Berliner Stadtschloss (Aktuelles und Baugeschehen)

  • Ein wirklich guter Bericht den die Tageszeitung WELT hier geschrieben hat. Allerdings hätte die Zusammenfassung im Bericht nicht sein müssen, denn man hat wieder einmal die Ansichten von Berlin- Mitte Bezirksbürgermeister Dassel zusammengefasst.



    "Er hätte sich lieber etwas modernes gewünscht"



    Soll er doch zum Potsdamer Platz gehen, da kann er die Moderne erleben! Aber in die Mitte Berlins gehört das Stadtschloss, mit Bauakademie und Berliner Dom (inkl. Denkmalskirche).

  • An der Kuppel habe ich 2 Arbeiter hantieren sehen. Ebenso einen mit Hubwagen an Portal V. Geht's jetzt vielleicht weiter, mit der eigentlichen Kupfereindeckung und mit dem Balkongeländer!?

  • Am Balkon im 1.Stock von Portal V geht es wirklich weiter.
    Im 2. Stock wird es wohl noch dauern, da fehlen noch Fassadensteine!

  • Zwei Ansichten des Schlosses. Die Barockfassade und der Ostblock bei seitlicher Sonneneinstrahlung (von links). Die Barockfassade wirkt wesentlich plastischer und festlicher. Der Ostblock dagegen kalt, steril und monumental. Als rein modernes Gebäude an einem anderen Platz wäre er architektonisch nicht unbedingt schlecht. Jedoch an diesem Standort ist schon vorprogrammiert, dass er eines fernen Tages abgerissen wird.



  • Der "Abriß" der Humboldtbox dauert aber auch seine Zeit..., herje! Ein besonderes Verfahren, das man wohl eher behutsamen Abbau nennen könnte, statt üblichen Abriß. Ist wohl der Nähe der bereits fertigen Südfassade des Schlosses und der Lage an viel befahrener und begangener Straße geschuldet. Hinter verborgener Verpackung wird es hoffentlich zügig immer weniger. Was das wohl kostet? Dafür könnte man wahrscheinlich etliche Skulpturen auf den Balustraden rekonstruieren!!


    https://cam05.berlinerschloss-webcam.de/

  • Der "Abriß" der Humboldtbox dauert aber auch seine Zeit..., herje! Ein besonderes Verfahren, das man wohl eher behutsamen Abbau nennen könnte, statt üblichen Abriß. Ist wohl der Nähe der bereits fertigen Südfassade des Schlosses und der Lage an viel befahrener und begangener Straße geschuldet. [...]

    Die Bezeichnung "Abriss" ist im Zusammenhang mit der Humboldt-Box wohl eher umgangssprachlich, korrekt wäre es eher von Rückbau zu sprechen. Ein Gebäude wie die Box kann nicht einfach eingerissen werden, nicht unbedingt wegen der Nähe zum Schloss (aber sicherlich auch), sondern in erster Linie wegen der Trennung und Entsorgung/Recycling der verwendeten Baumaterialien. Auch der Stahlbeton wird bestimmt nicht belassen wie er ist, aber genau kenne ich mich da natürlich nicht aus.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Kleiner Nachtrag, weil es mich gerade so freut...


    Mir schrieb gerade ein US-Amerikaner bei SkyscraperCity, dass er
    allein wegen meiner vielen englischsprachigen Beiträge zum Berliner
    Schloss mehrere hundert Dollar jedes Jahr für das Projekt gespendet hat -
    und nun auch für die Potsdamer Garnisonkirche. Solche positiven
    Rückkopplungen sind doch ein unglaublicher Ansporn für uns, stimmts :)


    Und das zeigt auch, wie sehr es sich lohnt, gerade die globale Community
    stärker anzusprechen, wenn es um das Eintreiben von Spenden und
    Unterstützern geht. Da sind viele Kulturen entspannter und weiter, was
    den Umgang mit der Geschichte und dem kulturellen/künstlerischen Erbe
    angeht. Der verlinkte Schloss-Faden wurde übrigens schon millionenfach aus aller Welt angeklickt.


    Auch deswegen sollten wir mE stärker aus diesem engen internen Kreis hier
    herauskommen. Weil hier eh alle schon unser Anliegen unterstützen und
    sehr wahrscheinlich auch schon dafür spenden. Was aber ist mit den restlichen
    99,9% der deutsch(sprachig)en Bevölkerung, erst recht mit der Welt? An die müssen wir ran!


    Das geht nur außerhalb dieses Forums-Mikrokosmos hier.
    Hier im Stadtbildforum ist weitgehend nur interne Selbstbeschäftigung angesagt.
    Die hat ihre Berechtigung und ist zur Dokumentation usw. klasse, doch sie ist keine geeignete
    Plattform, um für unser Anliegen und zB die Innenräume des Berliner Schlosses
    oder Alt-Berlin zu werben - dafür müssen wir rauskommen.

  • Der "Abriß" der Humboldtbox dauert aber auch seine Zeit..., herje!

    Für alle, die es nicht abwarten können: In einem Artikel der Deutschen Bauzeitschrift wurde die Humboldtbox schon mal wegretuschiert (Bild, Kontext). ;) Allerdings kommt dadurch nun auch ganz automatisch der große Fresswürfel auf dem Dach voll in seiner ganzen "Pracht" zur Geltung. :augenrollen:

  • Und auch hier sieht man wieder, wie sehr ein guter Abschluss auf der Spree-Seite fehlt. Wollen wir weiter dafür werben, den Apothekenflügel, ja die gesamte Ostseite wieder zu errichten!

  • So richtig das Anliegen ist, so wenig brauchen wir heute dafür zu werben. Der Ostflügel wurde soeben erst errichtet und wird mit Sicherheit zumindest 30 Jahre so stehen. Keinesfalls wird er in absehbarer Zeit abgerissen. So realistisch sollte man sein. In 30 Jahren, so denn eine Umgestaltung anstehen sollte, können wir immer noch werben. Wenn wir dann noch leben.

  • Kleiner Zwischenbericht:
    Die Halle im Eosanderportal ist ein Raum von ganz großartiger Majestät geworden. In den übrigen Portalvorhallen gehen die Maurerarbeiten voran, sie sind etwa bis Kopfhöhe gediehen.
    Im Schlüterhof sind die Erdgeschosslauben mit Folien verhangen, hier wird verputzt. Sonst sind noch keine Veränderungen zu sehen.
    An der Kuppel haben die Eindeckungsarbeiten begonnen, allerdings noch nicht mit voller Besetzung.
    Die Überfahrt des Aufzugschachts an der Lustgartenseite soll nachträglich abgesenkt werden, etwa um 60 cm. Die Glasfenster des Dachcafés sind nicht getönt bis auf jene, welche die Überfahrt des Aufzugsschachts verkleiden, da diese direkt vor dem Beton sitzen.
    Ich bin ja bekanntlich kein Freund des Dachcafés, aber zumindest wird die Dachterrasse, die dort entsteht, im Zusammenspiel mit dem künftigen Café einen sehr schönen Raum ergeben - für sich genommen. Mit Blick auf die Gesamterscheinung des Schlosses bin ich damit dennoch nicht glücklich. Aber es wird ein enormer Publikumsmagnet werden. Auch der unmittelbare Blick auf die Kuppel (kennt ma sonst so nur vom Petersdom in Rom) ist sehr eindrucksvoll, wenngleich die Kuppel durch die Aufbauten natürlich auch Konkurrenz bekommt.

  • Kleiner Zwischenbericht:
    ...
    Die Überfahrt des Aufzugschachts an der Lustgartenseite soll nachträglich abgesenkt werden, etwa um 60 cm.
    ...

    Ah, das läßt hoffen, daß das gesamte Erscheinungsbild nicht ganz so "versaut" werden wird, wie befürchtet. Zeigt man ein Einsehen! Wenn man also eine nachträgliche Korrektur anstrebt, mit entsprechend zeitlichen und finanziellen Aufwand muß es wohl den Verantwortlichen siedend heiß bewußt geworden sein, welch' Furunkel die Aufbauten im Gesicht der Schönen sein werden und man versucht noch was zu retten, was geht. Gut so! Einsicht ist der beste Weg.
    Doch wieso nur auf der Lustgartenseite? Aus Symmetriegründen wäre es konsequent den südseitigen Aufbau auch zu kürzen, hat man doch beide aus diesem Grund auch auf eine spiegelbildlich korrespondierende Stelle aufgesetzt!?


    Na Seinsheim, Du freundest Dich ja mit dem Dachcafe richtig an! Paß auf, könnte hier einen "Shitstorm" verursachen! 8)
    Aber ja, wird schon ein nettes Fleckchen zum Verweilen da oben, wenn's nicht gerade stürmt und schneit. Ach so, deshalb ja der Cafekubus mit Riesenfenstern zur Terrasse...!

  • Stella ging es bei der Reduktion der Überfahrt wohl eher um das einheitliche Erscheinungsbild seines Cafés.
    Und ach ja, Shitstorms bin ich ja mittlerweile gewohnt. Und es werden sicherlich noch einige folgen.... :whistling:

  • Der Ostflügel wurde soeben erst errichtet und wird mit Sicherheit zumindest 30 Jahre so stehen. Keinesfalls wird er in absehbarer Zeit abgerissen.

    Klar. Für den Apothekenflügel kann und sollte dennoch bereits geworben werden!
    Das ist für meine Begriffe der nächste logische Schritt am Schloss, noch vor etwaigen Innenräumen. Städtebau und Fassaden im öffentlichen Stadtraum gehen immer vor Innenräumen. Die Schlossapotheke wäre auch ohne große Abrissmaßnahmen direkt umsetzbar, es bräuchte lediglich Durchbrüche für die Durchgänge. Man könnte sie auch ganz leicht verschieben.


    Am besten in einem Rutsch mit der Wiederherstellung der Kaiser-Wilhelm-Brücke, für die Ensemblewirkung:



    https://commons.wikimedia.org/…lm-Br%C3%BCcke-Berlin.jpg



    Dies würde auch die für Alt-Berlin und das Marienviertel dringend nötige Signalwirkung geben: hier ist der historische Siedlungskern Berlins, hier ist Alt-Berlin, hier hat alles begonnen. Hier können Betonkuben die Leere nicht füllen, hier braucht es etwas viel, viel Besseres.

  • Für den jetzigen Wiederaufbau haben wir auch gute 25 Jahre geworben, gekämpft und überzeugt. Gerade jetzt, wo allen diese Disharmonie erstmals entgegen schlägt sollte man dafür werben, dass es eine bessere Lösung für die Ostseite gibt - auch wenn sie einige Jahre auf sich warten lässt. Nicht locker lassen!

  • Für die ganze Ostfassade gibts erstmal nur eine wirklich denkbare Lösung: Efeu oder anderes Grünzeug. ;)


    Alles andere ist aktuell pure(!) Energieverschwendung, glaub mir Friedenau. In 10 Jahren kann die Debatte vllt. stärker angestoßen werden.


    Worauf jetzt die Energie fokussiert gehört, genau in der Reinfolge:


    1.1) Schlossumfeldgestaltung / Platzgestaltung
    1.2) schlankere Lösungen für den Verkehr
    2.1) qualitätvolle Schlossausstellung im Schloss
    2.2) abstecken eines sinnvollen Rahmens für das umgebende Alt-Berlin, insbesondere im Bereich Molkenmarkt (aktuell am dringendsten) und Marx-Engels-Forum / Marienviertel


    und dann mit einigem Abstand...
    3.) werben für die Schlossapotheke
    4.) werben für etwaige Innenräume, zuerst Gigantentreppe und Schweizer Saal

  • Ich glaube fast, daß die heute unwahrscheinlich scheinende Schloßapotheke gute Chancen hat, weil erfahrungsgemäß der Platzhunger öff. Einrichtungen unersättlich ist.

    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand