Berliner Stadtschloss (Aktuelles und Baugeschehen)

  • DIE WELT berichtet darüber, wie "ein 31 Meter hoher römischer Triumphbogen ins Hohenzollernschloss kam", womit natürlich das Hauptportal des Berliner Schlosses gemeint ist.


    Berliner-Schloss-eigentlich-Koenig-3.jpg

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    https://www.welt.de/kultur/kun…ontrol.kultur.1.215757166

    Wissen allein bringt nichts. Nur das angewandte Wissen verändert die Dinge.

  • Die am Eosanderportal noch fehlenden Schmuckelemente bestanden wohl aus verschiedenen Materialien: Ich zitiere jetzt einfach mal Albert Geyer:(Geschichte des Schlosses zu Berlin. Vom Königsschloss zum Schloss des Kaisers. Der Text. Berlin 1992, S. 130):


    "1902 wurde am Portal III die giebelartige Aufrollung, die ihm einst Eosander gegeben hatte, neu herausgearbeitet und außerdem Teile des Festschmuckes von 1897, der von Otto Lessing zunächst in Gips ausgeführt war, als dauernde Zierde in wertvollerem Material angebracht, die große Königskrone in Zinkblech, das Wappenschild in Sandstein, die Inschriften- und Relieftafeln in vergoldeter Bronze. Auf der rechten Seite wurde folgende Inschrifttafel eingelassen:


    FRIDERICVS I

    BORVSSORVM REX, ELECTOR BRANDENB.

    MDCLXXXVIII.

    SIC GESTVS SVM PRINCIPATVM VT SCIAM

    REM POPVLI ESSE, NON MEAM PRIVATAM.


    Darunter die Relieftafel, die die beiden großen Abschnitte des Schloßbaues in Erinnerung bringt: Schlüter führt das Modell für den Umabu des Schlosses vor; auf der Staffelei die Zeichnung für die Front des Neuen Schlosses an der Schloßfreiheit, im Hintergrund Eosander, sich vor Königin Sophie Charlotte, seiner hohen Gönnerin, hofmännisch verbeugend."

  • Was hier geleistet wurde ist doch ganz großartig, und ich bin dankbar und demütig weil ich weiß das es hätte auch

    ganz anders kommen können.Und ich freue mich jetzt schon wie ein kleines Kind auf die Eröffnung, die ich mir 1997

    in einem Zelt bei einem Boddien-Vortrag zum Wiederaufbau trotz 20,-DM Spende nicht wirklich habe vorstellen können.

    Ich werde soviel Zeit wie eben möglich vor und in diesem Schloß verbringen, und wer weiß, vielleicht bekommen

    wir ja irgendwann wenigstens die Kolonnaden vom Denkmal zurück (der ganze Willem braucht's ja nicht zu sein).

    Vielleicht ein Denkmal von Herrn Boddien, der hätte das nämlich verdient.Ziemlich sicher würde er das gar nicht wollen,

    und ist ja auch nicht mehr ganz zeitgemäß..

    Will sagen:

    Berlin hat eine schlimme Wunde geschlossen.

    Das ist doch klasse!

    Danke

  • Wenn die Berliner Verantwortlichen Rückgrat und einen A..... in der Hose haben steht für mich fest, der nächste Ehrenbürger von Berlin kann nur Wilhelm von Boddien heißen. Was dieser Mann erreicht hat, gegen alle Widerstände wird sich erst wirklich zeigen wen die Berliner und ihre Gäste im rekonstruierten Schlüterhof stehen und vor Staunen der Mund nicht wieder zugehen wird. Zugleich werden auch wieder die Spenden reichlicher fließen. Das hängt natürlich von einer guten und informativen Schlosspräsentation ab.

  • Das wird niemals geschehen!


    Allein schon aus Rache dafür, dass der Palast geschleift und das Stadtschloss z.T. wieder aufgebaut wurde.


    Nicht jeder bricht zudem in emotionale Verzückungen aus, wenn er den Neubau betrachtet.

  • Was soll das aussagen? Mit "hier" und "Schlagzeige" (wohl "Schlagzeile") sind die Presseorgane gemeint?


    Über das Schloss wurde ja wohl in den letzten Jahren ausgesprochen viel in den Zeitungen berichtet. Natürlich lässt der Tenor unserer Journalistenzunft mal wieder zu wünschen übrig. Von "stiefmütterlich" aber kann eigentlich keine Rede sein....

  • Donnerwetter da musste ich mich erstmal hinsetzen !

    Laut der Berliner Extrablatt Ausgabe Nr. 94 des Schlossbauvereins sind von den Baukosten zum Aufbau des Gigantentreppenhauses von Andreas Schlüter in Höhe von 22 Mio € schon Zweidrittel dieser Summe an Spenden eingegangen. Es fehlen noch 8 Mio € und die Bauarbeiten die unabhängig vom Betrieb des Humboldt-Forum entstehen, könnten schon 2023 beginnen! Was für eine freudige Nachricht und mir bleibt die Spucke weg. :applaus:

  • So wird hinter den Kulissen still und fleißig, charmant und beharrlich, gut vernetzt und bescheiden weiter gearbeitet, sprich Spenden akquiriert und erst wenn's was Substanzielles zu verkünden gibt die Öffentlichkeit informiert. Das ist von Boddien, wie leibt und lebt.

  • Wow, dass sind ja tatsächlich wahnsinnig gute Nachrichten! :applaus:ein für spätere Jahrzehnte geglaubtes Bauvorhaben rückt in sehr greifbare Nähe.thumbsup.png

    Dann wird es schneller zum Schwur kommen mit den Hufo-Verantwortlichen und Konzepterstellern als ihnen womöglich lieb ist, ich kann mir gut vorstellen, dass das bei den offiziell Verantwortlichen gar nicht unbedingt auf große Gegenliebe stoßen wird...

  • Wenn schon die gute Nachricht, dann gleich mit Quellenangabe. Bekommt ja nicht Jeder das Extrablatt in den Briefkasten:

    Die Treppen der Giganten prangen schon auf der Titelseite. Das macht Furore für die Zukunft. Auf dass der Verein nach Eröffnung des Hufos nicht einschläft. Solange Boddien mit von der Partie ist, wird das auch nicht der Fall sein. Gott segne ihn!


    https://issuu.com/berliner-sch…extrablatt_ausgabe-94_web

  • Das ist ja wirklich super. Vielen Dank für den Hinweis!


    Mit der Rekonstruktion dieser Treppe gibt es eine echte Verbindung von der Fassade zum Innenraum. Dadurch wird das "Schloss" noch besser erlebbar und etwas authentischer.


    Wer weiß. Vielleicht kommen die zwei Eckkuppeln ja auch viel schneller zurück, als man glaubt. :wink:


    Im aktuellen Berliner Extrablatt (Seite 50) gibt es auch eine interessante Erwähnung des Neptunbrunnens. Und zwar wurden am Schlossplatz neue Fernwärmeleitungen verlegt. Die neuen Leitungen sind so positioniert, daß sie nicht mehr unter dem Brunnen liegen würden, und die Rückkehr von Neptun möglich machen. Das Kostenargument der Brunnengegner, ist damit also hinfällig.

  • Tolle Nachrichten, danke dafür. Bestimmt wurde in älteren Beiträgen bereits hinlänglich über die Gigantentreppe berichtet. Weiß einer noch, wo genau? Ich weiß noch, dass dieses aufwendige Treppenhaus den Hauptzugang vom Schlüterhof (hinter dem großartigen Portal) zu den Paradekammern im 2. Obergeschoss gebildet hat und dass im Rohbau eine künftige Wiederherstellung vorgesehen ist.

  • Wirklich erstaunlich was hinter den Kulissen so alles passiert. Ich hätte es nicht für möglich gehalten dass bereits eine so beträchtliche Summe für die Gigantentreppe gesammelt wurde. Damit ist eine zeitnahe Realisierung tatsächlich möglich. Ein Traum!


    Und auch in Bezug auf den Neptunbrunnen wächst aller Grund für einen vorsichtigen Optimismus. Auf lange Sicht dürfte es für die Ideologin aus der Schweiz immer schwieriger werden die Rückführung auf den Schlossplatz zu blockieren, zumal der Bund für sämtliche damit verbundenen Kosten aufkommen will.

  • "Die interessante und aus meiner Sicht poe­tischste Seite entsteht zur Spree hin mit der Spreeterrasse und einer Treppenanlage und Rampen, welche attraktive Aufenthaltsmöglichkeiten am Wasser bieten. Als ro­mantisches Element erinnert eine Bank mit Trauerweide an das ehe­malige Spreegärtchen." - Regula Lüscher


    "Ich habe immer gesagt, dass Politiker keine Drogen nehmen sollten." - Martintre

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Poetisch = die Dichtkunst betreffend

    attraktiv = anziehend aufgrund eines ansprechenden Äußeren, hübsch, reizvoll


    Wasser findet der Mensch seit Alters her attraktiv, weil es energetisch betrachtet einfach ist, dort Nahrung zu finden. Dieses gilt sicher nicht für den Spreearm. Ersatzweise gibt es bald Nahrung auf der dortigen Terrasse. Dieses Bauelement erfüllt aber in unserer Zeit ein überholtes Statusmotiv. Dieses Statusdenken widerum manifestiert sich in Technikgläubigkeit und der Annahme, man könne die Natur beherrschen. Deshalb wird sie an dieser Stelle auch fast völlig ausgelöscht. Eine einzelne Trauerweide ist zur Versinnbildlichung der kontinuierlichen Bestattung eben dieser Natur eingelassen worden. Gleichsam ein noch lebendiger Grabstein. Doch warum wird die Natur so schlecht behandelt? Ganz einfach. Um von sich selbst als Teil der Natur abzulenken. Ein altes Prinzip. Wer einen Mangel verspürt, der überträgt die Schuld dafür auf andere und wertet diese ab. Deshalb gibt es auch keine größeren Rabatten um das Schloss herum. Der Wettbewerbssieger musste sich nur auf das Prinzip der Naturnegierung einlassen, da die Mehrheit der damaligen Jurymitglieder offenbar so denkt.


    Doch wenn sich die Menschheit von der Natur lossagen würde, wäre sie nicht überlebensfähig. Denn wir sind als Lebewesen Organismen, die höhermolekulare Stoffe zu niedermolekularen Stoffen zerlegen und damit die Entropie fördern. Damit wir überhaupt leben können, braucht es aber Organismen, die zur Negentropie befähigt sind, im Klartext photosynthisch aktive Organismen wie Pflanzen und Cyanobakterien, die aus niedermolekularen Stoffen wieder höhermolekulare Stoffe machen. Insofern ist sofort einsichtig, dass Naturnegierung lebensfeindlich ist und das verspürt die Mehrheit der Bevölkerung beim Blick auf das Schlossumfeld rein intuitiv.


    In diesem Zusammenhang des letzten Restes an Natur dann von Poesie zu sprechen, zeigt wie menschenfeindlich diese Betrachtungsweise von Stellas Resterampe eigentlich ist.