir mal die Fakten anschauen - wurde aber nur heiße Luft produziert. Die Vorzüge dieses modernistischen Betonpalastes vermisst heute niemand mehr. Weder die Stasi-Kameras zur Parkplatz-Überwachung, noch die durchgesessenen Volkskammersitze, noch die roten Kunstlederbänke oder ganz zu schweigen von den Bildern im Foyer. Einzig die Glasblume war ein Hingucker und diese ist zurecht in den Köpfen der Menschen bis heute geblieben. Bars und "Clubs" waren politisch organisiert und entsprechend spießig. Bleibt noch der große Saal: Wer braucht so etwas in der heutigen Zeit? Revue-Theater haben wir an anderer Stelle. Unterhaltsshows gibt es keine mehr. Das Fernsehen hatte seine beste Zeit gehabt und ist mittlerweile durch Multimedia abgelöst. Kongresse brauchen keinen PdR.

    Also nur die Fassade? Wozu? Dann kann die auch gleich weg. So wie es die DDR nicht mehr gibt.

  • Der PdR war 1976 eröffnet worden und wurde aus eindeutig politischen Gründen 1990 geschlossen. Asbest wurde als Grund genannt - Horch!

    Eine wirkliche, neutrale und ehrliche Diskussion um einen Nachbau / Wiederaufbau wurde bis jetzt nicht geführt. Dieses Gebäude gehört doch aber auch zur Geschichte Berlins und Deutschlands. Ich denke, würde eine solche Diskussion mal angeregt, frei von ideologischen Gesichtspunkten was sicherlich nicht einfach ist (wie z. B. Potsdamer Garnisonskirche) kämen interessante Ergebnisse raus. Dort tagte nicht nur die Volkskammer oder tagten SED - Parteitage. Nein, es war ein wirkliches Haus des Volkes. Leider am falschem Platz!

    Ich habe vor den Leistungen der heutigen Schloßerbauer riesigen Respekt! Doch hat nicht auch der Palast ein gewisses Existenzrecht?

    Diese Diskussion sollte jetzt geführt werden? Ich denke eher 500 Jahre haben sich -wie man ja nun deutlich am fertigen Schloss sieht- gegenüber den paar Jahren PdR durchgesetzt. Die Notwendigkeit zur fachgerechten Entsorgung von Spritzasbest auf einem Stahlskelettbau (=kompletter Rückbau) ist auch unumstritten und völlig unpolitisch. Er wurde daher von einer wirklich "freien" Volkskammer geschlossen. Wie kann etwas, was dann nicht mehr existiert ein Existenzrecht haben -was ist daran ideologisch? Falls Sie die Architektur vermissen, können Sie zum ehemaligen Nixdorfgebäude im Wedding fahren. Wenn unser Volk (jetzt aber 80 Mio.!) wieder einen Mangel an Rolltreppen, einer Kegelbahn und Moccabar verspürt, kann man das bestimmt auch in das neue Gebäude einbauen.

  • Ich finde die Idee der Rekonstruktion ziemlich gut nur die Umsetzung ist grauenhaft. Entweder man baut ein Schloss nach alten Vorbild oder man baut was neues und ich finde das Schloss ist in meinen Augen unecht da es Endeffekt ein Betonpalast ist. Ähnlich wie eine Torte die außen mit schönem Zuckerguss verziert wurde. Der Inhalt ist grau und unansehnlich. Ich hätte mir gewünscht das wenigstens die Spreefassade vom Palast der Republik erhalten werden sollte. Ich find es traurig das dieses multifunktionale Wundergebäude weggerissen wurde.


    Eine Vollreko wäre den meisten hier auch lieber gewesen... das lag ja nun an den nötigen Kompromissen bzgl. der Schlossgegner, und natürlich auch bzgl. der Nutzbarkeit des Gebäudes.


    Dass es wegen des Betonkerns unecht sei, kann man nicht wirklich behaupten. Auch als originales Barockgebäude war es nie konstruktionsehrlich im Sinne zeitgenössischer Architekturauffassung.


    Manche hier werden mich schlagen, aber ich hab auch schon oft gedacht, die Ostseite hätte durchaus ein paar Zitate des PdR erhalten können. Irgendwann werd ich da mal ne Bildmontage fabrizieren. Aber vielleicht funktioniert das auch gar nicht, weil es nur wie eine Karikatur wirken würde.

  • Manche hier werden mich schlagen, aber ich hab auch schon oft gedacht, die Ostseite hätte durchaus ein paar Zitate des PdR erhalten können.

    Das war ja der Graffunder-Plan, eine Kombination aus PdR und Schlossrekonstruktion. Es hat sich aber nicht durchgesetzt.

  • Ich hätte mir eine 100 % Rekonstruktion gewünscht, wie beim Stadtschloss in Potsdam. Das Stadtschloss hätte mehr an Akzeptanz gewonnen, wenn man im Innenraum wieder Restaurants und ggf. Kultureinrichtungen eingebracht hätte oder tatsächlich die Landesbibliothek. Auch hätte ich mir eine Ausstellung zu Preussen und der Geschichte Berlins gewünscht.


    Grundsätzlich hätte ich mir auch vorstellen können das dort das neue Bundeskanzleramt eingezogen wäre aber das war nicht vorgesehen und das Stadtschloss hätte auch viel früher erbaut werden müssen. Es hätte sicher auch weitere Nutzungskonzepte gesehen, siehe Stadtschloss Braunschweig oder Stadtschloss Potsdam.


    Zum Begriff "Betonschloss" kann ich nur sagen, es hätte mir sicher auch gefallen wenn man Steine genommen hätte. Es hätte aber die Bauzeit unheimlich verlängert und wäre unbezahlbar gewesen. Auch in Potsdam wurde mit Beton gebaut, in Braunschweig bin ich mir nicht sicher. Auch müssen die ganzen Vorschriften im Bereich Dämmung beachtet werden, was so ein Bauprojekt nicht gerade schneller entstehen lässt.


    Ich selbst hätte mir eine Mischung aus dem Projekt von Franco Stella gewünscht (West-, Nord,- Südfassade). Und die Ostfassade hätte von den Architekten "nps tchoban voss Architekten" eingebracht werden können.

  • Lieber Meister Lampe,

    Ein bisschen muss ich dir in deinen Ausführungen jetzt aber schon widersprechen.

    1. Das Potsdamer Stadtschloss ist keine 100% Rekonstruktion. Sogar noch viel weniger als das Berliner Schloss. Denn in Potsdam stimmt weder der Grundriss, noch ist dort auch nur an einer einzigen Stelle die historische Raumsituation berücksichtigt worden. Selbst das historische Treppenhaus ist keine Rekonstruktion.

    2. Das Beispiel Braunschweig wäre für meinen Geschmack die schrecklichste Lösung für Berlin gewesen. Eine Shopping-Mal im Stadtschloss? Ich finde das gruselig und wir hätten im Ansatz nicht soviel Schloss, wie wir es heute haben! Du hättest dir für Berlin eine Kultureintichtung gewünscht, aber was ist denn dann das Humboldt Forum?

    3. Das Berliner Schloss ist kein Betonschloss. Zumindest besteht es soviel aus Beton wie aus Ziegel. So wird im 21.Jahrhundert nun mal gebaut. Der Kern des Schlosses ist aus Beton, der gesamte Rest aus solider Maurerarbeit.

    Ich hoffe, ich habe deinen Beitrag nicht missverstanden, aber ich halte den jetzigen Schlossbau für das Beste, was ich mir hätte vorstellen können (natürlich abgesehen von einer Totalrekonstruktion) und ich freue mich auf die Weiterentwicklung im Innern in den nächsten Jahren.