Berliner Schloss

  • Die Portaldurchfahrten I und V waren Teil der Treppenhäuser. Für die vollständige Rekonstruktion der Treppen wäre also ein Teil der oberen Etage notwendig. Aber da auch die Portaldurchfahrt V zum Teil rekonstruiert wird, bleibt es abzuwarten, ob sich da etwas ergibt. Von offizieller Seite heißt es jedenfalls, dass die Arbeiten an der Portaldurchfahrt I beendet seien.

    Ich weiß nicht wo du das her hast, aber laut offizieller seriöser Quelle (Berliner Schloss e.V.) gilt immer noch folgendes:


  • Ich kann mir gut vorstellen, dass diese "offizielle, seriöse Quelle" noch aus Tagen stammt, bevor die Kulturministerin und der Chef der Stiftung Humboldt-Forum weitere Arbeiten nach dem Ausbau von Portal IV und V ablehnen.
    Ich bin aber noch immer gespannt, was der Schlossverein/von Boddien vielleicht noch im Ärmel hat, denn immerhin wird dort fleißig weiter Geld gesammelt. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass man weiterhin Geld für bestimmte Rekonstruktionen (wie die Portalstatuen) sammeln würde, wenn diese tatsächlich bereits ausgeschlossen sind und das letzte Wort gesprochen wurde.

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass diese "offizielle, seriöse Quelle" noch aus Tagen stammt, bevor die Kulturministerin und der Chef der Stiftung Humboldt-Forum weitere Arbeiten nach dem Ausbau von Portal IV und V ablehnen.

    ich weiß nicht woher du das hast, aber da ich derlei Äußerungen nur von ideologisch verblendeten Journalisten kenne, vermute ich aus der Richtung. Aber das ist doch billige Stimmungsmache. Lass dich von solchen Artikeln nicht ins Bockshorn jagen.


    Herr von Boddien musste mit seinem Schlossverein so manchen Angriff und politischen Gegenwind überstehen in den vergangenen zwanzig Jahren. Für mich ist der Mann über alle Zweifel erhaben. Daher bin ich etwas irritiert, dass du in deinem Zitat offizielle, seriöse Quelle in Anführungszeichen setzt.

    Sollte sich wirklich an den weiteren Rekonstruktionsvorhaben etwas ändern, dann wird der Schloss Verein seine Spender und Freunde des Wiederaufbaus umgehend informieren. Da bin ich mir ganz sicher.

    Übrigens, so bereits geschehen bei der Gigantentreppe.

    Aber man muss sich mal vor Augen führen, dass bereits zwei Drittel der Bausumme für den Wiederaufbau der Gigantentreppe durch Spendenzusagen gesichert sind und trotzdem wurde der Wiederaufbau abgelehnt. Und das obwohl der Wiederaufbau vom Architekten Franco Stella vorgesehen ist, der Raum nur als einfaches Lapidarium genutzt wird und ansonsten keinerlei Funktion für die Museen hat. Diese ablehnende Haltung ist völlig irrational, eine Rekonstruktion würde zudem den Wert des Gebäudes enorm steigern und dafür müssten keine oder kaum Steuergelder eingesetzt werden.


    Solange der Schlossverein um Wilhelm von Boddien nichts Gegenteiliges meldet, gilt Folgendes:


    - Rekonstruktion Portaldurchfahrt IV (in Arbeit)

    - Rekonstruktion Wappenkartusche über Portal III (in Arbeit bzw. kurz vor Fertigstellung)

    - Rekonstruktion Portaldurchfahrt V (Ausschreibung erfolgt nach Fertigstellung von Portaldurchfahrt IV (es darf auf Wunsch des Stiftungsrates immer nur eine Durchfahrt wegen Bauarbeiten blockiert sein))

    - Rekonstruktion von Portaldurchfahrt I (Ausschreibung geplant nach Fertigstellung von Portaldurchfahrt V)

    - Rekonstruktion der Balustradenfiguren der Kuppel (in Arbeit bzw. Ausschreibung erfolgt)

    - Rekonstruktion der Balustradenfiguren über Portal I + II (Ausschreibung folgt aber wird zur zeit vom Stiftungsrat des Humboldt Forums verzögert (angeblich nicht genügend Steinmetze))

    - Rekonstruktion der Balustradenfiguren über Portal IV + V (Ausschreibung geplant aber beim Stiftungsrat umstritten, da die Figuren Gesichtszüge der Hohenzollern aufweisen)

    - Rekonstruktion der übrigen Balustradenfiguren (Ausschreibung geplant)

    - Rekonstruktion der Gigantentreppe (gestrichen, neuer Anlauf nachdem sich der politische Wind wieder gedreht hat (2/3 der Baukosten bereits durch verbindliche Spendenzusagen gesichert)


    Quellen:

    Spendenstand und Mittelverwendung (berliner-schloss.de)

    Berliner Extrablatt Nr. 97

  • Erstens, habe ich "seriöse, offizielle Quelle" in Anführungszeichen gesetzt, weil ich dich direkt damit zitiert habe, nicht weil ich dem Schlossverein irgendetwas damit absprechen wollte.
    Zweitens, habe ich meine Quellen aus mehreren Online-Artikeln und Interviews der Nachrichten (ich weiß jetzt nicht, inwiefern diese alle "ideologisch verblendet" sind. Da kamen teils auch direkt Leute der Stiftung HF zu Wort oder wurden zitiert.
    Alle diese Quellen wurden in den letzten Wochen/Monaten in diesem Strang geteilt und man hat sie hier sehr angeregt besprochen. Es hat viele verständlicherweise verärgert.
    Das hast du anscheinend alles verpasst... Ich habe jetzt aber keine Zeit es dir rauszusuchen.

    Konstantindegeer versorgt uns hier auch des öfteren mit Neuigkeiten, die noch nicht offiziell verlautbart wurden.

    Wie gesagt, ich hoffe selbst, dass der Schlossverein noch ein Ass im Ärmel hat, vielleicht noch mit der Stiftung HF etwas aushandeln kann und dass noch nicht aller Tage Abend ist, was weitere Rekonstruktionen nach dem Ausbau von Portal IV und V angeht.

  • contra

    Die offizielle seriöse Quelle des Berliner Schloss e.V. hatte zu einem früheren Zeitpunkt mittgeteilt, dass die Arbeiten an der Portaldurchfahrt I abgeschlossen seien und die Durchfahrt nun frei zu betreten sei. Das die Durchfahrt zu einem späteren Zeitpunkt vervollständigt wird, hatte ich einen Satz zuvor bereits angedeutet.

    "Moderne Architektur heißt seit über 50 Jahren: Rechtwinklig, weiß, kahl, leer, gebaut von immer schwarzgekleideten Architekten."

    -Gerhard Kocher

  • Das Schloss ist prädestiniert, die Weltfriedenskonferenz zu beherbergen


    "Die Deutschen fremdeln bis heute mit dem neu aufgebauten Berliner Schloss. Linke Kultur-Taliban wollen es wegen seiner christlichen Symbolik sogar abreißen. Höchste Zeit, dass das Gebäude endlich eine überzeugende Aufgabe bekommt. Helfen könnte ein Blick nach Davos und München."


    Ich glaube nicht, dass "die Deutschen" mit dem Berliner Schloss fremdeln, sondern einzig der im darauffolgenden Satz erwähnte Personenkreis und sein politisches Umfeld. Und das ist ganz realistisch gesehen eine (leider sehr laute und selbstgerechte) Minderheit.

  • Die Welt bietet als Gegenstück zu "Linken Kultur-Taliban" also eine dieser globalen NGOs an? Das ist ja mal eine echte "Alternative" und gar nicht das gleiche in Nadelstreifen.

  • Es gibt ein neues Interview mit Hartmut Dorgerloh im Tagesspiegel. Die Überschrift "Wir müssen Haltung zeigen" lässt einen sich weiter verschärfenden üblen Winnetou-Verbannungs-Geist beim Chef des Hauses vermuten. Hat jemand hier noch ein Abo und könnte mal berichten?

  • Geht es denen noch immer nicht in den Dickschädel, dass es die Stiftung HF und außenstehende Dritte, wie Herrn Oswalt, einen feuchten Kehricht angeht, wer gespendet hat und was für eine politische Meinung diese Menschen haben? Keiner der Spender hat mit seiner Spende die Erlaubnis erteilt überprüft und gegebenenfalls für deren Meinung verurteilt und an den Pranger gestellt zu werden. Wo sind wir denn hier, in der DDR 2.0?
    Vor lauter Verklärung des Palasts der Republik, liebevoller Sanierung von Platten und sozialistischen Denkmälern haben sie vielleicht vergessen, dass wir das nicht sind.

  • Keiner der Spender hat mit seiner Spende die Erlaubnis erteilt überprüft und gegebenenfalls für deren Meinung verurteilt und an den Pranger gestellt zu werden. Wo sind wir denn hier, in der DDR 2.0?

    Spätestens nach der gestrigen Maischberger-Sendung in welcher Herr Habeck als Planwirtschaftsminister „brillierte“, würde ich meinen, dass Du mit DDR 2.0 nicht mehr ganz daneben liegst. Das trifft es schon recht gut. Ahnungslose an der Macht - gute Nacht!

  • Leute, wir können erleichtert aufatmen! Claudia Roth hat sich wieder über das Humboldtforum zu Wort gemeldet und betont, dass sie das Gebäude nicht wieder abreißen lassen wolle. Da haben wir aber echt Schwein gehabt! Die Kuppelinschrift ist ihr aber weiterhin zuwider, da müsse „etwas passieren“.

    Roth kritisierte erneut das Kuppelspruchband. «Die Inschrift wird als Anspruch einer Dominanzkultur wahrgenommen.» Es reiche nicht aus zu sagen, das sei historisch so gewesen. Heute seien wir weiter. «Wenn das ein Ort ist, an dem sich unterschiedliche Kulturen, unterschiedliche Religionen treffen sollen, dann müssen wir das, was historisch so war, kontextualisieren.» Es müsse etwas passieren, aber: «Wir reißen das Gebäude nicht wieder ab.»

  • Heute seien wir „weiter“. Übersetzt: heute sind wir so weit, Geschichte und demnächst sicherlich auch Bücher umzuschreiben (bzw. zu „kontextualisieren“, wie es euphemistisch und im zeitgemäß pseudowissenschaftlichen Vokabular aus dem Soziologen-Seminar verlautbart wird), sie den Befindlichkeiten einer Claudia Roth und den totalitären Hysterikerinnen (hier halte ich ausnahmsweise die ausschließlich weibliche Form für sehr passend), die sie politisch vertritt, „verträglich“ zu machen und alle kulturellen Misstöne im Konzert der vereinten Linken Europas rücksichtslos auszumerzen. Anbei bemerkt: Europa und insbesondere Deutschland war schon zwei mal „so weit“. Und es war leider immer derselbe Typus, der uns allen diese totalitären Methoden als „politische Notwendigkeit“ im Namen des „Fortschritts“ schmackhaft machen wollte. Bloß -und das muss man fairerweise hinzufügen- war der Typus in der Vergangenheit wesentlich intelligenter als diese Ministerin für Staatskultur…pardon, Staatsministerin für Kultur.

  • Heute seien wir „weiter“. Übersetzt: heute sind wir so weit, Geschichte und demnächst sicherlich auch Bücher umzuschreiben (bzw. zu „kontextualisieren“, wie es euphemistisch und im zeitgemäß pseudowissenschaftlichen Vokabular verlautbart wird), sie den Befindlichkeiten einer Claudia Roth und den totalitären Hysterikerinnen (hier halte ich ausnahmsweise die ausschließlich weibliche Form für sehr passend), die sie politisch vertritt, „verträglich“ zu machen und alle kulturellen Misstöne im Konzert der vereinten Linken Europas rücksichtslos auszumerzen. Anbei bemerkt: Europa und insbesondere Deutschland war schon zwei mal „so weit“. Und es war leider immer derselbe Typus, der uns allen diese totalitären Methoden als „politische Notwendigkeit“ im Namen des „Fortschritts“ schmackhaft machen wollte. Bloß -und das muss man fairerweise hinzufügen- war der Typus in der Vergangenheit wesentlich intelligenter als diese Dame.

    Und warum möchtest Du das alles in einem Forum über Architektur mitteilen?


    Die Verhältnisse im Deutschland der Gegenwart (so kritikwürdig manches sicher ist) mit denen in den Diktaturen der NSdAP oder SED geleichzusetzen, ist im übrigen völlig daneben und offenbart allein eine völlige Unkenntnis über geschichtliche Ereignisse.

  • Weil es eine Politikerin war, die sich hier geäußert hat und hinsichtlich des Schlosses ausschließlich politisch argumentierte. Ich kann mich natürlich auch über ihre Kleidung auf dem Bildchen auslassen, wenn dir das eher zusagt. Oder die Fassade ihres Ferienhauses in der Türkei. Bloß hätte das inhaltlich wenig mit ihrer Wortmeldung und den daraus ablesbaren Tendenzen zu tun. Zudem verglich ich einen Typus, der leider in allen Zeiten und unter allen Staatsformen präsent ist, und dessen kulturpolitische Methoden- und nicht die jeweiligen Verfassungen und Staatsformen, in denen er sein Unwesen treibt. Also bitte richtig lesen. Und ja, mich macht das wütend und es schrillen bei mir -im Unterschied zu dir- alle Alarmglocken, wenn jemand die Geschichte ideologisch umschreiben und den historisch gewachsenen öffentlichen Raum der Staatsdoktrin anpassen möchte und allen Ernstes noch beschwichtigend und gönnerhaft hinzufügt, dass man ja nicht vorhat, das Schloss niederzureißen. Ich würde in diesem ihrem Satz aber ein „noch“ anfügen.

  • 1959 vor der Deutschen Sporthalle in der damaligen Stalinallee. Der Antinous vom Portal VI im Schlüterhof hatte auch in dieser Aufnahme schon mächtig was auszuhalten.