Berliner Schloss

  • Und wenn es nicht anders geht, von mir aus auch die ganze Sammlung per Schiffscontainer zurück nach Afrika oder in die Südsee.

    Diese Aussage scheint mir doch recht unüberlegt zu sein, auch wenn ich deinem Kommentar eigentlich sonst voll zustimmen kann.

    Die Sammlung zur außereuropäischen Kunst im HuFo ist von ausgesuchter Qualität und Schönheit. Das kann man auch anerkennen, wenn man keinen Bezug zu einer Azteken-Stele, einer altchinesischen Vase und einer schrulligen Figur aus Afrika hat. Abgesehen von einigen Restitutionen gehört nichts von alledem einfach in den "Schiffscontainer"... Die Kulturstaatsministerin will das Kreuz weghaben, der Pfaffe die Kronen an der Fassade, der nächste wiederum hat andere spezifische Aversionen. Lasst das Gebäude doch endlich mal das sein was es ist. Eine wunderbare Teilrekonstruktion mit großartigen Museen!

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • "Maecenas" ich störe mich nicht an der Schönheit der Sammlung, sondern an deren zunehmender Instrumentalisierung, um daraus ein politisches Süppchen zu kochen. Das habe ich aber bereits 1-2 mal ähnlich geschrieben. Wenn die Weitermachen mit "Schuld"- und "Wiedergutmachungs"-Propaganda, weil sie nach 60 Jahren Unabhängigkeit nichts in ihren Ländern geregelt bekommen, bin ich dafür, ihnen die Schiffscontainer direkt vor die Haustür zu stellen. Und Frau Roth oder irgendwelche Kirchenvertreter gleich dazu.

  • Auch die ehedem als eher konservativ geltende "Berliner Morgenpost" stichelt jetzt schadenfroh gegen die Schlossfassaden:

    Nach Stürmen: Fassade des Humboldt Forums bröckelt

    Viel passiert ist nicht: einzelne Putzteilchen waren kürzlich bei den heftigen Stürmen in den Schlüterhof gefallen, so dass dieser in Teilen abgesperrt werden musste. So eine Banalität meldet man anscheinend gerne, lässt sie sich doch trefflich mit dem Hinweis verbinden, die "barocke Fassade" des Humboldt-Forums sei "seit Baubeginn kritisiert" worden, und es handele sich um ein "680 Millionen Euro teures Prestige-Objekt".

    So sickert das Gift der Feuilletons und die Hetze der bekannten Protagonisten in die Köpfe der Redakteure, die anscheinend eine Art kollektives Vergnügen daran gefunden haben, gegen die rekonstruierten Fassaden ihres früheren Königsschlosses, die ihre Stadt sehr bereichern und sie selbst keinen Cent gekostet haben, zu sticheln und zu ätzen. Es ist traurig, dass die Chefredaktion der Morgenpost anscheinend nichts dabei findet, solche Artikel durchgehen zu lassen. Baukulturelle Werte scheinen auch dort nicht mehr viel zu gelten.


    Edit: Link korrigiert

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • einen dpa Artikel, der so oder so ähnlich in ganz vielen Zeitungen veröffentlicht wurde

    So funktioniert heute Medienbeeinflussung. Es reichen wenige Personen in den Schlüsselpositionen von Nachrichtenagenturen, die nicht mal unter Klarnamen Artikel verfassen. Diese Artikel werden von zahlreichen Redaktionen, die nicht mehr Zeit und Geld für die eigene Recherche haben, zugleich aber ihre Seiten füllen müssen, unkritisch übernommen. Du weißt also gar nicht, wer hinter diesem dpa-Artikel steckt und von wem er im Hintergrund protegiert wird. Der betreffende Redakteur, der das übernimmt und ins Blatt baut, trägt zwar eine Mitverantwortung. Andererseits ist es ihm meist egal, so lange er nur seine Arbeit fertig bekommt und Feierabend hat.

  • Herr von Boddien feiert heute seinen 80. Geburtstag. Der Förderverein Hamburg wünscht, dass er noch lange auf sein Lebenswerk blicken kann.

    Wissen allein bringt nichts. Nur das angewandte Wissen verändert die Dinge.

  • Ich kann an diesem Artikel nichts finden, was nicht zutrifft, schon gar keine Hetze. Das Projekt war von Beginn an heftig umstritten. Wer das negiert, der blendet die Debatten der letzten 20 Jahre aus. Und auch die Kostenangaben sind doch wohl korrekt wiedergegeben, oder? Wenn diese hier benannt werden, dann in Hinblick darauf, dass man bei einer solchen Investition und einem solcher Bedeutung des Objektes erwarten könnte, dass der Bau nicht schon kurz nach seiner Eröffnung erste Schäden aufweist.

  • Anlässlich des Geburtstags eine Pressemitteilung von Franziska Giffey:

    Franziska Giffey zum 80. Geburtstag von Wilhelm von Boddien: „Unsere Stadt hat Ihnen Großes zu verdanken“


    Die Regierende Bürgermeisterin von Berlin, Franziska Giffey, hat dem Gründungsvorsitzenden des Fördervereins für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses und heutigen Geschäftsführer Wilhelm von Boddien zu seinem achtzigsten Geburtstag am Sonntag gratuliert.

    Giffey: „Ihr Beispiel zeigt eindrucksvoll, was Menschen bewegen können, wenn sie von etwas überzeugt sind und dafür mit ansteckender Begeisterung, Hartnäckigkeit und Mut eintreten. Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihren außergewöhnlichen Einsatz in und für Berlin. Unsere Stadt hat Ihnen Großes zu verdanken: Der Traum vom neuen alten Schloss ist Wirklichkeit geworden. Dass das Humboldt Forum im Berliner Schloss seit seiner Eröffnung trotz der Corona-Krise so viele begeisterte Besucher findet, beweist dabei einmal mehr, wie richtig Sie mit Ihrem lebenslangen Engagement lagen. Es freut mich sehr, dass dieser einzigartige Ort für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung von den Berlinern und unseren Gästen so gut angenommen wird.“


    Wilhelm von Boddien initiierte 1992 den Förderverein Berliner Schloss e. V. und wurde dessen ehrenamtlicher Erster Vorsitzender. Nicht zuletzt dank seines Einsatzes war es 2002 zum Beschluss des Deutschen Bundestages zum Neubau des Hohenzollern-Schlosses als Humboldtforum gekommen. Für sein Engagement erhielt er 2014 das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

    Alles Gute lieber Herr von Boddien und ad multos annos! :smile:

  • Alles Gute zum Geburtstag an Wilhelm von Boddien und vielen, vielen Dank von mir, dass er underen Traum, von der Wiederauferstehung des Berliner Schlosses, wahrgemacht hat, trotz oft heftigem und anhaltenden Gegenwind.
    Ich freue mich auch sehr, dass die Regierende Bürgermeisterin ihm so herzliche Wünsche schickt und sich über das Schloss für ihre Stadt freut und bedankt. Das ist wohltuend auch mal zu sehen und zu wissen.

  • Ich kann an diesem Artikel nichts finden, was nicht zutrifft, schon gar keine Hetze. Das Projekt war von Beginn an heftig umstritten. Wer das negiert, der blendet die Debatten der letzten 20 Jahre aus. Und auch die Kostenangaben sind doch wohl korrekt wiedergegeben, oder? Wenn diese hier benannt werden, dann in Hinblick darauf, dass man bei einer solchen Investition und einem solcher Bedeutung des Objektes erwarten könnte, dass der Bau nicht schon kurz nach seiner Eröffnung erste Schäden aufweist.

    Oft schätze ich Ihre Art, zum Thema oder zur Sachlichkeit zurückzufinden. Heute nicht!


    Richtig: Alles in der Pressemeldung ist korrekt - der Vorgang an sich, die genannten Kosten, der Hinweis darauf, dass die Rekonstruktion umstritten ist und war.


    Und dennoch: Dass nach einem der heftigsten Stürme der letzten Jahre kleine Stücke Putz aus nur einem Fensterbogen in Fassaden so riesigen Ausmaßes gefallen sind, ist meiner Meinung nach keines Aufsehens wert. Dass die Meldung nicht nur um ihrer selbst gemacht ist, sieht man an der Formulierung, es seien „Brocken“ von bis zu fünf Zentimeter Größe gefallen. Putzstückchen von fünf Zentimeter sind keine „Brocken“, und sind auch nicht gefährlich. Auch ist es nicht angemessen, zu schreiben „die Fassade bröckelt“ . Die Verantwortlichen müssen natürlich trotzdem Absperrungen machen.


    Wenn in dieser Meldung der Streit um das Schloss nicht erwähnt würde, würde nichts „negiert“, denn die beiden Sachverhalte haben nichts miteinander zu tun.


    Ich habe wirklich den Eindruck, dass hier geframed wurde: Dass das Objekt der Meldung absichtlich in ein schiefes Licht gesetzt worden ist. Im großen Zusammenhang der unsachlichen Berichterstattung über das Schloss, die oft von Unwahrheiten und extremer Einseitigkeit geprägt war und ist, denke ich, ist der Verdacht berechtigt, dass die Meldung in der Nähe von Hetze anzusiedeln ist.

    Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,

    Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern‘,

    Und verstehe die Freiheit,


    Aufzubrechen, wohin er will.


    Hölderlin

  • Bentele Vielleicht haben wir einfach einen Punkt erreicht, bei dem es wirtschaftlich attraktiv ist, das Berliner Schloss ganz explizit ins (negative) Rampenlicht zu ziehen. Für eine Presseagentur zählt natürlich, wie viele Zeitungen den Artikel mit aufnehmen. Ein Skandal ums Berliner Schloss kann so auch noch bis nach Stuttgart verkauft werden. Ziemlich ungut, und ich finde Heimdall hat es in seinem Beitrag auch schon weiter sehr gut umrissen, was alles an diesem System sonst noch hakt.

  • Umso erfreulicher finde ich die Pressemitteilung der regierenden Bürgermeisterin. Man kann von Frau Giffey halten was man will, aber Ihre Geburtstagsgrüße an Wilhelm von Boddin zeigen Format und drücken Wertschätzung aus.

  • Oft schätze ich Ihre Art, zum Thema oder zur Sachlichkeit zurückzufinden. Heute nicht!

    Danke für die Blumen. Ich bemühe mich. Und das wir das dieses Mal anders sehen, geht schon in Ordnung.


    Ich habe wirklich den Eindruck, dass hier geframed wurde: Dass das Objekt der Meldung absichtlich in ein schiefes Licht gesetzt worden ist. Im großen Zusammenhang der unsachlichen Berichterstattung über das Schloss, die oft von Unwahrheiten und extremer Einseitigkeit geprägt war und ist, denke ich, ist der Verdacht berechtigt, dass die Meldung in der Nähe von Hetze anzusiedeln ist.

    Vielleicht liegt es daran, dass wir mit der Vokabel "Hetze" andere Dinge verbinden. Mir wird dieser Begriff eh viel zu inflationär gebraucht gegen jede Form von gegenteiligen Ansichten. Ich interpretiere Hetze so wie es Wikipedia beschriebet: "Im gesellschaftlichen Sinn bezeichnet man als Hetze unsachliche und verunglimpfende Äußerungen zu dem Zweck, Hass gegen Personen oder Gruppen hervorzurufen, Ängste vor ihnen zu schüren, sie zu diffamieren oder zu dämonisieren."


    Und davon kann ja nun wirklich nicht bei dem Artikel der dpa die Rede sein. Erst recht kann man diesen Vorwurf kaum an ein halbes Dutzend Zeitungen aus allen Richtungen des politischen Spektrums richten. Womit ich mich allerdings gut anfreunden könnte, wenn man die Berichterstattung in diesem Fall als tendenziös bezeichnen würde.

  • Ich weiß nicht warum man hier so eine große Diskussion über ein paar heruntergefallene Fassadenteile führt. Ich möchte dass ihr euren Blick mal kurz auf das Potsdamer Stadtschloss (Landtag) richtet. Auch dort gab es das Problem und wurde inzwischen sicher behoben. Alles halb so schlimm.....!


    https://www.maz-online.de/Loka…g-broeckelt-der-Sandstein

    (Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 02.07.2021)

  • Ich weiß nicht warum man hier so eine große Diskussion über ein paar heruntergefallene Fassadenteile führt. Ich möchte dass ihr euren Blick mal kurz auf das Potsdamer Stadtschloss (Landtag) richtet. Auch dort gab es das Problem und wurde inzwischen sicher behoben. Alles halb so schlimm.....!


    https://www.maz-online.de/Loka…g-broeckelt-der-Sandstein

    (Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 02.07.2021)

    Es geht um Putz...nicht um Fassadenteile

  • Ich weiß nicht warum man hier so eine große Diskussion über ein paar heruntergefallene Fassadenteile führt. Ich möchte dass ihr euren Blick mal kurz auf das Potsdamer Stadtschloss (Landtag) richtet. Auch dort gab es das Problem und wurde inzwischen sicher behoben. Alles halb so schlimm.....!


    https://www.maz-online.de/Loka…g-broeckelt-der-Sandstein

    (Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 02.07.2021)

    Die Probleme beim Brandenburgischen Landtags sind keineswegs behoben. Das Potsdamer Stadtschloß ist noch immer zum Schutz der Passanten mit Gittern umstellt, weil die Ursache des Herausbrechens von Sandsteinteilen des Hauptgesims nicht zweifel festgestellt wurde. In Berlin allerdings geht es um Putz, und nicht um Sandstein.

  • Vielleicht liegt es daran, dass wir mit der Vokabel "Hetze" andere Dinge verbinde. Mir wird dieser Begriff eh viel zu inflationär gebraucht gegen jede Form von gegenteiligen Ansichten. Ich interpretiere Hetze so wie es Wikipedia beschriebet: "Im gesellschaftlichen Sinn bezeichnet man als Hetze unsachliche und verunglimpfende Äußerungen zu dem Zweck, Hass gegen Personen oder Gruppen hervorzurufen, Ängste vor ihnen zu schüren, sie zu diffamieren oder zu dämonisieren."


    Und davon kann ja nun wirklich nicht bei dem Artikel der dpa die Rede sein. Erst recht kann man diesen Vorwurf kaum an ein halbes Dutzend Zeitungen aus allen Richtungen des politischen Spektrums richten. Womit ich mich allerdings gut anfreunden könnte, wenn man die Berichterstattung in diesem Fall als tendenziös bezeichnen würde.

    So sickert das Gift der Feuilletons und die Hetze der bekannten Protagonisten in die Köpfe der Redakteure, die anscheinend eine Art kollektives Vergnügen daran gefunden haben, gegen die rekonstruierten Fassaden ihres früheren Königsschlosses, die ihre Stadt sehr bereichern und sie selbst keinen Cent gekostet haben, zu sticheln und zu ätzen.


    Eigentlich hatte ich nicht vor, das Thema noch einmal aufzugreifen, aber Du hast meinen Beitrag anscheinend nur oberflächlich gelesen und daher falsch verstanden. Ich habe nicht geschrieben, dass die Morgenpost gegen das Humboldtforum "hetzt", sondern ich wies auf die völlig zu Recht so zu bezeichnende Hetze der bekannten Protagonisten gegen das Humboldtforum hin - gemeint sind hier natürlich Oswalt und Trüby -, die eben offensichtlich ihre Früchte trägt. Beispielsweise, indem sie zu solchen Presseartikeln führt, die zwar natürlich keine unwahren Tatsachenbehauptungen enthalten, aber sehr wohl diffamierend intendiert und, wie Du selbst schreibst, tendenziös sind.

    Dieses Forum ist sehr wohl der richtige Ort, um so etwas zu dokumentieren und zu beklagen. Eine sich als seriös und bürgerlich verstehenden Berliner Tageszeitung sollte kein wohlfeiles und flegelhaftes Bashing gegen die rekonstruierten Fassaden eines baukulturell bedeutenden Gebäudes betreiben, deren mühevolle und aufwändige Wiederherstellung im Wesentlichen auf bürgerliches Engagement zurückgeht.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Eigentlich hatte ich nicht vor, das Thema noch einmal aufzugreifen, aber Du hast meinen Beitrag anscheinend nur oberflächlich gelesen und daher falsch verstanden. Ich habe nicht geschrieben, dass die Morgenpost gegen das Humboldtforum "hetzt", sondern ich wies auf die völlig zu Recht so zu bezeichnende Hetze der bekannten Protagonisten gegen das Humboldtforum hin - gemeint sind hier natürlich Oswalt und Trüby -, die eben offensichtlich ihre Früchte trägt. Beispielsweise, indem sie zu solchen Presseartikeln führt, die zwar natürlich keine unwahren Tatsachenbehauptungen enthalten, aber sehr wohl diffamierend intendiert und, wie Du selbst schreibst, tendenziös sind.

    Ja, davon kann ich mich nicht ganz freisprechen. Da du keine konkreten Namen genannt hast, habe ich deine Kritik fälschlicherweise auf alle im folgenden genannten Zeitungen und die dpa bezogen. Hier im Forum wird so häufig von Hetze gesprochen, dass es kaum noch Medien oder Personen (meine Person eingeschlossen) gibt, die dessen nicht bezichtigt wurden. Ich habe gerade mal die Forensuche bemüht: 165 Treffer zu "Hetze". Ich fände es erstrebenswert und der Sache dienlich, da mal verbal abzurüsten.