• Der Kurfürst

    Nein passt schon. Ich stimme dir zu so wie du es gemeint hast. Ich habe auch den Eindruck, dass Senat und Denkmalamt über diese Stadtplanung und die Kunstwerke reden, ohne die eigentlichen Gründe öffentlich und überzeugend auszudrücken. Frau Kahlfeldt hatte sich in einem freundlichen Brief im Aufrag von Christian Gabler für mein Engagement bedankt und zur Umfeldgestaltung des Humboldt Forums Stellung bezogen.

    Folgender Auszug: "Ihre Fragen zur Umfeldgestaltung des Humbold Forums, insbesondere hinsichtlich der Rossbändiger und des ´Neptunbrunnens´ betreffen komplexe Fragestellungen. In deren Ergebnis wurde entschieden, dass der Neptunbrunnen an seinem heutigen Standort verbleibt und auf dem Schlossplatz ein neuer Brunnen entstehen und Bäume gepflanzt werden sollen." Weiter sagt sie (von mir verkürzt): ... nicht nur schöner und mit deutlich mehr Aufenthaltsqualität ... zugleich Kühlung im Sommer ... Freiflächen vor dem Roten Rathaus ebenfalls in diesem Sinne deutlich aufgewertet, damit auch der Naturbrunnen ein angemessenes Umfeld erhalten wird. "

    Dann schreibt sie: "In meiner Zuständigkeit für Landesdenkmalpflege möchte ich dafür werben, dass die Rossebändiger inzwischen konstituierende Teile des Gartendenkmals Heinrich-von-Kleist-Park geworden sind. In diesem, noch in der Regierungszeit der Hohen Zollern angelegten Park, bleibt es eine Herausforderung, den bedeutenden Skulpturen durch Pflege der Grünanlagen ein würdiges Umfeld zu bieten."

    Wer entscheidet aus welchem vermeintlichen Zwang über die Eigenschaft der RB als "konstituierende Teile?" Am Kern der Forderungen, die Skulpturengruppen aus guten Gründen zurückzustellen, redet sie mit ablenkenden, beschönigenden, bekannten Aufzählungen vorbei. Sie bemüht sich um Verständnis, redet aber nebulös von "komplexen Fragestellungen".

    Deshalb bin ich dem Senat gegenüber in Bezug auf die Städteplanung eher noch misstrauischer geworden.

  • Das linksradikale Hetzblatt taz vermeldet:

    "Einst stand hier der Palast der Republik, der tatsächlich einen Besuch wert gewesen war. Doch der DDR-Prachtbau, der zuletzt als spektakulärer Kulturort diente und davor stand, Berlins Centre Pompidou zu werden, wurde von kleingeistiger Provinzpolitik und rechtem Geldadel dem Erdboden gleich gemacht. Die nächste Schlosssprengung ist übrigens 2050. Dann können Sie wieder kommen.

    Bewertung: 1/5 Sternen"

    Touristische Hotspots in Berlin: Es gibt hier nichts zu sehen | taz.de https://share.google/IYUtk1eosPqeIOdMo

  • Die Gute Laune Zeitung Berliner Leben vermeldet:

    "Einst stand hier das Berliner Schloss, welches tatsächlich einen Besuch wert gewesen war. Doch der Prachtbau, der zuletzt als spektakuläres Museum diente und davor stand, Berlins Centre Pompidou zu werden, wurde von kleingeistiger Provinzpolitik und linkem Fanatismus nach dem 2. Weltkrieg dem Erdboden gleichgemacht und einige Zeit später später ein Volkspalast mit gesundheitsschädlichen Materialien und piefiger Ausstattung aus dem Boden gestampft. Nach der Wende dauerte es ein paar Jahre, aber der nur logische Palastabriss kam dann bis 2008. Danach erstand das Berliner Schloss wie Phönix aus der Asche und begeistert seither Millionen von Besuchern.

    Bewertung: 10 von 5 Sternen

  • Bergischer Wenn die wüssten: Bis 2050 sind die Schlossräume rekonstruiert und vielleicht wird sogar das gefundene Bernsteinzimmer ausgestellt. ;)

    "Moderne Architektur heißt seit über 50 Jahren: Rechtwinklig, weiß, kahl, leer, gebaut von immer schwarzgekleideten Architekten."

    -Gerhard Kocher

  • Die Gute Laune Zeitung Berliner Leben vermeldet:

    "Einst stand hier das Berliner Schloss, welches tatsächlich einen Besuch wert gewesen war. Doch der Prachtbau, der zuletzt als spektakuläres Museum diente und davor stand, Berlins Centre Pompidou zu werden, wurde von kleingeistiger Provinzpolitik und linkem Fanatismus nach dem 2. Weltkrieg dem Erdboden gleichgemacht und durch einen Volkspalast mit gesundheitsschädlichen Materialien und piefiger Ausstattung aus dem Boden gestampft. Nach der Wende dauerte es ein paar Jahre, aber der nur logische Palastabriss kam dann bis 2008. Danach erstand das Berliner Schloss wie Phönix aus der Asche und begeistert seither Millionen von Besuchern.

    Bewertung: 10 von 5 Sternen

    Kleingeistige Provinzialpolitik haben wir hier in Berlin immer noch, linker Fanatismus ist zur linken Selbstherrlichkeit mutiert. Man siehe nur das Schloßumfeld. Vielen Dank !

  • Eine von vielen deutschen Tragödien. Man muss auch nochmal deutlich sagen, dass sich die heutigen Schlossgegner eigentlich ideologisch in eine Reihe stellen mit denen, die es damals beseitigt haben.

    Sprengung des Berliner Schlosses 1950: „Ein unbegreiflicher Akt fanatischen Zerstörungswillens“ - WELT
    Am 7. September 1950 begannen Bauarbeiter der DDR mit dem Abriss der Schlossruine im Herzen der bereits geteilten deutschen Hauptstadt. An ihre Stelle sollte…
    www.welt.de

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Man muss auch nochmal deutlich sagen, dass sich die heutigen Schlossgegner eigentlich ideologisch in eine Reihe stellen mit denen, die es damals beseitigt haben.

    Sie sind Ulbrichts geistige Erben. Und leider haben von denen im heutigen Deutschland immer noch sehr viele das Sagen, wie das Beispiel des seit Jahren nicht zustande kommenden Wiederaufbaus der Schinkelschen Bauakademie zeigt. Diese Leute wollen (aus welchen Motiven auch immer) letztlich dafür sorgen, dass ein roter Diktator oder modernistische Städteplaner mit ihrem Vandalismus das letzte Wort im Städtebau behalten. Nur dort, wo es ein selbstbewusstes und lokalpatriotisches Bürgertum gibt, wie in Dresden, werden die Ulbricht-Erben, Ideologen und Modernisten in ihre Schranken gewiesen.

  • Berlin hat seine städtebauliche Mitte wieder, Berlin hat sein bedeutendstes Kunstdenkmal wieder, Berlin dokumentiert wieder, was es jahrhundertelang war: Residenzstadt.

    Aber das nun fertige Berliner Schloss fand bisher in den lautesten öffentlichen Darstellungen nur wenig Anerkennung. Da erscheint gerade im fünfundsiebzigsten Jahr seiner Vernichtung ein geistig fast monumental zu nennendes Werk:


    Peter Stephan

    Friedrich I. Die Erfindung Preußens. Verlag C.H. Beck München


    Eigentlich eine Biografie des Erbauers des Berliner Schlosses Friedrich I. König in Preußen, vor 1701 Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg. Aber es ist nicht die bloße Darstellung des Lebens dieses Königs. Es ist der Nachweis seiner starken Persönlichkeit im uns nun wieder zugänglichen Geist seiner Bauten - ein ungewöhnliches Verfahren! Gleichzeitig Ist es damit auch eine große Darstellung von Andreas Schlüter, dem prägenden Baumeister des Schlosses. Und dahinter anderer Größen, welche den Geist der Zeit Friedrichs prägten, vor allem Gottfried Wilhelm Leibniz, das große Universalgenie seiner Zeit.

    Es ist zuerst Schlüters Denkmal des Großen Kurfürsten, das Stephan bespricht - des Vaters dieses ersten Königs in Preußen. Es steht heute vor dem Charlottenburger Schloss, müsste aber nach der Fertigstellung des Schlosses auf die Lange Brücke beim Schloss zurückkehren, für die es geschaffen worden ist. Stephan zeigt unter Anderem das Pathos des Denkmals als gleichzeitigen Fürstenspiegel, ganz im Sinne von Leibniz: Nur der kann herrschen, der sich selbst beherrscht.

    Schlüters Sterbende Krieger im Zeughaus zeigen in ihrem Leiden das Suum Cuique, Jedem das Seine: Es war für Cicero und Leibniz die Definition der Gerechtigkeit an sich. Für Friedrich I. ist es Leitspruch seines Schwarzen Adlerordens, den er der Neugründung des Königreichs Preußen zugrunde legte.

    Schließlich ist es das Schloss selbst, das die Grundzüge des neuen Staats versinnbildlicht. Es ist eine großartige und überzeugende Zusammenfassung aller geistigen Werte, die am Schloss verwirklicht wurden, in der Zusammenschau der damaligen philosophischen, ethischen und politischen Bestrebungen, die Preußen zum Frieden verpflichtete und aus Berlin das berühmte Spree-Athen machten. Vor unseren Augen entsteht ein breites und bedeutendes Abbild einer doch für die meisten von uns schwer zugänglichen Zeit.

    Ein Werk, das dem vom Enkel Friedrich dem Großen geschmähten „Krummen Fritz“, so nannten ihn die Berliner, seine Würde und seine Einmaligkeit unter den preußischen Königen wieder gibt.
    Viele, auch farbige Bilder.

    Unbedingt lesen!

    Peter Stephan, den man oft im Berliner Extrablatt findet, ist Professor für Kunstgeschichte und Architekturtheorie in Potsdam. Er gilt als einer der führenden Experten für die Epoche des Berliner Barock.

    Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,

    Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern‘,

    Und verstehe die Freiheit,


    Aufzubrechen, wohin er will.


    Hölderlin

  • War gestern am Schloss und mir fiel auf dass die Gesimse rund um die Kartusche am Eosanderportal voller Tauben waren 😤.

    Das hat mich entsetzt, ich dachte man hätte auch hier umfassende Taubenvergrämung installiert. (Hab's auch fotografiert, mir gelingt es s leider nicht das Foto einzufügen).

  • Traditionelle Natursteinfassaden sind ein Segen für die Stadtfauna, weil sie natürlichen Habitaten viel ähnlicher sind und die Tiere dadurch weniger Stress haben und gesünder sind. Architectura Pro Animale sozusagen, oder auch "Habitecture". Schon alleine deshalb sind die Schlossfassaden viel wert. Bestände von Stadttauben werden übrigens nicht durch Vergrämung sondern durch aktive Bestandskontrolle (Überwachung mit Beringung, Austauschen der Gelege durch Attrappen) in Taubenschlägen und durch Fütterungen mit naturnaher Nahrung am effektivsten in Schach und gesund gehalten. Als Kulturfolger gehören sie jedenfalls zur Stadt dazu und sind dann auch keine "Plage" mehr.

  • Traditionelle Natursteinfassaden sind ein Segen für die Stadtfauna, weil sie natürlichen Habitaten viel ähnlicher sind und die Tiere dadurch weniger Stress haben und gesünder sind.

    Vielleicht wird diese Ansicht auch von Falken und Habichten geteilt, diese haben dann dort ein schönes Jagdrevier 😉. Dass ästhetisch fragwürdige Stachel und Netze keinen ausreichenden Schutz gegen Taubenkot leisten, darf man täglich an deutschen Bahnhöfen bewundern.

    Der "Held der Steine" hat dazu auch mal einen Meinungsbeitrag gebracht, wo er auch das sogenannte Augsburger Modell vorstellt.

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    Dazu noch eine Studie: https://share.google/u7nbjq3LQ9laiPnCP

  • Ist das schon jemandem aufgefallen ?

    An den Säulen von Portal 2 sind direkt unterhalb der Kapitelle, Eisenringe angebracht worden.

    Oder komme ich aus dem Mustopp ?