Am 9.November findet unser großes Initiativentreffen in Frankfurt am Main statt. Unter der Rubrik "Aktuelles und Allgemeines" finden Sie alle Informationen vor.

Berliner Stadtschloss (Aktuelles und Baugeschehen)

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    • Danke für die schönen Bilder.

      Man sieht an den Architravunterseiten der Portaldurchfahrten II und IV leider noch immer die Kabel bzw. Bohrlöcher für die ursprünglich geplanten Beschilderungen (sog. Wegeleitsystem). Man kann nur hoffen, dass diese Löchter noch geschlossen werden und niemand auf die Idee kommt, da doch noch etwas dranzuhängen.

      Und irgendwie schade, dass der innere Torbogen von Portal III auch verglast wurde. Hätte die äußere Verglasung nicht gereicht? Denn die Bögen sind natürlich Ausläufer der dahinter liegenden Gewölbe und keine separate Architektur. Diese Bezüge werden nun - aus feuerpolizeilichen? - Gründen durchtrennt. Genauso unschön, wie wenn man in einer gotischen Kirche die Scheidarkaden zwischen Mittel- und Seitenschiff verglasen würde.-
    • Hallo Seinsheim,
      im spätgotischen Stadt- und Bergbaumuseum von Freiberg hat man es aus brandschutztechnischen Gründen fertig gebracht, die Befestigung für die Verglasung in die Sandsteinbögen hineinzuschrauben und hineinzuflexen.

      bitte unteres Bild anklicken: phase-10.de/unternehmen/neuigk…erg-wieder-eroeffnet.html

      Es passierte unter der selben Führung desjenigen Planungsbüros, welches jetzt den Ergänzungsbau errichtet. Ansonsten bauen die eher Fußballstadien.
      VG
      Freibuerger
    • Eine kleine Frage. Hat jemand zufällig ein Detailfoto von einem Fenstergiebel (1. oder 2. Stock) Aber von schräg oben fotografiert? z.B. als die Humboldtbox noch stand.
      Denn ich möchte wissen ob die Kupferverkleidungen gerade im Putz verschwinden oder vor dem Putz ca. 4 cm nach oben geführt wurden und oben mit Dichtmasse abgedichtet wurden.
      Bei uns wurde nun die Fassade gestrichen und nun sollen die Simse über den Fenstern mit Kupfer gedeckt weden. Das Kupfer soll an der Wand ca. 4 cm nach oben geführt werden und oben dann mit Silikon abgedichtet werden.
      Vielen Dank im Voraus ;)
    • Königsbau wrote:

      Alles Historische: monumental beeindruckend und schön. Das Foyer jedoch wirkt wie ein Gefängnishof. Ein architektonischer Missklang, weil zwei Epochen sich gegenseitig absolut fremd sind. Nichtmal der Effekt des „spannenden Kontrasts“ will sich hier einstellen, einzig die Erkenntnis, das der Ausdruck unserer Zeit im Vergleich ein jämmerliches Bild abgibt.
      Offensichtlich warst du noch nie im Gefängnis. Das ist schön. Und es ist auch schön, dass nicht gleich die Geschmackspolizei vorbeikommen wird, um dich wegen unpassender Vergleiche oder Verunglimpfung zeitgenössischer Architektur einzubuchten.

      Die exzellenten Aufnahmen von @Mantikor und @Spreetunnel geben uns erstmals einen guten Eindruck von dem modernen Kulturzentrum, das da gebaut wird. Frühere Fotos aus den Innenbereichen des Schlosses zeigten noch zu viel Baustelle. Franco Stella will keinen "spannenden Kontrast" erzeugen, sondern entwickelt seine Architektur aus dem Maßsystem der barocken Teile. Er will nicht auftrumpfen und sich in den Vordergrund drängen. Also hat die historische Architektur den Vortritt.

      Ohne moderne Ergänzungen wäre der Wiederaufbau des Berliner Schlosses nicht zu haben gewesen. Ein solches Bauprojekt braucht ein Nutzungskonzept. Blicken wir einfach mal über den Spreekanal! Städtebaulich ist alles für eine Wiedererrichtung der Bauakademie vorbereitet, aber das Nutzungskonzept steht noch nicht. Das Schloss wäre auch noch nicht weiter, wären die Rekonstruktionsbefürworter nicht zu Kompromissen bereit gewesen und hätte man nicht das mehrheitsfähige Nutzungskonzept Humboldt Forum entwickelt.

      Ein positiver Aspekt des Architektur- und Raumkonzeptes von Stella besteht darin, dass das Nutzungskonzept ohne Weiteres geändert werden kann. Das Gebäude ist nur darauf festgelegt, ein Kulturzentrum zu sein. Die Ausstellungs- und die Veranstaltungsräume sind so neutral gehalten, dass man dort alles Mögliche zeigen oder veranstalten kann. Auch die Möglichkeit, später einmal einzelne Innenräume des historischen Schlosses zu rekonstruieren, wurde offengehalten.

      Die Spolien am Innenportal II haben die besondere Aura von Reliquien. Es ist gut, dass man sie so belassen hat. Abplatzungen am Gestein, wie sie an dem Säulenfragment zu sehen sind, werden übrigens relativ oft in Werken der alten Malerei dargestellt. Warum sollten Gebäude, die wir uns als "alt" wünschen, heute völlig makellos aussehen?

      Der Medienturm harmoniert gut mit den loggienartig gestalteten Seiten des Foyers.

      @Freibuerger
      Die Räumlichkeiten im Stadt- und Bergbaumuseum zu Freiberg kenne ich. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, dass sich jemand an der Verglasung stören könnte. Auch der Aufzugsanbau ist doch gut gelöst. Näher am Berliner Schloss ist das Alte Museum. Dort wurde die von Schinkel offengelassene Treppenhalle hinter der Säulenfront durch Verglasung zu einem Innenraum gemacht. Das hat praktische Gründe. Auch beim Eosanderportal macht die Verglasung einen recht guten Eindruck.

      The post was edited 1 time, last by Rastrelli ().

    • Rastrelli wrote:

      Offensichtlich warst du noch nie im Gefängnis. Das ist schön.
      Ich bin zwar auch noch nicht im Gefängnis gesessen, aber man kennt es ja von Bildern und Filmen - es trifft jetzt nicht unbedingt meine Vorstellungen von Behaglichkeit.

      Und wenn ich mir die Bilder vom Foyer anschaue.....so gewisse Ähnlichkeiten mit einer JVA kann auch ich da nicht ausschließen.
      Mit Ziegelsteinen kann man Fensterscheiben zerstören, mit Glas, Stahl und Beton ganze Städte.
    • Hallo Olympic 1911 (übrigens ein tolles Schiff)
      Danke für die Fotos. Tatsächlich wurde das Blech vor dem Putz hochgezogen. Dann muss es oben mit Silikon abgedichtet sein. Diese Silikonnaht muss alle paar Jahre allerdings erneuert werden, damit kein Wasser hinter die Bleche eindringen kann. Bei den vielen Fenstern sicher eine wahnsinnige Arbeit.
    • "Rastrelli", Du hast völlig recht, dass das moderne Nutzungskonzept des Humboldt-Forums moderne Umgestaltungen als Kompromiss notwendig machte. Ich finde, Stella hat das in Teilen durchaus gut umgesetzt.

      Gleichwohl kann ich "Königsbaus" freie Assoziationen nachvollziehen. Man muss ja kein Knastbruder sein, um Bilder bestimmter Gefängnisse zu kennen. Diese sind ja aus Dokumentationen und Spielfilmen bekannt. Die rasterförmige Überdachung bei Stella wirkt durchaus etwas bedrückend und hätte filigraner gelöst werden können.

      Zum Vergleich Fotos von "Spreetunnel":





      Und Fotos einiger bekannter amerikanischer Gefängnisse:

      images.app.goo.gl/bmFBKzGv4yGcDJbT7

      images.app.goo.gl/mKkq2scTXeokcv198

      images.app.goo.gl/aT1oZJ3bqmizTpgM7
    • Man braucht gar nicht so weit gehen (ein paar Kilometer), um quasi identisches (wenn auch weit größeres) zu finden:

      google.de/search?q=bnd+zentral….05#imgrc=yzXWFzpBJpIA8M:

      wer hat hier von wem abgeschaut?
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Sieht ja wie ein Zuchthaus aus...nun gut, wenn man den BND Kollegen nix anderes gönnt.......aber das Schloß sollte ja eine kulturelle Begegnungsstätte für alle sein.
      Mit Ziegelsteinen kann man Fensterscheiben zerstören, mit Glas, Stahl und Beton ganze Städte.
    • Hallo Rastrelli,
      die Verglasung bzw. der Brandschutzgedanke im Freiberger Museum ist nicht das Problem sondern die Umsetzung. Ich kenne den ehemaligen Direktor sehr gut.
      Für den Fahrstuhl wurde auch massiv in die Fassade eingegriffen obwohl nach meiner Meinung im Treppenhaus vom Anfang des 20 Jhds. Platz gewesen wäre. Der Standort hinter dem Museum wurde angeblich von den Nachbarn abgelehnt, da er eine Verschattung der Superintendentur ausgelöst hätte obwohl dort eine große Kastanie stand. Der neue Rettungsweg in diesem Bereich ist nun plötzlich kein Problem. Der Kompagnon des damaligen planenden Büros für den Fahrstuhl und den heutigen Ergänzungsbau äußerte in der Presse, er hätte alles anders gelöst. Profis eben.
      VG
      Freibuerger